Sie sind hier:
 

Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition) im Test
Loser Rahmen und Leistungsprobleme

von Michael Knott
Share
Tweet
+1
Share
SHARES

Kräftige Hardware, sinnvolle Software-Funktionen und eine einzigartige Stiftbedienung: Es findet sich viel Gutes am Samsung Galaxy Note 10.1 in der "2014 Edition". Doch leider patzt das Tablet im Test an zwei Stellen, die alles andere als unkritisch sind - bei der Leistung und bei der Verarbeitung.

Neben der Smartwatch Galaxy Gear und dem Note 3 gehört das Android-Tablet Galaxy Note 10.1 zu den Samsung-Highlights in diesem Jahr. Das mit einem Stift bedienbare Tablet bietet unter anderem einen kräftigen Prozessor und ein eingebautes LTE-Modem. Wie das derzeitige Flaggschiff unter den Samsung-Tablets sich im Alltag schlägt, verrät der ausführliche Testbericht.

Der S-Pen genannte Stift gehört fest zum Samsung Galaxy Note 10.1 - auch im Jahr 2014.

Samsung pflegt seine Note-Reihe konsequent. Wenn man so will, dann gipfeln diese Bemühungen im an dieser Stelle getesteten Galaxy Note 10.1 2014 Edition. Der sperrige Namenszuatz ist notwendig, denn nach wie vor liegt bei vielen (Online-)Händlern die etwas dickere und schwächere Vorgängerversion in den Regalen. Einen entsprechenden Testbericht finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

Ausgepackt: Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition)

Zurück XXL Bild 1 von 8 Weiter Bild 1 von 8
Das neue Samsung Galaxy Note 10.1 ist in der Redaktion eingetroffen. (Bild: netzwelt)

Unterschiede zum Vorgängermodell 

Die Erstauflage des Note 10.1 verfügt über ein Display mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten - was sich in Zeiten von iPad Air und Co. als nicht mehr zeitgemäß bezeichnen lässt. Hier bietet das Testmodell mit seinem WQXGA-Display (2.560 x 1.600) wesentlich mehr Pixel. Zudem hat die 2014er-Version bei der Rechenleistung natürlich die Nase vorn. Auch das von einigen Nutzern sowie von netzwelt bemängelte Gehäuse will der Hersteller aus Südkorea überarbeitet haben. Auf den ersten Blick fällt zumindest das deutlich flachere Gehäuse auf.

Das steckt drin

Die technischen Daten des Testgeräts lesen sich vielversprechend mit Ausstattungsdetails wie der Quad-Core-CPU mit einer Taktfrequenz von 2,3 Gigahertz, satten drei Gigabyte Arbeitsspeicher, eingebautem Infrarotsender, GPS und nicht zu vergessen den vielen auf den Bedienstift angepassten Programmen und Samsung-eigenen Software-Features.

Der Hersteller aus Südkorea bietet das größte Note in einer LTE- und einer reinen WLAN-Variante an. Beide müssen mit einem relativ knapp bemessenen Speicher von 16 Gigabyte leben, der sich allerdings durch das Einlegen einer microSD-Karte ausbauen lässt. Die unverbindliche Preisempfehlung für die getestete LTE-Variante beträgt 679 Euro. Online-Händler unterbieten diesen Preis jedoch bereits um knapp 60 Euro. Der Straßenpreis der reinen WLAN-Version, die zudem über eine andere CPU verfügt, liegt bei derzeit 500 Euro - 100 Euro unter der unverbindlichen Preisempfehlung.

So fühlt es sich an

544 Gramm bringt das Galaxy Note 10.1 in der 2014-Edition auf die Waage. Ein echtes Schwergewicht ist das Note 10.1 damit zwar nicht - dennoch wiegt es ein gutes Stück mehr als das iPad Air mit LTE-Modem (478 Gramm). Am nur drei Gramm schweren Stylus des Samsung-Tablets liegt dies übrigens nicht.

Der S-Pen gennante Stift ist nach Geschmack von netzwelt etwas zu dünn.

Das Note 10.1 orientiert sich bei der Optik stark am Riesen-Smartphone Galaxy Note 3. Genau wie dieses verfügt das Android-Tablet über eine rückseitige Abdeckung aus einem Lederimitat. Beim Tablet fühlt sich dieses aber wesentlich härter an als beim Note 3. Dennoch hat Samsung hier einen gelungenen Kompromiss aus Widerstandsfähigkeit und optischem Akzent gefunden - eine vergleichbare Optik findet man derzeit nicht im Tablet-Umfeld.

Das umlaufende Band besteht nicht - wie man anhand der Fotos vielleicht glauben könnte - aus Aluminium oder Metall. Vielmehr kommt lackierter Kunststoff zum Einsatz, der bei näherer Betrachtung nicht sehr hochwertig ist. Der Kratztest hinterlässt weder am seitlichen Rand noch auf der lederartigen Rückseite bleibende Spuren. Schüttelt man das Tablet kräftig hin und her, gibt es keinen Laut von sich - ein gutes Zeichen.

Kopfzerbrechen bereitet eben dieser Rahmen dennoch. Im Bereich der Lautstärke-Regler, welche ebenfalls aus Kunststoff gefertigt sind, klafft am Testgerät eine Lücke in der Größe eines Stecknadel-Kopfes. Wenn man das Tablet etwas verwindet, wird diese Lücke immer größer. Und auch an weiteren Stellen am Gehäuse lässt sich mühelos ein Fingernagel "versenken".

Der im Lieferumfang enthaltene Bedienstift mit der Bezeichnung S-Pen besteht ebenfalls aus Kunststoff. Die meisten Nutzer werden an Verarbeitung und Haptik nicht viel auszusetzen haben. Nach Meinung des Testers ist der Stift jedoch etwas lieblos gestaltet. Er liegt sehr leicht und etwas zu rutschig in der Hand. Menschen, die gern mit hochwertigen Kugelschreibern oder Füllfederhaltern schreiben, werden vom "S-Pen-Erlebnis" vielleicht enttäuscht sein, auch wenn der Stift tadellos funktioniert. Die von Grafik-Tablets bekannten Wacom-Digitizer funktionieren übrigens nicht mit dem Testgerät.

Display

Das 10,1 Zoll große TFT-Display bietet eine Auflösung von sehr guten 2.560 x 1.600 Bildpunkten und ist eines der Highlights des Galaxy Note. Ein Riesensprung im Vergleich zum Vorgängermodell. Inhalte werden überaus scharf dargestellt. Ein Treppeneffekt, etwa bei der Darstellung von Schrift, ist nicht feststellbar. Einzelne Bildpunkte sind auch bei sehr geringem Abstand nicht erkennbar.

Hinzu kommen sehr große Blickwinkel. Selbst aus ganz spitzem Winkel kommt es praktisch nie zu Farbverfälschungen. Das Prädikat "Top-Display" verdient sich die Note-Anzeige schließlich durch eine neutrale Farbwiedergabe sowie sehr gutem Kontrast. Die Maximal-Helligkeit reicht aus, um auch bei Sonnenlichteinstrahlung noch etwas zu erkennen. Dies ist längst nicht bei allen Tablet-Computern der Fall.

Leistung und Software

In der getesteten LTE-Variante des Galaxy Note 10.1 steckt ein Snapdragon S800-Prozessor von Qualcomm. Die vier Kerne verfügen über eine Taktfrequenz von 2,3 Gigahertz. Mehr geht im Falle eines aktuellen Flachcomputers kaum. Vor allem im Zusammenhang mit satten drei Gigabyte Arbeitsspeicher, auf die sowohl die LTE-Version als auch die ebenfalls erhältliche WLAN-Variante zugreifen können.

Im Netz attestieren viele internationale und nationale Tester dem Galaxy-Top-Modell überraschenderweise dennoch Leistungsprobleme. Dies betrifft vor allem die WLAN-Version des Android-4.3-Tablets. Leider gerät aber auch die von netzwelt getestete LTE-Ausführung ins Stocken - etwa beim Spielen von grafiklastigen Titeln wie Asphalt 8. Während der Apple-Konkurrent iPad Air sich bei diesem Titel keine Blöße gibt. Zudem braucht das Spiel auf dem Testgerät knapp fünf Sekunden länger als beim iPad Air, um überhaupt zu laden.

Auch im täglichen Umgang mit dem Tablet sind gelegentliche Ruckler zu beobachten. Diese fallen zwar im Prinzip nur auf, wenn der Nutzer darauf achtet. Angesichts der sehr kräftigen Hardware wirft dieser Umstand jedoch Fragen auf. Offenbar ist es Samsung nicht gelungen, Hardware und Software optimal aufeinander abzustimmen, wäre eine passende Antwort. Wie die Vergangenheit zeigt, besteht jedoch Hoffnung auf ein Software-Update, das die Performance-Probleme glattbügelt.

Viele vom Samsung-Smartphone Galaxy S4 bekannten Sonderfunktionen finden sich auch im Galaxy Note 10.1. - Smart Scroll und Smart Pause etwa. Mehr zu diesen Samsung-Eigenentwicklungen finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

Stiftbedienung

Der S-Pen genannte Bedienstift dürfte für viele Note-Interessierte ein wichtiger Punkt bei der Kaufentscheidung sein. Und kaum ein anderes Tablet bietet von Haus aus so viel Unterstützung für den Stylus.

Sobald man den dünnen Kunststoff-Stift aus dem Gehäuse zieht, öffnen sich auf Wunsch passende Apps. Auch das Entsperren des Startbildschirms funktioniert auf diese Weise. Wer will, kann beim Samsung-Tablet fortan auf die Bedienung mit den Fingern verzichten. Die Bedienung per S-Pen funktioniert im Alltag nicht nur sehr gut, sie ist vor allem auch zeitsparend. Maßgeblich daran beteiligt ist die Funktion namens "Air View", die neben dem Note 3 auch das Note 8.0 bietet.

Dabei reicht es aus, den dünnen Bedienstift oberhalb des Displays schweben zu lassen und die einzige vorhandene Taste zu drücken. Prompt öffnet sich ein Zusatzmenü mit cleveren Miniprogrammen. Es lassen sich etwa schnell Bildschirmaufnahmen anfertigen, das Notizbuch aufrufen oder Dateien suchen. Über diese Funktionen hat netzwelt bereits ausführlich im Testbericht des Galaxy Note 3 und des Galaxy Note 8.0 berichtet.

Multimedia

Zwei Lautsprecher, jeweils rechts und links im Gehäuserand eingelassen, sorgen beim Testgerät für musikalische Untermalung. Durch den großen Abstand zueinander ist tatsächlich ein Stereo-Effekt vernehmbar. Die Lautsprecher klingen vergleichsweise kräftig, übersteuern auch bei Maximallautstärke kaum und sind damit für die gelegentliche Beschallung ausreichend. Für den entspannten Musikgenuss sollten Käufer aber besser Kopfhörer anschließen. Diese gehören nicht zum Lieferumfang.

Zwei Kameras, jeweils auf der Vorder- und Rückseite des Tablets zu finden, fangen Schnappschüsse und Videos ein. Der Sensor der rückwärtigen Hauptkamera löst mit acht Megapixeln auf. Die Qualität der Aufnahmen ist prinzipiell gut und für die Verwendung in Sozialen Netzwerken oft ausreichend. Viel höhere Anforderungen sollte man an die kleine Optik aber nicht stellen. Bei schwierigen Lichtverhältnissen springt eine Foto-LED helfend zur Seite. Weiter als ein bis zwei Meter dürfen Objekte aber auch dann nicht entfernt liegen, um ausreichend Licht abzubekommen.

Für die Videotelefonie verbaut Samsung eine Frontkamera mit einer Auflösung von zwei Megapixeln. Auch hier bietet Samsung sinnvolle Software-Funktionen wie etwa "Schönes Porträt" an. In Echtzeit werden dabei Hautunreinheiten entfernt. Der "Nachtmodus" schafft es auch im Halbdunkeln, Selbstporträts mit ertragbarem Rauschen aufzunehmen.

Wer will, kann mit der LTE-Version des Galaxy-Tablets sogar telefonieren. Seine Haupt-SIM-Karte wird wohl niemand in den dafür vorgesehenen SIM-Kartenschacht an der Seite stecken. Für Inhaber einer Multi-SIM bietet diese Option aber interessante Möglichkeiten. Auf einen Tisch gelegt, wird das Testgerät so zu einer Art Freisprechanlage. Im Test waren sowohl Anrufer als auch Gegenseite ohne die Verwendung eines Bluetooth-Headsets klar und deutlich zu verstehen.

Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition)

Zurück XXL Bild 1 von 10 Weiter Bild 1 von 10
Das Note 10.1 besitzt an der linken und rechten Gehäuseseite Lautsprecher. (Bild: netzwelt)

Wer auf die Bedienung per Stift Wert legt, findet im ebenfalls von Samsung produzierten Galaxy Note 8.0 eine mögliche Alternative. Als direkte Konkurrenten sind zudem das Google Nexus 10 sowie das iPad Air zu erwähnen. Weitere Testberichte zu aktuellen Tablet-PCs finden Sie zudem an dieser Stelle auf netzwelt.

Aktuelle Preise
Shop Preis Bewertung
Neu ab 358,00 €
Keine Bewertung
Gebraucht ab ?
Keine Bewertung
netzwelt
7.0
Samsung Galaxy Note 10.1 (2014)
Vorteile
  • Stiftbedienung
  • Software-Features
  • Display
Nachteile
  • Verarbeitungsmängel
  • Leistungsschwächen

Samsung-Highlight

Das Samsung Galaxy Note 10.1 2014 Edition ist eins der derzeit besten Android-Tablets. Die verbaute Hardware und die softwareseitige Integration des S-Pen unterstreichen dieses. Zwei dicke Dämpfer trübten den Spaß im alltäglichen Umgang mit dem Android-Tablet jedoch. Zum einen müssen hier die Verarbeitungsmängel am Rahmen genannt werden. Vor allem der Bereich rund um die Lautstärketasten ist beim über 600 Euro teuren Testgerät davon betroffen und so nicht hinnehmbar. Zum anderen sind es die Ruckler und streckenweise recht langen Ladezeiten. Letzteres könnte Samsung jedoch schon bald mit einem Software-Update beheben.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Design
7
Display
8
Leistung
6
Ausstattung
8
Multimedia
6
Einsortierung
Samsung Galaxy Note 10.1 (2014) von Samsung wurde als Tablet-PC abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Tablet-PCs. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Android, Samsung, Tablet-PC, Review, Samsung Galaxy und Samsung Galaxy Note 10.1 .
Kommentare zu diesem Artikel

Kräftige Hardware, sinnvolle Software-Funktionen und eine einzigartige Stiftbedienung: Es findet sich viel Gutes am Samsung Galaxy Note 10.1 in der "2014 Edition". Doch leider patzt das Tablet im Test an zwei Stellen, die alles andere als unkritisch sind - bei der Leistung und bei der Verarbeitung.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • cook01 schrieb Uhr
    AW: Mit zwei dicken Dämpfern: Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition) im Test

    Gibt es einen Multi User Mode um privat und geschäftlich zu trennen oder mehreren Personen Konten anzulegen?
article
39805
Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition) im Test
Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition) im Test
Das Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition) ist eins der derzeit am besten ausgestatteten Android-Tablets auf dem Markt. Im Test patzt es jedoch an zwei entscheidenden Stellen.
http://www.netzwelt.de/news/108591-samsung-galaxy-note-10-1-2014-edition-test.html
2013-11-12 18:57:47
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/samsung-galaxy-note-101-produktbild-114778.png
ReviewHardwareTablet
Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition) im Test