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Samsung: Galaxy Ace 3 im Test
4G-Smartphone für Nutzer mit schmalem Budget

von Jan Kluczniok
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Samsung schickt mit dem Galaxy Ace 3 ein neues Smartphone fürs untere Preissegment ins Rennen. Das Einsteigermodell überrascht dabei mit der Unterstützung des neuen Mobilfunkstandards LTE. Der Test verrät, was das Smartphone davon abgesehen noch zu bieten hat.

Die Galaxy Ace-Modelle sind im Portfolio von Samsung quasi das Gegenstück zur Galaxy S-Serie fürs untere Preissegment. Sie bieten zu einem vergleichsweise niedrigen Preis einzelne Funktionen und Technik von höherpreisigen Modellen - ohne dass der Nutzer größere Abstriche machen muss. Ob das auch für das neue LTE-fähige Galaxy Ace 3 gilt, verrät der Test.

Dieser kleine Aufkleber markiert die größte Besonderheit des Galaxy Ace 3. Das Samsung-Smartphone unterstützt den neuen Mobilfunkstandard LTE (4G).

Design und Verarbeitung

Samsung-Fans dürften sich beim Galaxy Ace 3 an das Galaxy S3 Mini erinnert fühlen. Das Design gleicht dem S3-Ableger aus dem Jahr 2012 fast 1:1. Bereits aus der Ferne ist das Galaxy Ace 3 dadurch als Samsung-Smartphone erkennbar - eine Merkmal, das das Smartphone als "Ace"-Modell kennzeichnet, suchen Nutzer aber vergebens. Das Ace 3 ist somit nur ein weiteres Smartphone aus der mittlerweile uniformen Masse an Samsung-Geräten.

Samsung Galaxy Ace 3

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Das Galaxy Ace 3 kommt wie alle Samsung-Smartphones in einer Öko-Verpackung in den Handel. (Bild: netzwelt)

Das Galaxy Ace 3 bietet einen Bildschirm mit einer Diagonalen von vier Zoll. Die Display-Fläche ist damit genauso groß wie beim iPhone 5s. Mit den Abmessungen 121,2 x 62,7 x 10 Millimeter ist das Samsung-Smartphone aber etwas kürzer als das Apple-Handy, dafür aber auch breiter. Dies hat Vor- und Nachteile. Durch die geringere Höhe erreicht der Nutzer auch den oberen Rand des Smartphones bequem mit dem Daumen. Durch die breite, bauchige Form schmiegt sich das Galaxy Ace 3 jedoch nicht bequem in die Hand. Dazu trägt auch das rutschige Kunststoffgehäuse mit bei.

Vor einem Sturz ihres Smartphones müssen sich Galaxy Ace 3-Nutzer jedoch nicht fürchten. Das Mini-Smartphone entpuppte sich im Test als sehr robust und überstand kleinere Stürze vollkommen unbeschadet. Nicht einmal der Akkudeckel sprang im Test ab. Leider sind jedoch Fingerabdrücke und andere Verschmutzungen auf dem weißen Gehäue sehr gut sichtbar. Erhältlich ist das Ace 3 noch in Schwarz-Metallic und Weinrot. Möglicherweise wiegt das Problem bei diesen Farbvarianten nicht so stark. Leider lag netzwelt aber nur das weiße Ace 3 zum Testen vor. Ein weiterer Minuspunkt: Dem Ace 3 fehlt wie bereits dem Vorgänger Ace 2 eine Status-LED, die den Nutzer über verpasste Nachrichten informiert.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Ace 3 geht für die Preisklasse in Ordnung. Die Gesprächspartner sind deutlich zu verstehen und klingen so, wie der Sprecher selbst, weitestgehend natürlich. Allerdings ist die Geräuschfilterung, wie in dieser Preisklasse üblich, schlecht. Der Gesprächspartner bekommt hautnah mit, wenn Sie bei Wind spazieren gehen oder an einer viel befahrenen Straße stehen. Kein Wunder, ein zweites Mikrofon zur Nebengeräuschreduzierung fehlt. Unschön: Der Freisprechmodus war im Test nicht zu gebrauchen, es traten sehr viele Aussetzer auf.

Der Akku des Galaxy Ace 3 bietet wie die Akkus der meisten Smartphones in dieser Preisklasse eine Kapazität von 1.800 Milliamperestunden. Er lässt sich bei Bedarf unkompliziert wechseln. Die durchschnittliche Akkulaufzeit liegt bei einem bis eineinhalb Tagen.

Hardware

Als Prozessor fungiert im Ace 3 ein nicht näher benannter Dual-Core-Chip mit einer Taktfrequenz von 1,2 Gigahertz. Er erreicht im Geekbench 3 doppelt so viele Punkte wie der Vorgänger Galaxy Ace 2 - sowohl im Single- als auch im Multicore-Test. Die Leistungsfähigkeit ist vergleichbar mit dem Galaxy S3 Mini, das heißt: Das System läuft weitestgehend ruckelfrei, Casual Games wie Angry Birds Star Wars II flutschen über den Screen, bei Shootern wie Dead Trigger kommt es aber ab und an zu Rucklern.

Der Bildschirm misst in der Diagonalen vier Zoll und löst mit 800 x 480 Pixeln auf. Messerscharf ist die Darstellung zwar nicht, jedoch vollkommen ausreichend. Auch längeres Lesen auf dem Display des Ace 3 strengte die Augen nicht übermäßig an. Nur Webseiten, die nicht für die Darstellung auf mobilen Geräten optimiert sind, machten im Test Probleme. Hier musste netzwelt viel zoomen und scrollen.

Dafür begeisterte die Anzeige des Galaxy Ace 3 mit natürlichen Farben und hoher Leuchtkraft. Auch im Freien lässt sich der Bildschirm noch gut ablesen. Störende Reflexionen halten sich in Grenzen. Die Ablesbarkeit ist besser, je höher der Nutzer die Displayhelligkeit einstellt. Die Helligkeit des Displays automatisch anpassen kann das Galaxy Ace 3 leider nicht.

Der interne Speicher des Galaxy Ace 3 misst acht Gigabyte, davon stehen dem Nutzer im Werkszustand circa 5,3 Gigabyte zur Verfügung. Braucht er mehr Speicherplatz, kann er eine bis zu 64 Gigabyte fassende microSD-Karte in das Ace 3 einlegen und auf diese auch Apps auslagern.

Für die Preisklasse bemerkenswert ist die Unterstützung des neuen Mobilfunkstandards LTE, den direkte Konkurrenten wie das Sony Xperia L oder das HTC Desire 500 vermissen lassen. In 4G-Netzen kann das Galaxy Ace 3 theoretisch eine Download-Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreichen.

Multimedia

Für Foto- und Videoaufnahmen stehen Nutzern beim Galaxy Ace 3 eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine VGA-Frontkamera zur Verfügung. Gegenüber dem Vorgänger hat Samsung die Auflösung der hinteren Kamera zwar nicht erhöht, jedoch ein anderes Manko behoben. Das Galaxy Ace 3 verfügt nun auch über einen vierfachen "Digitalen Zoom", dieser fehlte dem Vorgänger. Erfahrungsgemäß sollten Nutzer auf den Zoom aber nach Möglichkeit verzichten, denn die Bildqualität nimmt sichtbar ab.

Galaxy Ace 3: Testfotos

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Der Hamburger Hafen am frühen Morgen. Die 5-Megapixel-Kamera überrascht unter diesen Lichtbedingungen mit nur leichtem Rauschen. (Bild: netzwelt)

Eine überragende Bildqualität sollten Nutzer aber sowieso nicht erwarten. Auf dem Handy-Display sehen gemachte Aufnahmen zwar toll aus, beim Betrachten der Bilder am PC verfliegt die Freude über den vermeintlich gelungenen Schnappschuss aber schnell. Selbst bei strahlendem Sonnenschein gemachte Aufnahmen wiesen in Originalgröße betrachtet ein leichtes Rauschen auf. Teilweise waren Unschärfen in den Ecken der Fotos zu bemerken.

Videos zeichnet die Hauptkamera des Ace 3 mit maximal 720p auf, die Frontkamera sogar nur in VGA. Für Videoaufnahmen eignet sich also eigentlich nur die Kamera auf der Rückseite. Bei den Clips bemerkte netzwelt ähnliche Fehler wie bei den Fotos. Die Aufnahmen wirken leicht unscharf und körnig, sind aber insgesamt gesehen noch brauchbar. Einen Eindruck von der Qualität der mit dem Galaxy Ace 3 gedrehten Clips vermittelt das folgende kurze Video.

Musik kann der Nutzer auf dem Galaxy Ace 3 mit den Apps "MP3-Player" und "Music Hub" abspielen. Über den Hub können Sie Musik kaufen und ähnlich wie bei iTunes Match ihre Musikbibliothek aus der Cloud streamen - dafür müssen Sie jedoch zahlen. Der Lautsprecher des Ace 3 ist zur Hintergrundbeschallung ausreichend laut, der Sound klingt aber immer etwas gedämpft. Ähnlich verhält es sich mit dem Klang bei angeschlossenen Kopfhörern. Als Ersatz für einen herkömmlichen MP3-Player ist das Ace 3 aber bestens geeignet - zumal die MP3-Player-App über Komfortfunktionen wie einen Equalizer und Sleeptimer verfügt.

Neben MP3s kann der Nutzer auch mit angeschlossen Kopfhörern UKW-Radio empfangen. Die Radio-App von Samsung erlaubt dabei auch die Wiedergabe über den Lautsprecher des Smartphones, Nutzer können ihre Lieblingssongs auch direkt mitschneiden.

Software

Als Betriebssystem fungiert Android 4.2 Jelly Bean. Das System hat Samsung natürlich nicht im Ursprungszustand belassen, sondern mit seiner Nutzeroberfläche TouchWiz überzogen und um einige Funktionen ergänzt. So verfügt das Galaxy Ace 3 über die Funktion "Smart Stay", die Samsung mit dem Galaxy S3 eingeführt hat. Ist sie aktiviert, schaltet sich der Bilschirm nicht ab, solange der Nutzer auf ihn blickt - auch wenn er keine Taste drückt. Dies ist praktisch beim Lesen, beansprucht aber natürlich auch verstärkt den Akku.

Auch weitere mit dem Galaxy S3 eingeführte mehr oder minder nützliche Funktionen finden sich auf dem Ace 3, dazu zählen etwa Smart Alert, der Cloud-Dienst S Cloud sowie die Sprachsteuerung S Voice - die allerdings auch knapp einem Jahr nach ihrer Veröffentlichung noch nicht wirklich ausgereift wirkt. Auch der hauseigene Messenger Chat On und der App-Shop Samsung Apps ist auf dem Ace 3 vorinstalliert. Leider lassen sich diese aber nicht deinstallieren.

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netzwelt
5.2
Samsung Galaxy Ace 3
Vorteile
  • LTE
  • Akku kann gewechselt werden
Nachteile
  • rutschiges Gehäuse
  • mittelmäßige Kamera

S3 mini mit LTE

Mit dem Galaxy Ace 3 bietet Samsung wieder ein solides Smartphone fürs untere Preissegment, nur die Kamera könnte besser sein. Pluspunkt ist dagegen die Unterstützung des neuen Mobilfunkstandards LTE. Angesichts der noch vergleichsweise hohen Preise von LTE-Tarifen dürfte dies die meisten Kaufinteressenten aber kaltlassen.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
5
Ausstattung und Bedienung
6
Sprachqualität
5
Akkulaufzeit
5
Multimedia
5
Einsortierung
Samsung Galaxy Ace 3 von Samsung wurde als Smartphone abgelegt. Das Produkt wurde in die Smartphone-Bestenlisten Alle Smartphones, Die besten Smartphones bis 150 Euro und Die besten Smartphones bis 300 Euro aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Samsung, Smartphone, LTE, Review, Samsung Galaxy, Android 4.2 Jelly Bean und Samsung Galaxy Ace 3 .
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Samsung schickt mit dem Galaxy Ace 3 ein neues Smartphone fürs untere Preissegment ins Rennen. Das Einsteigermodell überrascht dabei mit der Unterstützung des neuen Mobilfunkstandards LTE. Der Test verrät, was das Smartphone davon abgesehen noch zu bieten hat.

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Samsung: Galaxy Ace 3 im Test
Samsung: Galaxy Ace 3 im Test
Mit LTE-Unterstützung und Funktionen des Galaxy S3 will Samsung Smartphone-Einsteiger zum Kauf des Galaxy Ace 3 bewegen. Ob dieser sich lohnt, verrät der Test.
http://www.netzwelt.de/news/106021-samsung-galaxy-ace-3-test.html
2013-10-24 18:08:26
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/samsung-galaxy-ace-3-produktbild-114478.png
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