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Long Shot (Live)
Aimee Mann
| Künstler | Aimee Mann |
| Songtitel | Long Shot (Live) | |
| Genre | Pop | |
| Typ | mp3 | |
| Größe | 7,614 | |
| Quelle | music.download.com | |
| Bewertung |
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Subtiles Songwriting
Kann die Musiklandschaft des 21. Jahrhunderts auf klassisches Songwriting verzichten? Muss eine Platte bis zum Bersten mit pseudo-coolem Elektro-Schnickschnack überfüttert sein, nur um zeitgemäß zu klingen? Und ist Pop nicht schon längst zum bloßen Inbegriff blinder kommerzieller Massenhysterie mutiert? Nein, nein und nochmals nein! Und all das vermag allein schon Aimee Mann zu beweisen. Eine reine Freude ist die entzückende Mischung aus robust schrammeligen Produktionen und höllisch eingängigem Songwriting, das die Sängerin für "Bachelor No. 2" auch noch größtenteils in Eigenregie besorgte. Jede einzelne Melodie scheint unwiderruflich zu passen und dorthin zu gehören, wo sie gesetzt wurde, ja ganz und gar unaustauschbar, wenngleich man der ehemaligen Til Tuesday-Frontfrau bei allem Lob durchaus einen gewissen Hang zum Pathos unterstellen könnte. Jedoch nur könnte eben. Denn einzig bei dem arg abhebenden "Red Vines" und dem Country-angehauchten "Driving Sideways" treibt Mann das Spiel mit der Melodieseligkeit ein wenig zu weit. Was dabei herauskommt ist eine Art Schunkel-Exzess, der auf einem Oktoberfest für Musikliebhaber sicherlich seinen Platz finden würde. Na ja. Sieht man über solche minimalen Mängel hinweg, müssen der Pop-Musikerin letztendlich auch noch die lyrischen und originellen Texte zu Gute gehalten werden, wie etwa bei dem zynischen "The Fall Of The World's Own Optimist" oder der verträumten Außenseitergeschichte "Ghost World". Unterm Strich bleiben elf von dreizehn Songs, bei denen selbst das Prädikat Meisterwerk beinah zur Vermessenheit wird und sich die Hooklines förmlich die Klinke in die Hand geben. Kann man da noch mehr verlangen?
gleichzeitig pubertär und gereift
Also, "meisterlich" würde ich die CD nicht nennen, da sind doch zu viele Kompositionen auch nicht so eingängig. Aber mindestens zwei Titel find ich genial: "Deathly" und "It takes all kinds" (hätte ich eher "what you hated" genannt). "Deathly" ist kompositorisch eingängig, knapp, prägnant, mit vieldeutiger Pointe (soweit ich poetische Zwischentöne im Englischen deuten kann), und sich steigernder Spannung, von der ersten bis zur letzten Note. Instrumentierung und Sound top. Mit Elan gespielt. "It takes all kinds" hab ich im Radio gehört und war hin und weg wegen der Melodie und Stimm-Timbre bei der Zeile "what you hated". Und überhaupt, diese Aimee Mann ist zwar irgendwie amerikanisch-pubertär (Roadmovie spielend, Beziehungskisten habend, alternativ-Cowboys liebend, Banker-und-Immobilienverkäufer verachtend) aber zugleich mit einer Reife in Gefühl und Stimme...ist irgendwie sinnlich, besonders die wunderbar tiefen Töne der Stimme, aber nicht hurenhaft (wie bei diversen Popsängerinnen). Ich würde sagen, irgendwie seelische Verwandschaft zu Sheryl Crow. Aber die Crow ist etwas allgemein-philosophischer, wo die Mann doch irgendwie bei Beziehungskrisen bleibt...anyway. Tolle Stimme, tolle, inspirierte Seele, gute Band, satter Sound. Nicht alle Songs mit genialen Melodien...Naja, die poetische Dimension werd ich als Fremdsprachler vielleicht nicht so gaaanz checken, aber klingt schon an. Wenn sie in der Gegend spielen würde, würde ich mal hingehen. Die Frau hat noch Frische.
In jeder Hinsicht ein Meisterwerk
Das ruhigste, anmutigste und entspannteste Album der Neunziger. Keine versteht es so meisterhaft, Beziehungsprobleme, Sozialkritik oder Hilfeschreie in Balladen zu verpacken wie die schlanke Blondine aus den Staaten. In den 14 Songs entdeckt man Beatles-Harmonien (Susan, Backfire), traumhafte Gitarrensoli (Deathly) oder Vocals mit so viel Gefühl, dass zu hoffen bleibt, der Refrain möge nie enden (Red Vines, How am I different). Eine Lebenshilfe für den Alltag, ein Hoffnungsschimmer für Romantiker. Aimee Mann war mit dem Song "save me" aus dem Cruise-Streifen Magnolia für den Oscar nominiert. Abgeräumt hat ihn, natürlich zu Unrecht, Phil Collins (You'll be in my heart, Tarzan)
Wunderbar
Diese CD ist wärmstens zu empfehlen. Intensiv und gleichzeitig nicht aufdringlich. Bachelor No2 ist meine erste CD von Aimée Mann und garantiert nicht die Letzte!
Ein Klassealbum
Diese äußerst begabte Familie hat es nicht einfach. Zum einen hatte Michael Penn so seine Probleme, sein letztes Album zu veröffentlichen (ein Meisterwerk der Songwriterkunst), dann wollte man bis zur Oscar - Nominierung des "Magnolia" - Soundtracks auch seiner Frau Aimee Mann nicht so recht den Erfolg zutrauen und faßte sie eher mit gespreizten Fingern an. Denn, die Jewels und Brooks und so hatten mindestens je einen Hit, ihre Songs wollten aber nicht so recht zünden (sagten die A & R Manager). Zum Glück für uns sind diese Querelen beseitigt und Aimee Mann kann uns nun ihr Album präsentieren. Darauf befinden Pretiosen musikalischer und textlicher Kompositionen. Ob in Zusammenarbeit mit Elvis Costello ("The Fall Of The World`s Own Optimist"), mit Hilfe der Produzenten Bob Clearmountain oder Jon Brion oder immer noch am Stärksten - alleine - findet sie immer die richtigen Worte (wenn auch mitunter äußerst zynische), die richtigen Melodien und die richtige Stimmung, um ihre Songs in dichte und clevere Kleinode zu verwandeln. Auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole: ein Klassealbum, das in diesem Jahr an Dichte und Geschlossenheit bislang unerreicht ist. Wäre nicht schon "Fuerza!" mein Tip des Monats, als SolokünstlerIn ist sie es auf jeden Fall!
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