Einen hochwertigen Rechner selbst zusammenzubauen ist nicht mehr so schwer wie früher, die Wahl der richtigen Hardware hingegen ist alles andere als leicht. Schließlich sollten nur die besten Komponenten den Weg in den eigenen PC finden.
Ein Betrag von 1.000 Euro ist mittlerweile eine markante Obergrenze für einen Spielerechner. Viel Geld, doch im Vergleich zu den vorkonfigurierten Modellen der großen Hersteller bieten selbst zusammengestellte Rechner auch einiges mehr. Wer so viel Geld für einen Spielerechner zur Verfügung hat, kann in den Listen der Hardware-Anbieter aus dem Vollen schöpfen.
In diesem Einkaufsberater bringt netzwelt ein wenig Licht in den Hardwaredschungel und stellt einen Rechner für rund 1.000 Euro zusammen. Für diesen Betrag bekommt man einen sehr schnellen Rechner mit einem guten Preisleistungsverhältnis. Bei unserer System-Konfiguration handelt es sich lediglich um einen Vorschlag. Dieser sollte den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.
Inhalt
Prozessor
Wo früher der Takt entscheidend war, gilt heute: je mehr Kerne desto besser. Ein aktueller Quadcore-Prozessor ist allerdings nur dann zu empfehlen, wenn mit dem PC anspruchsvolle Aufgaben erledigt werden: Rendern, Videoschnitt oder Konvertieren von Dateiformaten. Außerdem sollte auch eine Quadcore-Unterstützung von den verwendeten Programmen angeboten werden. Bisher können nur wenige Spiele von der Kraft der vier Kerne profitieren.
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass zu einer "boxed Version" gegriffen wird. Diese bietet erheblich bessere Garantiebedingungen und es wird auch gleich ein geeigneter, wenn auch lauter, CPU-Kühler mitgeliefert.
Netzwelt empfiehlt folgende Prozessoren für einen Spielerechner:
Grafikkarte
Eine echte Daddelmaschine braucht vor allem eine potente Grafikkarte. Seit langem gibt es zwei Hauptfirmen, die sich den Markt untereinander aufteilen: ATI und Nvidia. Eine gute Grafikkarte kostet derzeit knapp über 200 Euro. Besonders empfehlenswert ist die ATI Radeon HD 4870, die minimal schneller als eine Nvidia Geforce GTX 260 ist, dafür aber um gut 30 Euro günstiger. Von der Nvidia-Karte ist auch eine neue Version mit 216 Shadern erhältlich. Diese kostet meist wesentlich mehr und ist verhältnismäßig teuer.

Eine ATI 4870 von Sapphire.
Oftmals bieten die Hersteller leicht übertaktete Karten an. Der Geschwindigkeitsvorteil ist meist nur marginal und den Aufpreis nicht wert. Interessanter sind die unterschiedlichen Kühlkonzepte der einzelnen Hersteller. Hierbei sollte man darauf achten, ob der verbaute Lüfter tatsächlich leiser ist. Hier helfen oftmals Userberichte in Foren und Tests. Beide Grafikkarten eignen sich für hohe Auflösungen mit aktivierten Qualtitätsettings (Anti-Aliasing und anisotropische Filterung).
Arbeitsspeicher
Die Arbeitsspeicherpreise befinden sich derzeit auf einem absoluten Tiefpunkt, daher kann getrost zu vier Gigabyte großen RAM-Modulen gegriffen werden. Hierbei sollte ein 64-Bit-Betriebssystem verwendet werden, da nur so der ganze Arbeitsspeicher genutzt werden kann. Übertakter sollten zu einem Arbeitsspeicher mit 1.000 oder 1.066 Megahertz greifen, da dieser nur geringfügig teurer ist als die Varianten mit 800 Megahertz. Eine Latenz von 5-5-5-15 ist absolut ausreichend, da ein Geschwindkeitsvorteil durch eine niedrigere Latenz bei Prozessoren von Intel nicht spürbar ist.
Die Hersteller von Mainboards veröffentlichen meist nur eine kleine Auswahl an kompatiblem Arbeitsspeicher. Kompatibilitätsprobleme im Zusammenhang mit dem Arbeitsspeicher sind aber glücklicherweise sehr selten geworden und so sollte nur darauf geachtet werden, dass es sich um ein Markenprodukt handelt. Die Geschwindigkeit zwischen den einzelnen Herstellern ist zu vernachlässigen.
Hauptplatine
Das Mainboard sollte nach den eigenen Wünschen ausgewählt werden. Im Grunde sind alle aktuellen Mainboards mit Intel P45 Chipsatz zu empfehlen. Die Unterschiede liegen in der Anschlussvielfalt und dem Layout der Hauptplatine und der Übertragbarkeit dieser. Die High-End-Chipsätze X38 und X48 von Intel bieten keinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den günstigeren P45 Chipsätzen und sind ausschließlich bei einem Crossfire-System in Erwägung zu ziehen.

Das Asus P5Q-E in schwarz.
Festplatte und Laufwerk
Bei der Festplatte sollte darauf geachtet werden, das es sich um ein Modell der neusten Serie handelt. Der größte Unterschied zwischen den einzelnen Festplatten ist die Anzahl der verwendeten Magnetscheiben (Platter). Hier gilt die Regel: Weniger ist mehr. Je weniger Platter zum Einsatz kommen, umso schneller sind die Transferraten. Zudem sind diese Festplatte meist sehr leise. Die Magnetspeicher von Samsung und Western Digital benötigen für ein Terabyte Speicher lediglich drei Magnetscheiben mit je 333 Gigabyte.
Beim DVD-Brenner empfiehlt es sich, auf ein leises und schnelles Laufwerk zurückzugreifen. Zu den leisesten Geräten gehören jene von LG. Wichtig ist zudem, dass das gewünschte Laufwerk einen Sata-Anschluss besitzt.
Netzteil
Da das Budget mit 1.000 Euro sehr großzügig ausfällt, kann hier getrost zu einem Netzteil mit Kabelmanagement gegriffen werden, welches überflüssige Kabel vergessen macht und so für Ordnung im Gehäuse sorgt. Gute Schutzmechanismen (aktives PFC) bei einem etwaigen Ausfall des Netzteils und eine hohe Effizienz von 85+ sind Pflicht. Der immer größere Stromverbrauch von Grafikkarten macht ein gutes Markennetzteil unerlässlich. Genauere Informationen über das Thema finden Sie im Ratgeber "Das richtige Netzteil finden".
Gehäuse und Kühlung
Da das Budget entsprechend groß dimensioniert ist, kann auch beim Gehäuse etwas Edles her. Für Bastler und Casemodder ist das Gehäuse von Cooler Master eine gute Wahl. Bastler, die es klassisch mögen, sind beim Hersteller Lian Li gut aufgehoben. Dies sind allerdings nur zwei Vorschläge von vielen. Bei einem anderen Gehäuse sollte darauf geachtet werden, dass Lüfter mit einem Durchmesser von 120 Millimetern verbaut werden können. Des Weiteren sollte es sich um ein ATX-Gehäuse handeln, welches idealerweise auch für überlange Grafikkarten Platz bietet.
Für eine gute und vor allem leise Kühlung sollten noch zwei 120-Millimeter-Lüfter rückwärtig eingebaut werden. Auch ein leistungsfähiger CPU-Kühler sollte nicht fehlen. Eine gute Kühlung wird vor allem beim Übertakten benötigt, aber auch ein leiser PC kommt um eine gute Kühllösung nicht herum.
Fertige Konfiguration
| Prozessor | Intel Q9550 |
| Alternativ | Intel Q9300 |
| Alternativ | Intel E8500 |
| Grafikkarte | ATI 4870 (Referenzdesign) |
| Alternativ | Nvidia GTX 260 (Referenzdesign) |
| Arbeitsspeicher | 4GB G.Skill 1000MHz CL5 |
| Alternativ | 4GB A-DATA Vitesta 800MHz CL5 |
| Hauptplatine | ASUS P5Q-E |
| Alternativ | MSI P45 Neo2-FR |
| Alternativ | Gigabyte GA-EP45-DS4 |
| Festplatte | Samsung F1 1.000 GB |
| Alternativ | Western Digital Caviar Green 1000GB |
| DVD-Brenner | LG GH20NS |
| Alternativ | ASUS DRW-2014L1T |
| Netzteil | Enermax MODU82+ 525W |
| Alternativ | Cooler Master Silent Pro 500W |
| Alternativ | Be quiet Dark Power Pro P7 550W |
| Gehäuse | Cooler Master CM 690 (gibt es auch mit Sichtfenster) |
| Alternativ | Lian Li PC-7 (gibt es auch mit Sichtfenster) |
| optionaler CPU-Kühler | Noctua NH-U12P |
| Alternativ | Xigmatek HDT-S1283 |
| optionaler Gehäuselüfter | Blacknoise NB-Multiframe MF12-S2 |
| Alternativ | Noctua NF-S12-1200rpm |
| Alternativ | Blacknoise NB-BlackSilentFan XL1 Rev. 3.0 |
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