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Potential Futures
Duels
| Künstler | Duels |
| Songtitel | Potential Futures | |
| Genre | Rock | |
| Typ | mp3 | |
| Größe | 2,500 | |
| Quelle | www.sxsw.com | |
| Bewertung |
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Schuss in den Ofen
Haben Muse schon wieder was Neues?, war mein erster Gedanke. Blick aufs Cover: ach, ist ja gar nicht Muse, ist Duels. Nunja. Duels - ein vieldeutiger Name. So wie beim Duell zwei beteiligt sind, gibt auf dem Album auch nur zwei gute Songs: "Brothers and Sisters" und das daran anschließende "Things". Gut, gut, dann sind da noch die Sekundanten, das sind die recht passablen Songs "The Slow Build" und "What We Did Wrong". Der Rest ist Schweigen. Oder sollte es sein. Das Pulver ist schnell verschossen. Einer der Duellanten stirbt lange vor der Zeit - wie das Album: kaum begonnen, liegt es schon in den letzten Zügen. Die meisten Songs rauschen nach dem ersten wie dem vierten Hören einfach vorbei und haften und zünden nicht. Selbst mit gutem Willen zum Schönhören interessiert mich mehr als die Hälfte des Albums nicht. Britpop, den keiner mehr braucht. Das Album: ein Schuss, aber einer in den Ofen. Dass die englische Musikpresse die Combo zum Next Big Thing hochjubelt, versteht sich: sie lebt selber davon. Aber warum man auf dem Kontinent ein Aufhebens um diese Band machen muss: Man weiß es nicht.
Der Glam-Rock des neuen Jahrtausends
Er ist nicht tot zu kriegen, der olle Glam-Rock. Immer wieder kommen Künstler, die in ihre Musik so viel Gefühl, Pathos und Kitsch legen, dass der Mascara nur so spritzt. The Ark, The Darkness, The Tears - nun also die Duels. Zwei Brüder, eine Cousine und zwei weitere Freunde klingen, wie Glam-Rock aus den 70ern mit der Produktionstechnik von heute klingen würde. Der schwelgerisch-rockende Opener "Brothers & sisters" mit seinem unverschämt tollen Refrain gibt die Marschrichtung vor. "Things" geht dann mehr in Richtung des 80er-Glam-Pops mit elfenhaftem Backgroundgesang. Aber auch vor dem britischen Neo-New-Wave schrecken sie nicht zurück, wie "Potential futures" zeigt. Die ersten drei Songs als Blaupause für das ganze Album. Dem Glam-Rock am nächsten kommt allerdings "What we did wrong" mit seinem Brian-May'esquen Gitarrensolo und Akkordfolgen, auf die Bowie stolz gewesen wäre. Selbst die Beatles sind zu hören - wenn man so will. Richtig genial ist die Single "Once in the night". Die Flaming Lips dürften diesmal als Vorbild gedient haben. Ein herrlich euphorisierendes Album einer Band, der genau die richtige Mischung aus Kitsch und Rock gelingt, die aber nicht weit entfernt sind vom aktuellen Britannien-Hype.
Auf dezente Weise charmant
Auf die Duels bin ich durch den Song "Animal" gestoßen,der auf einem Sampler vertreten war.Der erste Eindruck,es würde sich hier um die 232. Garagen-Neo-New Wave Band handeln,erwies sich jedoch als falsch. Stattdessen kreieren die Duels aus Leeds,die mit den Kaiser Chiefs lediglich die Heimatstadt gemein haben (sieht man mal von einer Stelle in der Mitte des Liedes "Animal" ab,indem es im Chor aahhh,aaaahh schallt),ihren eigenen Sound.Man hört zwar immer gewisse Einflüsse heraus,die jedoch in der Regel nur leicht angedeutet sind. So glaubt man bei der ersten Gesangsstrophe von "Brothers&Sisters" zunächst Morrissey herauszuhören,während der Rest des Liedes eher Ähnlichkeiten mit den Manic Street Preachers aufweist. "Things" wiederum erinert an wenig an die Kilers,ohne jedoch deren Pathos zu erreichen. Hier bleibt alles dezent und charmant. Einen Höhepunkt stellt ohne Zweifel "The slow build" dar,ein Lied,um daß sie wahrscheinlich Divine Comedy beneiden würden. Als Einflüsse nennen die Duels selbst John Cale,Brian Eno,oder gar Pink Floyd,Kritiker nennen immer wieder Pulp und David Bowie. Für mich haben sie aber vor allem eine gelungene Mischung aus deen 70ern,80ern und der Gegenwart gefunden.Keine Band für einen großen Hype,aber erfrischend eigenständig. Schöne Sache.
Leeds United...
Leeds United ist nicht nur ein englischer Zweitligaklub, sondern es könnte auch - ginge es nach dem Autor - die Bezeichnung einer neuen Welle britischer Popmusik sein. Im Norden Englands tut sich was, nämlich eine ganze Menge: die Kaiser Chiefs sind schon gut zwei Jahre unterwegs in die Herzen der Zielgruppe und auch die Zukunft wird ihnen sicher sein, nur werden sie die mit iForward Russia!, The Cribs oder This Et Al teilen müssen. Jetzt sind aber erst mal die Duels am Zug. Die Promo-Maschine rollt in ihrem Sinne schon seit geraumer Zeit. Ihre "Animal"-EP zog schon im April durch die deutschen Clubs, und zeitgleich waren sie für den Visions Spring Break unterwegs durch die Republik, gemeinsam mit Archive, den Kooks und den Zutons. Wer dann auf einen schnellen Nachschlag hoffte, musste auf den Sommer vertröstet werden. Das Album verzögerte sich dann auch noch, doch jetzt ist es endlich da. Erfrischend klingt es, denn die Einflüsse liegen bei David Bowie und den Stranglers, so dass sich Glam und Wave-Punk in die elf Songs geschlichen haben. Dazwischen steckt Brit-Pop der späten Neunziger und macht "The Bright Lights And What I Should Have Learned" zu einer für die heutige NME-Szene ungewöhnlichen Mischung. Jon Foulgers schallende Stimme wird nur selten laut, "Pressure On You" und die aktuelle Single "Brothers And Sisters" sind noch die wildesten Stücke. Es überwiegt die Ruhe, wenngleich kein Schaukelstuhlszenario entsteht. "The Monsters Are Loose" ist harmonisch und schwungvoll in einem, die Duels können das. Bruderherz Jim an der Gitarre und Cousine Katherine machen die fünfköpfige Band zu einer kleinen Familienangelegenheit, und das steuert sicherlich eine gehörige Portion Reife zur Platte bei. Sie klingt nämlich gar nicht nach Debüt, dafür geht ihr die gezwungene Erregung öffentlicher Aufmerksamkeit ab. Leeds United - der Ausdruck sei hiermit geprägt - ist demnach eine äußerst heterogene Bewegung. Die Kaiser Chiefs klingen wie "Parklife", The Cribs sind die Kneipenrocker vor dem Herren und iForward Russia! werden uns ab August komplett aufrütteln und verwirren. Die Duels machen wir in unserem Schöpferwahn jetzt mal zum Kopf der Sippe. Dann dürfte dem Aufstieg in die 1. Liga auch nichts mehr entgegenstehen. - Frank Schwalm -
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