Lästige Erweiterungen aus Chrome und Firefox entfernen

Delta Search und Claro-Toolbar: So entfernen Sie die hartnäckige Malware

"Unsere innovative Technologie bringt Ihnen das Beste, was das Internet zu bieten hat", beschreiben die Delta-Entwickler sich selbst. Das scheint jedoch sonst niemand so zu sehen. Vielmehr werden die Toolbar-Angebote wie Delta oder Claro Search als aufdringlich und nervig empfunden. So einfach wie gedacht funktioniert die Deinstallation der lästigen Programme meist nicht. Wie Sie die Software dennoch loswerden, fasst netzwelt in diesem Artikel zusammen.

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Toolbars entfernen (Bild: netzwelt)
Toolbars installieren sich meist ungewollt und sind teils kompliziert zu entfernen. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1So geht's
  2. 2Browser-Einstellungen
  3. 3Systemsteuerung
  4. 4Systemstart und Dienste
  5. 5Antivirensoftware

Installiert werden Programme wie Delta Search oder Claro Search in den seltensten Fällen absichtlich vom Anwender, vielmehr schleichen sie sich während der Installation von Free- und Shareware unbemerkt aufs System. Firefox, Chrome und der Internet Explorer finden sich so schnell im neuen Look und mit ungewünschten Einstellungen wieder. Anstelle von Google dürfen Sie nun das Internet mit Delta-Search oder Claro durchsuchen. 

So geht's

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Im Folgenden werden verschiedene Lösungsansätze zum Entfernen der Programme aufgeführt. Es sei gesagt, dass je nach Installationsmethode der Adware nicht immer alle Schritte erforderlich oder zielführend sein müssen.

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Browser-Einstellungen

Als Erstes sollten Sie ungewünschte Werbe-Toolbars aus Ihrem Browser entfernen. In Google Chrome finden Sie die passende Option mit Klicks auf Einstellungen und Erweiterungen, in Firefox finden sich Add-ons mit einem Klick auf das Optionsfeld oben links und Add-ons. Alle Ihnen unbekannten Erweiterungen können Sie hier entfernen. Programme wie "OfferMosquito" oder "Simple new Tab" sind etwa unerwünschte Adware. 

delta_addons (Bild: Screenshot netzwelt)
Erweiterungen, die nicht aus den Browser-eigenen Stores stammen, sind verdächtig. (Bild: Screenshot netzwelt)

Weiter geht's mit einem Check der Standardsuchanbieter und Startseiten. Entfernen Sie auch hier alle unerwünschten Einträge. Auch wenn Sie die "Neue Tab-Seite" als Standard markieren, tauchte im Test weiterhin der "Delta-New-Tab" auf. Befolgen Sie deshalb die nachfolgenden Schritte.

Schauen Sie sich zudem genau die Daten der Standardsuchmaschine in Chrome an. Auch wenn ein Eintrag sich Google.de nennt, kann es sich um einen anderen Suchanbieter handeln, der die für die Suche verwendete URL modifiziert hat. Um ganz sicherzugehen, fügen Sie am besten folgende Adresse für Google von Hand neu ein:

  •  {google:baseURL}search?q=%s&{google:RLZ}{google:acceptedSuggestion}{google:originalQueryForSuggestion}{google:searchFieldtrialParameter}sourceid=chrome&ie={inputEncoding}

Systemsteuerung

Rufen Sie als Nächstes das "Programme deinstallieren"-Menü in der Systemsteuerung auf. Hat sich das ungewollte Programm gerade erst installiert, sortieren Sie die Ansicht am besten nach "Installiert am". Hier ist es gut möglich, dass sich bei der Installation einer neuen Software zusätzliche Programme mitinstalliert haben. Taucht neben dem gewollt installierten Programm etwa ein Eintrag "Delta-Toolbar" auf, deinstallieren Sie diese zusammen mit allen weiteren Ihnen unbekannten Programmen mit demselben Installationsdatum. 

Checken Sie nach einem Neustart des Systems, ob Ihr Browser wieder ordnungsgemäß funktioniert. Ist das nicht der Fall, rufen Sie erneut das "Programme deinstallieren"-Fenster auf und schauen Sie nach zuletzt installierter Software. Auch renommierte Programme können Schadsoftware mit sich bringen, wenn sie von nicht seriösen Download-Angeboten stammen. Deshalb ist es sinnvoll, auch namenhafte Software testweise zu deinstallieren, angefangen von zuletzt installierten Programm. 

Systemstart und Dienste

Mit einem Druck auf die Windowstaste und "R" rufen Sie das Ausführen-Feld auf, tippen Sie hier den Befehl "msconfig" ein. In der nun geöffneten Systemkonfiguration finden Sie unter dem Reiter Systemstart alle Autostart-Programme. Hier sollten Sie besonders auf Einträge mit unbekanntem Hersteller achten. Ist ein Programm Ihnen nicht bekannt, führt eine Google-Suche zur passenden Info. Etwa bei "NTRedirect" liefert Google schnell die Schlagwörter "Virus", "Adware"und "Trojaner" - genauso bei der Software "LuaRT". Entfernen Sie bei diesen Programmen die Haken vor dem Namen. Haben Sie hier alle Einträge richtig erkannt, kann Ihr Browser nach einem Neustart des Systems wieder ordnungsgemäß funktionieren. Die Toolbar-Dateien wurden jedoch nur am Start gehindert, nicht aber entfernt.

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Software von unbekannten Herstellern sollten Sie sich genau ansehen. (Bild: Screenshot netzwelt)

Im Feld "Befehl" sehen Sie, wo im System sich die aufgeführten Programme befinden. Dateien, die im AppData-Ordner liegen, können Sie von Hand entfernen. Aktivieren Sie dazu im Windows Explorer unter "Organisieren" und "Ordner- und Suchfunktionen" die Ansicht ausgeblendeter Ordner und navigieren Sie zu dem im Systemkonfigurationsfenster angezeigten Pfad.  Wie im Beispiel abgebildet können Sie nun etwa die "Snz.exe"-Datei entfernen. Befindet sich eine Datei im Windows-Systemordner (C\Windows\...) sollten Sie diese nicht selbst entfernen, um dem System nicht zu schaden.

delta_snooze (Bild: Screenshot netzwelt)
Der Pfad rechts gibt an, wo auf Ihrer Festplatte sich die entsprechenden ausführbaren Dateien befinden. (Bild: Screenshot netzwelt)

Werfen Sie als Nächstes einen Blick in die laufenden Dienste. Rufen Sie dazu wieder die Windows-Systemkonfiguration auf und wählen Sie die Registerkarte "Dienste". Mit einem Klick auf das entsprechende Feld sollten Sie hier als Erstes die Microsoft-Dienste ausblenden. Verdächtige Dienste mit unbekanntem Hersteller deaktivieren Sie in der Liste. Starten Sie das System anschließend neu.

Antivirensoftware

Um infizierte Systemdateien zu reparieren und andere Toolbar-Schädlinge zu finden, sollten Sie abschließend einen Scan etwa mit dem kostenlosen Malwarebytes durchführen. Es ist wichtig, dies am Ende zu tun - haben Sie etwa die Schadsoftware zuvor nicht deinstalliert, hilft auch der Malwarescan selten.

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