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07.08.2008
 

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Gobbledigook

Sigur Ros

CD Cover Künstler Sigur Ros
Songtitel Gobbledigook
Genre Electronic
Typ mp3
Größe 7,658
Quelle www.insound.com
Bewertung
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Über Sigur Ros

Dass in der Abgeschiedenheit Islands herausragende Musik entsteht, hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch was Sigur Rós mit ihrem zweiten Album .Agaetis Byrjun" vorgelegt haben, war Ende 2000 schon eine kleine Sensation. Denn mit ihrem Zeitlupensound und ihrer von aktuellen Modetrends völlig losgelösten Musik heimsten sie weltweit Lob und Anerkennung ein. Musik voller großer Gefühle, überwältigender Schönheit und bittersüßer Melancholie.


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Die Essenz von Musik

Es bedarf nur einer kurzen Online-Recherche um zu erkennen, dass die Jungs von Sigur Ros von ihren Fans geradezu prophetisch verehrt werden. Daher wage ich kaum zu sagen, dass ich über den Trailer zum Computerspiel Dead Space zum ersten Mal mit dieser Band in Kontakt gekommen bin. Ich habe mir auf einen Schlag drei Alben gekauft, von denen Med sud i eyrum vid spilum endalaust mit Sicherheit das Eingängigste ist eingefleischte Fans mögen das als Nachteil empfinden, ich finde das gut. Wenn man die Frage, ob es sich hierbei um Post-Rock, Art-Alternative oder böses Wort Weltmusik handelt, einmal beiseite lässt, eröffnet sich dem Hörer hier die Seele der Musik. Es war mir während des Hörens dieser Platte (und den anderen) vollkommen unmöglich, irgendetwas nebenbei zu machen. Ein Buch lesen? Keine Chance. Sich unterhalten? Erst recht nicht. Das Zimmer aufräumen? Nicht mal das. Man sitzt einfach da und wundert sich, weswegen man gerade lächelt (beim optimistisch treibenden Inne mer syuqur vitteysingur) oder plötzlich Tränen in den Augen hat (beim sich von melancholischer Kammermusik zu epischem Orchestralwerk steigernden Ara batur). Die Verwendung der isländischen Sprache addiert zudem einen sehr intensiven Hauch Mystik, weil man immer glaubt, nur ganz kurz vom Verstehen einer Ursprache entfernt zu sein. Durch den charakteristischen Falsett-Gesang von Jonsi Birgisson versteht man aber selbst beim offensichtlich englischen All alright kein Wort. Wer nach den guten, aber eingängigen musikalischen Trends der letzten Jahre wieder einmal erleben möchte, wie zentral Musik den Seelenzustand beeinflusst, dem seien Sigur Ros absolut ans Herz gelegt. Die vorliegende CD ist hierbei der perfekte Einstieg in eine Musikwelt, bei der fast jeder Song unwillkürlich eine Reihe von Bildern im Kopf entstehen lässt gute Lautsprecher mit freundlichen Nachbarn oder ein guter Kopfhörer vorausgesetzt. Ein beeindruckendes Werk. Strong buy.

Endlos schön...

Ja da sind wir mal wieder bei einem neuen Sigur Ros Album angekommen...daher braucht mann auch nix mehr zu zusagen..habe sie jetzt schon dreimal live gesehen über die Jahre...und bei Hema noch unpluged sie entwickeln sich hervorragend weiter...jedes album ist ein weiterer Meilenstein in der Musikgeschichte ..respekt!!

Traumhaft große Gefühle!

Herzlich willkommen im SIGUR-ROS-Kosmos: Wenn Sie diese isländische Band bislang nur vom Hörensagen kennen, ist dieses Album die ideale Gelegenheit, auf den SIGUR-ROS-Zug aufzuspringen. Und zwar deshalb, weil es von allen Alben dieser Band das eingängigste ist, eine musikalische Entwicklung, die seit VON über AGAETIS BYRJUN, ( ), TAKK und HVARF/HEIM konsequent fortgeführt wurde. Gut - wer AGAETIS BYRJUN und ( ) kennt und liebt, wird zunächst enttäuscht werden, weil die epischen Klanggemälde aus unendlichem Gitarrenhall zu Gunsten fast kammermusikalischer Instrumentierung mit rein akustischen Instrumenten wie Konzertgitarre, Piano und Streichern gewichen sind. Der Optimismus der ersten vier Titel ist für SIGUR ROS ebenso ungewohnt wie die radiotaugliche Länge der Stücke von 3 - 4 Minuten - ich sage bewusst: ungewohnt, NICHT schlecht. Wobei die Stärken dieses Albums trotzdem erst in der zweiten Hälfte zu finden sind. Angefangen beim fast sakral klingenden Epos "Festival"; konsequent dann beim Höhepunkt "Ara Bátur": ein neunminütiger Traum mit komplettem Orchester und Chor, der so gekonnt die Grenze zum Schmalz umschifft, dass man schon ein Herz aus Stein haben muss, um beim Hören nicht wahrhaft feuchte Augen zu bekommen. So habe ich mich zuletzt nach dem Kinofilm "Wie im Himmel" gefühlt: zutiefst berührt! Die Ruhe dieses Meisterstückes setzt sich in den abschließenden vier Titeln fort, die absolut herausragend sind: gefühlvolle, eher meditative und introvertierte Perlen. Okay - wirklich dramatische Momente wie beim überragenden "Popplagid / Untitled 8" vom namenlosen Album ( ) findet man hier nicht - aber das ist eben die Entwicklung dieser einzigartigen Band. Der neu Hinzugekommene sei hiermit eingeladen, sich über dieses Album Stück für Stück zurückzuhangeln zu den Vorgängeralben, bis er beim grandiosen Postrock von AGAETIS BYRJUN angelangt ist - es lohnt sich wirklich. Und - noch ein Hinweis: das gesungene Isländisch (bzw. die Fantasiesprache Hopelandish) lässt sich ebenso gut anhören wie Englisch und ist überhaupt keine Hürde für unsere sprachlich doch recht eingeschränkten Hörgewohnheiten.

Sigur Rós und die Entdeckung des Pop

Nach über zehn Jahren gepflegter Melancholie und der Schönheit einer virtuosen Depression mit nur wenigen fröhlichen Akzenten betreten die Isländer neue Pfade, ohne die Erfolgreichen verlassen zu haben. Auf "Með suð í eyrum við spilum endalaust" klingen Sigur Rós zum Teil ungewohnt poppig und auch heiter, ohne daß man auch nur einmal das Gefühl bekommt, man hätte es hier mit etwas Fremden zu tun. Das eröffnende "Gobbledigook", welches auch zur vorab erscheinenden Single ausgewählt wurde, klingt wie eine Vorstellung Islands derer, die nie dort waren. So muß in den Dörfern klingen, in denen man so feiert, wie man es auf der DVD "Heima" erleben konnte. Recht traditionell, eigenwillig, eine Melodie, die von Jung und Alt vorgetragen wird - die Nummer an sich bleibt Geschmacksache: ich selbst kann ihr trotz des positiven Vibes weniger abgewinnen. Mit "Inní mér syngur vitleysingur" und "Við spilum endalaust" demonstrieren Sigur Rós ihr Verständnis von Popmusik - relativ kurze Nummern, eingängig und mit positiver Grundstimmung - Sigur Rós mal anders, aber es gefällt. Insgesamt überzeugt diese Entwicklung, denn auch wenn "Takk..." ein tolles Album ist, mussten die Isländer nun an ihrer Musik arbeiten, um sich nicht ständig selbst zu zitieren. Daß das Quartett aber weiß, was sie berühmt gemacht hat, erlebt man dann mit dem längsten Stück "Festival" und dem unwesentlich kürzeren "Ára bátur". Songs in bester Tradition, auch wenn auffällt, daß diese im Vergleich zu den vergangenenen Jahre noch stärker von "Jónsi" Birgissons Gesang getragen werden. "Góðan daginn" ist einer dieser sphärischen Tracks mit Gesang, "Straumnes" ein eben solcher ohne. "Íllgresi" ist eine eher akustische Nummer, im Zentrum stehen hier die Gitarre und der Gesang, die Streicher bleiben im Hintergrund. "Með suð í eyrum" vereint in weniger als fünf Minuten den bewährten Sound der Isländer, mit ruhigem Beginn und lauterem Ende - vielleicht etwas zu stark komprimiert, hier fehlt es an Entwicklung. Eines meiner persönlichen Lieblingstücke ist "Fljótavík". Die perfekte Symbiose aus Wehmut und Schönheit. Vielleicht der ergreifendste Titel auf "Með suð í eyrum við spilum endalaust". Dabei dauert es nicht einmal vier Minuten: eines der Charakteristiken dieses Albums, daß Sigur Rós nicht immer Überlänge benötigen, um zu verzaubern. Ein weiteres Novum stellt der Schlußsong "All Alright" dar: hier singt Jón Þór Birgisson erstmals auf Englisch, wobei man sagen muß, hätte ich das vorher nicht gewusst, hätte ich's nicht rausgehört. Ein sentimentaler Abschied (es geht um die Partnerschaft zu seinem englischsprachigen Freund) eines stimmigen Albums, das sowohl Bewährtes als auch Mut zu Neuem vereint und damit letztendlich überzeugen kann.

Sigur Ros wieder einmal in Bestform

Für mich haben Sigur Ros mittlerweile den Status der Unfehlbarkeit erreicht. Und auch ihr neuestes Opus unterstreicht diese Aussage. Die vier sympathischen Isländer können einfach nichts verkehrt machen. Beim ersten Hören dachte ich anfangs, die Jungs haben irgendwelche Drogen genommen. Das Tempo, das sie anfangs einschlugen, war für ihre Verhältnisse schon rasant. Gobbeldigook klingt aber auch nach dem x-ten Hören immer noch nach den perfekten Opener für ein solches Album. Glaubte ich zuerst noch, das wird das `härteste`Sigur Ros Album, wurde ich schon wenige Lieder später eines Besseren belehrt. Sie bleiben ihrem Stil treu. Was langweilig klingen mag. Doch Sigur Ros fügen dem immer wieder eine neue Facette hinzu. Sie verpacken ihre meist schwermütig klingenden Klanggebilde in wechselnde Farben. Sicher mag es für manch einen Hörer schwer sein, ein komplettes Album zu hören. Doch verpassen diese die Überraschungen, und gerade auf diesem neuen Album mit dem unaussprechlichen Namen. Gerade Festival ist ein typisches Beispiel. Erst meint man, die Grundidee schon auf einem früheren Album gehört zu haben. Doch dann gibt es eine Wende, man glaubt schon, beim nächsten Lied angekommen zu sein. Irrtum. Von da an aber regiert wieder die unverkennbare, manchmal quieschig klingende Stimme und das Klavier und Akustikgitarre. Und man ist wieder angekommen in der Welt von Sigur Ros wie wir sie kennen. Und die einen gefangen nimmt von der ersten Sekunde an. Diese Musik kann man nicht erklären. Sigur Ros fühlt man beim Hören. Dafür gibt es keine Worte. Ihre im letzten Jahr erschienene DVD ist da schon hilfreicher. Ich denke, dieses Album wäre trotzdem ideal für Einsteiger. Die anderen lieben Sigur Ros eh schon für ihre Musik. Und der Rest? Soll eben hören, was sie wollen. Aber sie verpassen eine Menge. Garantiert.


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