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01.06.2008
 

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Untrust Us

Crystal Castles

CD Cover Künstler Crystal Castles
Songtitel Untrust Us
Genre Urban / R&B
Typ mp3
Größe 3,731
Quelle mp3.insound.com
Bewertung
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Gefällt!

Ich bin eher durch Zufall auf die Band gestoßen. Da die Crystal Castles Sieger der Jägermeister Rockliga geworden sind, habe ich aus Neugier einfach mal auf ihrer Myspace Seite vorbeigeschaut und war positiv überrascht. Auch für jemanden der nicht gerne Electro hört, sind die Songs ungemein eingängig(nicht alle) und laden sofort zum Tanzen ein. "Untrust us", "Crimewave", "Courtship dating"(mein Favorit), sowie "Knights" und "Black Panther" sind einfach unglaublich gut. Natürlich sind auch einige weniger gute Lieder dabei wie "Good Time" oder "Through the hosiery", aber das ist ja meistens so und weitgehend auch Geschmackssache. Das Album ist mit 16 Liedern ein wenig zu lang und es gibt zu viele Füller. Aber das ist auch schon die einzige Kritik meinerseits. Abschließend lässt sich nur sagen: Get on the dancefloor!

Breites Spektrum

Irgendwie fiel dieses Album bei seinem Erscheinen vor 4 Monaten bei mir durch den Rost - schwerer Fehler wie sich jetzt rausstellte, denn ich kann nur sagen: Respekt, kaum eine andere Electropop/Electroclash Band deckt so ein breites Spektrum ab wie CC. Von fast loungigen songs (,Magic Spells', ,Tell Me What You Swallow') bis hin zu ElectroTRASH (diese Titel klingen dann so, als ob Trash Metal oder Noise Bands ihre Gitarren gegen Synthisizer austauschen würden) decken Sie so ziemlich alles ab was im Bereich Electronic Music möglich ist und: Sie sind trotzdem fast immer ganz Sie selbst. Natürlich versuchen Sie den Wiedererkennungswert dadurch zu erreichen, daß Sie immer wieder mal die gleichen Sounds einbauen und auch die Effekte zur Verfremdung der Stimme die immer wiederkehren, spielen dabei eine große Rolle, daraus kann man ihnen aber wegen der Güte songs nicht wirklich einen Vorwurf machen. Nein, ohne Elektronik würden zwar nur wenige dieser Songs funktionieren, aber in diesem Kontext sind das genau die richtigen Lieder (bzw. manchmal der richtige Lärm). Ohrwürmer können Sie aber auch, wie ,Vanished' oder ,Courtship Dating' beweisen, und dann klingen Sie ein wenig nach den Human League der Phase ,Dare!' und ff - oder aus der jüngeren Vergangenheit Zoot Woman (,Knights'). Bei ,Reckless' kamen mir dann gar die frühen Werke von Jean-Michel Jarre in den Sinn. Das Schöne an dem Album ist aber: man hat nie den Eindruck, daß Sie mit Krampf in die charts wollen - die haben ganz einfach Spaß und probieren alles aus, und deswegen ist dieses Album auch mit sovielen Ecken und Kanten versehen. Mein persönlichen Lieblingsstücke sind ja die trashigen wie `XXZXCUZX me', ,Love and caring' und vor allem die Kakophonie ,Alice practice'. Letzteres klingt so hart, daß sich die meisten Metal, Punk und Hardrock Bands, dagegen wie Hochzeitskapellen ausnehmen und Alice Glass' Stimme wir hier so verzerrt und entfremdet, daß Sie klingt, als ob Sie mit Reißnägeln im Rachen singen würde. Das ist auf jeden Fall ein Duo mit großem Potential, daß schändlicherweise hierzulande fast komplett ignoriert wurde. In der Sparte elektronic music gibt es dzt. keine aufregendere Band.

AtariNewWaveDiscoTechnoPunkArcade

~ Klar passt dieses Album auf das erste Hinhören vorzüglich zur Electroclash Mode, aber irgendwie ist es dann doch ganz anders. Schriller, schöner - banaler, genialer - billiger, wertvoller - geklauter (bei Arcade/Atari), neuartiger (so konsequent nach Telespiel klang noch keiner). Vor einem halben Jahr beim ersten Hören des Albums dachte ich spontan: Sieh an, was man mit so wenig Mitteln machen kann. Mittlerweile halte ich die beiden doch für recht abgebrüht, allerdings nur, was die Produktionsfertigkeit anbelangt, denn auch wenn alles sehr improvisiert und roh klingt, so ist es doch einigermaßen vielschichtig. Musikalisch ist das ganze sehr frisch, wild, arrogant und stürmisch - jung und unverbraucht eben. Und was das Album trotz seiner brachialen Stimmungswechsel zwischen Engelsgesang (Tell me what to swallow) und schierem Krach mit Geschrei zusammenhält, sind diese entzückenden Melodien. Ein guter Freund und Musiker hat mal gesagt, bei einer schönen Melodie ist es egal wie sie interpretiert wird, dieses Album ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Alice Glass ist dazu die perfekte Frontfrau, ein Energiebündel sondersgleichen, magische Augen wie eine Raubkatze, aber auch fragil und unnahbar. Und so sind die schwächsten Nummern von immerhin 16 an der Zahl doch eher die instrumentalen, zwar sind sie gut angelegt, aber irgendwann könnte man was vermissen. Bleibt zu hoffen, dass die beiden wenig von ihrer Ursprünglichkeit verlieren, aber noch etwas reifen und das nächste Album etwas leichter zu lieben wird, denn dieses brutale hin und her zwischen Electropop à la Boytronic und Hardtechpunk in Atariland ist am Stück kaum anhörbar. - Hier ist auch der fünfte Punkt auf der Strecke geblieben. Weit mehr als nur ein paar zusammengesamplete Arcade Sounds aus Space Invaders, Pac Man oder Cristal Castles auch wenn es im ersten Moment so klingt. Bemerkenswert in jeder Hinsicht.

Lowfigameboyelectricpop

Crystal Castles, Duo aus Toronto, Kanada, haben es bereits zu einem Auftritt in der britishen Kultserie "skins" gebracht. Nun legen sie ihr selbstbetiteltes Debut vor; ein wilder Mix aus Gameboy Gefiepse, polternden Samples, und verzerrten Vokals. Obwohl man die Songs auf Crystal castles grob gesagt in 2 Sparten einteilen kann (brachiale, wie "Alice Practice" oder "Love and caring" und eher electro, wie "Untrust us" oder "vanished"), klingt es wie aus einem Guss. Das liegt vielleicht daran, daß die selben Elemente öfters verwendet werden, aber das fällt nicht negativ auf, CC wiederholen sich nicht. Nur "good times" schwächelt etwas, man hätte es ruhig weglassen können, es bleiben genug erstklassige Tracks übrig. Nur schade, daß sie von den heimischen Medien bis jetzt ignoriert wurden, gerade mal GoTV hat sie im Zuge der "indie charts" das video zu "Courtship dating" (was meiner persönlichen Meinung aber etwas besser hätte gemacht werden können)zu spielen. Bin gespannt, ob es auch einen Nachfolger geben wird. Dieses Album hat etwas (nur weiss ich nicht, was) so perfekt auf den Punkt gebracht, dass es schwerfaellt, sich ein zweites CC Album vorzustellen.....hoffe trotzdem auf Weiterentwicklung und keinen fruehen Drogentod von Alice Glass.

Datasette und Sicherheitsnadel

Crystal Castles sind schon ein seltsames Phänomen. Man stelle sich die 8-Bit Computer-Musik (C64, Game Boy) der 80er, mit Dancefloor-Einflüssen der 90er vor, beides wird konfrontiert mit einer exzentrischen Riot Grrrl-Attitüde und verschrobenen Träumer-Passagen. Computerfreak trifft auf Rampensau, uncool trifft auf cool, Aggression auf Erholung. Zwiespalt auch bei mir. An manchen Tagen will ich die CD in die Ecke schmeißen und frag mich, in welchem Zustand ich war, als ich mich zum Kauf entschloss. An anderen Tagen lausche ich fasziniert dieser eigentümlichen Klangwelt. Wie auch immer, wer Crystal Castles eine Chance geben will, sollte dem C64-Sound nicht abgeneigt sein, sonst ist und bleibt dieses Album ein anstrengendes Hörerlebnis.


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