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07.05.2008
 

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The Slip (Album)

Nine Inch Nails

CD Cover Künstler Nine Inch Nails
Songtitel The Slip (Album)
Genre Metal
Typ mp3
Größe 150,00
Quelle dl.nin.com
Bewertung
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ist struktur notwendig?

Das Problem was viele Leute mit dieser CD haben, ist, dass sie anscheinend Struktur, Wiedererkennungswert und Simplizität brauchen. 3 Minuten lange Popsongs die Aufmerksamkeitsgestörte wie Vergeßliche gleichermaßen ansprechen. Wer sagt, dass Trent Reznor das oben stehende versucht hat? Das Album ist unter einer Lizenz veröffentlicht, die es absolut kostenlos macht, jeder der lustig ist, darf es legal runterladen und weiterverbreiten. Den Macher selbst scheint das Urteil der Kritiker weniger zu tangieren. Was gibt es? Interessante Soundscapes und stimmungsvollen Industrial-Ambient. Hätte mir noch ne Nummer dunkler sein können, deswegen 4 Sterne. Aber jedem, der "The Fragile" genossen hat, soll empfohlen sein hier mal reinzuhören. Kost ja nichts.

volle Punkte

Da mir bei NIN die instrumentalen Stücke ohnehin weit mehr gefallen, habe ich mir das Album sofort gekauft, ohne vorher reinzuhören. Es ist der perfekte Soundtrack des eigenen Lebens. Von A bis Z, über Höhen und Tiefen in einem Rutsch hörenswert. Ein mehr als nur gelungenes Werk eines Meisters. Und dann noch eine so hohe Anzahl an Tracks, dass es mit dem Überhören sehr lange dauern wird, bzw. es höchstwahrscheinlich nicht einmal eintrifft.

Instrumental-Mammutwerk mit wenig Zugang...

Der arbeitswütige Trent Reznor ist wieder am Start und bietet uns mit seiner Band Nine Inch Nails ein neues Album namens Ghosts, das aber keine neue Platte in herkömmlicher Sicht ist. Denn die Doppel-CD besteht aus 36 Instrumental-Stücken, die über die gesamte Spielzeit gänzlich ohne Gesang auskommen und den Hörer auf eine visuell und akustisch abgehobene Reise mitnehmen sollen. Dass Reznor in letzter Zeit seine Veröffentlichungspolitik geändert hat (siehe The slip, Juli 08) müsste mittlerweile auch zum letzten Industrial-Hörer durchgedrungen sein. Was ja grundsätzlich nichts Schlechtes ist, denn alle paar Jahre mal ein Album rauszuhauen, war den Fans gegenüber doch ein wenig nachlässig, denn diese Band wird verehrt, wie keine andere in diesem Musik-Sektor. Auf alle Fälle haben wir nun Ghosts hier vorliegen und was soll ich sagen. Wie schon die Rezensenten vor mir beschrieben haben, handelt es sich hierbei um ein Experiment. Die Nine Inch Nails sind neu und innovativ, wie keine andere Band und diese Doppel-Scheibe ist der beste Beweis dafür. Ich bin froh das Reznor und Co. so sind, denn sich ewig auf alte Erfolge zu stützen, würde mit der Zeit langweilig und aufgesetzt klingen. Trotzdem kann ich mich mit Ghosts nicht wirklich anfreunden. Die Idee ist gut und auch die produktionstechnische Umsetzung ist hervorragend und die Tatsache, dass manche Tracks wie schnell zusammengeschusterte Demo-Tracks klingen, stört mich überhaupt nicht. Das Gesamtbild ist stimmig, auch wenn sich kein roter Faden innerhalb des Albums vernehmen lässt. Was uns Reznor damit sagen will, bleibt unklar. Welche Botschaft er vermitteln will, unklar. Für mich persönlich. Die einzelnen Songs haben keinen Titel, sondern sind einfach der Reihe nach nummeriert. Das gesamte Album in einem anzuhören, erscheint für mich unmöglich, da ich mich nach kurzer Zeit einfach schon überladen fühle von dem sperrigen Material, dass uns die Nine Inch Nails hier liefern. Dieses Mammutwerk, das zu einem wirklich guten Preis geliefert wird, erschließt sich mir einfach nicht. Jegliche Vorwürfe von fehlender Innovativität, Kreativität oder sonstigen musikalischen Mängeln können sofort über Bord geworfen werden. Daran mangelt es mit Sicherheit nicht. Ghosts ist nur einfach nichts für meinen Musikgeschmack. Trotzdem hoffe ich, dass Trent Reznor auch in nächster Zukunft weiterhin so kreativ und arbeitswütig sein wird und uns mit neuen Alben das Leben versüßen wird. Wir werden sehen...

Ein Experiment

Nine Inch Nails. Halo 26. Ghosts I-IV. Mit diesem Werk liefert Trent Reznor sicher ein Album, an dem sich die Geister scheiden, was auch innerhalb der Fangemeinde zutreffen dürfte. Denn wenn man Ghosts I-IV in den NIN-Gesamtkontext einordnet, stellt es sich ganz klar als von der Norm abweichendes Experiment dar. Zum einen und vor allem, weil es ein reines Instrumental-Album ist, bei dem Mastermind Reznor gänzlich auf den sonst doch sehr vordergründigen Gesang verzichtet, und das über eine Doppelalbumlänge von 36 Stücken. Zum anderen ist Ghosts I-IV ein Experiment aufgrund der Rahmenbedingungen, unter denen es entstanden ist: Das Material für das Album wurde in gerade mal zehn Wochen zusammengestellt, wodurch sich das siebte Major-Release der Nine Inch Nails gravierend von den Vorgängern unterscheidet, für die sich Reznor mitunter Jahre an Zeit genommen hat (z.B.The Fragile). Resultierend daraus zeugt Ghosts I-IV auch mehr von Spontanität als von exzessiver Ausgefeiltheit. Wie sieht nun das Resultat dieses Versuchs aus? War das Experiment ein Erfolg? Die Antwort darauf muss differenziert ausfallen. Wie gesagt, wird nicht jeder etwas mit Ghosts I-IV anfangen können. Man merkt den 36 Tracks eindeutig an, dass sie unter relativem Zeitdruck entstanden sind, denn sie sind kurz gehalten (durchschnittlich wohl unter drei Minuten) und weisen relativ wenig Komplexität auf, vor allem im Vergleich zu früherem NIN-Material. Es handelt sich bei den Tracks, so hat es den Anschein, auch eher nur um einzelne Ideen als um komplette, eigenständige Songs, die für sich selbst stehen könnten. Diese Ideen, die durchaus zu gefallen wissen, werden dann auch nur angeschnitten, man sieht quasi nur die Spitze des Eisbergs, ausgeführt werden sie nicht. Das Ganze mag somit ein wenig oberflächlich erscheinen. Musikalisch gesehen bleibt Trent Reznor wohl auch hinter den Möglichkeiten eines Instrumental-Albums zurück, denn was er liefert, ist zwar eine solide Mischung aus sanften Pianoparts und typisch verstörenden Elektrostücken, aber im Grunde nichts Neues, er beschreitet nicht wirklich neue Pfade. Ghosts I-IV ist eben NIN, nur ohne Gesang. Nine Inch Nails minus Gesang. Und hier wird auch deutlich, wie wichtig, wie essentiel Reznors Gesang tatsächlich für das Projekt Nine Inch Nails ist. Man erkennt zwar alles eindeutig als Nine Inch Nails, aber hier und da würde Reznors Stimme den Stücken doch etwas mehr Struktur verleihen können, auch etwas mehr Würze, die doch manchmal vermisst wird. In besagter Abwesenheit des Gesangs liegt wohl auch der grösste Kritikpunkt derer, die sich mit dem Album nicht anfreunden können, weil sie Reznors Stimme zu Recht als tragendes Element der Nine Inch Nails sehen. Eben diese werden an Ghosts I-IV keinen großen Gefallen finden. Doch die Tatsache, dass das Album ohne stimmliche Akzente auskommt, hat nicht nur negative Auswirkungen. Auf der CD-Hülle findet sich ein Aufkleber mit den Worten Soundtracks for Daydreams, was der Realität durchaus nahe kommt. Ghosts I-IV hat in der Tat etwas Traumhaftes, fast schon Meditatives, wenngleich meditativ im Zusammenhang mit den typisch entrückenden Geräuschkulissen der NIN nicht das richtige Wort sein mag, aber das Album lädt auf jeden Fall dazu ein, sich in der NIN-eigenen Atmosphäre treiben zu lassen, was eventuell tatsächlich durch das Fernbleiben von jeglichem Gesang unterstützt wird, vor allem, weil die wunderschönen Piano-Parts so noch stärker zu wirken scheinen. Generell sollte man also Ghosts I-IV nicht zu voreilig als Niete abstempeln und im Regal verschwinden lassen. Das Album ist definitiv nicht die herausragendste Leistung Reznor's - bei weitem nicht, wie ich finde - doch bietet es nichtsdestotrotz einige hörenswerte Perlen, die nicht zu verachten sind. I:7 fährt dem Hörer wie Strom durch die Glieder, wirkt geradezu elektrifizierend, und das Aufmerksamkeit erzeugende III:19 scheppert in bester NIN-Manier. Als durchaus gelungen muss man beispielsweise auch das treibende III:24 sowie IV:28, IV:31 und IV:35 sehen, bei denen sich allen voran die Gastmusiker Allesandro Cortini (Ladytron) und Adrian Belew (King Crimson) hervorzutun wissen. Den Höhepunkt von Ghosts I-IV markiert meiner Meinung nach IV:33 mit seiner düsteren Atmosphäre, seinem durchdringenden Bass und einem Beat, der ein wenig an den Hit Closer erinnert. Was mich auf diesem Instrumental-Album, welches stilistisch beinahe alle NIN-Phasen anschneidet, positiv überrascht, ist die Tatsache, dass Trent Reznor den Verzicht auf Gesang nicht krampfhaft durch Effekthascherei zu kompensieren versucht. Demzufolge empfinde ich Ghosts I-IV auch nicht als unmotiviert, wie ich es manch anderer Kritik entnehmen konnte, sondern als ungezwungen. Auch wenn die Stücke wie bereits erwähnt recht kurz sind, geht man die Sache gelassen an und versucht nicht, den fehlenden Gesang zwanghaft zu ersetzen. Man belässt es einfach bei etwas weniger als sonst, und tut gut daran. Wie fällt nun das Fazit aus? Schwierig. Ghosts I-IV ist ein gelungenes, ein befriedigendes Album, auf dem sich Trent Reznor musikalisch selbst treu bleibt und hundert Prozent Nine Inch Nails lebt. Ghosts I-IV lässt aber als Instrumental-Album teilweise doch sehr zu wünschen übrig, eben weil der Tiefgang und der Sinn für das Detail fehlen (dass nicht gesungen wird, empfinde ich prinzipiell nicht als schlecht, weil so die Möglichkeit eröffnet wird, sich auf andere Dinge zu konzentrieren). Insgesamt erscheint das Ganze irgendwie als nicht fertig, nicht abgerundet, voreilig abgeschlossen. Mancher wird sagen, Reznor hätte ein echt gelungenes Album abliefern können, sofern er sich doppelt so viel Zeit genommen und das Material halbiert bzw. anders arrangiert hätte. Doch war es überhaupt die Zielsetzung von Reznor, ein für sich stehendes Album, ein ausgefeiltes Werk in der Tradition von Alben wie The Downward Spiral oder The Fragile zu liefern? Ich glaube nicht. Vielmehr führt Reznor hier wohl eine Idee fort, ein vor einiger Zeit gestartetes Experiment, bei dem die Grenzen zwischen Künstler und Publikum zu verschwimmen scheinen. Denn auch bei Ghosts I-IV lädt er seine Fans mit dem Angebot entsprechender Software aktiv dazu ein, die Tracks neu zu arrangieren, an ihnen herumzubasteln, und sie dann für alle zugänglich ins Netz zu stellen. Er überlässt es also quasi dem Publikum, Ghosts I-IV zu Ende zu führen und etwas daraus zu machen. Er liefert lediglich einen Baukasten, ein paar Bausteine, die zur Partizipation und zur Kreativität einladen sollen. Es dürfte wohl auch kein Zufall sein, dass er die Tracks lediglich mit Nummern und nicht mit echten Titeln versehen hat. Somit bestätigt sich einmal mehr, dass Ghosts I-IV aus der Reihe fällt, ein Experiment ist, was konsequenterweise auch den direkten Vergleich mit früheren Alben verbietet. Ebenso differenziert wie die Betrachtung des Albums muss nun auch die Kaufempfehlung ausfallen: Ghosts I-IV ist eindeutig nicht repräsentativ für die Nine Inch Nails, was meiner Abhandlung zu entnehmen ist. Somit würde ich einem NIN-Einsteiger von diesem Album abraten. Er täte sicher besser an jedem anderem Studioalbum der Vergangenheit. Für eingefleischte Fans dagegen ist Ghosts I-IV eigentlich ein Muss, sofern man sich damit abfinden kann, dass auf diesem Album eben nicht gesungen wird. Es handelt sich einfach um eine andere Herangehensweise, die verdeutlicht, dass die NIN weit mehr sind als nur Gesang, was echten NIN-Fans aber ohnehin klar sein sollte.

NIN Qualität mit neuem Konzept

Diese Produktion ist kein Album im herkömmlichen Sinn: Zu kurz sind die Stücke, kein Gesang, noch dazu ohne Namen - nur durchnummeriert. Jedes Stück hat meist nur ein Thema, das sehr kurz zitiert wird und zuweilen aprupt endet. Ich glaube, das ist durchaus so gewollt - so wie Aphorismen in der Literatur, also keine unfertigen Stücke, sondern kurze "Sound-Aphorismen". Dies alles aber in gewohnter NIN-Qualität, mit wunderbaren Klaviereinlagen (mitunter die Klavier-Samples nicht "gestimmt"), tendenziell ruhig, ohne langweilig zu sein, mitunter wüst und laut. Ein Album, das genau gehört werden will. Warum "nur" 4 Sterne? Manche der kurzen Stücke haben soviel Potenzial, dass man sie dann doch gern als "ausgewachsene Stücke" in voller Länge hören möchte. Vielleicht ändert sich das noch mit der Zeit, NIN-Werke (gerade die Instrumentalstücke) reifen ja mit der Zeit immer mehr beim Zuhören heran. Wie an anderer Stelle zu lesen ist: "Trent Reznor ist unfähig, schlechte Songs zu schreiben." Dem kann ich nur beipflichten.


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