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Toshiba Satellite W30DT-A-100 im Test: Convertible mit Tastaturdock
Doppelter Akku, schwacher Prozessor

von Michael Knott
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Der Toshiba-Convertible-PC Satellite W30DT-A-100 kann mit massig Festplattenplatz und doppeltem Akku punkten. Doch im Test macht der über zwei Kilogramm schweren Kombination aus Tablet und Tastaturdock vor allem der schwache AMD-Chipsatz zu schaffen.

Das Toshiba Satellite W30DT-A-100 ist ein Hybrid-PC mit abnehmbarer Tastatur der schweren, aber auch robusten Art. Zudem bietet die Tablet-Einheit ein großes Display mit satten 13,3 Zoll sowie eine 500-Gigabyte-Festplatte. In der zugehörigen Dockingstation findet ein Zusatzakku Platz. Wie sich das Zwei-Kilogramm-System mit AMD-Chipsatz im Alltag schlägt, verrät der Test.

Gespaltene Persönlichkeit: Im Tablet verbaut Toshiba die große 500-Gigabyte-HDD, Akkus finden sich sowohl in der Tastatur als auch im Tablet.

"Alles geht nicht" - der oft dem Nachwuchs mit erzieherischem Hintergedanken geltende Spruch könnte auch auf Hersteller von Convertibles zutreffen. Meist legen sie bei ihren Geräten den Fokus auf eine besonders leichte Bauform, oder sie trimmen ihre Mischungen aus Notebook und Tablets auf Leistung. Toshiba entschied sich beim W30DT-A-100 offensichtlich für Letzteres. Denn immerhin stecken satte 500 Gigabyte Festplattenkapazität (HDD) und vier Gigabyte RAM im Testgerät.

Der Prozessor kann hier auf dem Papier jedoch schon nicht mehr ganz mithalten. AMDs Elite Mobility A4-1200-CPU dürfte es im Vergleich zu Prozessoren aus Intels Core i-Reihe schwer haben. Ähnliches gilt für die verbaute Grafik (AMD Radeon HD 8180). Das Display mit einer Diagonalen von 13,3 Zoll (33,8 Zentimeter) im 16:9-Format bietet eine nicht mehr ganz aktuelle Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln. Andere Convertibles bieten Anzeigen mit wesentlich mehr Bildpunkten.

Weitere Haken auf der Ausstattungsliste kann das Testgerät bei Webcam (0,9 Megapixel), Bluetooth 4.0 und WLAN (b/g/n) aufweisen. Anschlussseitig finden sich an der Tablet-Einheit ein microUSB-Port, ein microSD-Kartenleser, ein microHDMI-Ausgang sowie ein kombinierter Kopfhörer/Mikrofon-Ausgang. Am Tastaturdock kommt ein weiterer USB 3.0-Port hinzu.

Toshiba Satellite W30DT-A-100 im Test

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Doppelte Akkukraft, mieser Chipsatz: Für rechenintensive Aufgaben taugt der AMD-Prozessor nicht. (Bild: netzwelt)

Stromeingänge finden sich sowohl an der Tablet- als auch an der Tastatureinheit, da beide Einheiten über eingebaute Akkus verfügen. Laut Toshiba beträgt die Laufzeit im reinen Tablet-Betrieb bis zu 3 Stunden und 45 Minuten. Im Laptop-Modus, also mit angeschlossener Tastatur, soll die Laufzeit bis zu 6 Stunden und 45 Minuten betragen. Für die getestete Ausstattung mit ab Werk installiertem Windows 8.1 beträgt die unverbindliche Preisempfehlung 669 Euro.

Verarbeitung

Stolze 2.172 Gramm bringen Tablet und Tastatur zusammen auf die Redaktionswaage. 1.024 Gramm wiegt allein das mit einer Bildschirmdiagonalen von 13,3 Zoll nicht gerade kleine Tablet. Dessen Rückseite besteht aus robust ausgeführtem, gebürstetem Aluminium, das in den Händen einen sehr guten Eindruck hinterlässt und sich kaum eindrücken lässt. Mit einer Dicke von bis zu 1,3 Zentimetern will man die Tablet-Einheit - anders als etwa das iPad Air - aber nicht über Stunden in den Händen halten. Es finden sich keine auffälligen Spaltmaße am Duo.

Tastatur und Tablet finden über zwei Metallhaken im Dock zueinander. Im Alltag wird der Nutzer dazu verleitet, das Tablet mehr oder weniger blind in diese Aufnahme zu stecken. Das bleibt nicht folgenlos. Im Testzeitraum hinterließ diese Vorgehensweise feine Kratzer rund um die Aufnahmestellen am Tablet.

Sind Tablet und Tastatur erst einmal miteinander verbunden und per Schiebeschalter gesichert, ergibt sich eine stabile Gesamtkonstruktion, die gut ausbalanciert ist. Auf der Rückseite umschließt eine Führungsschiene den unteren Tablet-Rand, von vorn sieht das Duo fast wie ein herkömmliches Notebook aus.

Vorsicht: Vom "blinden" Andocken bleiben Kratzer zurück.

Display

Die insgesamt 1.049.088 Pixel verteilt auf 13,3 Zoll führen erwartungsgemäß nicht zu einer absolut scharfen Darstellung der Inhalte. Zwar kommt es nur sehr selten zum Treppeneffekt - gerade kleine Schrift kann aber verwaschen wirken. Dank des verbauten IPS-Panels fallen die Blickwinkel hoch aus. Selbst wenn der Nutzer aus spitzem Winkel auf den Toshiba-Touchscreen blickt, kommt es nicht zu Farbumkehrungen.

Die Ausleuchtung erfolgt gleichmäßig, aber nicht übermäßig hell. Unter freiem Himmel schafft es die Maximalhelligkeit nicht, auftretende Spiegelungen des Touchscreens auszugleichen. Auch der Kontrast könnte nach Geschmack von netzwelt höher ausfallen. Auf Berührung reagierte der Touchscreen im Testzeitraum stets zuverlässig. Nervig jedoch: Nach der Berührung mit dem Finger wippt der 13,3-Zöller eine Weile nach.

Leistung

Der verbaute AMD A4-1200-Prozessor verfügt über zwei Rechenkerne und taktet mit einem Gigahertz, die Grafik ist integriert. Die subjektive Arbeitsgeschwindigkeit ist streckenweise erschreckend langsam, vor allem wenn Programme im Hintergrund ausgeführt werden. Bei der Testinstallation des Sportspiels Asphalt 7: Heat ließ sich streckenweise die Charm Bar an der rechten Seite nur noch widerwillig öffnen - ein Alarmsignal.

Deaktiviert man sämtliche Hintergrundprozesse, steigt das Arbeitstempo merklich an, liegt aber dennoch nicht auf Augenhöhe mit vergleichbaren, jedoch oft auch wesentlich teureren Systemen. Entpacken einer ZIP-Datei, Videoschnitt oder Installation von Programmen: Wer das Toshiba Satellite W30DT-A-100 in erster Linie als Notebook-Ersatz sieht, ärgert sich im Alltag oft über mangelnde Leistung und den damit verbundenen Wartezeiten. Das gilt auch für die Startzeiten: Nach einem vollständigen Systemstart vergehen bis zu 25 Sekunden, bis das Convertible wieder auf Eingaben reagiert. Vor allem die im Tablet verbaute HDD bremst den Kaltstart aus.

Das subjektiv langsame Arbeitstempo bestätigen die Ergebnisse der Benchmark-Tools wie beispielsweise Cinebench R15. Im OpenGL-Test schafft das Satellite hier gerade einmal 5,90 Bildwiederholungen in der Sekunde. Nach Abschluss des CPU-Tests (Multicore) stehen 33 CB-Punkte auf der Uhr - das ist im Vergleich zu anderen Tablets und Notebooks sehr wenig.

An die Installation von grafikintensiven Spielen ist auf diesem Satellite-Modell nicht zu denken. Titel aus dem Windows Store wie Asphalt 7: Heat laufen hingegen überraschend flüssig - wenn sie laufen, im Test stürzte das Spiel mehrfach ab.

Besser ist es um die Akkulaufzeit bestellt. Wenn das Tablet im Dock steckt und beide Akkus aktiv sind, reicht die Kapazität sogar für eine Laufzeit von knapp über sieben Stunden aus (Energiesparprofil "Ausbalanciert", Bildschirmhelligkeit 75 Prozent, Mix aus Surfen, Schreiben und YouTube-Filmwiedergabe). Das Testgerät hält damit sogar länger als vom Hersteller versprochen durch.

Eingabegeräte

Das Tastaturdock mit eingebautem Akku steht einer klassischen Notebook-Tastatur auf den ersten Blick in nichts nach. Die insgesamt 87 Tasten sind sogar hintergrundbeleuchtet, sodass sich die Schreibarbeit auch im Dunkeln bewerkstelligen lässt. Der Hub ist knapp bemessen, der Druckpunkt dafür knackig. Beim Schreiben zählt die Klaviatur zu den lauteren Vertretern - selbst in einem Großraumbüro sticht der Tastaturklang des Testgeräts heraus. Besonders der mittlere Tastaturbereich ist sehr laut.

Das Trackpad mit einer Diagonalen von elf Zentimetern bietet den Fingern genügend Platz. Der Nutzer kann sich zudem mit Multitouch-Gesten auf der Fläche austoben. Die Gleiteigenschaften sind gut, eine Unterteilung zwischen rechter und linker Maustaste besteht nur optisch. Angenehm fallen die nicht zu tiefen Druckpunkte aus.

Multimedia

Der Sensor der am oberen Bildschirmrand verbauten Webcam löst mit vergleichsweise niedriger Megapixelzahl (0.9) auf. Das führt aber nicht automatisch zu einem schlechten Ergebnis: Unter normalen Lichtverhältnissen ist das Bild etwa beim Videochat ausreichend. Auf eine zweite Kamera auf der Tablet-Rückseite mit höherer Megapixelzahl müssen Interessierte verzichten.

Kurios: Insgesamt verfügt das Testgerät über vier eingebaute Lautsprecher. Zwei davon befinden sich jeweils an der linken und rechten Tablet-Flanke. Die anderen zwei verbaut der japanische Hersteller im Tastaturdock. Wer jetzt an Quadrofonie denkt, wird enttäuscht sein - es funktionieren jeweils nur zwei Lautsprecher. Steckt das Tablet im Tastaturdock, sind nur die Speaker im Dock aktiv. Letztere tönen sehr kräftig und taugen durchaus zur Untermalung von kurzen Musikclips, obwohl sie nach unten hin abstrahlen. Die Lautsprecher im Tablet hingegen klingen recht dünn, ein Stereoeffekt ist trotz der räumlichen Distanz nicht vernehmbar.

Umwelt

Das Toshiba Satellite W30DT-A-100 benötigt keine Lüfter. Dies kommt der Lautstärke-Entwicklung zugute. Bis auf die mechanischen Bauteile der traditionellen 500-Gigabyte-HDD ist das Testgerät daher lautlos. Unter Volllast erwärmt sich die Rückseite aus Aluminium nur ein wenig und bleibt stets im unkritischen Bereich.

Toshiba Satellite W30DT-A-100 im Test

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Doppelte Akkukraft, mieser Chipsatz: Für rechenintensive Aufgaben taugt der AMD-Prozessor nicht. (Bild: netzwelt)

Wie die meisten aktuellen Tablet-Computer mit Windows 8 lässt sich auch die Tablet-Einheit des W30DT von Laien nicht öffnen. Im Boden der Tastatureinheit finden sich zwar handelsübliche Schrauben, um an den Akku zu gelangen. Die für das System relevanten Komponenten befinden sich aber ausschließlich in der Tablet-Einheit.

Alternativen zum W30DT finden Sie in diesem Vergleichstest auf netzwelt.

Aktuelle Preise
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Neu ab 449,00 €
Keine Bewertung
netzwelt
6.4
Toshiba Satellite W30Dt
Vorteile
  • Großer Speicher
  • IPS-Panel
Nachteile
  • Schwache Leistung
  • Tastatur ohne Akku
  • Gewicht

Leistung nervt

Man könnte dem Toshiba Satellite W30DT-A-100 den Preis zugutehalten: Knapp 670 Euro für ein 13,3 Zoll großes Tablet inklusive akkubetriebenem Tastaturdock klingt akzeptabel. Im Alltag nervt die mangelnde Leistung des AMD-Chipsatzes aber so sehr, dass dieses Satellite bestenfalls für leichte Office-Tätigkeiten taugt. Hinzu kommt das hohe Transportgewicht von über zwei Kilogramm, was den täglichen Umgang im wahrsten Wortsinn zusätzlich erschwert.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Design
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Display
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Toshiba Satellite W30Dt von Toshiba wurde als Tablet-PC abgelegt. Das Produkt wurde in die Tablet-PC-Bestenlisten Alle Tablet-PCs und Windows-Tablets mit Tastatur aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Tablet-PC, Toshiba, Convertible, Windows 8, Toshiba Satellite, Hybrid und Windows 8.1 .
Kommentare zu diesem Artikel

Der Toshiba-Convertible-PC Satellite W30DT-A-100 kann mit massig Festplattenplatz und doppeltem Akku punkten. Doch im Test macht der über zwei Kilogramm schweren Kombination aus Tablet und Tastaturdock vor allem der schwache AMD-Chipsatz zu schaffen.

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  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Toshiba Satellite W30DT-A-100 im Test: Convertible mit Tastaturdock

    Artikel wurde aktualisiert und um das Video-Review ergänzt.
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40803
Toshiba Satellite W30DT-A-100 im Test: Convertible mit Tastaturdock
Toshiba Satellite W30DT-A-100 im Test: Convertible mit Tastaturdock
Mit dem Toshiba Satellite W30DT-A-100 tritt ein Vertreter der Convertibles mit abnehmbarer Tastatur zum Test an. Leider macht der schwache AMD-Prozessor ein besseres Testergebnis zunichte.
http://www.netzwelt.de/news/119121-toshiba-satellite-w30dt-a-100-test-convertible-tastaturdock.html
2014-02-13 12:29:28
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/toshiba-w30dt-114764.png
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