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Said the Spider to the Fly
the pAper chAse
| Künstler | the pAper chAse |
| Songtitel | Said the Spider to the Fly | |
| Genre | Pop | |
| Typ | mp3 | |
| Größe | 4,200 | |
| Quelle | www.sxsw.com | |
| Bewertung |
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Staunen, atemlos vs. Schwelgen, hyperventilierend
The Paper Chase aus Kanada schaffen es Hörgewohnheiten völlig umzukrempeln. Die Platte schwelgt vor Herz zerrießenden Melodien, nur - die muss man oft erst finden. Das ist eine Eigenschaft, die nun Interpol o.ä. ebenfalls nachgesagt wurde, doch ein Vergleich zu Paper Chase hinkt. Diese sind nämlich im wahrsten Sinne des Wortes einmalig und haben auf ihrem mittlerweile 4. Album den typisch-eigenen "Sound" (schlimmes Wort) perfektioniert. Der Reiz liegt in der Demontierung üblicher Harmonien, indem begleitende Akkorde konsequent ein klein wenig daneben liegen. So erinnern besonders Streicherpassagen hier und da ("Now we just slowly...") durchaus an ein uneingespieltes Schulorchester (s. Simpsons-Vorspann). Aber - es passt trotzdem. "Die können nicht mal ihre Instrumente spielen" sagt meine Schwester. Doch, darin besteht gerade der Reiz. Bis man sich ein Stück von "God bless your black heart" erschlossen hat, muss man es sich vertraut machen, und am Ende merkt man, dass man sich schon längst in es verliebt hat. In Perfektion würden sich die Songs mit ihren hymnischen Melodien schneller abnutzen und profan in jeder Indie-Disco verpuffen (was ja nun prinzipiell erlaubt wäre). So jedoch erscheint einem nach jedem "GBYBH"-Genuss andere Musik nahezu irrelevant, da The Paper Chase eben die alten Hörgewohnheiten auf den Kopf stellen. Textlich beklemmend mahnen Paper Chase vor religiösem Wahn ohne sich in modischer Rock'n Roll-Blasphemie zu ergehen. So sperren sie sich auch hier gegen gewohnte Rock-Manierismen. Zusätzlichen Reiz bekommt "GBYBH" durch den Konzeptartigen Aufbau und wiederkehrenden Motiven. Was nun schlimm nach Prog-Art-Rock aus den 70ern klingt. Doch mit Yes oder anderem bräsigen Schlonz haben The Paper Chase noch nie etwas zu tun gehabt. Und zwei schöne Walzer liefern sie diesmal als Schmankerl mit. Ähnlich wie bei The Mars Volta oder Tool braucht's ein wenig mit dieser Platte, aber dann folgt die Sucht. Und die Melodien sind hier auch noch schöner!
let them die where some decent music plays
Jemand hat einmal über Stanley Kubrick gesagt, dass man dessen Werk ob seiner mathematischen Kälte niemals lieben, sondern nur schauernd bewundern kann. In leicht geänderter Form könnte man diesen Satz auch auf God bless your black Heart, das neue Album der texanischen Band The Paper Chase ummünzen. Sänger und musikalisches Mastermind John Congleton tut sein Bestes, um alle Zustände seelischer Zerrüttung in eine angemessene musikalische Form zu übersetzen und ist dabei erfolgreich - nur warm ist dieses Album eben nicht geworden. Eindrucksvoll und gut ja, aber auch Furcht einflößend. Congleton erlaubt sich wenig Melodie, nur selten zerreißen Streicherpartien eine bedrückende Soundmasse, die geprägt ist von einem monotonen Schlagzeug, der gepressten Stimme des Sängers und einer Gitarre, die kreischend ihren letzten Atem aushaucht. Gepaart mit Samples aus amerikanischem Prediger-Fernsehen ergeben sich klaustrophobische Songs, die den Hörer in jeder Sekunde fordern, mit der vollen Aufmerksamkeit zu folgen, denn wer versucht, nur mit einem Ohr zuzuhören, kann dieses faszinierende Monster wohl nie ganz erschließen. Alles in allem ein Album, das nur eines verdient hat: Schaudernde Bewunderung.
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