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LG G Pad 8.3 im Test: Die größere Nexus 7-Alternative
Aluminium-Gehäuse und sinnvolle Software-Extras

von Michael Knott
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LG meldet sich mit dem LG G Pad 8.3 zurück auf dem Tablet-Markt. Das Android-Gerät mit der ungewöhnlichen Bildschirmdiagonale von 8,3 Zoll empfiehlt sich im Test als potenzielle Alternative zum erfolgreichen Nexus 7 oder Samsung Galaxy Note 8.0 - und fühlt sich hervorragend an.

Sauber verarbeitet und mit netten Software-Zugaben: Das LG G Pad 8.3 schlägt sich im Test gut. (Quelle: LG)

Vor gar nicht allzu langer Zeit galt bei Tablet-Computern eine Bildschirmdiagonale von knapp zehn Zoll als gesetzt. Kleinere Bildschirme würden die Smartphone-Verkäufe schmälern, so die Befürchtung der Hersteller. Doch nicht zuletzt der Erfolg des ersten Google Nexus 7 und später auch des Apple iPad minis untermauerten den Bedarf nach kompakten Tablets, die noch in eine Hand passen.

Ausstattung

So auch das LG G Pad 8.3. Das seit langer Zeit erste Tablet-Modell des südkoreanischen Herstellers lässt sich von kleinen Händen noch so gerade eben in einer Hand halten. Die andere Hand bleibt für die Bedienung des 8,3 Zoll (21 Zentimeter) großen Touchscreens frei. Online-Händler wie amazon listen das G Pad 8.3 aktuell für rund 300 Euro.

Für Rechenleistung sorgt ein Snapdragon 600-Prozessor von Qualcomm. Die Quad-Core-CPU verfügt über eine Taktrate von 1,7 Gigahertz. Hinzu kommen recht knappe 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie zwei Gigabyte RAM. Der Massenspeicher lässt sich durch das Einlegen einer microSD-Karte auf der Oberseite um bis zu 64 Gigabyte erweitern. Die Auflösung des TFT-LCD beträgt 1.920 x 1.200. Schnappschüsse fängt die Hauptkamera auf der Rückseite mit einer maximalen Auflösung von fünf Megapixeln ein. Eine Foto-LED fehlt. Das für die Videotelefonie gedachte Pendant auf der Vorderseite löst mit 1,3 Megapixeln auf und hat Probleme bei schwachem Licht - dann beschweren sich Gesprächspartner über ein grobkörniges Bild.

  • Das LG G Pad 8.3 bietet, wie der Name bereits vermuten lässt, eine Bildschirmdiagonale von 8,3 Zoll - ungewöhnlich. (Bild: LG)
  • Die Verarbeitung ist rundum gelungen. Spaltmaße oder ähnliche Makel konnte netzwelt im Test nicht feststellen. (Bild: LG)
  • Die Rückseite besteht aus Aluminium - wie beim iPad mini. Im Falle des LG G Pad 8.3 haften jedoch Fingerabdrücke besonders stark am Gehäuse. (Bild: LG)
  • Außer in Schwarz können Interessierte das Tablet auch in Weiß ordern. Der aktuelle Preis beträgt knapp 300 Euro. (Bild: LG)
  • Im Alltag gefällt das LG-Tablet aufgrund sinnvoller Extrasoftware. (Bild: netzwelt)
  • Eine Funktion nennt sich QPair. Damit lassen sich Android-Smartphone und LG-Tablet koppeln. (Bild: netzwelt)
  • Die Displaydarstellung überzeugt. Die Maximalhelligkeit dürfte jedoch höher sein. (Bild: netzwelt)
  • Knapp bemessen ist auch der interne Speicher. Ab Werk stehen nur elf Gigabyte zur freien Verfügung. (Bild: netzwelt)
  • Das LG-Tablet lässt sich mit einer Hand halten. Die andere bleibt frei für die Bedienung. (Bild: netzwelt)
  • Die Stereolautsprecher auf der Rückseite sind logisch positioniert, klingen aber nicht berauschend. (Bild: netzwelt)

Auf der Unterseite dient ein microUSB-Anschluss dem Anschluss an den Rechner und der Stromversorgung. Per Adapterkabel lassen sich hierüber auch Signale an einen Fernseher leiten. Ein herkömmlicher HDMI-Ausgang fehlt; das USB-Netzteil gehört zum Lieferumfang. An der rechten Gehäuseflanke verbaut LG eine Lautstärkewippe mit exakten Druckpunkten und den Ein- und Ausschalter. Kopfhörereingang und ein kleiner Infrarotsender finden sich auf der Oberseite. Dank Letzterem wird das G Pad zur Universalfernbedienung.

Auf der Rückseite entdeckt netzwelt schließlich noch Stereo-Lautsprecher. Drahtlos nimmt das Android-Tablet per Bluetooth 4.0 oder WLAN (a/b/g/n) Verbindung zu anderen Geräten auf. Ein GPS-Empfänger ist ebenfalls an Bord. Bei der Gehäusefarbe haben Nutzer die Wahl zwischen Weiß und Schwarz.

So fühlt es sich an

Sehr gut ist LG die Verarbeitung des 338 Gramm schweren Tablets gelungen. Das G Pad 8.3 braucht den Vergleich mit dem iPad mini oder dem Nexus 7 in keiner Weise zu scheuen. Genau wie beim iPad mini setzt der Hersteller auf eine Rückseite aus robustem Aluminium. Egal wie sehr man das Testgerät auch schüttelt, es gibt keinen Laut von sich - ein gutes Zeichen.

Der Display-Rand fällt erfreulich knapp aus, und auch das Tippen auf dem Touchscreen ist angenehmer als zuletzt beim iPad Air der Fall.

An Fingerabdrücke auf berührungsempfindlichen Bildschirmen dürften sich viele Nutzer inzwischen gewöhnt haben. Leider hinterlassen die Hände jedoch auch auf der Rückseite des Testgeräts Spuren. Diese lassen sich mit einem weichen Tuch schnell entfernen. Der Kratztest hinterlässt recht schnell feine, aber dennoch sichtbare Narben. Am netzwelt vorliegenden Rezensionsexemplar sind keine auffälligen Spaltmaße erkennbar, sodass die Verarbeitung insgesamt überzeugt.

Display

Die Full HD-Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten führt zu einer scharfen Darstellung von Inhalten. Zum gefürchteten Treppen-Effekt kommt es nicht. Adleraugen entdecken einzelne Bildpunkte - im Alltag und ab einem Abstand von etwa 30 Zentimetern sind diese jedoch nicht mehr zu erkennen. Manch ein Top-Tablet der Konkurrenz wie das iPad mini mit Retina-Display (2.048 x 1.536 Pixel auf 7,9 Zoll) lösen höher auf.

Passt mit seinen Abmessungen von 216,8 x 126,5 x 8,3 Millimeter noch in eine Hand.

Dank des verbauten IPS-Panels fallen die Blickwinkel extrem groß aus - auch wenn Sie den Bildschirm des LG Pad aus ganz spitzem Winkel betrachten, kommt es nicht zu Farbverfälschungen. Gut gefallen Kontrast und Farben. Die Maximalhelligkeit hätte ruhig höher ausfallen dürfen, gerade bei Verwendung des Tablets im Freien. Insgesamt gefällt uns die Anzeige im aktuellen Nexus 7 daher ein wenig besser.

Leistung und Akkulaufzeit

Im Testalltag zeigte das LG G Pad 8.3 keinerlei Leistungsschwäche, auch wenn die Benchmark-Ergebnisse ihm kein überragendes Zeugnis ausstellen. Den Browser-Geschwindigkeitstest Sunspider absolvierte das Android-Tablet angesichts der potenten Hardware in eher durchschnittlichen 1.192 Millisekunden. Im Benchmark-Test Antutu hingegen erzielt es 23.920 Punkte und übertrumpft das Google Nexus 7.

Abseits der Benchmarkergebnisse öffnet das Tablet Apps sehr zügig, und auch beim Spielen aktueller Google Play-Titel wie Real Racing 3 oder Asphalt 8 kommt es nicht zu Rucklern oder Aussetzern. Überraschend knapp fällt hingegen die Akkulaufzeit aus. Bei aktiven Funkverbindungen und einer Bildschirmhelligkeit von 75 Prozent gingen bei kontinuierlicher Videowiedergabe nach sechs Stunden die Lichter aus - das können einige Modelle der Konkurrenz besser.

Software

Als Betriebssystem ist das aktuelle Google Android 4.2.2 installiert. Dem Käufer stehen von den insgesamt 16 Gigabyte Speicher direkt nach dem Auspacken noch rund elf Gigabyte zur freien Verfügung. Ähnlich wie Samsung setzt auch LG beim G Pad auf zahlreiche, ab Werk installierte Zusatzfunktionen, die den täglichen Umgang mit dem Tablet komfortabler machen.

Hier stechen vor allem die eingebaute Fernbedienung-App, die im Test auf Anhieb einen Samsung-Fernseher fernsteuerte, sowie das Programm "QPair" hervor. Letztere ermöglicht es, Benachrichtigungen eines gekoppelten Android-Smartphones auf dem LG-Tablet anzuzeigen.

Die passende Smartphone-App lässt sich kostenlos aus Google Play herunterladen. Nach erfolgreicher Einrichtung tauchen verpasste Anrufe, SMS und andere Mitteilungen auf dem großen Display des Tablets auf. Praktisch und ein guter Trost für denjenigen, der sich das LG Pad vielleicht mit einem eingebautem Mobilfunkmodem gewünscht hätte. Vielleicht liefert der Hersteller in absehbarer Zeit eine solche Modellvariante auch noch nach.

Neben der getesteten Variante in Schwarz bietet LG das G Pad auch mit weißem Gehäuse an. (Quelle: LG)

Als Alternative empfiehlt sich in erster Linie das aktuelle Google Nexus 7. Dieses bietet einen etwas kleineren Bildschirm, ist dafür aber mit einem Preis von derzeit 230 Euro knapp 70 Euro günstiger zu haben. Wer das G Pad in Erwägung zieht, sollte zudem auch dem Testbericht des Samsung Galaxy Note 8.0 sowie dem amazon kindle fire HDX 8.9 und Apple iPad mini einen Besuch abstatten.

Weitere Neuigkeiten rund um das Thema Tablet-PC fasst netzwelt auf dieser Seite für Sie zusammen.

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netzwelt
7.2
LG G Pad 8.3
Vorteile
  • Verarbeitung
  • Formfaktor
Nachteile
  • nicht kratzfest
  • Akkulaufzeit

Willkommen zurück!

Top-Verarbeitung und gute Leistung, gepaart mit sinnvollen wenn auch teilweise verspielten Software-Funktionen: Mit dem G Pad 8.3 sichert sich LG einen Platz ganz weit vorn unter den Tablet-PCs mit einer Display-Diagonale unter zehn Zoll. Allein die nicht ganz so üppige Akkulaufzeit, die fehlende Option eines eingebauten Mobilfunkmodems und der knappe Grundspeicher sind als schlagkräftige Kritikpunkte anzuführen.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Einsortierung
LG G Pad 8.3 von LG wurde als Tablet-PC abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten Kompakt-Tablets. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Android, LG, Tablet-PC, Review und Android 4.2 Jelly Bean .
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