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Asus The new Padfone (A86): Das Anti-Phablet im Test
Dritte Auflage des Smartphones mit Tablet-Dock

von Jan Kluczniok
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Smartphone oder Tablet-PC? Das Asus The new Padfone (A86) kann beides sein und passt anders als ein Phablet noch bequem in die Hosentasche. Bei der dritten Auflage seiner Kombination aus Smartphone und Tablet-Dockingstation bohrt der taiwanische Hersteller die Hardware deutlich auf und verpackt sie in einem edlen Metallgehäuse. Der Test zeigt jedoch: Alte Schwachstellen der Kombination bleiben bestehen.

Erstmals vorgestellt wurde das dritte Padfone auf dem Mobile World Congress im Februar 2013. Damals trug es noch den Namen PadFone Infinity. Seit November 2013 ist das Smartphone nun auch in Deutschland erhältlich. Der Zusatz Infinity wurde ersatzlos gestrichen. Das Gerät trägt jetzt den sperrigen Namen "The new Padfone" und die Modellnummer A86.

Design und Verarbeitung

Asus eifert HTC nach und stattet das neue Padfone mit einem edlen Metallgehäuse aus. Der Aluminiummantel steht dem des HTC One fast in nichts nach. Nur wer ganz genau hinsieht, wird am oberen und unteren Rand kleine Nahtstellen entdecken. So hübsch der Rücken auch ist, die Front des Asus Padfone wirkt bieder. Schmuckelemente fehlen, abgesehen von einem kleinen Asus-Schriftzug.

  • Das neue Asus Padfone ist in der Redaktion eingetroffen. (Bild: netzwelt)
  • Öffnet der Nutzer den Karton, sieht er zunächst nur die Smartphone-Einheit des Padfone. (Bild: netzwelt)
  • Unter einer weiteren Abdeckung findet sich dann auch das Tablet-Dock. (Bild: netzwelt)
  • Unter der Tablet-Einheit liegt das beiliegende Zubehör. (Bild: netzwelt)
  • Zum Lieferumfang gehören Netzteil, Datenkabel und In-Ear-Kopfhörer nebst Aufsätzen. (Bild: netzwelt)
  • Unter diesem Artikel können Sie Ihre Fragen zum Asus Padfone stellen. (Bild: netzwelt)

Das Padfone Station genannte Tablet-Dock erinnert optisch an das Android-Tablet MemoPad FHD10 des taiwanischen Herstellers. Die Padfone Station besteht im Gegensatz zum Smartphone nicht aus Aluminium, sondern aus Kunststoff. Die matte Oberfläche bietet dabei ordentlichen Grip, sodass für sicheren Halt gesorgt ist. Die Verbindung von Fone und Pad zum Padfone erfolgt wie beim Vorgänger Asus Padfone 2 über einen Schiebemechanisus auf der Rückseite.

Wie gehabt sitzt das Smartphone in der Padfone Station sicher. Egal wie der Nutzer das Tablet-Dock dreht, wendet oder schüttelt, er muss nicht befürchten, dass das Padfone herausfällt. Leider weist das neue Asus Padfone aber eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Vorgänger auf. Es liegt nicht plan auf einer Oberfläche auf, da die Halterung für das Smartphone aus der Rückseite hervorsteht. Dass führt dazu, dass das Tablet-Dock wackelt, sobald Sie es irgendwo ablegen und bedienen - etwa wenn Sie morgens am Frühstückstisch die Nachrichten lesen wollen.

Dabei empfiehlt es sich, das Padfone während der Nutzung als Tablet abzulegen, denn mit 692 Gramm ist das Tablet-Dock mit eingestecktem Smartphone deutlich schwerer als andere Tablets - wie etwa das Apple iPad air. Ein Problem, das Asus eigentlich im Griff hatte, gegenüber dem Vorgänger hat das neue Padfone aber 50 Gramm zugelegt. Wer das Padfone  also länger in der Hand hält, darf sich nicht über lange Arme beschweren.

  • Das Display löst nun in Full HD auf. (Bild: netzwelt)
  • Das Gehäuse besteht aus Aluminium. (Bild: netzwelt)
  • Das Gehäuse ist fast nahtlos verarbeitet. (Bild: netzwelt)
  • Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixeln auf. (Bild: netzwelt)

Verantwortlich für das Gewichtsproblem ist weniger die Padfone Station, sondern das Padfone selbst. Mit 145 Gramm zählt es nicht zu den Leichtgewichten auf dem Smartphone-Markt. Mit den Abmessungen 143,5 x 72,8 x 8,9 Millimeter ist das Padfone auch deutlich größer als andere 5-Zoll-Smartphones. Es schmiegt sich dadurch nicht bequem in die Hand des Nutzers, vor allem die Breite erschwert das Halten des Geräts. Gleiches gilt für die Tablet-Station - auch diese fällt vergleichsweise wuchtig aus, was vor allem am zwei Zentimeter dicken Rahmen um dem Bildschirm liegt.

Hardware

Die meiste Technik steckt auch beim neuen Asus Padfone in der Smartphone-Einheit. Sie stellt Speicher, Rechenpower und Hauptkamera, das Tablet-Dock besitzt seinerseits nur einen Akku, eine 1-Megapixel-Frontkamera und eine 10,1 Zoll große Full HD-Anzeige. Diese entpuppte sich im Test als solide. Sie bietet eine gute Farbdarstellung. Getrübt wird der Blick aufs Display allerdings durch Spiegelungen, außerdem verschmutzte die Anzeige im Test schnell.

  • Das Padfone (rechts) ist ein Android-Smartphone. Mit der Dockingstation kann der Nutzer das Smartphone in ein Tablet verwandeln. (Bild: netzwelt)
  • Dazu muss das Smartphone auf der Rückseite ins Tablet gesteckt werden. (Bild: netzwelt)
  • Die Verbindung erfolgt über diese Kontakte in der Dockingstation. (Bild: netzwelt)
  • Im Schacht befinden sich zwei Haken aus Silikon mit Gummiüberzug. Sie halten das Smartphone fest in der Station, ohne es zu zerkratzen. (Bild: netzwelt)
  • Dennoch kann es mit wenig Kraftaufwand wieder herausgezogen werden. (Bild: netzwelt)
  • Leider liegt das Tablet-Dock jedoch nicht eben auf einem Tisch auf. Das Smartphone steht etwas vor. (Bild: netzwelt)
  • Die Dockingstation bietet nur wenig eigene Hardware, wie etwa diesen Lautsprecher. Ohne Smartphone ist sie nutzlos. (Bild: netzwelt)

Der Bildschirm der Smartphone-Einheit misst in der Diagonale fünf Zoll und löst ebenfalls in Full HD auf. Auch für ihn gelten stabile Blickwinkel und eine ordentliche Farbdarstellung. Gegen Spiegelungen und Fingerabdrücke ist aber auch er nicht immun. Ebenso ist der Bildschirm, wenn sie den Stromsparmodus aktiviert haben, auf "Auto-Helligkeit" vergleichsweise dunkel eingestellt. Besser, Sie regulieren in diesem Fall die Helligkeit von Hand.

Als Prozessor kommt im neuen Padfone der Snapdragon 800 von Qualcomm zum Einsatz. Der Quad-Core-Chip treibt auch die Konkurrenten LG G2, Galaxy Note 3, Sony Xperia Z1 und Nexus 5 an. Er taktet im Padfone mit 2,2 Gigahertz. Im Geekbench landet das Padfone nach dem Note 3 auf Platz zwei. Die positiven Benchmark-Werte täuschen mitunter jedoch: Zwar bietet das Padfone mehr als genug Rechenpower, jedoch kam es im Test beim Spielen häufiger zu kleineren Rucklern.

Der interne Speicher ist wahlweise 16 oder 32 Gigabyte groß. Netzwelt standen beim Testgerät von 16 Gigabyte Speicher noch knapp zwölf Gigabyte zur Verfügung. NFC und LTE sind natürlich bei der neuen Padfone-Generation mit an Bord.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Asus Padfone A86 ist gut und liegt über dem Schnitt. Gesprächspartner sind klar und deutlich zu verstehen, Nebengeräusche werden weitestgehend gefiltert. Allerdings klingen die Stimmen der Gesprächspartner dadurch nicht ganz natürlich.

Zum Betrieb des Padfones benötigt der Nutzer eine derzeit noch eher ungebräuchliche Nano-SIM-Karte. Gerade Mobilfunk-Discounter im Prepaid-Bereich bieten diese nicht immer an, oder Sie müssen für den Kartenwechsel zahlen. Einen Überblick über Preise und Verfügbarkeit von Nano-SIM-Karten bei verschiedenen Mobilfunkanbietern finden Sie hier. Geschickte Nutzer können auch ihre Micro-SIM zurechtschneiden. Eine Anleitung dazu finden Sie hier.

Das Padfone selbst bietet einen 2.400-Milliamperestunden-Akku, das Tablet-Dock einen 5.000-Milliamperestunden-Akku. Beide Batterien sind fest verbaut und lassen sich nicht vom Nutzer wechseln. Der Akku des Smartphones kann über die Padfone Station geladen werden, umgekehrt kann der Nutzer das Dock aber nicht via Smartphone laden.

Der Akku des Padfone war im Test nicht sehr ausdauernd. Am Ende des netzwelt-Akku-Tests zeigte die Anzeige noch knapp 50 Prozentpunkte. Der Akku-Test der Redaktion simuliert einen Tag mit typischer Smartphone-Nutzung. Bei durchschnittlicher Nutzungintensität sollten Nutzer mit dem Padfone rund anderthalb Tage ohne Stromzufuhr auskommen. Ein Ladezyklus dauert etwa vier Stunden.

Multimedia

Das Asus The New Padfone bietet eine 2-Megapixel-Frontkamera sowie eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Bei der Hauptkamera auf der Rückseite verlässt sich Asus auf das Know-how von Kameraspezialist Sony. Unter anderem stammt der Bildprozessor vom japanischen Hersteller. Die Kamera ist mit ihrer großen Blende von F/2.0 auch für Low-Light-Situationen optimiert. Auf Wunsch kann der Nutzer die Kamera in den Modus "Hohe Helligkeit" versetzen. Dann nimmt das Padfone zwar nur Fotos mit maximal drei Megapixeln auf, kann aber auch bei nahezu voller Dunkelheit noch ein Bild auf das Display zaubern. "PixelMaster" nennt Asus diese Technik. Ähnlich wie bei der Ultrapixelkamera des HTC One werden hier vier Pixel zu einem "großen" zusammengefasst, der mehr Licht "einfangen" kann.

  • Das Asus Padfone kann gute Aufnahmen machen. (Bild: netzwelt)
  • Die Schnappschüsse erreichen aber nicht die Qualität der Bilder eines Galaxy S4 oder iPhone 5s. (Bild: netzwelt)
  • Der Hamburger Hafen in der Abenddämmerung - einmal fotografiert ohne Blitz... (Bild: netzwelt)
  • ...und einmal mit dem Bildmodus "Hohe Helligkeit". Dieser sorgt für natürlichere Farben, leider aber auch für ein starkes Rauschen. (Bild: netzwelt)

Die Asus Kamera-App ist übersichtlich gestaltet, jedoch erschließt sich dem Nutzer nicht immer gleich, wo er welche Funktion findet. Interessant: Die Kamera soll bei jedem Foto die Szenerie analysieren und einen Vorschlag für ein "Motivprogramm" machen.

Was in der Theorie gut klingt, funktioniert in der Praxis nur selten. Meist machte die Kamera-App gar keinen Vorschlag. Auch die Pixelmaster-Technologie konnte nicht überzeugen. Die mit "Hohe Helligkeit" gemachten Aufnahmen weisen ein starkes Rauschen auf. Objekte verschwimmen dadurch zum Teil mit dem Hintergrund. Bei ausreichendem Licht ist die Padfone-Kamera zwar Schnappschuss-tauglich. Sie erreicht aber bei Weitem nicht die Qualität der Kamera eines Galaxy S4 oder iPhone 5s.

Der Lautsprecher des Asus Padfone ist laut und liefert für einen Handy-Speaker einen ordentlichen, aber keinen überdurchschnittlichen Klang - auch wenn Asus dies mit seiner SonicMaster Audiotechnologie propagiert. Gleiches gilt für den Lautsprecher der Padfone Station und den Klang mit angeschlossenen Kopfhörern. Mit eingesteckten Ohrstöpseln ist auch der Empfang von UKW-Radioprogrammen möglich.

Software

Als Betriebssystem fungiert Android 4.2 Jelly Bean. Ein Update auf Android 4.4 KitKat ist angekündigt. Es soll im ersten Halbjahr 2014 erscheinen. Asus hat das System nicht unberührt gelassen, sondern eine eigene Nutzeroberfläche (UI) darauf installiert. Diese wirkt optisch jedoch leider altbacken. Sorry Asus.

  • Asus hat Android 4.2 eine eigene Nutzeroberfläche übergestülpt. (Bild: Screenshot Asus PadFone)
  • Diese bietet zusätzliche Apps. Der App-Locker etwa kann den Zugriff auf Apps mit einem Passwort schützen. (Bild: Screenshot Asus PadFone)
  • Unter dem Punkt "Asus-Benutzereinstellungen"... (Bild: Screenshot Asus The new PadFone)
  • ...kann der Nutzer das Verhalten des Smartphones und der... (Bild: Screenshot Asus The New Padfone)
  • ...Padfone Station anpassen. (Bild: Screenshot Asus The New Padfone)

Dafür hat der Hersteller einige nützliche Apps integriert: etwa ein Backup-Programm für Nutzerdaten samt installierter Apps oder ein Tool, mit dem sich der Zugriff auf einzelne Apps mit einem Passwort beschränken lässt. Des Weiteren finden Nutzer eine Anbindung an den Cloud-Speicher Asus WebStorage. Für deutsche Nutzer weniger interessant: der Siri-Klon Asus Echo, der aktuell nur auf Englisch funktioniert.

In den Einstellungen können Nutzer auch den dynamischen Anzeigenwechsel konfigurieren. Er sorgt dafür, dass Apps in der Auflösung angepasst werden, sobald der Nutzer das Padfone in die Station steckt oder entfernt. Leider funktioniert dies auch bei der dritten Padfone-Generation nur mit Asus-Apps oder Standard-Android-Applikationen. Alle anderen Apps werden beendet, und der Nutzer muss sie neu starten.

Anders als den Vorgänger gibt es das neue Asus PadFone nun auch in Deutschland ohne Tablet-Dock zu kaufen. Zwar tätigen Nutzer hier keinen Fehlgriff, das Asus Padfone ist ein solides High-End-Smartphone mit edler Verarbeitung. Für das gleiche Geld gibt es aber auch bessere Geräte wie das HTC One oder das Sony Xperia Z1.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Smartphone lautet 549 Euro, im Bundle mit der Padfone Station soll das Asus-Handy 799 Euro kosten.

Aktuelle Preise
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netzwelt
6.0
Asus The New PadFone
Vorteile
  • edle Verarbeitung
  • Tablet-Dockingstation
  • gute Sprachqualität
Nachteile
  • Nano-SIM-Karte
  • Kleine Ruckler trotz Snapdragon 800
  • schwer
  • Tablet liegt nicht eben auf
  • schwacher Akku

Konzept wurde nicht weiterentwickelt

Das Konzept des PadFone ist nach wie vor einzigartig. Weiterentwickelt hat Asus es in der dritten Generation jedoch nicht - Unzulänglichkeiten wie das hohe Gewicht oder die unebene Dockingstation sind geblieben. The new PadFone ist ein reines Hardware-Update. Schade, denn schließlich hat das Padfone Vorteile gegenüber einem Phablet oder der getrennten Nutzung von Smartphone und Tablet: Es ist handlicher als ein Phablet, bietet auf Wunsch aber dennoch einen großen Screen. Ein zweiter Mobilfunkvertrag und die Synchronisation der Nutzerdaten, wie sie bei der Nutzung zweier einzelner Geräte notwendig wäre, entfällt.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Einsortierung
Asus The New PadFone von Asus wurde als Tablet-PC abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Asus, Smartphone, Tablet-PC, Dockingstation, Review, Asus Padfone, Android 4.2 Jelly Bean und Asus The New PadFone .
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