Mit Windows 7 öffnet sich Microsoft firmenfremden Formaten: Der Vista-Nachfolger wird Codecs wie DivX, Xvid und H.264 direkt mit an Bord haben. So müssen die Nutzer nicht zwingend zusätzliche Codec-Packs installieren. Auch beim automatischen Umwandeln der Formate will Windows 7 helfen.
Audio- und Videodateien gelangen in einer Vielzahl von Formaten auf den Computer. Bei den digitalen Standards sind die Informationen oft komprimiert, um bei einer akzeptablen Qualität möglichst weniger Speicherplatz auf der Festplatte zu verbrauchen. Damit das Betriebssystem diese Formate trotzdem lesen und ordnungsgemäß wiedergeben kann, sind so genannte Codecs nötig. Noch mit Windows Vista setzte Microsoft ausschließlich auf eine systemweite Unterstützung der eigenen Formate Windows Media Audio (WMA) und Windows Media Video (WMV) - die Ausnahme war das weit verbreitete MP3-Format.
Beliebt sind die Windows-eigenen Formate indes nicht, weshalb ein Großteil der Nutzer nachinstallieren muss: Kostenlose Codec-Packs liefern die notwendigen Dateien mit, um Formate wie DivX, Xvid oder H.264 darstellen zu können. Hier kommt Microsoft dem Kundenwunsch nun entgegen und integriert die notwendigen De- und Encoder zur Umwandlung der Formate direkt in Windows 7. Auch der Advanced Audio Codec (AAC), den Apple für Musikverkäufe über iTunes verwendet, ist mit dabei.

Auf der WinHEC vorgestellt: Windows 7 bekommt Codecs spendiert.
(Klick vergrößert, Quelle: istartedsomething.com.)
Wandelbare Formate für Windows 7
Auf der Hardware Engineering Conference (WinHEC) Anfang November machte Microsoft allerdings deutlich, dass die Codecs nicht mit kommerziell vermarkteten Varianten vergleichbar seien. Im Klartext heißt das, Qualität und Länge der Umwandlung oder die zur Auswahl stehenden Funktionen werden eingeschränkt sein. Das Ziel der mitgeieferten Codecs wäre damit nicht das Enkodieren kompletter Kinofilme, sondern das Aufbereiten von Multimedia-Dateien für tragbare Geräte wie MP3-Player.
Im WinHEC-Vortrag wies Microsoft darauf hin, dass die Transkodierung, also das Umwandeln von einem Format ins andere, möglicherweise bereits beim Verschieben der Datei erfolgt. Wer also ein Musikstück kopiert, welches jedoch auf dem Abspielgerät nicht kompatibel ist, soll auf die Hilfe von Windows 7 hoffen können. Und da diese Umwandlungen die Ressourcen des Computers stark beanspruchen, will Microsoft so genannte Hardware-Transcoder ebenfalls im Vista-Nachfolger unterstützen. Dabei sorgt nicht eine Software für den Umwandlungsprozess, sondern ein auf dem Mainboard fest verbauter Speicherchip.