Auf der Hersteller-Webseite verspricht Creative für das Headset HS-1200 "Spitzenklang mit maximaler Bewegungsfreiheit und optimalem Komfort". Netzwelt hat die kabellose Kombination aus Kopfhörer und Mikrofon unter die Lupe genommen.
Inhalt
Installation
Eigentlich benötigt man für das HS-1200 überhaupt keine Treiber - unter Windows XP und Vista funktioniert die Erkennung der Hardware anstandslos, echtes Plug-and-Play. Das Einlegen der zum Lieferumfang gehörenden CD lohnt sich dennoch. Auf ihr findet der Käufer einige Zusatz-Programme, die den Klang aufwerten. "X-Fi CMSS 3D" liefert künstlichen Surroundklang, der "X-Fi Crystalizer" sorgt für besseren Spieleklang - beide sind bereits aus anderen Creative-Produkten wie dem Zen X-Fi oder der Xmod bekannt.
Klangqualität
Die Soundqualität konnte beim Probehören durchweg überzeugen. Der Bass ist angesichts der kleinen Ohrmuscheln des Headsets druckvoll und die Höhen und Mitten kommen gut zur Geltung. Probegehört hat netzwelt unter anderem mit diesen drei Titeln:
Eine ausführliche Bewertung der beiden Effekte "Crystalizer" und "X-FI CMSS-3D" finden Sie in diesem Artikel.
Bedienung
Die Bedienung des Headsets ist intuitiv und damit gut gelungen. An der Außenseite der rechten Ohrmuschel befinden sich vier Knöpfe. Mit ihnen kann die Lautstärke geregelt werden. Um die Akkulaufzeit zu erhöhen, lassen sie sich mittels Taster auch deaktivieren. Das HS-1200 schaltet sich aber auch nach einigen Minuten automatisch ab. Der vierte Taster kann frei belegt werden. Die Musik im Player kann pausiert werden oder Anrufe von Skype entgegengenommen werden. Nervig ist hingegen, dass die Musik nach dem Pausieren nicht wieder über die Headset-Tasten gestartet werden kann. Hier ist ein Griff zur Maus notwendig.

Der Empfänger macht sich auf jedem Schreibtisch gut
Kabelgebunden oder drahtlos
Der Hauptgrund für den Kauf eines drahtlosen Headsets ist die größere Reichweite im Vergleich zur kabelgebundenen Konkurrenz. Im Falle des Creative HS-1200 trifft dies allerdings nicht zu. Die auf 2,4 Gigahertz basierende Funktechnologie funktioniert meist nicht zufriedenstellend. Bei größeren Kopfbewegungen kommt es selbst bei einem Abstand von nur 50 Zentimetern zum Empfänger hin und wieder zu Aussetzern. Ab einer Entfernung von drei Metern verweigert das Headset den Dienst vollständig. Erste regelmäßige Aussetzer gibt es bereits ab circa zwei Metern, selbst wenn der Kopf nicht bewegt wird.
Der interne Akku im Headset bietet bei mittlerer Lautstärke Saft für etwa sieben Stunden und ist in rund zweieinhalb Stunden aufgeladen. Hierzu muss lediglich das Kabel vom Empfänger an die rechte Ohrmuschel angeschlossen werden. Positiv: Während des Ladevorgangs kann das Headset in Betrieb bleiben. Insgesamt hat das Kabel eine Länge von zweimal 86 Zentimetern. In der Mitte befindet sich der Empfänger. Das Kabel ist im Vergleich zu kabelgebundenen Headsets kurz. In der Mitte des Empfängers prangt ein großer Taster, um die Frequenz zu ändern.
Tragekomfort: Anpassung an jeden Kopf
Das Creative HS-1200 passt sich jeder Kopfform sehr gut an. Die Ohrmuscheln sind nur an zwei dünnen Metallbügeln befestigt und bleiben beweglich. Obwohl die Ohren nicht vollständig umschlossen werden, finden nur wenige Außengeräusche den Weg ans Ohr. Die Ohrmuscheln sind dick gepolstert, genauso wie auch der Bügel. Dieser verfügt leider über eine zu hohe Spannung. Die Ohren quittieren dies beim längeren Tragen durchaus mit leichten Schmerzen.
Verschärfend kommt hinzu, dass die Lauscher schon nach relativ kurzer Zeit heftig anfangen zu schwitzen. Eine größere, die Ohren vollkommen umschließende Polsterung, hätte hier Abhilfe schaffen können. Die Seitenbügel sind nicht gerastert und können sich vor allem beim Auf- und Abnehmen des Headsets verstellen.
Mikrofon: Flexibel wie eine Schlange
Das Mikrofon ist flexibel angebracht und ermöglicht nahezu jede Position ohne dabei geknickt zu werden - Kabelbruch ausgeschlossen. Die Sprachqualität konnte im Gespräch überzeugen und kam sauber beim Gesprächspartner an, wenn keine Funkunterbrechungen dazwischen kam.

Die Ohrmuscheln sind frei bewegbar.
Fazit: Ein Headset mit zwei Seiten
Als drahtloses Headset für ambitionierte Spieler kann das Creative HS-1200 im netzwelt-Test nicht überzeugen. Die Reichweite beträgt lediglich zwei Meter, ab drei Metern kommt es bereits in der Testumgebung zum Totalausfall. Der einzige Vorteil, der bleibt, ist, dass kein Extra-Kabel auf dem Schreibtisch liegt oder beim Spielen stört.
Als kabelgebundenes Headset hingegen präsentiert sich dem Nutzer ein vollkommen anderes Bild vom Creative HS-1200, vor allem durch das ausgewogene Klangbild punktet das Testmodell kräftig. Für den Dauergebrauch ist das Headset gut gepolstert, als Schwachstelle erweist sich der zu stramme Bügel, der den Druck auf die Ohren unnötig erhöht. Das Kabel vom Empfänger zu den Kopfhörern könnte ebenfalls länger sein. Das Creative HS-1200 ist zu einem Preis von rund 65 Euro in Online-Shops verfügbar. Für den guten Klang ist dieser Preis gerechtfertigt. Leider werden Spieler trotz der drahtlosen Verbindung schließlich doch an die kurze Leine genommen.