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Lenovo ThinkPad T440 im Test: Business-Notebook mit mattem Display
Robust, entspiegelt, leistungsfähig

von Michael Knott
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Business-Notebooks versprechen ein robustes Gehäuse, lange Akkulaufzeiten, matte Displays und spezielle Sicherheitsmerkmale. Eigenschaften, die auch Privatnutzer zu schätzen wissen. Und in dieser Gattung ist die Lenovo ThinkPad-Reihe fast schon legendär. Netzwelt testet das seit Ende 2013 erhältliche ThinkPad T440 (20B7) mit starker Intel Core i7-Konfiguration.

Die ursprünglich von IBM ins Leben gerufene und später von Lenovo aufgekaufte ThinkPad-Reihe genießt einen mehr als guten Ruf. Und das obwohl oder gerade weil die Geräte streckenweise ein paar Eigenheiten, wie zum Beispiel den markant roten TrackPoint, aufweisen.

Da viele Menschen eventuell bereits beruflich Kontakt zur T-Serie hatten, folgen kurz ein paar wesentliche Änderungen, die Lenovo ins Testgerät hat einfließen lassen:

  • das ThinkPad ist nicht mehr völlig schwarz, sondern in einem Grauton lackiert
  • die Tastatur besteht nun aus sechs statt sieben Reihen
  • die Zusatztasten des TrackPoints (Steuerungsstick auf der Tastatur) sind nun im Trackpad integriert
  • einige Sondertasten fallen weg

Lenovo sieht das T440 als robustes und zuverlässiges Ultrabook für den täglichen Einsatz. Die Preise beginnen im hauseigenen Konfigurator bei knapp 930 Euro.

Die 1.000-Euro-Marke überschreitet das netzwelt zur Verfügung stehende Rezensionsexemplar mühelos, obwohl optionale Ausstattungsdetails wie Fingerabdrucksensor nicht verbaut sind. Im Inneren des 14-Zöllers steckt ein Intel Core i7 4600U-Prozessor mit einer Taktrate von bis zu 3,3 Gigahertz im Turbomodus. Hinzu kommen insgesamt acht Gigabyte Arbeitsspeicher (vier Gigabyte onboard), entspiegeltes Display, beleuchtete Tastatur, jede Menge Anschlüsse und gleich zwei Akkus. Ein Akku ist fest verbaut und lässt sich nicht wechseln.

  • Business-Legende: sagenhaft gute Tastatur, matter Bildschirm, wechselbarer Akku - im Test hinterlässt das ThinkPad T440 einen guten Eindruck. (Bild: netzwelt)
  • Das Gehäuse ist robust verarbeitet, auffällige Spaltmaße finden sich keine. (Bild: netzwelt)
  • Der Notebook-Deckel ist unanfällig gegenüber Kratzern. (Bild: netzwelt)
  • Eine der besten Tastaturen überhaupt steckt im ThinkPad T440. (Bild: netzwelt)
  • Teil der Legende: der markant rote TrackPoint. (Bild: netzwelt)
  • Im Betrieb ist der Lüfter sehr leise. Unter Volllast dreht er mäßig auf. (Bild: netzwelt)
  • Besonderheit: Neben einem fest verbauten gibt es auch einen wechselbaren Akku. Dieser lässt sich im Lenovo-Konfigurator mit unterschiedlichen Kapazitäten ordern. (Bild: netzwelt)
  • Das entspiegelte Display erlaubt auch das Ablesen von Inhalten im Freien. (Bild: netzwelt)

Der andere Akku befindet sich im hinteren Gehäuseteil, unterhalb des Displays. Er ist HotSwap-fähig, kann also während des laufenden Betriebs vom Nutzer gewechselt werden. Lenovo bietet als Zubehör Akkus mit verschieden hoher Kapazität. Im Testgerät von netzwelt steckt ein Exemplar mit drei Zellen.

Technische Daten

  • entspiegeltes 14-Zoll-Display (1.366 x 768)
  • Intel Core i7 4600U (vPro)
  • integrierte Intel-Grafik HD 4400
  • Intel Lynx Point-LP-Chipsatz
  • HDD mit 500 Gigabyte (Sata 3, 7.200 RPM)
  • Ericson N5321 WWAN
  • Intel Wireless-N und Bluetooth 4.0
  • Gigabit Ethernet-Anschluss
  • 2 USB 3.0-Schnittstellen
  • VGA-Ausgang
  • Mini-Displayport
  • Kartenleser 4-in-1
  • SmartCard-Reader
  • Intel AMT
  • Windows 8 Pro 64 Bit
  • kein optisches Laufwerk

Verarbeitung: So fühlt es sich an

Nach Ultrabook-Maßstäben fühlt sich dieses ThinkPad schwer und etwas sperrig an. Die Testkonfiguration bringt 1.770 Gramm auf die geeichte Redaktionswaage. Das Netzteil fällt dafür erfreulich kompakt und mit einem gemessenen Gewicht von 306 Gramm auch nicht zu schwer aus.

Das Gehäuse ist komplett in einem Grauton gehalten, der bei Sonnenlichteinstrahlung effektvoll glitzert. Die Oberfläche fühlt sich leicht samtig an. Der Kratztest von netzwelt hinterlässt feine Abdrücke, die sich jedoch mit etwas Mühe wieder komplett entfernen lassen. Das tägliche Verstauen in einer Tasche oder im Rucksack sollte dem ThinkPad daher auf Dauer nicht allzu sehr zusetzen. Beim beherzten Druck auf den Deckel gibt dieser wenig, aber unkritisch nach. Auch mit erhöhtem Kraftaufwand lässt sich das Notebook nicht verwinden.

Eine der besten Tastaturen überhaupt steckt in diesem ThinkPad. Die Hintergrundbeleuchtung erfolgt in zwei Stufen per LED.

Klappt man den Deckel des Lenovo-Geräts auf, kommt der tiefschwarze Innenraum zum Vorschein. Auch hier gibt es keine auffälligen Spaltmaße oder sonstige Verarbeitungsschnitzer. Ins Auge fällt natürlich der markant rote TrackPoint samt farblich passenden Trackpad-Tasten. Dazu später unter dem Punkt "Eingabegeräte" mehr. Insgesamt steht die Verarbeitung des ThinkPad T440 der des ThinkPad X1 Carbon in nichts nach - ein großes Lob. Nettes Ausstattungsdetail: Der rote Punkt im ThinkPad-Logo auf dem Deckel pulsiert im Standby-Betrieb.

Display: Entspiegelt, aber wenig Pixel

Eine Auflösung von 1.366 x 768, verteilt auf einer Bildschirmdiagonalen von 14 Zoll ist unter heutigen Gesichtpunkten für viele Nutzer nicht mehr zeitgemäß. Auf dem Lenovo-Testgerät hat dies zur Folge, dass etwa Programm-Icons auf dem Desktop etwas verpixelt sind. Bei der Darstellung von Schrift kommt es streckenweise zum Treppeneffekt. Wer höhere Auflösungen gewohnt ist, wird sich eventuell auch über die geringe Anzeigefläche aufgrund der großen Schaltflächen ärgern.

Dafür bietet das Testgerät ein seltenes, da entspiegeltes Display. Der matte Bildschirm lässt sich auch unter direkter Sonnenlichteinstrahlung bei maximaler Helligkeit oft noch gut ablesen. Und auch die Bürolampen spiegeln sich nicht so stark.

Gut: Das Display lässt sich bis zu 180 Grad weit aufklappen, sodass es bei Bedarf auf dem Schreibtisch aufliegt. Beim Kippen der Anzeige invertieren leider die Farben ein wenig. Blickt man seitlich auf das Display, kommt es hingegen nicht zu Farbverfälschungen. Gegen Aufpreis liefert Lenovo auch einen Touchscreen, den netzwelt beim Testgerät jedoch nicht vermisst hat.

Eingabegeräte: Eine der weltweit besten Tastaturen

Der sogenannte TrackPoint ist seit jeher ein Markenzeichen der ThinkPads. Dabei handelt es sich um einen roten Mini-Joystick mit Gummiüberzug, der zur Steuerung des Mauszeigers verwendet werden kann. Er sitzt zwischen den Buchstaben "H", "G" und "B". Mit ein wenig Übung lässt sich der Cursor damit erstaunlich präzise steuern.

Gegenüber älteren Modellen der Reihe und auch gegenüber dem besonders edlen X1 Carbon streicht Lenovo beim T440 jedoch die vormals separaten Tasten des Trackpoints. Diese finden sich nun in Form von zwei roten Markierungen auf dem Trackpad. Nach einer Eingewöhnungszeit konnte sich der Autor damit arrangieren. Doch mit dem Wegfall der drei separaten Tasten können sich sicherlich nicht alle ThinkPad-Fans anfreunden.

Egal welchen Standard man ansetzt - die ThinkPad T440-Tastatur gehört mit zum Besten, was jemals in einem tragbaren Computer verbaut wurde. Das beginnt bei der Drainage, die Flüssigkeit, etwa wenn die berühmte Kaffeetasse über dem Laptop verschüttet wird, über spezielle Auslässe im ThinkPad-Boden ableitet. Wir haben auf den Test verzichtet, gehen aber davon aus, dass dies effektiv funktioniert.

Die meisten der insgesamt 85 Tasten sind leicht gewölbt, sodass die Fingerkuppen darauf zusätzlichen Halt finden. Der Hub fällt sogar noch ein wenig tiefer als beim X1 Carbon aus. Beim Schreiben hat man fast das Gefühl, an einer modernen, optimal ausgerichteten Schreibmaschine zu sitzen.

Mithilfe des markant roten TrackPoints lässt sich der Mauszeiger präzise steuern - nach einer Eingewöhnungszeit.

Das bekannte "ThinkLight" gibt es zwar nicht mehr, stattdessen sind die Tasten des T440 zweistufig per LED hintergrundbeleuchtet. Die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig, was eine gute Nutzbarkeit im Dunkeln garantiert. Ebenfalls praktisch: In der oberen Tastaturreihe finden sich einige (Windows 8-)Sondertasten. Während des Testzeitraumes wurden die Extratasten zur Suche und zum Anzeigen aller installierten Apps besonders häufig verwendet.

Die Meinungen zum Trackpad mit einer Diagonale von 12,5 Zentimetern gehen weit auseinander, auch innerhalb der netzwelt-Redaktion. Grund ist der extrem lange Hub des Mausersatzes - das Trackpad lässt sich etwa doppelt so tief in das Gehäuse drücken, wie beim Standard-Ultrabook. Noch dazu "scheppert" die multitouchfähige Fläche. Eine geräuschlose Betätigung ist nahezu unmöglich.

Leistung: Klassische HDD bremst

Die Testkonfiguration ist für anfallende Office-Aufgaben bestens bestückt. Programme öffnen sich zügig, der Wunsch nach mehr Leistung kommt nicht auf. Nach einem kompletten Kaltstart vergehen im Schnitt 25 Sekunden, bis das Lenovo ThinkPad T440 wieder auf Nutzereingaben reagiert - kein guter Wert. Wer hier mehr Geschwindigkeit herausholen möchte, wählt im Lenovo-Konfigurator anstelle der in unserem Testgerät verbauten HDD eine SSD. Aus dem Standby-Betrieb erwacht das Ultrabook umgehend.

Der Leistungsindex unter Windows 8 beurteilt die Testkonfiguration mit 5,9 Punkten. Niedrigste Teilbewertung und damit limitierender Faktor ist erwartungsgemäß die primäre Festplatte mit 5,9 Punkten. Die übrigen Werte liegen deutlich darüber. So erhalten die CPU 7,2 Punkte, der RAM 7,6 Punkte, die Desktopgrafikleistung und die Spielegrafik jeweils 6,5 Punkte.

Testweise installierten wir das Benchmarkprogramm Cinebench R15. Im OpenGL-Test erzielte das Testgerät hier 17,27 Bildwiederholungen in der Sekunde. Nach Abschluss des CPU-Testes standen gute 263 CB-Punkte auf der Uhr. Beim Testgerät sind zwei Akkus mit jeweils drei Zellen verbaut.

Den hinteren Akku können Nutzer selbst austauschen, sogar während das ThinkPad angeschaltet ist (HotSwap). Mit dieser Konfiguration erreichte netzwelt im Durchschnitt Laufzeiten von knapp sechs Stunden. Angesicht der stromsparenden Haswell-Plattform ist dieser Wert enttäuschend. Sagenhafte 17 Stunden Laufzeit verspricht Lenovo beim Einsatz des optionalen Sechs-Zellen-Akkus. Dieser ragt jedoch über das Gehäuse hinaus.

Multimedia: Erstaunlich gute Lautsprecher

Klar ist das Lenovo ThinkPad T440 in erster Linie ein Arbeitsgerät - doch natürlich weigert es sich nicht gegen das Abspielen von Filmen. Die vergleichsweise niedrige Bildschirmauflösung fällt hierbei nicht ganz so stark auf. Positiv machen die großzügig bemessenen Stereo-Lautsprecher auf der Unterseite auf sich aufmerksam. Sie klingen überaus kräftig und gar nicht mal schlecht - subjektiv sogar besser, als dies bei manch einem ausgewiesenen Multimedia-Notebook der Fall ist.

Einen sehr guten Eindruck hinterlassen auch die eingebauten Mikrofone und die Webcam. Bei einem testweise durchgeführten Videotelefonat über Skype hatte der Gesprächspartner nichts zu beanstanden. Auch mit verhältnismäßig wenig Umgebungslicht kam die Webcam klar.

Zubehör

Die T-Reihen von Lenovo lassen sich mit vielfältigem Zubehör erweitern und optimieren. Besonders interessant sind hier die vom Hersteller angebotenen Dockingstationen (Portreplikatoren). Das Testgerät hat an der Unterseite eine entsprechende Schnittstelle und lässt sich so etwa im Büro auf die Dockingstation setzen. Das tägliche Verkabeln mit einem externen Monitor, Ethernet und Netzteil entfällt dann.

  • Business-Legende: sagenhaft gute Tastatur, matter Bildschirm, wechselbarer Akku - im Test hinterlässt das ThinkPad T440 einen guten Eindruck. (Bild: netzwelt)
  • Das Gehäuse ist robust verarbeitet, auffällige Spaltmaße finden sich keine. (Bild: netzwelt)
  • Der Notebook-Deckel ist unanfällig gegenüber Kratzern. (Bild: netzwelt)
  • Eine der besten Tastaturen überhaupt steckt im ThinkPad T440. (Bild: netzwelt)
  • Teil der Legende: der markant rote TrackPoint. (Bild: netzwelt)
  • Im Betrieb ist der Lüfter sehr leise. Unter Volllast dreht er mäßig auf. (Bild: netzwelt)
  • Besonderheit: Neben einem fest verbauten gibt es auch einen wechselbaren Akku. Dieser lässt sich im Lenovo-Konfigurator mit unterschiedlichen Kapazitäten ordern. (Bild: netzwelt)
  • Das entspiegelte Display erlaubt auch das Ablesen von Inhalten im Freien. (Bild: netzwelt)

Davon unabhängig bietet der chinesische Hersteller Garantie-Erweiterungen und spezielle Serviceverträge an.

Alternativen zum getesteten ThinkPad sowie weitere Neuigkeiten rund um das Thema Ultrabook finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

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netzwelt
7.0
Lenovo ThinkPad T440
Vorteile
  • Eingabegeräte
  • Wechselakku
  • robust
  • mattes Display
Nachteile
  • Preis/Leistung
  • Auflösung

Mit ganz eigenem Charme

Dieser Mobilcomputer hat seinen ganz eigenen Charme. Trotz moderner Komponenten und dem Ultrabook-Standard erinnert das ThinkPad T440 im positiven Sinne an einen Laptop alter Schule. Es ist robust, leistungsfähig und bietet massig Anschluss- und Konfigurationsmöglichkeiten. Pluspunkte sammelt das Testgerät durch den wechselbaren Zusatzakku und das entspiegelte Display. Letzteres könnte im Falle des Testgerätes jedoch mehr Bildpunkte aufweisen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Testgeräts ist befriedigend.


Einzelergebnisse
Bereits bei der Auswahl eines Notebooks, Laptops oder Ultrabooks versuchen wir, die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer zu berücksichtigen. Über welches Modell wird gerade im Netz besonders eifrig diskutiert? Wo gibt es gerade ein besonders interessantes Sonderangebot? Zudem greifen wir immer wieder Testanregungen von Nutzern auf, die wir per Leserbrief, über die Sozialen Netzwerke oder über das netzwelt-Forum erhalten. Hier erfahren Sie, wie wir Notebooks testen.
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Einsortierung
Lenovo ThinkPad T440 von Lenovo wurde als Notebook abgelegt. Das Produkt wurde in die Notebook-Bestenlisten Die besten Notebooks und Notebooks mit mattem Display aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Business, Testbericht, Notebook, Lenovo, Laptop, Lenovo Thinkpad und Ultrabook .
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