Neodym erzeugt störendes Magnetfeld

Studie: Kopfhörer bringen Herzschrittmacher aus dem Takt

Menschen mit Herzschrittmacher sollten darauf achten, dass die Kopfhörer ihrer MP3-Player nicht in die Nähe des implantierten Gerätes kommen. Das ist das Ergebnis einer Studie aus den USA, in der die Wirkung von acht verschiedenen Kopfhörermodellen auf 60 Patienten mit implantierten Herzschrittmacher oder Defibrillator untersucht wurde.

In den meisten Kopfhörer-Modellen kommt ein Stoff namens Neodym zum Einsatz, welcher schwach magnetisch ist. Dieses Magnetfeld hat Auswirkungen auf die verbaute Elektronik im Inneren von Herzschrittmachern und Defibrillatoren. Kommt der Kopfhörer den lebenswichtigen Implantaten zu nahe, können diese gestört werden.

Direkten Hautkontakt vermeiden

Bei 15 Prozent der Patienten mit implantiertem Herzschrittmacher und bei 30 Prozent der Versuchspersonen mit eingesetztem Defibrillator verursachte das Neodym eine kurzzeitige Störung der Geräte. Dabei wurde von den Forschern eine magnetische Flussdichte von 20 Millitesla festgestellt. Bereits Flussdichten von einem Millitesla können zu Störungen führen.

Eine beeinträchtigende Wirkung war in der Versuchsreihe nur dann festzustellen, wenn sich der Kopfhörer in unmittelbarer Nähe zum Implantat befand. Sobald er wieder entfernt wurde, funktionierten sowohl die Herzschrittmacher als auch die Defibrillatoren wieder normal.

Kein Grund zur Beunruhigung

Wie die für die Studie zuständigen Forscher um Dr. William Maisel vom Beth Israel Medical Center in Boston auf einer Fachtagung der American Heart Association mitteilten, besteht für die Betroffenen kein Grund zur Beunruhigung. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Kopfhörer nicht dauerhaft in die Nähe der Implantate baumeln, etwa wenn sie aus dem Ohr rutschen.

Auf der Tagung in Boston wurde ein weiteres Studienergebnis der Öffentlichkeit präsentiert. Mobiltelefone die über den drahtlosen Bluetooth-Funk senden, stellen ebenfalls keine Gefahr für Patienten mit Herzschrittmacher dar.