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Medion Erazer X7611 im Test: Bezahlbares Gaming-Notebook
Ab 1.200 Euro

von Michael Knott
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Zum Preis von 1.200 Euro bietet das Gaming-Notebook Medion Erazer X7611 viel Hardware fürs Geld. Zum Beispiel einen matten Bildschirm oder Intels Core i7-Prozessor der Haswell-Generation. Im Test muss es beweisen, dass es aktuelle Spielekracher wie DayZ zum Laufen bringt.

Gaming-Notebooks können auch schlank sein - so wie das Medion Erazer X7611. Es ist 23 Millimeter hoch, wiegt deutlich weniger als drei Kilogramm. Für ein ausgewachsenes 17,3-Zoll-Notebook sind das sehr gute Werte. Zumal im Inneren Komponenten zum Einsatz kommen, die auch jedem Desktop-System gut zu Gesicht stehen würden. Für wen sich das vermeintliche Schnäppchen unter den mobilen Gaming-Maschinen eignet, verrät der Test.

1.200 Euro steht auf dem Preisschild, leistungsfähige Komponenten sind im Inneren verbaut: Medion Erazer X7611. (Quelle: Medion)

Knapp 1.200 Euro steht auf dem Preisschild dieses Notebooks. Wer auf moderne Extras wie ein drehbares Display oder ein Touchscreen verzichten kann und stattdessen Wert auf ordentlich "Dampf unter der Haube" legt, wird jetzt bereits hellhörig. Denn Medion stattet das Erazer X7611 unter anderem mit einem Intel Core i7-4700HQ-Prozessor der Haswell-Generation aus. Der Quad-Core-Chip taktet mit 2,4 Gigahertz, im Turbomodus sind es sogar bis zu 3,4 Gigahertz. Die Größe des DDR3L-Arbeitsspeichers beträgt stets satte 16 Gigabyte.

Ausstattung

Weiter geht es bei der Grafik. Neben der integrierten Grafikeinheit von Intel kommt noch eine Nvidia GeForce GTX 765M mit einem eigenen Speicher von zwei Gigabyte (DDR5) zum Zuge. Ordentlich Platz für eine umfangreiche Spiele- und Mediensammlung bietet die HDD mit einer Kapazität von einem Terabyte. Eine SSD mit einer zusätzlichen Kapazität von 128 Gigabyte beschleunigt den Systemstart.

Auch bei den Anschlüssen findet sich weit mehr als bei einem typischen Ultrabook. Rechts gibt es zweimal USB 3.0 und einen Kartenleser. Auch Stromanschluss (mittig) sowie ein Kensington-Lock finden sich hier. Gegenüberliegend gibt es zwei weitere USB 3.0-Ports, gleich zwei miniDisplayports, eine HDMI-Schnittstelle und Gigabit-LAN. Mikrofon-, Line-in- und Kopfhörer-Buchse komplettieren das Anschlussfeld. Ein optisches Laufwerk brachte Medion trotz der vermeintlichen Größe nicht unter. Es ist als aufpreispflichtiges Zubehör erhältlich.

Damit die klangliche Kulisse beim Spielen stimmt, verpasst Medion dem Erazer ein 2.1-Sound-System inklusive Subwoofer. Wie es sich für ein spieletaugliches Notebook gehört, vertraut der Hersteller auf ein mattes Display. Die Auflösung beträgt 1.920 x 1.080 Bildpunkte.

Verarbeitung

Das Gehäuse besteht zu großen Teilen aus schwarz eingefärbtem Aluminium und ist im Vergleich zu anderen Gaming-Laptops eher unauffällig, was kein Nachteil sein muss. Spaltmaße finden sich nur wenige am Rezensionsexemplar. Unter Druck gibt der Displaydeckel im geschlossenen Zustand ein wenig nach. Einen nicht ganz so hochwertigen Eindruck wie die Aluminium-Außenhaut - die leider viele Fingerabdrücke anzieht - hinterlässt die Display-Einfassung. Es handelt sich um sehr dünnen Kunststoff, der noch dazu nicht ganz plan aufliegt.

In der getesteten Ausstattung bringt das Erazer-Notebook 2.686 Gramm auf die Redaktionswaage. Wer wirklich plant, mit dem Boliden auf Reisen zu gehen, sollte weitere 556 Gramm für das Netzteil einplanen, welches noch dazu knapp doppelt so groß wie ein MacBook Pro-Netzteil ausfällt.

Display 

Die großformatige Anzeige ist entspiegelt - heutzutage eine Seltenheit bei tragbaren Computern. Und entgegen dem Trend reagiert sie auch nicht auf Fingereingaben, worauf das anvisierte Klientel auch getrost verzichten kann. Pixel kann eine so große Anzeigefläche (43,9 Zentimeter in der Diagonalen) hingegen nie genug haben. Dank Full HD-Auflösung sind einzelne Bildpunkte mit bloßem Auge kaum erkennbar. Jedoch wirkt das Bild aufgrund der nicht reflektierenden Oberflächenstruktur stets ein klein wenig unscharf.

Das matte Display lässt sich auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen noch gut ablesen.

Dafür lässt es sich mit dem Gaming-Boliden bis zu einem gewissen Grad auch unter freiem Himmel arbeiten und spielen. Selbst bei direkter Sonnenlichteinstrahlung lassen sich Inhalte noch halbwegs ablesen. Die Blickwinkel fallen praxisgerecht aus. Dennoch kommt es sowohl in der Vertikalen als auch in der Horizontalen zu Farbumkehrungen. Unterm Strich lässt sich die Bildqualität noch mit gut bewerten, die Reaktionszeit des Panels beträgt laut Hersteller acht Millisekunden.

Leistung

In dieser Kategorie muss das Testgerät natürlich "liefern". Schließlich verlangen gerade aktuelle Gaming-Blockbuster dem System alles ab. Als Erstes spielt netzwelt das aktuelle Lieblingsspiel der Redaktion an: DayZ in der Standalone-Version. Der Endzeit-Grafikkracher ist auf 720p-Auflösung mit den Grafikeinstellungen "Normal" mit 25 Einzelbildern in der Sekunde (FPS) noch gut spielbar. Bei der Darstellung in Full HD müssen die Grafikeinstellungen auf niedrig gesetzt werden, damit es nicht ruckelt.

Die Feuertaufe hat das Testgerät bereits bestanden, nun muss es beim Benchmarking seine Leistungsbereitschaft zeigen. Beim OpenGL-Test unter Cinebench R15 erzielt das Medion Erazer rekordverdächtige 80,27 Bildwiederholungen in der Sekunde. 587 CB-Punkte sind es beim CPU-Test. Unter 3DMark 11 sind es genauso respektable 4.072 Punkte. Die Werte deuten es bereits an: Derzeit gibt es kaum ein Spiel, was auf dem Erazer partout nicht laufen würde, sofern man die Grafikeinstellungen nicht zu hoch setzt.

Eingabegeräte

Sämtliche Tasten der Tastatur sind gleichmäßig blau hintergrundbeleuchtet und mit einer ganz eigenen, "außerirdischen" Schriftart versehen. Aufgrund der Größe fand Medion auch Platz für einen separaten Nummernblock. Druckpunkte und Hub überzeugen. Somit eignet sich das Notebook nicht nur zum Spielen sondern auch für die Schreibarbeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Gaming-Notebooks verzichtet Medion beim Erazer X7611 auf eine spezielle Hervorhebung der WASD-Tasten. Auch die Pfeiltasten sind nicht vom übrigen Tastenensemble separiert.

Die beleuchteten Tasten taugen nicht nur zum Spielen, sondern auch für die Schreibarbeit.

Das Trackpad mit einer Diagonale von 12,5 Zentimetern gehört zu den sensiblen Vetretern. In der Grundeinstellung ist es nach Meinung von netzwelt nicht optimal abgestimmt. Prinzipiell lässt es sich mit dem Trackpad aber nach einer Eingewöhnungszeit im Alltag gut leben - und die meisten Käufer werden zum Spielen ohnehin eine Maus anschließen.

Entertainment

Wer mit einem Gaming-Laptop spielt, vertraut meist auf ein gutes Headset. Das Abspielen eines YouTube-Clips aber wird dank der recht kräftigen Lautsprecher auch ohne Kopfhörer nicht zur akustischen Zerreißprobe. Der eingebaute Subwoofer kann sogar ein kleines Tiefton-Fundament aufbauen.

Auch die eingebaute Webcam mit einer Auflösung von drei Megapixeln gefällt. Bei einer testweise durchgeführten Videokonferenz über Skype attestierte der Gesprächspartner ein gutes, vergleichsweise rauscharmes Bild. Am Ton, welcher von den internen Mikrofonen eingefangen wurde, gab es ebenfalls keine Negativ-Kritik.

Ergonomie und Umwelt

Das Kühlmanagement hat Hersteller Medion beim vorliegenden Rezensionsexemplar gut im Griff. Die Abluft wird von je einem Lüfter über die linke (Grafikkarte) und rechte Seite (CPU) ins Freie befördert. Unter Volllast sind die Schaufelräder gut zu hören. Kaum verwunderlich - im Stresstest unter Prime95 konnte netzwelt CPU-Temperaturen von bis zu 94 Grad Celsius messen. Sobald die Anforderungen sinken, hört man die Lüfter jedoch kaum mehr. Im Leerlauf oder bei Office-Tätigkeiten ist das System sogar flüsterleise.

Unterm Strich kann das Gaming-Notebook von Medion vor allem durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ordentliche Leistung punkten.

Nach dem Lösen von sehr vielen Schrauben auf der Rückseite erhalten versierte Nutzer Zugang zu den verbauten Komponenten. Wer sich auskennt, kann hier nicht nur Massenspeicher und Grafik, sondern auch den Akku wechseln. Sollte im Laufe der Zeit ein Bauteil also defekt oder technisch überholt sein, lässt sich das Notebook so wieder auf den aktuellen Stand bringen.

Aktuelle Preise
Shop Preis Bewertung
Neu ab 1.199,00 €
Keine Bewertung
netzwelt
7.4
Medion Erazer X7611
Vorteile
  • schlank
  • dezente Optik
  • Leistung
Nachteile
  • Deckel gibt nach
  • schwer

Gamer mit unauffälliger Optik

Mit dem Medion Erazer X7611 liegen Spieler richtig, die bei ihrem Hobby keinen Wert auf eine protzige Hülle, sondern allein auf die Leistung legen. Dabei ist das X7611 nicht nur unauffällig, sondern auch dünn sowie akzeptabel verarbeitet. Der matte Bildschirm und das taugliche Soundsystem sind weitere Pluspunkte, die noch einmal vom Preis getoppt werden.


Einzelergebnisse
Bereits bei der Auswahl eines Notebooks, Laptops oder Ultrabooks versuchen wir, die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer zu berücksichtigen. Über welches Modell wird gerade im Netz besonders eifrig diskutiert? Wo gibt es gerade ein besonders interessantes Sonderangebot? Zudem greifen wir immer wieder Testanregungen von Nutzern auf, die wir per Leserbrief, über die Sozialen Netzwerke oder über das netzwelt-Forum erhalten. Hier erfahren Sie, wie wir Notebooks testen.
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Design
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Display
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Eingabegeräte
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Medion Erazer X7611 von Medion wurde als Notebook abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Notebooks. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Notebook, Gaming-Hardware, Medion, Laptop, Discounter, Gaming-Notebook und Review .
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Medion Erazer X7611 im Test: Bezahlbares Gaming-Notebook
Medion Erazer X7611 im Test: Bezahlbares Gaming-Notebook
Das Medion X7611 bietet aktuelle Top-Komponenten wie Intel Core i7-Prozessor und Nvidia-Grafik in einem schlanken Aluminium-Gehäuse. Ob es sich nur für Gamer eignet, klärt der Test.
http://www.netzwelt.de/news/118781-medion-erazer-x7611-test-bezahlbares-gaming-notebook.html
2014-02-06 18:00:26
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/medion-erazer-x7611-produktbild-114700.png
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