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Medion The Touch 300 (MD 98549) im Test: Aldi-Convertible
Mit Haswell-Chipsatz

von Michael Knott
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Im Test hinterlässt Medions The Touch 300 (MD 98549) einen guten Eindruck, was vor allem am guten Preis-Leistungs-Verhältnis des Convertibles liegt. An die Verwandlungsfähigkeiten eines Lenovo Yoga-Modells kommt es aber nicht heran. Und es sieht auch nicht so elegant aus.

Nicht um 360 Grad, sondern nur um maximal 300 Grad lässt sich der 15,6-Zoll-Touchscreen des Medion-Convertibles "The Touch 300" nach hinten klappen. So kann das Notebook etwa für die Multimedia-Wiedergabe ausgerichtet werden. Wie sich das Gerät mit Core i5-CPU im Test schlägt, verrät der ausführliche Bericht.

Für die Multimedia-Wiedergabe ausgelegt: Medion Akoya S6615T, das auch als "The Touch 300" bezeichnet wird.

Die zum Lenovo-Konzern gehörende Marke Medion kennen viele Menschen aus den Aldi-Filialen. Seit einigen Jahren hat sie sich als eine Art Technikhausmarke des Lebensmittel-Discounters etabliert. Die Zugehörigkeit zum chinesischen PC-Hersteller Lenovo, vor allem zu dessen erfolgreicher Yoga-Reihe, ist beim Modell MD 98549 offensichtlich. Ähnlich wie beispielsweise das Lenovo Yoga 2 Pro nimmt der Touchscreen dank spezieller Scharniere ungewöhnliche Positionen ein. Der sogenannte "Zelt-Modus" ist jedoch nicht möglich.

Technische Ausstattung

Die an dieser Stelle getestete Ausstattungsvariante kostet aktuell 679 Euro und lässt sich im Onlineshop von Medion bestellen. Im vergangenen Jahr wurde das Modell mit abgespeckter Hardware auch über die Filialen von Aldi Nord und Aldi Süd angeboten.

Im Testgerät ist ein Intel Core i5-4200U-CPU der Haswell-Generation verbaut. Die Taktfrequenz liegt bei 1,6 Gigahertz, im Turbomodus sind es bis zu 2,3 Gigahertz. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt vier Gigabyte. Für schnellere Bootvorgänge und Programmzugriffe verfügt die 500-Gigabyte-HDD über eine Flash-Partition in Höhe von acht Gigabyte.

Fast schon eine Besonderheit, gerade unter den "Multi Mode Notebooks" oder den Convertibles, ist das eingebaute optische Laufwerk des Testgeräts. Gut fällt auch die restliche Anschlusspalette aus. Insgesamt finden sich zwei USB 2.0- und zwei USB 3.0-Schnittstellen, Kartenleser, miniDisplay- und HDMI-Ausgang sowie ein Ethernet-Port. Den Akku mit einer Kapazität von 3.000 Milliamperestunden können Nutzer selbst wechseln.

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Namensgebend: Das Display des Medion The Touch 300 lässt sich um 300 Grad nach hinten klappen. (Bild: netzwelt)

Ein Ausstattungshighlight ist die externe Nvidia-Grafik. Medion verbaut mit der GeForce GT 745M eine Mittelklasse-GPU mit einem eigenen Speicher von zwei Gigabyte. Im Widerspruch dazu steht jedoch die Display-Auflösung mit 1.366 x 768 Pixeln - unterdurchschnittlich.

Verarbeitung

Das Rezensionsexemplar ist gut verarbeitet, wirkt aufgeklappt aber etwas grobschlächtig. Dies liegt etwa an der großen Lücke, die zwischen Display und Tastatur klafft. Und auch die Scharniere sind nicht so elegant ausgeführt wie beispielsweise beim exzellent verarbeiteten Lenovo Yoga 2 Pro. So blicken Käufer des Medion-Convertibles auf offen liegende Kabel, die netzwelt zwischen Akku und Display-Scharnieren entdeckte.

Das Gehäuse besteht zu sehr großen Teilen aus Kunststoff. Mit einem Gewicht von 2.647 Gramm gehört das Testgerät in die Kategorie der Desktop-Replacements und dürfte nur selten transportiert werden. Dennoch ist es gut zu wissen, dass die Kunststoffoberflächen weitestgehend kratzfrei bleiben, auch wenn sie in Kontakt mit spitzen Gegenständen kommen.

Display

Streng genommen ist das Medion The Touch 300 kein Convertible. Das Display lässt sich nicht drehen oder komplett für den Tablet-Betrieb um 360 Grad auf die Tastaturrückseite klappen, sondern eben nur um 300 Grad. Dies ermöglicht neben dem klassischen Notebook-Betrieb nur noch einen weiteren Modus. Die Tastatur liegt dann umgedreht auf der Tischplatte, und der Nutzer hat nur den Touchscreen vor sich. Praktischerweise verbaut Medion neben einer Windows-Taste auch eine Lautstärkewippe an der Display-Front. Die Druckpunkte sind recht unpräzise.

Dick und schwer: Für den mobilen Einsatz ist das Notebook nicht ausgelegt.

Erwartungsgemäß resultiert die geringe Auflösung auf der über 15 Zoll großen Fläche in einer streckenweise pixeligen Darstellung. So wirkt etwa das Lupen-Symbol in der CharmBar von Windows 8 grobkörnig, bei Schrift und Linien kommt es zum Treppeneffekt. Dies ist nicht perfekt, aber im Alltag nicht so störend wie die horizontale Blickwinkelabhängigkeit des Panels. Blickt man aus ungünstigen Winkeln auf die Anzeige, verdunkelt sich der Inhalt. Vertikal treten ebenfalls Farbumkehrungen auf, allerdings erst, wenn der Nutzer aus praxisfernen Winkeln auf den Touchscreen blickt.

Auf Eingaben - auch von mehreren Fingern gleichzeitig - reagierte das Medion-Notebook während des Testzeitraums stets zuverlässig. Das Nachwippen des Touchscreens hält sich ebenfalls in erträglichen Grenzen. Dafür spiegelt das Display dermaßen stark, dass, abgesehen vom hohen Gewicht, an einen Außeneinsatz nicht zu denken ist.

Eingabegeräte

Der Tastatur fehlt eine Hintergrundbeleuchtung. Den großzügig bemessenen Platz im Innenraum nutzt Medion dafür für einen separaten Nummernblock aus. Generell lässt es sich mit der Tastatur gut leben. Der Druckpunkt fällt knackig präzise aus, der Hub ist verhältnismäßig kurz. Großzügig bemessene Pfeiltasten kommen Gelegenheitsspielern entgegen. Positiv: Der bei anderen Notebooks oft kritische Mittelbereich der Tastatur lässt sich auch mit Kraft nicht eindrücken.

Das Trackpad mit einer Diagonale von 11,5 Zentimetern reagiert auf Eingaben von mehreren Fingern gleichzeitig (Multitouch). Dies ist zum Beispiel beim Blättern in Listen praktisch. Im Test fiel die Eingabehilfe nicht negativ auf, obwohl der Druckpunkt etwas schwammig ist.

Leistung

Im Alltag ist der Hardware-Mix aus Intel Core i5, HDD mit SSD-Anteil und Nvidia-Grafik den meisten Aufgaben und auch Spielen mühelos gewachsen.

Nach einem kompletten Kaltstart vergehen 17 Sekunden, bis der Convertible von Medion wieder auf Eingaben reagiert. Nach einem Warmstart ist das System umgehend einsatzbereit. Selbst aktuellere Spiele sind kein Problem, sofern man es bei den Detail-Einstellungen nicht übertreibt. An die Spieleleistung dieses Medion Erazer-Modells kommt "The Touch 300" aber natürlich nicht heran.

Testweise installierte netzwelt das Benchmark-Programm Cinebench R15. Erwartungsgemäß erzielt die Testkonfiguration vor allem im OpenGL-Test leicht überdurchschnittliche Werte: 55,46 Bildwiederholungen in der Sekunde. Nach Abschluss des CPU-Tests (Multi-Core) standen 229 Punkte auf der Uhr. Der Single-Core CPU-Test liefert ein Ergebnis von 93 Punkten.

Positives gibt es auch über die Akkulaufzeit zu berichten. Im Praxiseinsatz waren im Schnitt Laufzeiten von knapp über sechs Stunden möglich. (Energiesparprofil "Ausgeglichen", Bildschirmhelligkeit auf 75 Prozent, Mix aus Surfen, Videowiedergabe und Büroarbeiten). Für einen 15-Zöller ein guter Wert.

Software

Auf dem Testgerät ist Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows 8.1 installiert. Leider findet sich ab Werk auch ein Schwung sogenannter Bloatware auf dem Mobilrechner. Dazu gehören zum einen Programm-Shortcuts, etwa zu eBay, aber auch Apps von Ashampoo wie AppLauncher sowie jede Menge mehr oder weniger sinnlose Medion-Programme.

Multimedia

Im normalen Betrieb verhält sich das Medion-Notebook angenehm ruhig. Ab und zu deutet die Festplattenmechanik auf den aktiven Betrieb hin. Den Lüfter bemerken Medion-Besitzer allenfalls unter Volllast. Im Normalbertrieb, etwa beim Surfen im Internet oder beim Verfassen von Texten, ist er oft inaktiv.

Die Dolby-optimierten Lautsprecher strahlen im Normalbetrieb nach unten in Richtung Tischplatte ab. Klappt man den Touchscreen komplett nach hinten und nutzt das Akoya im Multimedia-Modus, geben sie den Klang hingegen nach oben gerichtet ab. Nutzer nehmen die Klangqualität daher unterschiedlich wahr, je nachdem, wie der Convertible ausgerichtet ist. Kurioserweise klingen die recht kräftigen Lautsprecher subjektiv im klassischen Modus besser als im Multimedia-Modus.

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Namensgebend: Das Display des Medion The Touch 300 lässt sich um 300 Grad nach hinten klappen. (Bild: netzwelt)

Einen großen Convertible-Vergleichstest mit vielen Alternativen zum Testmodell finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

netzwelt
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Medion The Touch 300 (MD98549)
Vorteile
Nachteile


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Medion The Touch 300 (MD98549) wurde als Notebook abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Notebook, Aldi, Medion, Laptop, Convertible, Medion Akoya und Windows 8.1 .
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Im Test hinterlässt Medions The Touch 300 (MD 98549) einen guten Eindruck, was vor allem am guten Preis-Leistungs-Verhältnis des Convertibles liegt. An die Verwandlungsfähigkeiten eines Lenovo Yoga-Modells kommt es aber nicht heran. Und es sieht auch nicht so elegant aus.

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Medion The Touch 300 (MD 98549) im Test: Aldi-Convertible
Medion The Touch 300 (MD 98549) im Test: Aldi-Convertible
Medion hat mit dem Modell "The Touch 300" (MD 98549) eine Art Convertible im Programm. Der 15 Zoll große Touchscreen lässt sich um 300 Grad nach hinten klappen. Im Test gefällt das Konzept.
http://www.netzwelt.de/news/122331-medion-the-touch-300-md-98549-test-aldi-convertible.html
2014-03-05 16:40:26
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/medion-the-touch-300-mid-98549-produktbild-114728.png
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