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Beats Pill im Test: Hippe Bluetooth-Lautsprecher von Dr. Dre
Für rund 200 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Lautsprecher in Pillenform: Die Beats Pill-Box ist schick, klein und dank Bluetooth auch mit vielen Handys und Tablets verwendbar. Eine Transport-Tasche und Verfügbarkeit in bunten Farben garnieren die Box mit Lifestyle-Eigenschaften. Doch wie tönt das mobile System? Die Beats Pill im netzwelt-Test.

Eine Pille für unterwegs: Die Beats Pill-Box ist der kleinste der Lautsprecher von Beats Electronics aus dem sonnigen Kalifornien. Dank Bluetooth ist die Pill-Box auch plattformübergreifend einsetzbar. Verfügbarkeit in bunten Farben und eine Transport-Tasche machen aus dem Gerät ein Lifestyle-Accessoire. Aber lohnt sich die Anschaffung als Soundverstärkung im Garten, Park oder am Strand? Der Beats Pill im Test.

Pille als Lautsprecher: die mobile Bluetooth-Box Beats Pill.

Schwarz, Weiß, Silber, das sind die Farben des HiFi-Zeitalters, als noch niemand MP3-Player, geschweige denn Tablets und Smartphones kannte. Dank der poppigen Farbenwelt um iPod & Co. haben sich zahlreiche auffallende Zwischentöne etabliert, die sich natürlich auch für kleine mobile Lautsprecher anbieten. Das uns für einen Test vorliegende Modell Beats Pill der Audiomarke Beats des US-Rappers und Produzenten Dr. Dre kommt im quitschigen Neongrün. Erhältlich sind die Lautsprecher für den Unterwegs-Einsatz aber auch in Orange, Rot, Rosa, Grün, Blau, Silber, Schwarz, Weiß. Noch Wünsche offen?

Der Hersteller gestaltet sein kleinstes Lautsprechersystem anders als die größeren und mittlerweile in vielen Elektronikmärkten stehenden Pendants Beatbox, Beatbox Portable nicht mit abgerundeten Kanten, sondern oval. Von der Form her erinnern die Beats Pill, wie der Name schon suggeriert, an kleine Pillen, wie man sie etwa aus der Haushaltsapotheke kennt. Allerdings rollen die Lautsprecher auf glatten Oberflächen nicht davon. Eine ebene Standfläche an der Unterseite gewährt stattdessen sicheren Halt.

Beats Pill im Test: Mobiler Bluetooth-Lautsprecher für die iPod-Generation

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Eine Transportbox inklusive Karabinerhaken, Aufladegerät und Miniklinke im Lieferumfang. (Bild: netzwelt)

Transpotbox im Lieferumfang

Klein und leicht - das sind zwei der Eigenschaften, mit der Beats Audio die mobilen Einsatzfähigkeiten der Pill-Lautsprecher bewirbt. Mit 310 Gramm Kampfgewicht sind die Lautsprecher kein allzu schwerer Begleiter auf Reisen, bei der Gartenparty oder am Strand. Auch die Abmessungen mit rund 4,6 Zentimeter in der Höhe und rund 19 Zentimetern Länge sprechen für flexible Einsätze. Die mitgelieferte Tragetasche besitzt eine Öse für den ebenfalls in der Packung befindlichen Karabinerhaken. Ein Transport am Gürtel oder außen einer Rucksackschnalle stellt demnach keine Hürde dar. Als Ballast empfanden wir den Beats Pill in solchen Situationen jedenfalls nicht.

Das Audiosystem besitzt nur vier Menütasten. Ein-und Ausschalter auf der Rückseite, Lauter/Leiser-Buttons an der Oberseite, ein markengerechte dicke, silberne "b"-Taste auf der Vorderseite, die für "beats" steht. Sie übernimmt dabei die Hauptsteuerung: Per Druck wird die Bluetooth-Kopplung mit Zuspielern wie Smartphones und Tablets eingeleitet. Zudem zeigt das "b" den Zustand des Audiosystems an: Leuchtet es, ist der Beats Pill-Lautsprecher eingeschaltet. Hört es auf zu leuchten, ist das Gerät abgeschaltet. Beim Ein- und Ausschalten macht der Lautsprecher mit einem markanten Klang auf sich aufmerksam.

Flexibilität dank Bluetooth

Vor der Inbetriebnahme muss der Beats Pill allerdings mit Strom versorgt werden. Dazu liegt ein USB-Kabel und ein dazugehöriges USB-Netzteil bei. Die Aufladung nimmt einige Zeit in Anspruch. Zur Verbindung mit MP3-Playern oder anderen Gerätschaften, die der kabellosen Musikübertragung nicht mächtig sind, dient ein Audio-Klinkenkabel.

Die Unabhängigkeit von mobilen Betriebssystem ist der große Vorteil von Bluetooth: Egal, ob iPhone, Android- oder Windows Phone-Gerät - dank Bluetooth kommen alle als Soundlieferanten in Frage. Die Verbindung zu mobilen Bluetooth-Lautsprechern gelingt in der Regel einfach, auch beim Beats Pill stellte uns das nicht vor allzu große Probleme - ein Knopfdruck und eine Bestätigung auf der Smartphone- oder Tablet-Seite reicht aus. Der Beats Pill-Lautsprecher meldet dabei eine eingegangene Verbindung mit einem hellen Signalton - die Deaktivierung der Bluetooth-Brücke quittiert das Gerät ebenso per Klangausgabe.

NFC-Unterstützung

Das gilt auch für NFC, die zweite Verbindungsart mit den Lautsprechern. Zur Kontaktaufnahme per NFC reicht es, das jeweilige, für den Nahstreckenfunk befähigte Smartphone kurz mit dem NFC-Logo auf der Rückseite der Beats Pill-Lautsprecher zu berühren. Abhängig vom Handy-Modell sind für die Kontaktaufnahme verschiedene Bereiche vorgesehen. Im Test mit einem Nokia Lumia 820 und HTC One X-Smartphone gelang die Verbindung schnell und problemlos. Vorteil von NFC: Die Bluetooth-Verbindung wird automatisch aktiviert, auch die Deaktivierung der Brücke funktioniert über den Nahstreckenfunk ohne manuelle Eingabe. Das spart Zeit. Allerdings sind nicht alle Smartphones oder Tablets mit dem Kurzstreckenfunk ausgerüstet - etwa das iPhone.

Bei kabellosen Lautsprechersystemen kommen entweder Bluetooth, Apples WLAN-Streaming-Protokoll AirPlay oder beide Standards zum Einsatz. Bluetooth kann in Sachen Reichweite gegenüber AirPlay natürlich nicht ganz mithalten. Im Test war ab einer Entfernung von rund neun bis zehn Metern Schluss mit der Audiounterhaltung per Bluetooth. Das ist im Park, am Strand oder in der Küche aber in der Regel zu vernachlässigen, da die Soundquelle ohnehin in der Nähe liegt oder steht.

Mit Freisprecheinrichtung

Die Musiksteuerung der Beats Pill-Lautsprecher erfolgt übrigens nicht über eine eigene App, wie sie viele Hersteller ihren Lautsprechern beilegen, sondern einfach über jedwede Musik-App, die gerade Sound liefern soll. Auf Apple-Geräten reicht ein Doppelklick auf den Home-Button - per Wischgeste navigiert man dann nach ganz links am unteren Bildschirmrand und wählt das Wiedergabegerät aus. Alternativ wird der Empfänger auch häufig innerhalb einer App geregelt. Zur Steuerung auf Android-Geräten gibt es etwa die Benachrichtigungsleiste am oberen Bildschirmrand mit Buttons für den Schnellzugriff. Auch für Musik-Apps und Bluetooth sind entsprechende Schaltflächen hinterlegt.

Der Beats Pill unterstützt Bluetooth in der Version 2.1 und für die Audioübertragung neben dem lizenzfreien SBC-Codec auch AAC und aptX fürs Streaming. Die unterstützten Bluetooth-Profile sind unbekannt. Wie bei vielen Konkurrenzgeräten auch dient die Bluetooth-Brücke zur Weiterleitung von Telefonaten an die Lautsprecher. Zur Kommunikation mit dem Gesprächspartner ist ein Mikrofon in die Beats Pill eingebaut. Dank der Freisprechanlage wird die Qualität im Vergleich zur Smartphone-Lösung in der Tat spürbar verbessert.

Im Gegensatz zu ihren großen Schwestermodellen können die Beats Pill nur eine vergleichsweise sanfte Klangverstärkung liefern. Mit seinen vier nebeneinander angeordneten Lautsprecher produzieren die Beats Pill insgesamt einen sehr höhenlastigen Sound. Insbesondere die Mittenperspektive fehlte uns ein wenig, da decken günstigere Lautsprecher schon eine breitere Klangperspektive ab. Wer auf ordentliche Bassunterstützung setzt und sich eine Stereoperspektive eröffnen will, muss ohnehin tiefer in die Tasche greifen. Die Verstärkerleistung der Beats Pill war auf der Herstellerseite nicht einsehbar. Für die Hintergrund-Beschallung im Park, auf Reisen oder bei kleinen Gartenpartys reicht die Leistung aber allemal.

Auch der Akku hält ausreichend lange durch. Bei Lautstärken von 80 dB soll die Box sieben Stunden ohne zusaätzliche Energiespende auskommen. Netzwelt testete bei geringeren Lautstärken und kam dann schon auf ausdauernde zehn Stunden. Das reicht zur Dauerberieselung mit Lieblingsmusik.

Fazit

Schön, aber teuer: Verarbeitung, Bedienung und Design der Beats Pill-Lautsprecher überzeugen, angesichts der durchschnittlichen Klangqualität ist der Preis mit rund 200 Euro aber zu hoch. Immerhin: Im Netz taucht das Modell schon günstiger auf. Auf dem Markt gibt es jedoch konkurrenzfähige Geräte, die weniger kosten, aber eine vergleichbare Soundqualität für die mobile Audiounterhaltung liefern.

Sie interessieren sich für Bluetooth-Lautsprecher? Netzwelt hat bereits den Sonoro GoNewYork getestet. An dieser Stelle finden Sie einen Test des WOOFit mit eingebautem Radioempfänger. Zum Test des wasserfesten Ecoxgear Ecoxbt gelangen Sie hier.

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Lautsprecher in Pillenform: Die Beats Pill-Box ist schick, klein und dank Bluetooth auch mit vielen Handys und Tablets verwendbar. Eine Transport-Tasche und Verfügbarkeit in bunten Farben garnieren die Box mit Lifestyle-Eigenschaften. Doch wie tönt das mobile System? Die Beats Pill im netzwelt-Test.

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Beats Pill im Test: Hippe Bluetooth-Lautsprecher von Dr. Dre
Klein und mobil: Die Beats Pill-Lautsprecher empfangen dank Bluetooth Audiosignale von Smartphones und Tablets jedweder Plattform und eignen sich für die Überall-Beschallung. Ob die pillenförmige Box zu überzeugen weiß. zeigt der Test.
http://www.netzwelt.de/news/100131-beats-pill-test-hippe-bluetooth-lautsprecher-dr-dre.html
2013-08-28 16:38:05
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2013/pille-lautsprecher-mobile-bluetooth-box-beats-pill-bild-netzwelt-33401.jpg
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