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ZTE Grand S Flex im Test: 5-Zoll-LTE-Smartphone zum kleinen Preis
Solider Allrounder

von Jan Kluczniok
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Mit dem Grand S Flex präsentiert ZTE ein Smartphone, das für unter 300 Euro ein großes Display sowie LTE-Unterstüzung bietet. Die Hardware ist trotz des vergleichsweise niedrigen Preises sogar in einem ansehnlichen Polycarbonatgehäuse verpackt. Dafür müssen Nutzer an anderer Stelle Abstriche machen. Wo, verrät der ausführliche Test des ZTE Grand S Flex.

Das ZTE Grand S Flex bietet ein fünf Zoll großes Display und LTE-Unterstützung zu einem vergleichsweise niedrigen Preis.

Design und Verarbeitung

Im Preissegment von unter 300 Euro finden Nutzer selten Geräte mit einem markanten Design. Das ZTE Grand S Flex setzt sich hier wohlwollend aus der Masse an schwarzen 08/15-Smartphones mit Klavierlackoptik ab. ZTE hat die Hardware in einem matt-weißen Polycarbonatgehäuse verpackt, das anders als viele Konkurrenten weder kitschig ist noch sich "billig" anfühlt, wozu sicherlich auch das im Vergleich höhere Gewicht von 145 Gramm beiträgt. Fingerabdrücke sind zudem auf der matten Rückseite nicht so deutlich zu erkennen wie bei Geräten mit "Glossy-Finish".

Display und Gehäuse gehen nicht nahtlos ineinander über. Der Bildschirm steht etwas hervor, sodass sich eine das Design des Smartphones prägende Kante ergibt. Diese ist nicht die einzige Designauffälligkeit beim Flex. Auf der Rückseite weist das Gerät ein schwarzes Rechteck um die Kameralinse auf. Mit 8,5 Millimetern ist das Smartphone für ein 250-Euro-Gerät bemerkenswert dünn.

Hardware

Im Inneren des ZTE Grand S Flex werkelt ein Qualcomm Snapdragon S4 Plus-Prozessor. Der Dual-Core-Chip taktet dabei mit 1,2 Gigahertz. Ihm zur Seite steht ein Gigabyte Arbeitsspeicher. Der Chipsatz treibt unter anderem auch das HTC One SV oder das Samsung Galaxy Ace 3 an und lieferte hier eine akzeptable Leistung.

Aufgrund des größeren und höher auflösenden Bildschirms beim Grand S Flex muss der Prozessor jedoch mehr Pixel berechnen, was sich negativ bemerkbar macht. Das System "laggt" häufiger. Es kommt etwa zu kürzeren Verzögerungen, wenn der Nutzer vom App Drawer auf den Startbildschirm wechselt. Die Rechenpower reicht zwar für Alltagsaufgaben noch vollkommen aus, und selbst anspruchsvolle Games wie FIFA 14 oder Asphalt 8 waren im Test auf dem ZTE Grand S Flex noch spielbar. Allerdings "ruckelt" und "zuckelt" es auch hier das ein oder andere Mal. Von einer flüssigen Performance kann man nicht sprechen.

Überzeugen kann dagegen der verbaute Bildschirm. Er misst in der Diagonale fünf Zoll und löst mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Der Bildschirm ist ausreichend hell und scharf und bietet große Blickwinkel. Farben wirken natürlich, lediglich weiße Flächen erscheinen eher gräulich. Der interne Speicher misst 16 Gigabyte, er kann nicht erweitert werden. Dem Nutzer stehen im Werkszustand davon knapp zwölf Gigabyte zur Verfügung. Interessant: Trotz des vergleichsweise geringen Preises unterstützt das Grand S Flex bereits den neuen Mobilfunkstandard LTE.

  • Die Kamera auf der Rückseite löst mit acht Megapixeln auf. (Bild: netzwelt)
  • Der Bildschirm des ZTE Grand S Flex misst in der Diagonale fünf Zoll. (Bild: netzwelt)
  • Das Grand S Flex verwendet eine Micro-SIM-Karte. (Bild: netzwelt)
  • An der Oberseite weist das Grand S Flex lediglich ein Mikrofon auf. (Bild: netzwelt)
  • An der linken Seite verfügt das Grand S Flex über Tasten zur Regelung der Lautstärke. (Bild: netzwelt)
  • An der Oberseite weist das Grand S Flex einen Kopfhöreranschluss auf. (Bild: netzwelt)
  • Zwischen Display und Gehäuse gibt es eine Kante. (Bild: netzwelt)
  • Der Lautsprecher befindet sich auf der Rückseite. (Bild: netzwelt)

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Grand S Flex weist im Test eine durchschnittliche Sprachqualität auf. Die Gesprächspartner und die eigene Stimme klingen sehr künstlich, Nebengeräusche werden trotz zusätzlicher Mikrofone nicht gefiltert. Ihr Gesprächspartner bekommt mit, ob Sie gerade bei Wind und Regen auf den Bus warten oder zu Hause sind. Der Lautsprecher ist für den Freisprechmodus zudem viel zu leise. Über verpasste Anrufe informiert eine gut sichtbare Status-LED links neben dem ZTE-Logo auf der Frontseite des Smartphones.

Der Akku des ZTE Grand S Flex ist fest verbaut und kann nicht gewechselt werden. Er bietet eine Kapazität von 2.300 Milliamperestunden. Mit einer Akkuladung sollten Nutzer locker durch den Tag kommen. Wer das Smartphone nicht übermäßig nutzt, hat noch Reserven für einen weiteren Tag. Leider liegen netzwelt keine Werte zur Strahlung des ZTE Grand S Flex vor.

Multimedia

Für Foto- und Videoaufnahmen stehen auf der Frontseite eine 1-Megapixel-Kamera und auf der Rückseite eine 8-Megapixel-Kamera bereit. Videos zeichnet die Frontkamera mit 720p auf, die Hauptkamera auf der Rückseite schafft sogar Aufnahmen in Full HD. Die Aufnahmen sind - ausreichend Licht vorausgesetzt - durchaus brauchbar, leiden jedoch unter Detailarmut und fallen dunkel aus, die Kamera belichtet unter.

  • Das ZTE Grand S Flex liefert brauchbare Schnappschüsse. (Bild: netzwelt)
  • Die Aufnahmen weisen jedoch wenig Details auf. (Bild: netzwelt)
  • Die Farbdarstellung fällt zudem etwas dunkel aus. (Bild: netzwelt)
  • Maximal löst die hintere Kamera mit acht Megapixeln auf. (Bild: netzwelt)

Gleiches gilt für die Videoaufnahmen, die Hauptkamera zieht zudem beim Schwenken nach. Einen Eindruck von der Qualität der Clips vermittelt das folgende YouTube-Video.

In Sachen Audioqualität bietet das ZTE Grand S Flex ein für den Preis erwartbares Erlebnis. Der Lautsprecher erreicht auf voller Lautstärke knapp 82 Dezibel und ist damit auch zur Hintergrundbeschallung mit Musik geeignet. Leider ist der Klang jedoch nicht klar, Musik klingt aus dem Grand S Flex stets etwas gedämpft und kratzig. Über Kopfhörer ist der Sound natürlich besser, aber kann nicht mit höherpreisigen MP3-Playern mithalten. Hat der Nutzer Ohrstöpsel an das Grand S Flex gestöpselt, kann er auch UKW-Radiopgramme empfangen und diese auch über den Lautsprecher wiedergeben und sogar aufzeichnen.

Software

Als Betriebssystem kommt auf dem ZTE Grand S Flex Googles Android zum Einsatz - allerdings in der nun fast zwei Jahre alten Version 4.1 Jelly Bean. Zu einem Update auf eine neuere Version liegen netzwelt keine Informationen vor. ZTE hat das Android-System mit einer eigenen Nutzeroberfläche überzogen. Sie hört auf den Namen Mi Favour - erinnert optisch jedoch leider an selige Android 2.3-Zeiten.

Optik ist zwar nicht alles, aber auch funktionell hat die Mi Favour-Oberfläche wenig zu bieten. Kernelement ist das sogenannte Mi Easy-Access-Element auf dem Sperrbildschirm. Der Nutzer kann über dieses schnell auf sechs seiner Lieblings-Apps zugreifen. Dazu muss er einmal über das Schloss wischen und dann die gewünschte App antippen. Um das Gerät einfach zu entsperren, muss er den Finger nur etwas länger auf das Schloss-Symbol pressen. Das ist ungewohnt. Schließlich haben sich Nutzer an die "Slide to Unlock"-Geste bei Touchscreen-Geräten gewöhnt, nun ist umdenken angesagt. Noch dazu ist Mi Easy-Access unsicher, da sich die Entsperrmethode nicht mit einem Muster oder PIN gegen unbefugte Zugriffe schützen lässt.

  • Kernstück der Nutzeroberfläche des ZTE Grand S Flex ist dieses Mi Easy-Access-Element auf dem Sperrbildschirm. (Bild: Screenshot ZTE Grand S FleX)
  • Über das Element hat der Nutzer schnellen Zugriff auf bis zu sechs Apps. (Bild: netzwelt)
  • Die Nutzeroberfläche wirkt bunt und verspielt. (Bild: Screenshot ZTE Grand S Flex)
  • Mi Pop ist ein Element, das die Einhandbedienung des ZTE Grand S Flex erleichtern soll. (Bild: Screenshot ZTE Grand S Flex)
  • Es blendet die Android-Schaltflächen als virtuelle Bedienelemente ein. (Bild: Screenshot ZTE Grand S Flex)

Was hat die Mi Favour-Oberfläche abseits von Easy-Acess zu bieten? Um ehrlich zu sein: nicht viel - mit "Mi Pop" können Sie sich die Android-Schaltflächen als verschiebbares, schwebendes, virtuelles Bedienelement anzeigen lassen. Dadurch soll die Einhandbedienung des Geräts erleichtert werden. Der fliegende Button kann aber auch schnell stören - etwa wenn er bei Spielen andere Bedienelemente verdeckt. Ansonsten finden Sie eine Reihe vorinstallierter Apps wie etwa einen Dateimanager oder das Kingsoft Office-Paket. Wer lieber darauf verzichtet, kann die Programme problemlos deinstallieren.

Aktuelle Preise
Shop Preis Bewertung
Neu ab 299,00 €
Keine Bewertung
netzwelt
6.2
ZTE Grand S Flex
Vorteile
  • LTE
  • schickes Design
  • solide verarbeitet
Nachteile
  • System läuft nicht immer flüssig
  • Nutzeroberfläche ohne Mehrwert
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Veraltetes Android

Schicker Allrounder

ZTE liefert mit dem Grand S Flex einen schicken Allrounder zum fairen Preis, der darüber hinaus den neuen Mobilfunkstandard LTE unterstützt. Der Gesamteindruck wird jedoch durch die holprige Performance getrübt.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
1
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8
9
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Design und Verarbeitung
7
Ausstattung und Bedienung
7
Sprachqualität
5
Akkulaufzeit
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Multimedia
6
Einsortierung
ZTE Grand S Flex von ZTE wurde als Smartphone abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten Smartphones bis 200 Euro. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Smartphone, ZTE, Android 4.1 Jelly Bean und ZTE Grand S Flex .
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