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Acer Liquid Z3 im Test
Eingeschränkter Betrieb mit zwei Karten

von Jan Kluczniok
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Das Acer Liquid Z3 ist kompakt, läuft mit einem Dual-Core-Prozessor und schluckt sogar gleich zwei SIM-Karten. Noch dazu kostet es nur 99 Euro. Schnäppchen oder Blender? Der ausführliche Testbericht von netzwelt liefert die Antwort.

Das Acer Liquid Z3 ist klein, günstig und bietet doch jede Menge Funktionen. So schluckt das Mobiltelefon beispielsweise zwei SIM-Karten, sodass Nutzer etwa gleichzeitig unter ihrer privaten als auch beruflichen Nummer erreichbar sein können. Ob und wo der Nutzer dafür beim 99-Euro-Smartphone Abstriche machen muss, verrät der Test von netzwelt.

Dual-SIM-Smartphone für 99 Euro: das Acer Liquid Z3.

Design und Verarbeitung

Acer setzt beim Design des Liquid Z3 auf geschwungene Formen. Die Ecken sind abgerundet, der Ohrmuschellautsprecher ist schwungvoll gebogen, und auch das Gehäuse selbst ist ganz leicht gewölbt. Die Designsprache verleiht dem Z3 einen "sportlichen" Charakter. Unverwechselbar ist das Liquid Z3 aber nicht.

Das Gehäuse des Acer Liquid Z3 besteht weitestgehend aus Kunststoff. Die Rückseite besitzt eine gummiartige Oberflächenveredelung. Diese sorgt für eine angenehme Haptik, das Z3 fühlt sich in der Hand nicht wie ein 99-Euro-Smartphone an. Zusätzlich erhöht die Gummierung die Rutschfestigkeit des Android-Smartphones. Ein weiterer positiver Effekt der Oberfläche: Fingerabdrücke sind auf der Rückseite nicht zu sehen.

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Das Display misst 3,5 Zoll. (Bild: netzwelt)

Die Abdeckung lässt sich leicht abnehmen, sodass der Nutzer Zugriff auf Akku, die beiden SIM-Kartenschächte und den microSD-Slot erhält. Kleinere Stürze machen dem Liquid Z3 übrigens wenig aus. Im Test sprang lediglich der Akkudeckel ab, und die Batterie fiel aus dem Gehäuse. Alle Teile blieben jedoch unversehrt, und das Smartphone war nach dem Einlegen des Akkus wieder betriebsbereit.

Für die Preisklasse überrascht das Acer Liquid Z3 mit einer ordentlichen Verarbeitung. Spaltmaße gibt es nicht. Zu bemängeln sind lediglich die wackeligen Tasten zur Regelung der Lautstärke sowie der Ein- und Ausschalter. Die drei physishchen Buttons weisen zudem einen schwammigen Druckpunkt auf.

Statt auf einen Home-Button setzt Acer auf eine Sensor-Taste - auch bei den "Zurück"- und "Multitasking"-Buttons handelt es sich um Sensortasten, leider besitzen die drei Tasten keine Hintergrundbeleuchtung, sodass die Bedienung im Dunkeln zum Glücksspiel wird.

Sprachqualität, Dual-SIM-Betrieb und Akkulaufzeit

Das Liquid Z3 bietet - wie für die Preisklasse zu erwarten - keine überragende Sprachqualität. Nebengeräusche sind deutlich zu vernehmen, die Stimmen der Gesprächspartner klingen wenig voluminös. Längere Telefonate mit dem Z3 sind anstrengend für die Ohren.

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim Liquid Z3 um ein Dual-SIM-Smartphone. Legt der Nutzer allerdings zwei SIM-Karten ein, kann er nur über die Karte im ersten Schacht mit 3G-Geschwindigkeit im Netz surfen. Telefoniert er auf einer SIM-Karte ist er auf der anderen Rufnummer zudem nicht erreichbar und wurde zumindest im Test auch nicht über eingegangene Anrufe informiert. Die Dual-SIM-Funktion eignet sich also weniger dafür, unter zwei Rufnummern gleichzeitig erreichbar zu sein, sondern um im Ausland mit einer lokalen Prepaid-SIM-Karte günstig zu surfen.

Der Akku bietet eine Kapazität von 1.500 Milliamperestunden und sollte den Nutzer damit locker durch den Tag bringen. Je nach Nutzungsintensität sind auch längere Laufzeiten möglich. Der Akku ist nicht fest verbaut und lässt sich problemlos wechseln.

Hardware

Das Display des Liquid Z3 misst in der Diagonalen 3,5 Zoll, darauf verteilt Acer 153.600 Bildpunkte - viel zu wenig für eine scharfe Darstellung. Einzelne Pixel sind auch bei normalem Abstand zwischen Augen und Bildschirm zu sehen. Allerdings ist die Darstellung nicht so katastrophal wie beim LG Optimus L3 II, sodass der Nutzer auch mal den ein oder anderen Nachrichtenartikel im Internet lesen kann. Niedrig ist nicht nur die Auflösung, auch die Blickwinkel fallen klein aus. Leichte Farbverfälschungen traten schon bei einer Neigung von circa 15 Grad auf.

Als Prozessor fungiert der Dual-Core-Chip MT6572M vom taiwanischen Hersteller MediaTek. Er taktet im Liquid Z3 mit einem Gigahertz. Trotz zweier Rechenkerne ist die Power des Chipsatzes beschränkt Im Geekbench 3 erreichte er nur durchschnittlich 480 Punkte und liegt damit leistungstechnisch im etwa auf dem Niveau des knapp ein Jahr alten HTC Desire X. Das heißt Ruckler muss der Nutzer vereinzelt in Kauf nehmen - vor allem beim Spielen.

Vom internen Speicher stehen dem Nutzer 2,38 Gigabyte ab Werk zu Verfügung. Er lässt sich per Speicherkarte um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Auf die microSD-Karte können dabei auch Apps ausgelagert werden.

Multimedia

Die Kamera auf der Rückseite löst mit maximal drei Megapixeln auf. Sie ist jedoch nicht für Foto- und Videoaufnahmen geeignet. Bilder wirken selbst bei strahlendem Sonnenschein verschwommen, über eine Fotoleuchte für Aufnahmen im Dunkeln verfügt das Liquid Z3 erst gar nicht. Für Schnappschüsse sollten Besitzer eines Liquid Z3 lieber auf eine Kompaktkamera zurückgreifen. Zum Scannen von QR-Codes ist die Kamera ebenfalls nur eingeschränkt geeignet - so fehlt ihr ein Autofokus. Das Scannen von Barcodes ist dadurch nicht möglich.

Trotz besten Wetters gelingen mit der Kamera des Liquid Z3 keine Schnappschüsse.

Zum Musikhören auf dem Weg zur Arbeit oder beim Reisen im Zug ist das Liquid Z3 dagegen ganz gut geeignet. Mit angeschlossenen Kopfhörern lassen sich auch UKW-Radioprogramme empfangen. Der Lautsprecher ist allerdings zur Hintergrundbeschallung nicht geeignet - trotz DTS-Klangtechnik.

Software

Als Betriebssystem fungiert Android 4.2 Jelly Bean. Dieses hat Acer weitestgehend unberührt gelassen. Hier und da hat der taiwanische Hersteller aber durchaus sinnvolle Änderungen integriert: So kann die Android-Oberfläche ausgeblendet und ein vereinfachtes Interface eingeblendet werden. Zur Wahl steht hier neben einem virtuellen T9-Handy auch eine an Windows Phone erinnernde Kacheloberfläche. Diese kann auf bestimmte Zielgruppen abgestimmt werden. Mit einem Fingerwisch nach links kommt der Nutzer zu seiner Galerie, ein Wisch vom Kachelbildschirm nach rechts öffnet die Kamera.

Ebenfalls positiv ist die Möglichkeit, Audio-Profile für verschiedene Umgebungen einzustellen. Als problematisch entpuppte sich im Test aber die Tastatur. Ab Werk hat Acer hier eine Swype-Tastatur eingestellt. Auf dem drei Zoll großen Screen des Z3 sind ihre Tasten aber einfach zu klein, Nutzer sollten lieber zur Android-Tastatur in den Einstellungen zurückwechseln.

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netzwelt
5.0
Acer Liquid Z3
Vorteile
  • Dual-SIM
  • alternative Nutzeroberflächen
  • gute Verarbeitung
Nachteile
  • schlechte Kamera
  • veraltete Android-Version

gutes Zweit-Smartphone

Das Acer Liquid Z3 bietet trotz des geringen Preises eine gute Verarbeitung und ausreichend Leistung. Der Dual-SIM-Modus und die alternative Nutzeroberfläche im Windows Phone-Stil sind nette zusätzliche Gimmicks, die in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich sind. Für den Dauereinsatz mit zwei SIM-Karten ist das Liquid Z3 aufgrund der eingeschränkten parallelen Nutzbarkeit beider Karten aber nicht zu empfehlen. Es empfiehlt sich dagegen als kompaktes Zweit-Smartphone für den Urlaub im Ausland oder als Einstiegsmodell für Umsteiger von Feature-Phones.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
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Ausstattung und Bedienung
5
Sprachqualität
5
Akkulaufzeit
5
Multimedia
4
Einsortierung
Acer Liquid Z3 von Acer wurde als Smartphone abgelegt. Das Produkt wurde in die Smartphone-Bestenlisten Alle Smartphones und Die besten Smartphones bis 100 Euro aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Acer, Android, Smartphone, Dual-SIM, Review, Android 4.2 Jelly Bean und Acer Liquid Z3 .
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Acer Liquid Z3 im Test
Acer Liquid Z3 im Test
Acer bietet mit dem Liquid Z3 ein Dual-SIM-Smartphone für 99 Euro. Schnäppchen oder Blender? Der ausführliche Test von netzwelt verrät es.
http://www.netzwelt.de/news/106451-acer-liquid-z3-test.html
2013-10-25 11:58:47
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/acer-liquid-z3-produktbild-114415.png
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