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Dell Venue 8 Pro im Test: Mit Windows 8.1 und Office ab Werk
Mit Office 2013

von Michael Knott
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Die Vorstellung, ein vollwertiges Windows 8 inklusive Office 2013 auf einem nicht mal 400 Gramm schweren Tablet mit sich herumzutragen, klingt verlockend. Und das Dell Venue 8 Pro kostet auch noch weniger als 300 Euro. Ob es in der Praxis funktioniert, klärt der Test.

Die Hardware des schlanken Dell-Tablets Venue 8 Pro bringt ein vollwertiges Windows 8.1 auf den kompakten Touchscreen. Und eine Office-Version ist im vergleichsweise günstigen Preis ebenfalls enthalten. Wo liegen die Fallstricke, gibt es überhaupt welche? Antworten liefert der ausführliche Testbericht.

Passt locker in eine Hand, die andere bleibt frei für die Bedienung: Kompakte Tablets wie das Dell Venue 8 Pro werden immer beliebter.

Das 8-Zoll-Format findet bei Tablet-Käufern offenbar immer mehr Anhänger. Das ist nachvollziehbar. Denn die kleinen Tablets lassen sich leicht verstauen, wiegen nicht viel und passen locker in eine Hand. Die andere bleibt dann komplett frei für die Bedienung. Auch die Möglichkeit, das schwere Notebook das ein oder andere Mal zu Hause zu lassen, dürfte für viele Interessierte verlockend klingen.

Technische Ausstattung 

Das Dell Venue 8 Pro schlägt mit Abmessungen von 216 x 130 x 9 Millimetern (Herstellerangabe) in die gleiche Kerbe wie etwa das Acer W3 / W4 und das Toshiba Encore. Die Redaktionswaage zeigt ein Testgerät-Gewicht von 391 Gramm an. Das sind sogar ein paar Gramm weniger als vom Hersteller angegeben.

Im Inneren des Dell-Tablets steckt ein Intel Atom Z3740D mit vier Rechenkernen und einer Taktfrequenz von bis zu 1,8 Gigahertz im Turbomodus. Klassenübliche zwei Gigabyte DDR3L-Speicher kommen hinzu. Als Massenspeicher dient ein Flash-Baustein mit einer Kapazität von 32 Gigabyte. Im Auslieferungszustand standen lediglich knapp zehn Gigabyte zur freien Verfügung. Der Speicherplatz lässt sich dank entsprechendem Kartenschacht mühelos erweitern.

Die microUSB-Schnittstelle dient gleichzeitig dem Anschluss von Zubehör und dem Aufladen des nicht auswechselbaren Akkus. Einen HDMI-Port, etwa zum Verbinden des Tablets mit einem Fernseher, suchen Käufer vergeblich. Als drahtlose Alternative steht Miracast zu Verfügung.

Ausgepackt: Dell Venue 8 Pro eingetroffen

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Das Dell Venue 8 Pro kommt in einem kompakten Karton aus Recycling-Materialien ins Haus. (Bild: netzwelt)

An ungewöhnlicher Stelle befindet sich die Windows-Taste. Viele Hersteller verbauen diese in Form einer Schaltfläche am unteren Display-Rand. Nicht so Dell beim Venue 8 Pro - hier finden Nutzer die häufig verwendete Taste in Form eines Hardware-Buttons am oberen Gehäuserand. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig.

Weiter geht es beim Display, welches mit 1.200 x 800 Bildpunkten auflöst. Dell spendiert dem Achtzöller ein IPS-Panel. Drahtlos können Nutzer per WLAN oder Bluetooth 4.0 Verbindung zu anderen Geräten aufnehmen. Eine Version mit eingebautem Mobilfunkmodem soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Zwei Digitalkameras auf Vorder- und Rückseite vervollständigen die Ausstattung.

Verarbeitung und Lieferumfang

Dells Venue 8 Pro liegt gut in der Hand und ist akkurat verarbeitet. Die dunkle Rückseite des Tablets besteht aus robustem Kunststoff, den der Hersteller mit einer geriffelten Struktur versieht. Der Kratztest von netzwelt bleibt folgenlos. Zudem zeigt sich das Gehäuse generell unanfällig gegenüber Schmutz.

Das Tablet lässt sich mit normalem Kraftaufwand leicht verbiegen, gibt jedoch auch dann keinen Laut von sich, wenn man es kräftig hin und her schüttelt. Wie schon bei den kürzlich von netzwelt getesteten Dell-Produkten XPS 11 und XPS 13 ist auch das Venue 8 Pro frei von Verarbeitungsmängeln. Was alles zum Lieferumfang gehört, erfahren Sie in diesem Artikel auf netzwelt.

Display

Auf dem Touchscreen mit einer Diagonale von acht Zoll (20,32 Zentimeter) tummeln sich insgesamt 1.024.000 Bildpunkte (1.280 x 800), was zu einer stets ausreichend aufgelösten Darstellung führt. Andere Tablet-Displays lösen weit feiner auf. Doch auch kleine Schrift ist gut lesbar, zum Treppeneffekt kommt es nicht. Dies ist vor allem bei der Darstellung der Desktop-Ansicht unter dem installierten Windows 8.1 wichtig. Sehr kleine Symbole, etwa zur Fenstersteuerung, lassen sich mit einer Portion Zielwasser noch mit dem Finger treffen.

Auch kleinere Schaltflächen lassen sich noch treffen.

Wer sich häufiger in der klassischen Windows-Ebene als in der Kachelansicht bewegt, sollte jedoch unbedingt den optional erhältlichen Digitizer in Erwägung ziehen. Aktuell gibt es mit eben diesem jedoch Probleme - zur Zeit der Artikelerstellung war der Bedienstift im Dell-Konfigurator nicht verfügbar.

Dank IPS-Panel ist die Venue-Anzeige sehr blickwinkelstabil. Zu Farbumkehrungen kommt es auch dann nicht, wenn der Besitzer aus schrägem Winkel auf sein Tablet blickt. Dank neutralen, nicht zu kräftig gezeichneten Farben und einer guten Helligkeit gibt es am Display des Venue 8 Pro nicht viel auszusetzen. Während des Testzeitraums wurden sämtliche Eingaben auch von mehreren Fingern gleichzeitig erkannt. Der Wechsel der Bildschirmausrichtung erfolgt flüssig. Leider fehlt eine physikalische Taste zum Unterbinden des automatischen Anzeigewechsels.

Leistung: Vorsicht beim Multitasking

Typische Tablet-Aufgaben stellen das Dell Venue 8 Pro vor keine allzu großen Hürden. Beim Surfen im Netz oder beim Spielen von Spielen aus dem Windows Store etwa kommt es nicht zu nervigen Verzögerungen oder Ähnlichem. Wer jedoch sehr viele Anwendungen im Hintergrund ausführt (Multitasking), bringt das Tablet an seine Grenzen, und es kommt zu Rucklern in der Darstellung. Testweise installierte netzwelt das Benchmark-Tool Cinebench 10 (32-Bit) auf dem Venue 8 Pro. Beim Rendering (Single) erzielte die Testkonfiguration dabei 970 Punkte. Nach Abschluss des Multi-Rendering-Tests standen durchaus respektable 3360 Punkte auf der Uhr. Das Ergebnis beim OpenGL-Test betrug 2.026 Punkte.

Ab Werk ist auf dem Dell-Tablet die Office-Version "Home and Student 2013" installiert. Daher eignet sich der Flachcomputer auch zum Öffnen und Bearbeiten von Excel-Tabellen. Beim Öffnen einer sehr umfangreichen Tabelle vergeht jedoch deutlich mehr Zeit als etwa das Microsoft Tablet Surface Pro 2 benötigt. Nicht nur der messbare, sondern auch der gefühlte Unterschied zwischen dem Atom-Prozessor im Dell Venue 8 Pro und dem Intel Core i5 des Microsoft-Tablets ist sehr groß.

Die Rückseite ist unanfällig gegenüber Kratzern und leicht gummiert.

Multimedia

Eine Auflösung von fünf Megapixeln bietet der Sensor der rückwärtig eingesetzten Hauptkamera. Auf eine Foto-LED zur Aufhellung schlecht ausgeleuchteter Motive müssen Tablet-Fotografen verzichten, doch das dürften die meisten Nutzer verschmerzen können. Die Bilder übersteigen Schnappschussqualität nicht. Ein nettes Feature ist die Panorama-Funktion der Kamera. Letztere ermöglicht 360-Grad-Aufnahmen von Landschaften oder Räumen. Die vornehmlich bei der Videotelefonie zum Einsatz kommende Frontkamera hat bei Innenraumbeleuchtung Schwierigkeiten, den Gesprächspartner ausreichend hell darzustellen. Unauffällig und damit gut verrichtet das interne Mikrofon seinen Dienst.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenz-Tablets muss das Dell Venue Pro 8 mit nur einem Lautsprecher auskommen. Dieser findet sich an der rechten Gehäuseflanke. Ein Stereo-Effekt rückt somit natürlich in weite Ferne. Dafür übersteuert die Minibox auch bei maximaler Lautstärke nicht und tönt recht kräftig. Wer wirklich ernsthaft Musik hören will, schließt aber besser gute Kopfhörer an.

Den Preis einer Speicherkarte sollten Interessierte mit einkalkulieren.

Zubehör

Neben dem bereits erwähnten Digitizer - der zurzeit leider nicht lieferbar ist - bietet Dell selbst passendes Zubehör für das Venue 8 Pro an. Dazu zählt zum Beispiel eine Tastatur, die sich drahtlos per Bluetooth mit dem Tablet verbindet. Außerdem ist eine passende Schutzhülle lieferbar.

Als Alternative zum Testgerät empfiehlt sich das ähnlich kompakte Acer W3 beziehungsweise dessen noch nicht erhältlicher Nachfolger W4. Auch das Toshiba Encore spielt in dieser Liga. Wer mehr Power unterwegs benötigt oder das Tablet gleichzeitig als produktives Desktop-System einsetzten möchte, muss zum wesentlich teureren und doppelt so schweren Surface Pro 2 von Microsoft greifen.

Weitere Alternativen liefert dieser Vergleichstest kompakter Tablets.

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netzwelt
6.4
Dell Venue 8 Pro
Vorteile
  • Vollwertiges Windows 8.1
  • Kompakt
  • IPS-Panel
Nachteile
  • kein HDMI-Port
  • Multitasking

Windows 8 in einer Hand

Auch wenn ein vollwertiges Windows 8.1 inklusive Office auf dem Dell Venue 8 Pro läuft, hat das Testgerät nicht den Anspruch, ein Notebook zu ersetzen. Sehr wohl kann es aber als sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Mal eben ein Word-Dokument einsehen, rudimentäre Änderungen vornehmen und per Outlook verschicken? Kein Problem für das Venue-Tablet. Verarbeitung und Leistung können in diesem Zusammenhang ebenfalls überzeugen. Und zu guter Letzt ist das Testgerät mit Preisen von rund 270 Euro nicht überteuert. Den Preis für eine Speicherkarte mit ausreichender Kapazität sollten Sie in jedem Falle mit einkalkulieren.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Design
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Display
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Dell Venue 8 Pro von Dell wurde als Tablet-PC abgelegt. Das Produkt wurde in die Tablet-PC-Bestenlisten Alle Tablet-PCs und Die besten Kompakt-Tablets aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Dell, Tablet-PC, Microsoft Office, Review, Dell Venue Pro, Office 2013 und Windows 8.1 .
Kommentare zu diesem Artikel

Die Vorstellung, ein vollwertiges Windows 8 inklusive Office 2013 auf einem nicht mal 400 Gramm schweren Tablet mit sich herumzutragen, klingt verlockend. Und das Dell Venue 8 Pro kostet auch noch weniger als 300 Euro. Ob es in der Praxis funktioniert, klärt der Test.

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  • Tabletnutzer schrieb Uhr
    AW: Dell Venue 8 Pro im Test: Office to go

    Dieses Tablet scheint das bessere IPad-Mini zu sein, wenn man auch produktiv damit arbeiten will und auf die Spiele im AppStore verzichten kann. Denn sonst kann man ja damit alles machen, was mit dem Ipad auch geht und zusätzlich hat man noch ein vernünftiges Officeprogramm...
  • Techy67 schrieb Uhr
    AW: Dell Venue 8 Pro im Test: Office to go

    Achtung! Office Home & Student ist nicht in allen Konfigurationen des Venue 8 Pro enthalten. Ich habe das Gerät im MTX-Shop erworben und es ist nur eine Office-Testversion installiert.
  • Dr. Fuggerle schrieb Uhr
    AW: Dell Venue 8 Pro im Test: Office to go

    Warum wird hier stets auf das Surface Pro 2 verwiesen? Dell hat selbst ein Tablet mit schneller Notebook-CPU im Portfolio: das Venue 11 Pro
  • Chris 242 schrieb Uhr
    AW: Dell Venue 8 Pro im Test: Office to go

    Wie kann man denn das Acer W3 mit veralteter Atemtechnik empfehlen?
  • Damir Franc schrieb Uhr
    AW: Dell Venue 8 Pro im Test: Office to go

    Das Acer W4 ist sehr wohl schon erhältlich. Ich habe nämlich selbst bereits reviewed
article
40603
Dell Venue 8 Pro im Test: Mit Windows 8.1 und Office ab Werk
Dell Venue 8 Pro im Test: Mit Windows 8.1 und Office ab Werk
Das Dell-Tablet Venue 8 Pro hat es in sich: Zum Beispiel ist Windows 8.1 inklusive der Office-Version Home and Student ab Werk installiert. Im Test wird sich herausstellen, wie sich das schlanke Gerät im Alltag schlägt.
http://www.netzwelt.de/news/117021-dell-venue-8-pro-test-windows-8-1-office-ab-werk.html
2014-01-23 18:12:44
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/dell-venue-8-pro-produktbild-114750.png
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Dell Venue 8 Pro im Test: Mit Windows 8.1 und Office ab Werk