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Motorola Moto X im Test: 4,7-Zoll-Display kompakt verpackt
Hosentaschen-kompatibel

von Jan Kluczniok
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Das Motorola Moto X soll durch clevere Software-Tricks wie die Sprachsteuerung "Touchless Control" punkten. Statt für diese Gimmicks sammelt das Moto X im netzwelt-Test Pluspunkte in den Kernbereichen eines Mobilfunktelefons.

Design und Verarbeitung

Das Moto X sieht dem Moto G zum Verwechseln ähnlich, wirkt jedoch etwas schlanker und eleganter. Kein Wunder: Mit 5,7 Millimetern an der dünnsten Stelle ist das Moto X noch einen Tick dünner als das Moto G. Leider kann der Nutzer das Aussehen seines Moto X hierzulande nicht individuell gestalten, in Deutschland hat der Nutzer nur die Wahl zwischen den Farbvarianten Schwarz und Weiß.

Bemerkenswert: Trotz einer Bilddiagonale von 4,7 Zoll ist das Moto X äußerst kompakt. Mit 129,4 x 65,3 Millimetern ist es kleiner als das ebenfalls 4,7 Zoll große HTC One X+ und sogar kleiner als das Motorola Moto G, das nur ein 4,5 Zoll großes Display bietet. Dadurch liegt das Moto X nicht nur gut in der Hand, sondern lässt sich auch bequem in der Hosentasche transportieren. Möglich wird dies durch ein rahmenloses Display wie es bereits das Motorola Razr i bot.

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Der Karton ist schlicht in Weiß gehalten. (Bild: netzwelt)

Die Verarbeitung des Moto X ist wie vom US-Hersteller gewohnt tadellos. Das Gehäuse besteht zwar lediglich aus Kunststoff fühlt sich jedoch nicht günstig an. Die Rückseite besitzt eine matte, rutschfeste Oberfläche. Sie ist mit einer Musterung versehen, sodass Fingerabdrücke auf der Rückseite kaum zu sehen sind.

Hardware

Das Moto X bietet ein AMOLED-Display mit einer Bilddiagonale von 4,7 Zoll. Der Bildschirm löst mit 1.280 x 720 Pixeln auf und begeistert mit großen Blickwinkeln, einer scharfen und klaren Darstellung sowie AMOLED-typischen satten Farben. Allerdings wirken weiße Flächen stets etwas gräulich, was ebenfalls typisch für diese Art von Display-Technik ist.

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Der Bildschirm des Motorola Moto X misst in der Diagonale 4,7 Zoll. (Bild: netzwelt)

Als Prozessor fungiert ein Motorola X8 genanntes System. Es besteht aus einem 1,7 Gigahertz starken Dual-Core-Prozessor - namentlich Snapdragon S4 Pro. Diesem steht die Quad-Core-Grafikeinheit Adreno 320 zur Seite. Hinzu kommen zwei Spezialprozessoren für Sprach- und Bewegungserkennung. Dazu später mehr. Leistungstechnisch ist das Moto X kein Überflieger, sondern liegt in etwa auf dem Niveau des Galaxy S3. Im Alltag wird der Nutzer jedoch keinen Unterschied zu aktuellen Top-Smartphones bemerken. Selbst Spiele wie Asphalt 8 liefen auf dem Smartphone flüssig - auch mit höheren Grafikeinstellungen.

Der interne Speicher beträgt 16 Gigabyte, erweiterbar ist er nicht. Dem Nutzer bleiben davon ab Werk knapp 12 Gigabyte. LTE und NFC werden unterstützt.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Moto X ist ausgezeichnet, selbst in lauten Umgebungen sind Gesprächspartner klar und deutlich zu verstehen - klingen jedoch nicht natürlich. Ein Manko: Das Moto X benötigt zum Betrieb eine eher noch ungebräuchliche Nano-SIM-Karte. Kaufen Sie sich das Motorola-Smartphone ohne Vertrag, müssen Sie sich eine entsprechende SIM-Karte bei ihrem Provider besorgen. Dafür fallen in der Regel Umtauschgebühren an.

Das Motorola Moto X benötigt eine Nano-SIM-Karte.

Der Akku bietet eine Kapazität von 2.200 Milliamperestunden. Motorola verspricht bei Mischnutzung eine Laufzeit von bis zu 24 Stunden. Ein Wert, den der netzwelt-Test bestätigen kann. In der Regel sollten Nutzer anderthalb oder gar zwei Tage mit einer Akkuladung auskommen. Für eine Volladung benötigt das Moto X rund zwei Stunden.

Multimedia

Das Motorola Moto X bietet eine 10-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, die Frontkamera löst mit zwei Megapixeln auf. Beide Kameras sind in der Lage, Videos in Full HD aufzuzeichnen. Die Hauptkamera auf der Rückseite ist mit einer neuen Technologie namens Clear Pixel ausgestattet, durch diese soll mehr Licht zum Sensor durchdringen und so die Bildqualität bei Low-Light-Aufnahmen steigen.

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Das Motorola Moto X macht selbst bei schwachen Lichtverhältnissen noch brauchbare Fotos - auch ohne Blitz. (Bild: netzwelt)

Tatsächlich gelingen mit dem Moto X sowohl in der Dämmerung als auch bei guten Lichtverhältnissen brauchbare Fotos. Die Bildqualität ist deutlich besser als bei früheren Motorola-Smartphones. Allerdings fehlt es den meisten Aufnahmen an Detailtiefe. In die Spitzengruppe der Kamera-Smartphones schafft es das Moto X damit nicht ganz. Dazu bietet auch die Kamera-App zu wenige Einstellungsmöglichkeiten.

Die Kamera soll sich auch durch zweimaliges Schütteln direkt aktivieren lassen, im Test klappte dies jedoch nicht zuverlässig - und das obwohl Motorola extra einen Prozessor nur zur Erkennung dieser Bewegung in das Moto X integriert hat.

Der Lautsprecher ist zur Hintergrundbeschallung geeignet, der Sound ist aber vergleichsweise dünn. Mit angeschlossenen Kopfhörern liefert das Moto X die Klangqualität, die man von einem Smartphone in dieser Preisklasse erwarten kann. Der Empfang von UKW-Radioprogammen mit angeschlossenen Ohrstöpseln ist nicht möglich.

Software

Das Active-Display ist eine sinnvolle Software-Erweiterung.

Als Betriebssystem fungiert die neueste Android-Version 4.4 KitKat. Wie es mit Updates darüber hinaus aussieht, bleibt nach dem Verkauf von Motorola an Lenovo abzuwarten. Das Betriebssystem hat Motorola weitestgehend unberührt gelassen. Ein paar zusätzliche Software-Gimmicks hat der Hersteller aber doch integriert:

  • Touchless Control: Das Moto X besitzt einen speziellen Prozessor für die Sprachsteuerung. Mit dem Befehl "Okay. Google Now." kann der Nutzer das Smartphone aufwecken - selbst bei abgeschaltetem Display. Per Sprachbefehl lassen sich dann Suchanfragen an Google stellen, der Wetterbericht oder Sportergebnisse abrufen ebenso wie Apps öffnen oder Anrufe tätigen. Das klappte im Test mal mehr mal weniger. Gerade bei Hintergrundgeräuschen - wie etwa einem laufenden Fernseher oder Radio - hatte das Moto X Probleme, die Anfragen richtig zu interpretieren. Die Sprachsteuerung kann trainiert werden und soll dann nur auf die eigene Stimme reagieren, in der Praxis war es aber egal, wer in der Redaktion den magischen Satz "Okay. Google Now." sagte.
  • Active Display: Statt einer Status-LED besitzt das Moto X ein sogenanntes Active Display. Selbst bei abgeschaltetem Bildschirm zeigt dieses Uhrzeit oder eingehende Nachrichten an. Die Anzeige ist dabei äußerst stromsparend, da nur einzelne Pixel des Bildschirms beleuchtet werden. Im Test entpuppte sich die Funktion als äußerst praktisch.
  • Motorola Connect: Hierbei handelt es sich um eine Chrome-App. Mit ihr kann der Nutzer im Chrome-Browser SMS lesen und beantworten und sieht, wer ihn auf dem Moto X anruft - egal wo sich das Smartphone in der Wohnung befindet.
  • Motorola Assist: Mit Motorola Assist kann der Nutzer bestimmte Aktionen automatisieren lassen. So schaltet das Motorola Moto X etwa ab einer bestimmten Uhrzeit alle Klingeltöne ab, damit der Nutzer in Ruhe schlafen kann. Oder stellt sich bei einem Meeting automatisch auf lautlos - vorausgesetzt, das Meeting ist im Kalender eingetragen.
  • Motorola Migrieren: Mit diesem Tool kann der Nutzer Daten von seinem alten Smartphone auf das Moto X überspielen.

Alle vorgestellten Software-Funktionen kann der Nutzer verwenden, muss er aber nicht. In den Einstellungen kann er auf Wunsch etwa die Sprachsteuerung oder das Active Display komplett deaktivieren.

Aktuelle Preise
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Keine Bewertung
netzwelt
7.2
Motorola Moto X (2013)
Vorteile
  • Kompaktes Format trotz großem Display
  • gute Sprachqualität
Nachteile
  • Nano-SIM-Karte
  • Sprach- und Gestensteuerung funktioniert nur bedingt

solider Allrounder

Das Motorola Moto X ist ein solider Allrounder ohne größere Schwächen. Pluspunkt des Smartphones sind die kompakte Bauweise bei großer Bildiagonale und die gute Sprachqualität. Softwareseitig wusste im Test nur die Active Display-Funktion zu begeistern. Die übrigen Software-Funktionen wie etwa "Touchless Control" kommen nicht über den Status Gimmick hinaus.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
7
Ausstattung und Bedienung
7
Sprachqualität
8
Akkulaufzeit
7
Multimedia
7
Einsortierung
Motorola Moto X (2013) von Motorola wurde als Smartphone abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten Smartphones 2014". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Google, Motorola, Smartphone, Motorola Moto X (2013) und Android 4.4 KitKat .
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Motorola Moto X im Test: 4,7-Zoll-Display kompakt verpackt
Motorola Moto X im Test: 4,7-Zoll-Display kompakt verpackt
Gute Sprachqualität und kompaktes Format trotz üppiger Bilddiagonale - das Motorola Moto X hat seine Stärken vor allem in den Kernbereichen eines Mobiltelefons.
http://www.netzwelt.de/news/120031-motorola-moto-x-test-4-7-zoll-display-kompakt-verpackt.html
2014-02-18 18:11:14
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/motorola-moto-x-produktbild-114439.png
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