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Kobo Aura im Test
Der kleine Ableger des Aura HD

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Mit dem Kobo Aura bringt der kanadische Hersteller einen eBook Reader auf den Markt, der äußerlich auf ganzer Linie überzeugt. In der Nutzung zeigen sich jedoch auch altbekannte Probleme, die bereits bei den Vorgängern auftauchten. Im netzwelt-Test lesen Sie alle Einzelheiten.

Im netzwelt-Test schlägt sich der eBook Reader Kobo Aura gut. Tatsächlich überzeugt er sogar mehr als sein Namensvetter Aura HD. Der neue Touchscreen sorgt für verbesserte Steuerung sowie bessere Reaktionszeiten, die neue E-Ink-Technologie für weniger Ghosting und die neue Beleuchtung für weniger Schatten. Dennoch finden sich auch altbekannte Fehler in der Praxis.

Der Kobo Aura ist kleiner als sein Namensvetter Aura HD.

Mit der Vorstellung des Kobo Aura überraschte der kanadische eBook Reader-Hersteller Kobo. Nur knapp ein halbes Jahr nach der Präsentation des Kobo Aura HD schob das Unternehmen einen kleineren Namensvetter nach, der allerdings kaum etwas mit dem 6,8-Zoll-Reader gemein hat. Neben der Größe haben sich nämlich auch die Auflösung, die Bauweise, das Gehäuse, die Bildschirmtechnik und die Firmware geändert.

Perfektes Gehäuse

Im Gegensatz zum Aura HD setzt Kobo beim Aura wieder auf die weitverbreitete 6-Zoll-Bildschirmdiagonale. Entsprechend fällt das Gehäuse des eBook Readers kleiner aus. Der Kobo Aura misst 150 x 114 x 8,1 Millimeter und wirkt extrem kompakt. Das Gerät lässt sich bequem mit einer Hand umfassen und hochheben und ist mit seinen 174 Gramm nicht zu schwer.

Besonders gut gefällt netzwelt das Design. Die leicht geriffelte Rückseite fühlt sich angenehm an und sorgt gleichzeitig dafür, dass der E-Reader nicht wild über den Tisch schliddert. Fussel und Staubkörnchen werden von der Oberfläche zwar angezogen, dennoch empfanden wir die Wahl von Material und Aussehen als sehr viel ansprechender als beim kantigen Aura HD. Wir gehen sogar so weit zu sagen, dass der Kobo Aura in puncto Bauweise auf Platz eins unserer persönlichen E-Reader-Rangliste springt. Einziger Nachteil: Das Gerät gibt es derzeit nur in Schwarz oder Pink. Eine Variante mit weißem Rahmen fehlt.

Kobo Aura im Test

Bild 1 von 5
Im Vergleich zu seinem Vorgänger Aura HD fällt der eBook Reader kleiner aus. (Bild: netzwelt)

Neben dem angenehmen Haltegefühl verbessert die neue Bauweise des Kobo Aura auch den Lesekomfort, obwohl die Auflösung mit 1.014 x 758 Pixeln geringer ausfällt als beim Aura HD und Kobo Glo.

Aufgrund des neu verbauten kapazitiven Touchscreens, der über dem E-Ink-Bildschirm liegt, schließt das Gehäuse mit dem Display ab. Nicht nur reagiert der Kobo dadurch besser, der Bildschirm ist auch nicht mehr von einem überstehenden Plastikrahmen umgeben, wodurch die Schattenbildung des Rands wegfällt. Dies kommt auch bei eingeschalteter Beleuchtung dem Lesevergnügen zugute.

Gute Beleuchtung

Die sogenannte Comfort Light-Technik hat zwar schon in unseren vergangenen Tests gut abgeschnitten, aber beim Kobo Aura konnte der Hersteller noch einmal nachlegen. Die Schattenbildung am unteren Bildschirmrand ist nun fast nicht mehr zu bemerken, wenn auch weiterhin zu erkennen - speziell am oberen Rand. Dort stört sie jedoch weniger als am Ende eines Satzes, und sowieso sind die leicht dunklen Stellen kein Vergleich zu den trüben Kegeln, die noch in der ersten Generation des Kindle Paperwhite auffielen.

Die Beleuchtung schafft die perfekte Überleitung zur neuen Firmware des Kobo Aura. Die im Rand verbauten LEDs des eBook Readers lassen sich nämlich mit Gesten steuern. Führt der Nutzer zwei Finger über den Bildschirm nach oben oder unten, kann er die Helligkeit des Geräts regulieren. Dies erleichtert das Finden der subjektiv als optimal empfundenen Beleuchtung ungemein. Ebenso ist es beim Kobo Aura möglich, die Anzeige von Webseiten oder auch PDFs mit der Fingerspreiz-Geste zu vergrößern. Genauso funktioniert ein zweimaliges Antippen des Bildschirms zum Hinein- oder Herauszoomen. Dies ist für das Lesen Letzterer eine echte Erleichterung.

Die Schattenbildung am unteren Bildschirmrand ist beim Kobo Aura zu vernachlässigen.

Ein Reflow-Modus wie beim PocketBook Basic New etwa wäre zwar noch besser, aber immerhin sorgt die neue Software beim Kobo Aura dafür, dass sich das Gerät auch beim Umblättern den eingestellten Zoom-Faktor merkt und gleich auf der nächsten Seite anwendet. Trotzdem kommt der Nutzer nicht drum herum die Ansicht hin- und herzuschieben, um den ganzen Text zu erfassen.

Weniger Ghosting

Neu ist auch die Wellenform-Technik des E-Ink-Displays, die Ghosting-Effekte - also das Durchschimmern von bereits gelesenen Zeilen auf den nächsten Seiten - minimiert. Dies gelingt in der Praxis überraschend gut, selbst wenn der Nutzer das vollständige Neuladen der Seite erst nach einem Kapitel erlaubt. Das Durchschimmern der vorangegangenen Anzeige fiel im Test nur beim Browser und in der Miniaturanzeige von PDFs auf. Es stört jedoch nicht. Gewöhnungsbedürftig ist hingegen der Gelbstich des Bildschirms. Die Displays des Kobo Glo und Aura HD gingen eher ins Bläuliche, was manchen sicherlich mehr zusagen dürfte. Geschmackssache!

Bei den restlichen Funktionen des E-Readers setzt Kobo im Wesentlichen auf das altbewährte System. Reading Life verteilt weiterhin fleißig virtuelle Auszeichnungen für Leseratten, die Nutzeroberfläche sieht aus wie gehabt, und auch die Mini-Spiele Schach und Sudoku sind vorhanden. Ebenso suchen Nutzer Neuerungen beim Browser und der Notiz-App vergebens. Bei Letzterer sind Verzögerung und Versatz nach wie vor allgegenwärtig.

Pocket-App

Im Gegensatz zum Kobo Glo und Aura HD besitzt der neue E-Reader allerdings die App Pocket. Dabei handelt es sich um eine Anwendung, die Webseiten, Dokumente, Videos und Co. offline verfügbar macht und so zum späteren Lesen zur Verfügung stellt. Das Programm steht auch für iOS, Android und als Web-App zur Verfügung. Auf dem Kobo ist sie jedoch in ihrem Funktionsumfang recht eingeschränkt. Videos lassen sich beispielsweise nicht abspielen. Sinnvoll ist die App für Nutzer, die gerne Webseiten auf ihrem E-Reader lesen. So lässt sich etwa ein Artikel im Netz auf dem Heim-PC aufrufen, speichern und nach einer Synchronisation via WLAN auf dem Kobo Aura aufrufen.

Pocket schafft es in der Regel, die Texte in EPUB-ähnlicher Qualität anzuzeigen. Notizen hinzuzufügen oder einen Ausschnitt auf Facebook zu teilen, wie bei dem eBook-Format, ist in Pocket allerdings nicht möglich. Schriftgröße und Typografie lässt sich jedoch regulieren, und auch die integrierten Wörterbücher helfen wenn gewünscht weiter. Bei PDFs sind diese Funktionen wie gewohnt nicht verfügbar.

Kritik

Wirklich schade beim neuen Kobo ist, dass die Haker, die bei Vorgängern auftauchten, immer noch passieren. Während des rund eine Woche andauernden Testzeitraums fror das Gerät immer mal wieder für einen kurzen Moment ein, um dann gleich ein paar Seiten zu überspringen.

Nutzer müssen sich zudem nach wie vor damit zufriedengeben, dass aktuelle eBooks im vorinstallierten Kobo Shop nicht immer gleich zum Release zur Verfügung stehen. Im Testzeitraum fehlten zwei, drei Titel der Top 5 der Spiegel-Bestseller-Liste. Außerdem lässt die Suchfunktion zu wünschen übrig. Weder lässt sich nur nach Autor noch ausschließlich nach Titel recherchieren. Magazine und Zeitungen werden weiterhin nicht in Deutschland angeboten.

Beim Testmodell fanden wir zudem einen Konstruktionsfehler am unteren Gehäuserand. Dort ist der Rahmen in einem Bereich von rund fünf Millimetern unter dem Bildschirm berührungsempfindlich und reagiert auf Eingaben. Es kann also passieren, dass der Nutzer den E-Reader in der Hand hält und so unglücklich an den Rahmen des Geräts kommt, dass er unfreiwillig umblättert. Oft passierte uns dies nicht. Ägerlich ist es trotzdem.

Fazit

Die Hardware des Kobo Aura überzeugte im Test. Speziell das Gehäuse entspricht unserer Idealvorstellung von Verarbeitung. Die Beleuchtung hat Hersteller Kobo noch einmal verbessert. Für eBook Reader-Neueinsteiger, die vor allem EPUBs lesen wollen, ist das Modell daher uneingeschränkt zu empfehlen.

Aufgrund des happigen Preises von 150 Euro sollten Interessierte jedoch überlegen, wie wichtig ihnen die Beleuchtung und der bessere Bildschirm sind - zumal die Konkurrenz meist günstiger ist. Bei der Entscheidung hilft Ihnen unsere Kaufberatung. Einen umfangreichen E-Reader-Vergleichstest finden Sie hier auf netzwelt.

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netzwelt
6.4
Kobo Aura
Vorteile
  • exzellente Verarbeitung
  • gelungene Beleuchtung
  • Pocket-App
Nachteile
  • kein PDF-Reflow-Modus
  • gelegentlicher Bildschirm-Freeze
  • Nicht alle Bestseller im E-Book-Shop

Gelungen verarbeitet

Die Hardware des Kobo Aura überzeugte im Test. Speziell das Gehäuse entspricht unserer Idealvorstellung von Verarbeitung. Die Beleuchtung hat Hersteller Kobo noch einmal verbessert. Für eBook Reader-Neueinsteiger, die vor allem EPUBs lesen wollen, ist das Modell daher uneingeschränkt zu empfehlen. Aufgrund des happigen Preises von 150 Euro sollten Interessierte jedoch überlegen, wie wichtig ihnen die Beleuchtung und der bessere Bildschirm sind - zumal die Konkurrenz meist günstiger ist. Bei der Entscheidung hilft Ihnen unsere Kaufberatung. Einen umfangreichen E-Reader-Vergleichstest finden Sie hier auf netzwelt.


Einzelergebnisse
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Design/Verab.
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Anzeige
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E-Book-Store
4
Bedienung
6
Software
5
Einsortierung
Kobo Aura von Kobo wurde als E-Book Reader abgelegt. Das Produkt wurde in die E-Book Reader-Bestenlisten Alle eBook-Reader und Die besten E-Book-Reader 2012/2013 aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Digitalkamera, Mobile Computing, E-Book, LED, Beleuchtung, E-Book Reader, Review, Kobo, Kobo Aura HD und Kobo Aura .
Kommentare zu diesem Artikel

Mit dem Kobo Aura bringt der kanadische Hersteller einen eBook Reader auf den Markt, der äußerlich auf ganzer Linie überzeugt. In der Nutzung zeigen sich jedoch auch altbekannte Probleme, die bereits bei den Vorgängern auftauchten. Im netzwelt-Test lesen Sie alle Einzelheiten.

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  • CBR schrieb Uhr
    AW: Beleuchtungskünstler: Kobo Aura im Test

    Danke für den Testbericht, auch dieser hatte mich überzeugt mir einen Kobo Aura zuzulegen. Es ist ein wirklich tolles Gerät, dass ansich wirklich überzeugt. Leider habe ich bisher nur defekte Geräte erwerben können: Schwarze Pixel bei deaktivierter Beleuchtung, helle Punkte bei aktivierter Beleuchtung und eine schlechte Verarbeitung am Rahmen. Das Licht der LEDs leuchtet aussen(!) durch. Zusätzlich scheint sich der Support von Kobo nicht für solche Probleme zu interessieren und reagiert leider nicht auf Emails. Ich hatte nun mehrere Geräte von verschiedenen Händlern. Weitere Händler rieten mir sofort vom Kauf ab, da diese Probleme wohl bekannt seien und auch der Support in der Vergangenheit alles andere als schnell reagiert hat. Sehr schade! Ich möchte keinen Kindle und auch keinen anderen Reader, der Aura ist ein wirklich tolles Gerät. Aber für das Geld hätte ich gerne eines ohne Fehler. Kobo: Bitte nachlegen!
  • federlibelle schrieb Uhr
    AW: Beleuchtungskünstler: Kobo Aura im Test

    Ich gehe davon aus, dass man auf diesen reader auch nicht käufliche ebooks laden kann. Geht das über den Computer oder Wlan. Ist es richtig, dass man den Ereader erst nutzen kann, nachdem man sich bei kobo angemeldet hat. Weiss evtl. jemand ab wann diese Gerät im Handel ist?
  • Swissandre schrieb Uhr
    AW: Beleuchtungskünstler: Kobo Aura im Test

    Hallo Annika Ganz herzlichen Dank für all die Information. Mit "Notizfunktion" meine ich, dass ich in Büchern Textstellen markieren möchte und diese dann auch schnell (und übersichtlich?) wieder finden möchte. Wenn ich zum Beispiel ein Travel Guide wie den Lonely Planet habe, dann wimmelt es nur so von "gehighlighten" Stellen und auf das möchte ich nicht verzichten bei einem Ereader. Ich glaube, Sony kann das ganz gut - aber die Beleuchtung fehlt. Danke!
  • Annika D. schrieb Uhr
    AW: Beleuchtungskünstler: Kobo Aura im Test

    @Swissandre: An den Kobo Shop gebunden bist Du nicht. Der Zugriff ist nur einfacher vom Aura aus. Du kannst aber Dir genauso auf einem Desktop-Rechner Bücher bei einem anderen E-Book-Shop holen und im Anschluss auf den Kobo schieben. Wie im Test beschrieben, ist die PDF-Anzeige definitiv besser als bei den Vorgängern. Weil sich mit Gesten leichter in das Dokument zoomen lässt usw. ein PDF-Reflowmodus wäre aber dennoch angenehmer, den hat das Gerät nicht. Wenn Dir PDFs wichtig sind, schau Dir mal diesen Reader an: Meinst Du mit Notizen-App die Anwendung, in der Du handschriftliche Texte verfassen kannst (funktioniert nicht gut), oder die Funktion, mit der Du einen Buchabschnitt markieren und mit einer Anmerkung versehen kannst (funktioniert gut)? Für Alternativen zum Kobo Aura empfehle ich Dir unseren Vergleichstest: http://www.netzwelt.de/news/95176-sieben-e-reader-vergleichstest.html Oder Du schaust mal in unsere Kaufberatung, um zu erfahren, worauf Du beim Kauf achten solltest. http://www.netzwelt.de/news/95197-kaufberatung-welcher-e-reader-passt-mir.html

    ---------- Doppelpost zusammengeführt ----------

    frierte? ... Pardon. Der Fehler ist nun behoben;)
  • Swissandre schrieb Uhr
    AW: Beleuchtungskünstler: Kobo Aura im Test

    Ist es denn möglich auch von anderen Anbietern bücher zu kaufen oder ist man an den Koboshop gebunden? Wie ist die PDF Anzeige? Und zu guter Letzt: wie ist die Notizfunktion. Da ich viele Notizen hinterlegen möchte, ist mir das ziemlich wichtig. Prinzipiell suche ich einen Ereader mit Licht und guter Notizfunktion. hat jemand eine andere Empfehlung? Herzlichen Dank :-)
  • Dudi schrieb Uhr
    AW: Beleuchtungskünstler: Kobo Aura im Test

    frierte? ...
article
39294
Kobo Aura im Test
Kobo Aura im Test
Der Kobo Aura ist das neueste Mitglied der eBook Reader-Familie des kanadischen Herstellers. Netzwelt hat den Namensvetter des Aura HD ausführlich getestet und für gut befunden.
http://www.netzwelt.de/news/103162-kobo-aura-test.html
2013-09-23 18:04:28
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/kobo-aura-produktbild-114912.jpeg
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