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LG G2 im Test
Tolles Display, clevere Softwarefunktionen

von Jan Kluczniok
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Tasten auf der Rückseite, ein riesiges Display - das LG G2 sorgte bereits im Vorfeld seiner Präsentation für große Aufmerksamkeit und soll sich nun mit dem Samsung Galaxy S4, dem HTC One und dem Sony Xperia Z1 messen. Macht LG aus dem Dreikampf um das beste Android-Smartphone einen Vierkampf? Der netzwelt-Test des LG G2 liefert die Antwort.

Design und Verarbeitung

Satte 5,2 Zoll (13,2 Zentimeter) Bilddiagonale bietet das Display des LG G2. Eine solch üppige Bildschirmfläche besitzen normalerweise nur die sogenannten "Phablets" - Smartphones mit einer Displaydiagonale über fünf Zoll - wie etwa Samsungs Galaxy Note 3. In diese Nischenkategorie will der südkoreanische Handyhersteller sein XXL-Smartphone aber nicht einordnen. Für diesen Markt ist schließlich das 5,5 Zoll große LG Optimus G Pro gedacht.

  • Das Display des LG G2 misst in der Diagonale 5,2 Zoll. (Bild: netzwelt)
  • Das Display glänzt im Test mit einer natürlichen Farbdarstellung. (Bild: netzwelt)
  • Der Bildschirm bietet eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. (Bild: netzwelt)
  • Beim G2 verlegt LG die Tasten für Lautstärkeregelung und Ein- sowie Ausschalten auf die Rückseite. (Bild: netzwelt)
  • Die Tasten befinden sich direkt unterhalb der Kameralinse. (Bild: netzwelt)
  • Am unteren Bildschirmrand befinden sich virtuelle Bedientasten. (Bild: netzwelt)
  • Die virtuelle Button-Leiste lässt sich individuell anpassen. (Bild: netzwelt)
  • Per virtuellem Button lässt sich mit dem Daumen etwa bequem die Benachrichtigungsleiste aufrufen. (Bild: netzwelt)
  • Mit einem doppelten Fingertipp auf das Display kann der Nutzer das LG G2 aus dem Standby-Modus wecken. (Bild: netzwelt)
  • Auf der Vorder- und Rückseite bietet das G2 eine Status-LED. (Bild: netzwelt)

Tatsächlich ist das G2 trotz des XXL-Bildschirms kaum größer als das Samsung Galaxy S4. Möglich wird dies dadurch, dass LG wie Motorola beim Razr i den Rand um den Bildschirm minimiert. Links und rechts beträgt dieser gerade einmal 2,7 Millimeter. Bei anderen Smartphones ist er doppelt so groß. Auch am oberen und unteren Rand gehen Bildschirm und Gehäuse fast nahtlos ineinander über.

Der Traum vom Vollbild-Smartphone, er wird mit dem LG G2 wahr. Allerdings sei auch gesagt: Ist das Display an, begeistert es zwar, ist es ausgeschaltet, verfliegt der Charme des Modells jedoch schnell. Der Bildschirm ist extrem anfällig für Fingerabdrücke. Das Gehäuse selbst besteht vollkommen aus rutschigem Kunststoff. Dadurch ist das Riesen-Smartphone zwar leicht, fühlt sich aber wenig wertig an.

Die Rückseite weist die von der G-Serie bekannte Musterung auf, dennoch sind auch auf ihr Fingerabdrücke und Verschmutzungen gut sichtbar. Dafür unterbrechen keinerlei Tasten den Rahmen des Gehäuses. Die physischen Knöpfe hat LG vollkommen auf die Rückseite verlagert. Dort findet der Nutzer unter der Kamera eine Lauter- und Leiser-Taste sowie den Einschaltknopf. Warum? Dort legen die meisten Nutzer bei Geräten dieser Größe ihre Finger ab, haben LGs Marktforschungen ergeben. Der Hersteller will so die Bedienung des Smartphones bequemer gestalten. Dazu später mehr. Trotz der rückseitigen Tasten liegt das G2 eben auf einer glatten Oberfläche und wackelt auch nicht bei der Eingabe.

Hardware

Als Prozessor fungiert Qualcomms Quad-Core-Chip Snapdragon 800 mit einer Taktfrequenz von 2,3 Gigahertz. Unterstützt wird der Chip von zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Obwohl das G2 in den Benchmarks Sunspider und Geekbench 3 hinter dem iPhone 5s und den anderen Snapdragon 800-Geräten (Samsung Galaxy Note 3 und Sony Xperia Z1) rangiert, ist das Smartphone leistungstechnisch über jeden Zweifel erhaben. Spiele, Apps und das Android-System flutschen nur so über den Bildschirm.

Smartphone Geekbench 3 Multi-Core Geekbench 3 Single-Core Sunspider
Samsung Galaxy Note 3 2.914,3 Punkte 938,7 Punkte 595,6 Millisekunden
Sony Xperia Z1 2.594 Punkte 904 Punkte 717,4 Millisekunden
LG G2 2.185 Punkte 857 Punkte 1.038,9 Millisekunden
Apple iPhone 5s 2.348 Punkte 1.373 Punkte 409 Millisekunden
Google Nexus 5 2.811 Punkte 911 Punkte 705 Millisekunden
Sony Xperia Z Ultra 2.707 Punkte 919 Punkte 714,8 Millisekunden
Acer Liquid S2 2.501 Punkte 850 Punkte 618,5 Millisekunden

Erfreulicherweise hält sich auch die Wärmeentwicklung deutlich in Grenzen. Spielt der Nutzer auf dem G2, bemerkt er erst nach knapp 20 Minuten, wie das G2 leicht wärmer wird. Die Wärme verteilt sich sehr gleichmäßig über das Gehäuse, sodass kein unangenehmer Eindruck entsteht.

Lobeshymnen sind auch beim Display angebracht: Es überzeugt bereits wie beim G Pro mit einer gestochen scharfen, hellen und natürlichen Farbdarstellung. Lediglich Weiß wirkt leicht gräulich auf dem LG G2, jedoch ist die Farbverfälschung nicht so stark wie etwa beim Galaxy S4. Der Bildschirm ist jedoch etwas blickwinkelabhängiger als beim LG Optimus G Pro. Bei einer Neigung um knapp 45 Grad treten leichte Farbverfälschungen auf. Sie störten aber im Test nicht. Empfehlenswert ist es, das G2 mit einer Display-Schutzfolie zu versehen. Im netzwelt-Test zeigte sich der Bildschirm anfällig für Kratzer.

Der interne Speicher des G2 misst wahlweise 16 oder 32 Gigabyte. Erweiterbar ist er nicht. Dem Nutzer stehen vom internen Speicher aber im Werkszustand drei Viertel des Speichers zur Verfügung. Beim 32-Gigabyte-Testmodell waren vorab lediglich sieben Gigabyte durch das System belegt, 24,7 Gigabyte standen für Nutzerdaten zur Verfügung. Das dürfte für die meisten Nutzer mehr als ausreichend sein.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des LG G2 war im Test hervorragend. Nebengeräusche wurden effektiv gefiltert, Gesprächspartner waren klar und deutlich zu verstehen und klangen auch weitestgehend natürlich. Nur im Freisprechmodus kam es zwischenzeitlich zu Aussetzern. Der Lautsprecher ist zudem sehr leise. Als praktisch entpuppten sich während des Telefonierens die Lautstärketasten auf der Rückseite. Sie ermöglichen die bequeme Lautstärkeregelung mit dem Handy direkt am Ohr.

Der Akku des LG G2 ist fest verbaut und kann nicht gewechselt werden. Er bietet aber eine Kapazität von 3.000 Milliamperestunden. Selbst bei intensiver Nutzung kommen Sie mit einer Akkuladung durch den Tag. Bei durchschnittlicher Nutzungsintensität sind mitunter sogar längere Laufzeiten möglich.

Multimedia

Das LG G2 bietet dem Nutzer eine 13-Megapixel-Kamera nebst optischem Bildstabilisator. Sie kann neben Fotos auch Videos aufzeichnen. Die maximale Auflösung beträgt hier 1.920 x 1.080 Pixel (Full HD) mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Im Test konnten sowohl Foto- als auch Videoaufnahmen überzeugen. Der optische Bildstabilisator reduziert das Wackeln in Videoclips und minimiert das Rauschen in den Fotos.

  • Die Aufnahme aus dem Hamburger Hafen zeigt natürliche Farben und fällt detailreich aus. (Bild: netzwelt)
  • Auch die Fellstruktur von Redaktionshund Sunford ist auf den mit dem G2 gemachten Aufnahmen gut zu erkennen. (Bild: netzwelt)
  • Dank der Tasten auf der Rückseite sind Selbspoträts mit dem LG G2 kein Problem. (Bild: netzwelt)
  • Im "Beauty Mode" verschönert das LG G2 gleich die Aufnahme. (Bild: netzwelt)
  • Wie das Galaxy S4 kann auch das LG G2 zeitgleich ein Bild mit der Front- und der hinteren Kamera machen. (Bild: netzwelt)
  • Auch Nahaufnahmen sind für das LG G2 kein Problem. (Bild: netzwelt)
  • Der VR Panorama-Modus lieferte im Test keine brauchbaren Aufnahmen. (Bild: netzwelt)
  • Der "normale" Panorama-Modus dagegen liefert brauchbare Ergebnisse. (Bild: netzwelt)

Die Aufnahmen sind bei Tageslicht scharf und detailreich. Die Farbwiedergabe ist natürlich. Auch an den Videos lässt sich nicht viel aussetzen - außer dass die Kamera öfter kurz nachfokussiert, was zu unscharfen Momenten im Clip führt.

Auch bei Low-Light-Aufnahmen ohne Blitz kann das LG G2 glänzen. Die Bilder sind deutlich rauschärmer als bei anderen Smartphones. An die Qualität des Lumia 1020 reicht das G2 aber nicht ganz heran. Das verbaute LED-Fotolicht leuchtet die Szenerie gut aus. Allerdings löst das LG-Smartphone mit deutlicher Verzögerung aus, wenn der Nutzer auf den Blitz zurückgreift. Der Unterschied zum Galaxy Note 3 und Sony Xperia Z1 beträgt knapp eine Sekunde.

Die Frontkamera löst mit zwei Megapixeln auf. Auch hier gibt es an der Qualität nichts auszusetzen. Nutzer können auf Wunsch einen sogenannten Beauty-Shot-Modus verwenden. Hinter diesem verbirgt sich im Prinzip ein Weichzeichner, der auf mittlerer Stufe durchaus akzeptable Ergebnisse liefert - allerdings ist den Bildern bei näherer Betrachtung die Nachbearbeitung anzusehen.

Nutzer können beim Fotografieren die Laut- und Leiser-Taste auf der Rückseite als Auslöser oder zum Zoomen verwenden. Beides macht aber nur beim Fotografieren im Hochformat oder bei Selbstpoträts Sinn. Beim Fotografieren im Querformat verschmutzt der Nutzer eher beim Greifen nach den Tasten die Linse oder verrenkt sich die Finger.

Beim Fotografieren kann der Nutzer noch auf allerlei Gimmicks zurückgreifen. Insgesamt wirkt die Kamera-App dennoch sehr aufgeräumt und nicht überladen. So gibt es etwa einen Panaoramamodus, der im Test gute Aufnahmen lieferte. Vom Aufnahmemodus VR-Panorama sollten Nutzer dagegen die Finger lassen, er erzeugte im Test nur verwackelte Bilder. Gleiches gilt für den Aufnahmemodus Dual Camera. Hier nimmt das G2 zeitgleich ein Bild mit Front- und Rückkamera auf und fügt diese zusammen. Die Auflösung wird dabei auf 1.280 x 720 Pixel reduziert.

Klangqualität

Während die Kamera begeistert, macht das G2 in Sachen Klang nicht gerade eine gute Figur. Der Lautsprecher des Smartphones ist sehr schwach. Musik klingt kratzig. Auch wenn es die Ausstanzungen an der Unterseite anders vermuten lassen, besitzt das G2 übrigens nur einen Lautsprecher und nicht zwei.

Schließt der Nutzer Kopfhörer an das G2 an, ist der Klang deutlich besser. Hier taugt das LG G2 auch als Ersatz für einen MP3-Player, zumal die Musik-App einen Equalizer und einen Sleep Timer besitzt. Wahlweise lässt sich auch UKW-Radio empfangen. Einziges Manko hier: Der Kopfhöreranschluss sitzt an der Unterseite des Smartphones. Der Nutzer benötigt also Kopfhörer, die das Kabel im 90-Grad-Winkel wegführen.

Wer keine passenden Kopfhörer besitzt, muss das Smartphone verkehrt herum in die Tasche stecken und erreicht dann auch nicht mehr die Tasten zur Lautstärkeregelung. LG legt dem G2 passende Kabel bei. Positiv anzumerken ist, dass es sich dabei um Tangle-free-Kopfhörer handelt, die sich nicht so leicht vertüdeln.

Wie das HTC One und das Galaxy S4 besitzt das LG G2 einen Infrarotsender zum Steuern von Fernseher, Blu-Ray-Player und Co. Der Sender ist lernfähig. Findet sich ein Steuercode nicht in der LG-Datenbank, können Sie mit der Originalfernbedienung des Geräts diesen an das G2 senden.

Software und Bedienung

Als Betriebssystem fungiert Android 4.2 Jelly Bean, das LG mit einer eigenen Nutzeroberfläche überzogen hat. Diese bietet viele Funktionen, die die Bedienung des Smartphones vereinfachen. LG erlaubt es beispielsweise, die virtuellen Android-Bedientasten am unteren Bildschirmrand zu verändern. Nicht nur die Platzierung des Home-Buttons lässt sich hier variieren, Nutzer können auch eine zusäztliche Taste einblenden, mit der sich die Benachrichtigungsleiste aufrufen und wieder verbergen lässt. So muss der Nutzer nicht mit dem Finger zum weit entfernten oberen Bildschirmrand wandern, wenn er eine Nachricht erhält.

Praktisch ist auch die Funktion "KnockOn". Zweimal schnell hintereinander auf das Display getippt, und das LG G2 erwacht aus dem Stand-by-Modus. Zwei weitere Tipps in der Mitte des Screens und es geht wieder in den Standby-Modus, sodass der Nutzer gar nicht den Knopf auf der Rückseite verwenden muss.

Ebenfalls neu ist die Drei-Finger-Wischgeste "Slide Aside". Mit dieser lassen sich bis zu drei Apps wie auf einem Desktop-PC minimieren und später wieder aufrufen. Die Funktion ergänzt das bereits bekannte LG QSlide, entpuppte sich im Test aber als umständlich. Die Nutzeroberfläche (UI) von LG ähnelt nicht nur in puncto Bedienkonzept und Design der von Samsungs Galaxy-Smartphones bekannten TouchWiz-Oberfläche, auch viele Bedienfunktionen dieser finden sich auf dem LG G2 wieder - etwa Smart Stay oder Smart Pause.

  • Das Display des LG G2 misst in der Diagonale 5,2 Zoll. (Bild: netzwelt)
  • Das Display glänzt im Test mit einer natürlichen Farbdarstellung. (Bild: netzwelt)
  • Der Bildschirm bietet eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. (Bild: netzwelt)
  • Beim G2 verlegt LG die Tasten für Lautstärkeregelung und Ein- sowie Ausschalten auf die Rückseite. (Bild: netzwelt)
  • Die Tasten befinden sich direkt unterhalb der Kameralinse. (Bild: netzwelt)
  • Am unteren Bildschirmrand befinden sich virtuelle Bedientasten. (Bild: netzwelt)
  • Die virtuelle Button-Leiste lässt sich individuell anpassen. (Bild: netzwelt)
  • Per virtuellem Button lässt sich mit dem Daumen etwa bequem die Benachrichtigungsleiste aufrufen. (Bild: netzwelt)
  • Mit einem doppelten Fingertipp auf das Display kann der Nutzer das LG G2 aus dem Standby-Modus wecken. (Bild: netzwelt)
  • Auf der Vorder- und Rückseite bietet das G2 eine Status-LED. (Bild: netzwelt)
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netzwelt
7.2
LG G2
Vorteile
  • nahezu rahmenloses Display
  • innovatives Bedienkonzept
  • exzellente Sprachqualität
Nachteile
  • schlechter Lautsprecher
  • wenig wertige Verarbeitung
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Akku kann nicht gewechselt werden

Exzellent und Innovativ

LG ist mit dem G2 ein exzellentes Smartphone gelungen. Sprachqualität, Display und Performance sind überragend. Kamera und Laufzeit bewegen sich auf hohem Niveau. Das Bedienkonzept ist innovativ und macht die Bedienung des Riesen-Smartphones einfacher. Zu bemängeln sind lediglich die wenig wertige Verarbeitung und der miserable Lautsprecher.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
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Ausstattung und Bedienung
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Sprachqualität
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Akkulaufzeit
6
Multimedia
7
Einsortierung
LG G2 von LG wurde als Smartphone abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, LG, Smartphone, Review, Android 4.2 Jelly Bean und LG G2 .
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