Sie sind hier:
 

ZTE Grand Memo im Test
XXL-Smartphone

von Jan Kluczniok
Share
Tweet
+1
Share
SHARES

Das ZTE Grand Memo ist in Deutschland erhältlich - allerdings ohne den zuvor angekündigten Quad-Core-Chip Snapdragon 800. Ob sich der Kauf dennoch lohnt und wie gut sich das 5,7 Zoll große Smartphone mit einer Hand bedienen lässt, verrät der ausführliche Test von netzwelt.

ZTE kündigte mit dem Grand Memo auf dem Mobile World Congress im Februar das erste Smartphone weltweit mit Snapdragon 800-Prozessor an. Nun ist das LTE-Smartphone in Deutschland erhältlich. Auf den High-End-Prozessor müssen deutsche Nutzer jedoch verzichten. Lohnt sich dennoch der Kauf des XXL-Smartphones? Der Test gibt die Antwort.

Das ZTE Grand Memo ist ab sofort in Deutschland erhältlich.

Design und Verarbeitung

In Sachen Design setzt das Grand Memo keine Glanzpunkte. Das Smartphone wirkt wie eine größere Version des ersten Samsung Galaxy Note - nur ohne Home-Button und Samsung-Schriftzug. Statt eines Home-Buttons besitzt das ZTE Grand Memo eine entsprechende Sensortaste. Auf dieselbe Art von Tasten setzt ZTE auch für die Funktionen "Zurück" und "Eigenschaften".

In der Hand fühlt sich das ZTE Grand Memo gut an, was an der aufgeschäumten Rückseite liegt. Rutschfest ist das Cover aber nicht. Hässliche Fettspuren der Finger sind auf dem Smartphone stets gut zu sehen. Die Rückseite lässt sich nicht abnehmen, sie ist fest verankert. Zugriff auf den SIM-Karten-Slot erhalten Nutzer über einen Schacht an der linken Gehäuseseite. Leider schließt die Verschlusskappe von diesem nicht bündig mit dem Rest des Gehäuses ab, sondern steht leicht hervor. Gleiches gilt für die Kappe des Speicherkartenschachts. Unschön.

ZTE Grand Memo

Zurück XXL Bild 1 von 4 Weiter Bild 1 von 4
Das ZTE Grand Memo ist in der netzwelt-Redaktion eingetroffen. (Bild: netzwelt)

Das Display des ZTE Grand Memo ist mit einer Bilddiagonale von 5,7 Zoll exakt so groß wie der Bildschirm des Samsung Galaxy Note 3. Dennoch ist das Gehäuse des ZTE-Smartphones deutlich ausschweifender. Das Smartphone misst 158 x 82 x 8,9 Millimeter und übertrifft das Galaxy Note 3 damit deutlich (151,2 x 79,2 x 8,3 Millimeter). Das macht das sichere Umgreifen schwer, zumal ZTE bei der Verteilung der Tasten am Gehäuse nicht auf eine handliche Bedienung geachtet hat.

Während Nokia, HTC oder Sony bei ihren Phablets Einschaltknopf und Lautstärkewippe mittig an der rechten Gehäuseseite platzieren, sitzen die Buttons beim Grand Memo am oberen Ende des Geräts.

Das Gewicht des Smartphones verschweigt ZTE auf seiner Homepage geflissentlich. Aus gutem Grund: Mit 197 Gramm ist das ZTE Grand Memo ein echtes Schwergewicht, nur das HTC One Max, das Sony Xperia Z Ultra und das Nokia Lumia 1520 sind schwerer, bieten aber auch größere Displays. Zum Vergleich: Das Galaxy Note 3 wiegt nur 168 Gramm.

Hardware

Als Prozessor fungiert im ZTE Grand Memo nicht wie auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Februar angekündigt der Snapdragon 800, sondern der Vorgänger Snapdragon S4 Pro. Die Taktfrequenz des Quad-Core-Chips ist dementsprechend ebenfalls geringer - statt mit 2,3 Gigahertz läuft der Chip mit 1,5 Gigahertz. Die Rechenleistung kann daher nicht mit aktuellen Android-Top-Geräten wie dem LG G2 oder dem Galaxy Note 3 mithalten. Selbst für das nun mehr fast zehn Monate alte HTC One reicht es nicht, das Grand Memo liegt im Benchmark-Vergleich in etwa auf dem Niveau des Sony Xperia Z.

Im Alltag dürften die Nutzer jedoch keinen großen Unterschied zu aktuellen Top-Modellen bemerken. Ein Unterschied ist allenfalls bei aktuellen 3D-Spielen auszumachen. FIFA 14 und Dead Trigger 2 liefen auf dem ZTE Grand Memo flüssig - auch mit hohen Grafikeinstellungen. Das Auto-Rennspiel Asphalt 8 ließ sich leider nicht installieren.

Das Display des ZTE Grand Memo glänzt im Test mit satten Farben, nur weiße Flächen wirken schmutzig. Gut gefallen haben netzwelt auch die großen Blickwinkel des Bildschirms, die dem Nutzer vor allem beim Spielen und Filmegucken sehr entgegenkommen. Messerscharf ist die Darstellung aber nicht, dazu ist die Auflösung bei dieser Displaygröße mit 1.280 x 720 Pixeln zu gering. Wirklich bemerkbar macht sich dies jedoch nur beim Surfen im Netz, dann sind bei Buchstaben deutliche Fragmente zu sehen.

Vom 16-Gigabyte-Speicher bleiben dem Nutzer im Werkszustand knapp 10,8 Gigabyte über. Der Speicherplatz lässt sich per microSD um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Auf die Speicherkarte lassen sich dabei nicht nur Musik und Filme, sondern auch Apps auslagern. Mit an Bord befinden sich ebenfalls ein LTE-Modul und ein NFC-Chip.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des ZTE Grand Memo ist gut. Nebengeräusche werden nahezu vollständig gefiltert, Gesprächspartner sind klar und deutlich zu verstehen. Der Akku bietet eine Kapazität von 3.200 Milliamperestunden. Er zeigte sich im Test als sehr ausdauernd. Zwei Tage Laufzeit sind mit dem Grand Memo keine Utopie.

Multimedia

Für Foto- und Videoaufnahmen stehen eine 1-Megapixel-Frontkamera und eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite bereit. Die Qualität der Aufnahmen ist gut. Detailtiefe und Schärfe stimmen. Die Aufnahmen weisen aber stets ein Rauschen auf, das je nach Lichtverhältnissen stärker oder schwächer ausgeprägt ist. Videos zeichnet das Smartphone mit maximal 1080p auf, allerdings ruckeln die Full HD-Clips im Test leicht, sie sind aber dennoch brauchbar.

Die 13-Megapixel-Kamera überraschte die Redaktion im Test positiv. Hier sehen Sie ein mit dem Grand Memo aufgenommenes Foto.

Als MP3-Player-Ersatz ist das ZTE Grand Memo nur bedingt geeignet. Musik klingt über Kopfhörer eher gedämpt und sehr dünn. Im Test erkannte das Smartphone zudem zwei Headsets nicht als Kopfhörer. Hat der Nutzer Kopfhörer eingesteckt, kann er auch UKW-Radioprogramme empfangen. Sie lassen sich über die zugehörige App sogar mitschneiden und bei Bedarf über den Lautsprecher des Smartphones auf der Rückseite ausgeben. Der Lautsprecher ist zur Hintergrundbeschallung mit Radio oder Musik jedoch nicht zu gebrauchen. Er ist selbst auf der höchsten Stufe noch vergleichsweise leise und klingt sehr dumpf. Höhen fehlen nahezu komplett.

Software

Als Betriebssystem fungiert auf dem ZTE Grand Memo Android 4.1 Jelly Bean. Der Hersteller hat das Google-System mit einer eigenen Nutzeroberfläche überzogen. Sie wirkt sehr bunt und verspielt. Teils fühlt sich der Nutzer in Android 2.x-Zeiten versetzt, etwa wenn er die Apps "Camcorder" und "Kamera" entdeckt. Hinter beiden versteckt sich dieselbe App, sie startet nur in einem anderen Modus (Foto, Video). Andere Hersteller verzichten daher mittlerweile auf diese Trennung.

In die Nutzeroberfläche hat ZTE ein paar Kniffe integriert, um die Bedienung des Grand Memo mit einer Hand zu erleichtern. "Mi-PoP" heißt ein fliegendes Kontrollfeld, das auf dem Bildschirm die Android-Bedientasten nachbildet. Wahlweise kann der Nutzer mit einem Fingertipp auf den Startbildschirm wechseln oder einen Schritt zurückgehen. Hält der Nutzer den Mi-PoP-Button gedrückt und zieht daran, werden auch der Multitasking- und der Options-Button von Android sichtbar. Mi-PoP legt sich über alle Apps bis auf Spiele. In der Telefon-App kann der Nutzer, ähnlich wie beim Huawei Ascend Mate, wahlweise die Tastatur links oder rechts einblenden

Auf dem Sperrbildschirm liegt auch ein "Mi-EasyAccess" genanntes Widget. Es erlaubt den Aufruf einer von fünf durch den Nutzer festgelegten Apps vom Sperrbildschirm. Entsperrt wird das Gerät nicht durch einen Fingerstreich, sondern durch einen langen Fingerdruck auf das Schlosssymbol. Des Weiteren kann der Nutzer beispielsweise in der Benachrichtigungsleiste mit einen Fingerwisch in das Menü "Schnelltasten" wechseln. In dieser Ansicht hat er nicht nur Zugriff auf Einstellungen wie WLAN und Co., sondern kann auch bis zu acht favorisierte Apps hier hinterlegen. Eine löbliche Idee, allerdings rief netzwelt im Test beim Versuch, per Fingerwisch eine Benachrichtigung zu löschen, oftmals das "Schnelltasten"-Menü versehentlich auf.

ZTE Grand Memo im Test

Zurück XXL Bild 1 von 8 Weiter Bild 1 von 8
Das Display misst 5,7 Zoll und löst in HD auf. (Bild: netzwelt)

Aktuelle Preise
Shop Preis Bewertung
Neu ab 229,00 €
Keine Bewertung
Gebraucht ab ?
Keine Bewertung
netzwelt
5.8
ZTE Grand Memo
Vorteile
  • gutes HD-Display
  • innovative UI-Funktionen
  • ausdauernder Akku
  • ausreichende Performance
Nachteile
  • Verarbeitung weist Macken auf
  • sehr schwer
  • unhandliches Format
  • antiquiertes UI-Design
  • bescheidender Klang

Gemischte Gefühle

Das ZTE Grand Memo hinterlässt im Test einen gemischten Eindruck: Performance und das Display wussten zu gefallen, die 13-Megapixel-Kamera ist brauchbar und die ZTE-eigene Nutzeroberfläche (UI) bietet ein paar nette Ideen. Insgesamt überwiegen aber die Unzulänglichkeiten: Die UI wirkt antiquiert, die Verarbeitung wird durch kleinere Macken getrübt, der Klang ist bescheiden, und das Smartphone ist schwer und unhandlich.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Design und Verarbeitung
3
Ausstattung und Bedienung
7
Sprachqualität
6
Akkulaufzeit
7
Multimedia
6
Einsortierung
ZTE Grand Memo von ZTE wurde als Smartphone abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten Smartphones bis 300 Euro. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Smartphone, Review, ZTE, Android 4.1 Jelly Bean, ZTE Grand Memo und Phablet .
Kommentare zu diesem Artikel

Das ZTE Grand Memo ist in Deutschland erhältlich - allerdings ohne den zuvor angekündigten Quad-Core-Chip Snapdragon 800. Ob sich der Kauf dennoch lohnt und wie gut sich das 5,7 Zoll große Smartphone mit einer Hand bedienen lässt, verrät der ausführliche Test von netzwelt.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
article
40117
ZTE Grand Memo im Test
ZTE Grand Memo im Test
Das ZTE Grand Memo ist in Deutschland ohne Snapdragon 800-Prozessor erschienen. Ob sich der Kauf trotzdem lohnt, verrät der ausführliche Test von netzwelt.
http://www.netzwelt.de/news/111891-zte-grand-memo-test.html
2013-12-11 18:11:30
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/zte-grand-memo-produktbild-114506.png
ReviewHardwareSmartphone
ZTE Grand Memo im Test