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Another Sunny Day
Belle & Sebastian
| Künstler | Belle & Sebastian |
| Songtitel | Another Sunny Day | |
| Genre | Pop | |
| Typ | mp3 | |
| Größe | 3,821 | |
| Quelle | www.matadorrecords.com | |
| Bewertung |
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Neu erfunden
Die Band dreht nochmal auf. Nach dem 'Comeback' mit dem Vorgänger 'Dear Catastrophe Waitress' schaffen es die sympatischen Schotten auch mit ihrem folgenden Werk, neue Stilelemente mit ihren Wurzeln zu verbinden und eine furiose Folk- und Popmischung aufzunehmen. Großartiges Album einer leider immernoch verkannten Band!
Der Musik zuhören, und nicht den eigenen Erwartungen!
Belle and Sebastian sind endgültig erwachsen geworden. Ist das schlecht? Nein, wenn die Songs nicht in Professionalität und Routine ersticken. Und das tun sie hier keineswegs. So sehr ich das Unvollkommene anfangs mochte - die leicht windschiefen Gesänge, die verstimmten Blockflöten, die Unbedarftheit und den schüchternen Gestus - so sehr schätze ich auch mittlerweile, dass B&S endlich auch die Fähigkeit haben, ihre nach wie vor umwerfenden Songs ebenso umwerfend zu spielen. Lyrisch ist Stuart Murdoch auf der Höhe seiner Kunst ("ghost figures of past, present, future haunting the heart", "little miss plucky, pluck your eyebrows for the crowd"), musikalisch macht die Band einen virtuosen Rundumschlag, der die Stilmittel der Popmusik der 60er lückenlos und erfolgreich ins Jetzt transportiert, und die Sorgfalt der Arrangements ist in einem sehr schönen Sinne altmodisch und deswegen höchst willkommen (hier sollte man nach wie vor keine glattgebügelte, keimfreie Klangwelt erwarten - zum Glück). Muss man jetzt den "alten" B&S hinterher weinen? Kann man, natürlich. Ich erfreue mich lieber an dieser wunderschönen Platte, denn solch eine bewegende, freundliche Popmusik ist sehr rar, während unbeholfene Schülerbands in jeder Turnhalle dieses Landes zu besichtigen sind.
Sommermusik
Die CD ist echt schön. Die Musik macht Spaß, sie eignet sich sehr gut zum nebenbeihören. Die CD hat auf jeden Fall einen "Gute-Laune-Faktor"!!!! :D
Tiefgründig beschwingt
Viel ist nicht übriggeblieben von den einst so verhuscht-träumerischen Belle & Sebastian. Bereits das Vorgängeralbum "Dear Catastrophe Waitress" (2003) hatte gezeigt, dass die Combo um Stuart Murdoch nicht länger auf dem eher zartbesaiteten Seitenflügel des Indiepops ihrer Wege reiten wollte und konnte. Zu heftig baumelte die Axt des Stillstands und der Null-Entwicklung bereits über ihnen, jener schleichende Musikertod durch Ersticken an sich selbst. Hatte manch eingefleischter Ursprungsfan jedoch noch gehofft, dass der eher energische Basiston auf "Dear Catastrophe Waitress" einer sich neu erfindenden Experimentierlust geschuldet war, so beweist "The Life Pursuit" nun genau das Gegenteil: das strotzende protzende Selbstbewusstsein ist tief eingedrungen in die anno dazumal doch so zaghaften Schotten. Jedenfalls tiefer als gedacht. Denn Belle & Sebastian scheinen neue Lebensgeister gefunden zu haben während ihrer Evolution von den scheuen Bettkantensitzern früherer Tage hin zu den zeigefreudigen Popadepten, die sie nun endgültig geworden sind. Glamrock, Soul, Country und siebziger Jahre Westcoast-Pop sind dabei nur einige der Zutaten, die "The Life Pursuit" offenbart. Und nicht nur das, noch etwas anderes Wunderbares gibt uns dieses Album: nämlich Hooks. Catchy Hooks. Sei es "Another Sunny Day", "The Blues Is Still Blue" oder "White Collar Boy" - Beck's Produzent Tony Hoffer scheint Stuart Murdochs Songwritingkunst tief in einen erfrischenden Jungbrunnen plumpsen haben zu lassen. Denn während "Another Sunny Day" - eine traurige Liebsgeschichte auf einer sonnig-verlockenden Melodie - noch ganz gut auf frühere Belle & Sebastian-Alben hätte passen können, zeigen sämtliche anderen Tracks einen gänzlich neuorientierten Murdoch. Vorbei die Zeiten der von Trompetensätzen unterstützten Akustikgitarren. Und damit auch vorbei die Zeiten eines Sounds, den Belle & Sebastian über Jahre zu einer Art Markenzeichen entwickelt hatten. Dafür wird sich jetzt sattgefressen an der reichhaltig gefüllten Tafel der Pophistorie. Denn wo man auch steht und geht auf "The Life Pursuit", würde nicht Stuart Murdochs Stimme jeden Song in gewohnter Manier veredeln, man käme bemerkenswert oft gar nicht erst auf den Gedanken es hier mit einem Belle & Sebastian-Werk zu tun zu haben. Zu vielfältig die Einflüsse, zu komplex die Strukturen einzelner Songs. Manch einer mag das schade finden und was von verlorengegangener Identität faseln. Der Großteil aber wird "The Life Pursuit" einfach wieder nur genial finden. Unter all den brillianten Belle & Sebastian-Platten ist dies die Brillianteste.
Rolle rückwärts
Normalerweise beginnen Künstler ihre Karrieren, indem sie dieses und jenes Vorbild kopieren, um im Laufe der Jahre immer mehr sie selbst zu werden und ein eigenständiges Profil zu gewinnen. Bei B&S scheint es momentan umgekehrt zu sein: für die frühen Werke gibt es keine oder kaum Vergleiche, aber jetzt kann man plötzlich sagen; hm, klingt wie ? wie T-Rex zum Beispiel (u. a. ?The Blues Are Still Blue?, ?White Collar Boy?). Das ist gut gemacht, und im Konzert passen sich die neuen Songs hervorragend in das übrige Repertoire und machen ebenso Spaß, aber trotzdem ist ein Wort der Warnung angebracht: weiter in diese Richtung zu marschieren, birgt die Gefahr, die schon fast leuchtturmhafte B&S-Eigenständigkeit einzubüßen. Das wäre schade. Vielleicht ist es aber auch einfach die Handschrift von Produzent Tony Hoffer und hat nichts weiter zu bedeuten. Was bleibt also? Alles in allem ein gutes Album, das mit ?Song For Sunshine? nur eine schwache Nummer zu bieten hat und das insgesamt etwas schnörkelloser als frühere Sachen daherkommt (die Gitarren stehen wieder mehr im Vordergrund); es bleibt ein Album, das etwas leichter und luftiger ist (macht?s die kalifornische Sonne?). Erwähnt sei auch die Sorgfalt beim Artwork des Booklets. So weit, so gut. Aber der Zugang fiel mir schwerer als bei den anderen Alben. Und eines fehlt, bei allem Verständnis für Veränderungen und Weiterentwicklungen: die weibliche Verstärkung kann Isobel Campbell nicht ersetzen.
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