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Sony Xperia Z Ultra im Test: Mini-Tablet mit Telefoniefunktion
Mehr Tablet, weniger Smartphone

von Jan Kluczniok
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Das Sony Xperia Z Ultra ist nicht nur größer als andere Smartphones, es punktet auch mit einer besonderen Eigenschaft: Hat der Nutzer keinen Block zur Hand hat, kann er etwa mit Bleistift oder Kugelschreiber einfach Skizzen und Notizen auf dem Bildschirm des Xperia Z Ultra verfassen. Macht Sony nun dem Samsung Galaxy Note 3 Konkurrenz? Der netzwelt-Test liefert die Antwort.

Das Sony Xperia Z Ultra ist in der netzwelt-Redaktion eingetroffen.

Design und Verarbeitung

Das Design ist an die Schwestermodelle Xperia Z1 und Xperia Tablet Z angelehnt. Sony spricht hier vom OmniBalance-Design - für das vor allem der markante Powerknopf und die schlanke Bauweise bezeichnend sind. Mit 6,5 Millimetern ist das Xperia Z Ultra dünner als das iPhone 5s und verfehlt nur knapp den Titel "Dünnstes Smartphone der Welt", der aktuell vom Huawei Ascend P6 gehalten wird. Erhältlich ist das Xperia Z Ultra in den Farben Schwarz, Weiß und Violett.

  • Bereits die Verpackung des Xperia Z Ultra erinnert von der Größe her an ein Tablet. (Bild: netzwelt)
  • Ganz oben in der Schachtel liegt das XXL-Smartphone. (Bild: netzwelt)
  • Der Bildschirm des Xperia Z Ultra misst in der Diagonale 6,4 Zoll. (Bild: netzwelt)
  • Der Bildschirm löst in Full HD auf. (Bild: netzwelt)
  • Unter dem Smartphone liegt eine Kurzanleitung. (Bild: netzwelt)
  • Im Lieferumfang befinden sich auch ein Netzteil und ein Datenkabel. (Bild: netzwelt)
  • Erhältlich ist das Xperia Z Ultra in den Farben Weiß, Schwarz und Violett. (Bild: netzwelt)
  • Das Xperia Z Ultra ist mit 6,5 Millimetern äußerst dünn, sogar dünner als das iPhone 5s. (Bild: netzwelt)

Der Bildschirm des Xperia Z Ultra misst in der Diagonale 6,4 Zoll. Es ist damit das aktuell größte Smartphone der Welt und übertrifft die Konkurrenz um Längen (siehe Tabelle). Sony kommt beim Xperia Z Ultra bei Abmessungen und Gewicht Mini-Tablets wie dem iPad mini oder dem Samsung Galaxy Tab 2 7.0 äußerst nahe.

Modell Abmessungen Gewicht Displaygröße
HTC One 137,4 x 68,2 x 9,3 Millimneter 143 Gramm 4,7 Zoll
Samsung Galaxy S4 137 x 70 x 7,9 Millimeter 130 Gramm 5 Zoll
Sony Xperia Z1 144,4 x 73,9 x 8,5 Millimeter 169 Gramm 5 Zoll
Samsung Galaxy Note 3 151,2 x 79,2 x 8,3 Millimeter 168 Gramm 5,7 Zoll
HTC One Max 164,5 x 82,5 x 10,29 Millimeter 217 Gramm 5,9 Zoll
Nokia Lumia 1520 162,8 x 85,4 x 8,7 Millimeter 209 Gramm 6 Zoll
Asus FonePad Note FHD 6 164,8 x 88,8 x 10,3 Millimeter 214 Gramm 6 Zoll
Huawei Ascend Mate 163,5 x 85,7 x 9,9 Millimeter 198 Gramm 6,1 Zoll
Samsung Galaxy Mega 167,6 x 88 x 8 Millimeter 199 Gramm 6,3 Zoll
Sony Xperia Z Ultra 179 x 92 x 6,5 Millimeter 212 Gramm 6,4 Zoll
Google Nexus 7 (2013) 114 x 200 x 8,65 Millimeter 290 Gramm 7 Zoll
Nokia Lumia 1320 164,2 x 85,9 x 9,8 Millimeter 220 Gramm 6 Zoll

Die Verarbeitung ist, wie aus der Sony Z-Serie gewohnt, hochwertig. Das Gehäuse besteht aus kratzfestem Mineralglas und ist gegen Staub und Wasser geschützt. Das Xperia Z Ultra kann sogar zeitweilig untergetaucht werden - vorausgesetzt der Speicherkartenschacht ist korrekt verschlossen. Leider übernimmt das Modell aber auch die Schwächen der Z-Serie. Nicht nur das Display, sondern auch die Glasrückseite ist sehr anfällig für Schmutz und Fingerabdrücke.

Hardware

Als Prozessor fungiert der Snapdragon 800 von Qualcomm, der auch im Samsung Galaxy Note 3 zum Einsatz kommt. Der Quad-Core-Chip taktet im Sony-Smartphone mit 2,2 Gigahertz und kann auf zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zugreifen. Dementsprechend flink ist das Xperia Z Ultra. Im Benchmarkvergleich muss sich das Z Ultra nur dem Nexus 5 und dem Galaxy Note 3 geschlagen geben. Der interne Speicher misst 16 Gigabyte, dem Nutzer stehen ab Werk davon 11,7 Gigabyte zur Verfügung. Bei Bedarf lässt sich der Speicher mit einer microSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitern. Apps kann der Nutzer jedoch nicht auf die Speicherkarte auslagern. Die neuen Funkstandards LTE und NFC werden natürlich unterstützt.

Smartphone Geekbench 3 Multi-Core Geekbench 3 Single-Core Sunspider
Samsung Galaxy Note 3 2.914,3 Punkte 938,7 Punkte 595,6 Millisekunden
Sony Xperia Z1 2.594 Punkte 904 Punkte 717,4 Millisekunden
LG G2 2.185 Punkte 857 Punkte 1.038,9 Millisekunden
Apple iPhone 5s 2.348 Punkte 1.373 Punkte 409 Millisekunden
Google Nexus 5 2.811 Punkte 911 Punkte 705 Millisekunden
Sony Xperia Z Ultra 2.707 Punkte 919 Punkte 714,8 Millisekunden
Acer Liquid S2 2.501 Punkte 850 Punkte 618,5 Millisekunden

Als Display fungiert ein Triluminos-Bildschirm mit der sogenannten neuen X-Reality Engine. Der Nachfolger der Mobile Bravia Engine soll eine größere Farbvielfalt bieten, arbeitet aber auch wie der Vorgänger eher unauffällig, Unterschiede fallen erst im direkten Vergleich mit einem anderen Bildschirm auf. Das Display hinterließ im Test dennoch einen guten Eindruck. Auch in Sachen Blickwinkel, Helligkeit und Farbdarstellung kann der Full HD-Screen überzeugen, allerdings hatte netzwelt im Test mit starken Spiegelungen zu kämpfen, was insbesondere bei der Nutzung im Freien störend ist.

Mit einem leitfähigen Stift kann der Nutzer auf dem Display schreiben, malen oder zeichnen. Eine mit dem Samsung Galaxy Note vergleichbare Funktionalität bietet das Xperia Z Ultra aber nicht. Es steht lediglich eine App namens "Skizze" zur Verfügung. In Apps, die die virtuelle Tastatur nutzen, kann der Nutzer auch auf Handschrifteingabe umschalten. Die Erkennungsquote war im Test jedoch miserabel. Während der Stifteingabe reagiert das Display auch auf Handeingaben, was wie beim ersten Note oftmals zu Fehleingaben im Test führte.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Xperia Z Ultra ist nur befriedigend. Nebengeräusche sind deutlich wahrnehmbar. Zudem ist das Telefonieren ohne Headset eine Qual und nicht zu empfehlen.

Der Akku des Xperia Z Ultra bietet eine Kapazität von 3.000 Milliamperestunden. Das reicht, um Sie durch den Tag zu bringen. Je nach Nutzungsintensität und Einstellungen wird es aber am Abend eng. Das große Display des Xperia Z Ultra frisst enorm viel Strom. Zum Vergleich: Das 7-Zoll-Tablet Nexus 7 bietet laut Hersteller eine Laufzeit von neun stunden und besitzt einen 3.950-Milliamperestunden-Akku. In der Regel sollten Sie also das Xperia Z Ultra abens wieder an die Steckdose hängen.

Die Batterie kann nicht vom Nutzer gewechselt werden. Sollte sich das Xperia Z Ultra aber einmal aufhängen, kann der Nutzer dennoch einen "Hardreset" durchführen. Neben dem SIM-Kartenschacht befindet sich ein kleiner roter Knopf. Hält der Nutzer ihn einige Sekunden gedrückt, schaltet sich das Xperia Z Ultra ab.

Multimedia

Auf der Rückseite des Z Ultra verbaut Sony eine 8-Megapixel-Kamera. Der japanische Hersteller verzichtet jedoch auf eine LED-Fotoleuchte. Dementsprechend ist das Xperia Z Ultra nur für Aufnahmen bei ausreichendem Licht zu gebrauchen. Schon bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen ist bereits ein leichtes Bildrauschen zu erkennen. Videos zeichnet die Kamera maximal in Full HD auf. Auch bei den Clips zeigt sich: je schlechter die Lichtverhältnisse umso deutlicher das Rauschen. Leider zieht die Kamera zudem beim Filmen etwas nach.

Das Xperia Z Ultra macht nur bei ausreichendem Licht gute Bilder. Je schlechter die Lichtverhältnisse, umso stärker das Rauschen.

Der Lautsprecher liefert einen für einen Handy-Lautsprecher annehmbaren Klang und taugt auch gelegentlich zur Hintergrundbeschallung mit Musik oder Webradio. Ihm fehlt allerdings etwas Power - bei einem Smartphone dieser Größe darf man mehr erwarten. Über Kopfhörer reicht der Klang an denen von durchschnittlichen MP3-Playern heran. Die Kopfhörer können auch als Wurfantenne fungieren und ermöglichen dann den Empfang von UKW-Radioprogammen, die zugehörige App kann diese auch über den Handy-Lautsprecher ausgeben.

Software

Als Betriebssystem fungiert Android 4.2, aktuell verteilt Sony ein Update auf Android 4.3 Jelly Bean. 2014 soll eine weitere Aktualisierung auf Android 4.4 KitKat folgen. Googles Handy-OS hat Sony mit einer eigenen Nutzeroberfläche überzogen. Die sogenannte "Xperia UI" wirkt aufgeräumter als früher. Statt einer Vielzahl vorinstallierter Apps finden Nutzer jetzt deutlich weniger Anwendungen vor. Wichtig ist Sony die Verknüpfung seiner Hardware mit den Software-Services des Unternehmens. Dementsprechend findet sich direkt auf dem Startbildschirm Zugang zu den Streaming-Diensten Music Unlimited, Video Unlimited oder zum App Store für Spiele, PlayStation Mobile.

Sony macht sich beim Xperia Z Ultra zudem zu eigen, dass Android ab Version 4.0 für Tablets und Smartphones entwickelt wurde. Alle Menüs und Apps sind sowohl im Hoch- als auch im Querformat nutzbar, was angesichts des Tablet-ähnlichen Formats des Xperia Z Ultra lobenswert ist. Leider hat Sony es aber verpasst, das Z Ultra auf Einhandbedineung zu opitmieren. Bedienhilfen, wie Sie etwa Huawei beim Ascend Mate oder ZTE beim Grand Memo bieten, fehlen. Ein klarer Minuspunkt.

  • Das Format des Xperia Z Ultra ist in Sachen Breite und Tiefe an einen Reisepass angelehnt. (Bild: netzwelt)
  • In der Diagonale misst das Display des Xperia Z Ultra 6,4 Zoll. (Bild: netzwelt)
  • Auf dem Bildschirm kann der Nutzer mit einem leitfähigen Kuli oder Bleistift schreiben. (Bild: netzwelt)
  • Das Xperia Z Ultra ist nur 6,5 Millimeter dick. (Bild: netzwelt)
  • Das Design ist an die Schwestermodelle Xperia Z und Xperia Tablet Z angelehnt. (Bild: netzwelt)
  • Das Xperia Z Ultra ist gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt. (Bild: netzwelt)
  • Xperia Z Ultra und Xperia Z (oben) im Größenvergleich. (Bild: netzwelt)
  • Ladestation, SmartWatch und Bluetooth-Freisprecheinrichtung können zum Xperia Z Ultra hinzuerworben werden. (Bild: netzwelt)
  • Das Xperia Z Ultra ist mit dem Snapdragon 800-Prozessor ausgestattet. Allerdings handelt es sich noch um ein Vorserienmodell. Benchmark-Ergebnisse sind daher nicht aussagekräftig. (Bild: netzwelt)
  • Die diversen Sony-Dienste greifen auf dem Xperia Z Ultra besser ineinander. (Bild: netzwelt)
  • Als Betriebssystem fungiert Android 4.2 Jelly Bean. (Bild: netzwelt)
  • Die Display-Einstellungen lassen sich für das Lesen von eBooks optimieren. (Bild: netzwelt)
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netzwelt
3.6
Sony Xperia Z Ultra
Vorteile
  • Rechenpower
  • großes, tolles Display
Nachteile
  • als Smartphone im täglichen Einsatz zu groß
  • Stift-Bedienung nur Gimmick
  • keine Foto-LED

Mehr Tablet als Smartphone

Smartphone oder Tablet-PC? Das Sony Xperia Z Ultra tendiert klar zu Letzerem. Wem das Xperia Tablet Z zu groß ist, findet im Z Ultra eine leistungsstarke Alternative im Mini-Format - mit der der Nutzer bei Bedarf auch telefonieren kann. Für den Einsatz als Smartpone ist das Xperia Z Ultra aber dem Geschmack der Redaktion nach einfach zu groß, zumal Sony softwareseitig so gut wie keine Anstrengungen unternimmt, die Bedienung für die Nutzung mit einer Hand zu optimieren. Auch die Stifteingabe ist aktuell nicht mehr als ein nettes Gimmick.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
4
Ausstattung und Bedienung
4
Sprachqualität
4
Akkulaufzeit
3
Multimedia
3
Einsortierung
Sony Xperia Z Ultra von Sony wurde als Smartphone abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Smartphone, Sony, Review, Android 4.2 Jelly Bean, Android 4.3 Jelly Bean, Sony Xperia und Sony Xperia Z Ultra .
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