Was tut Microsoft gegen Raubkopien?

Alt 02.04.2007, 10:52   # 1
Arthur Spooner
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Windows XP wurde millionenfach unlizenziert betrieben und auch Vista wird in Filesharing-Netzwerken schon zum Download angeboten. Es gibt kein Produkt aus dem Redmonder Konzern, das nicht illegal kopiert wurde. Aus diesem Grund verfolgt Microsoft mit Windows Vista diverse Ansätze. Angefangen bei der klassischen Lizenznummer bei der Installation, über eine Aktivierung über das Internet bis hin zum Windows Genuine Advantage Programm (GAP). Letzteres überprüft die Echtheit des verwendeten Systems und schränkt bei nicht bestandener Prüfung den Funktionsumfang ein. Nachdem die Zeit bis zur fälligen Aktivierung abgelaufen ist, sperrt GAP das System und lässt nur eine eingeschränkte Benutzung zu. weiter »
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Alt 02.04.2007, 10:52 # --
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Alt 30.10.2009, 15:17   # 2
Christoph Brincken
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Super - WINZIGWEICH bestraft die ehrlichen Käufer durch komplizierte Freischaltaktionen, während sich die Downloader gleich eine Version ohne Freischalt-Generve aus dem Netz ziehen.
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Alt 30.10.2009, 17:38   # 3
N-Traxx
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Es ist doch immer noch das alte Spiel der Industrie gegen findige Computer-Freaks, wie es auch schon in den alten Zeiten war.
Die Industrie kann es sich anscheinend immer noch nicht eingestehen, dass sie den Krieg immer aufs Neue verliert.
Durch diesen ganzen Kopierschutzwahn verärgert man auch noch ehrliche Kunden.

Ich finde, dass dies ein falscher Weg ist. Man sollte eigentlich auf den Kopierschutz eher verzichten, dadurch die Software etwas günstiger machen, was den Ottonormalverbraucher eher zum Kauf bewegen dürfte, als irgendwelche Überprüfungsorgien auf MS-Servern einzuleiten, die zudem von Datenschützern stark kritisiert werden, da MS sich über die übertragenen Daten bis heute in Schweigen hüllt.

Schon Wochen vor der Veröffentlichung von Windows 7 gabe es mindestens 3 verschiedene und funktionierende Aktivierungstools. Windows XP, Vista und Windows 7 lassen sich zudem durch bestimmte Modifikationen am BIOS mit einem speziellen Zertifikat und dazu passenden Produktschlüssen offline aktivieren. Tools dazu kursieren schon lange im Internet.

Microsoft verliert diesen Krieg also noch bevor er überhaupt anfängt.
Die Mühe und die Unmengen an Geld sollte man lieber in die Systempflege und Weiterentwicklung stecken, als in Kopierschutzmechanismen, die eh nichts bringen.

Gruß, Sebastian.
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Alt 30.10.2009, 20:17   # 4
NeeBee44
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Zitat:
Zitat von N-Traxx Beitrag anzeigen
Es ist doch immer noch das alte Spiel der Industrie gegen findige Computer-Freaks, wie es auch schon in den alten Zeiten war.
Die Industrie kann es sich anscheinend immer noch nicht eingestehen, dass sie den Krieg immer aufs Neue verliert.
Durch diesen ganzen Kopierschutzwahn verärgert man auch noch ehrliche Kunden.

Ich finde, dass dies ein falscher Weg ist. Man sollte eigentlich auf den Kopierschutz eher verzichten, dadurch die Software etwas günstiger machen, was den Ottonormalverbraucher eher zum Kauf bewegen dürfte, als irgendwelche Überprüfungsorgien auf MS-Servern einzuleiten, die zudem von Datenschützern stark kritisiert werden, da MS sich über die übertragenen Daten bis heute in Schweigen hüllt.
....................
Microsoft verliert diesen Krieg also noch bevor er überhaupt anfängt.
Die Mühe und die Unmengen an Geld sollte man lieber in die Systempflege und Weiterentwicklung stecken, als in Kopierschutzmechanismen, die eh nichts bringen.

Gruß, Sebastian.
Dem schließe ich mich an. Eine vernünftig funktionierende Basic Version zu einen günstigen Preis und das Thema ist erledigt. Aber das werden wir wahrscheinlich nie Erleben.

Cu NeeBee44
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Ist ein Beitrag hilfreich, dann könnt ihr denn Button Drücken

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Alt 31.10.2009, 09:15   # 5
c-f-l
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Hm...
Ich verstehe den Ärger einiger Leute hier durchaus, doch teile ich ihn nicht.
Ich denke nicht, das es den Hackern um den Preis geht.
Der Commodore Amiga damals war diesbezüglich ein sehr anschauliches Beispiel. Egal, wie günstig die Software auch war - sie wurde gecrackt, kopiert, geklaut.
Schon immer war es so, das die "gute" Seite immer erst dann reagieren konnte, wenn die böse "Seite" den ersten Schritt getan hat.
Diese Reaktionen waren dann auch immer mit Einschränkungen, Problemen und Auflagen verbunden, die natürlich in erster Linie Leute betrafen, die sich nichts zu schulde kommen lassen.
Die Hacker stör(t)en diese Auflagen meist wenig: sie stellt vielmehr eine weitere, zu knackende Herausforderung dar, welche zu neuen Sanktionen führte.

Das Hauptproblem meiner Meinung nach ist, das viele Menschen sich vermutlich lieber für eine kostenlose, geklaute Version entscheiden würden als für eine ehrlich erstandene (ich rede hier nicht nur von den Europäern).
Heutzutage kann man sicherlich berechtigterweise davon sprechen, das dies angesichts des hohen Kaufpreises auch nicht weiter verwunderlich sei - doch das dieser Preis vielleicht wesentlich niedriger wäre, wenn die Software nicht durch immensen Aufwand geschützt werden müsste, bedenken vielleicht nur wenige.

Ich persönlich verstehe die Software-Firmen voll und ganz und bedaure, das diverse, kriminelle Subjekte sie soweit treiben, sich ihre eigene Kundschaft zu vergraulen.

Was mich allerdings immer wieder wundert: jeder meckert ständig an irgendwelchen Firmen herum. Zu teuer hier, zu viel Aufwand da.
Aber das der Datenklau und -verkauf momentan boomt wie die Sau; das die Software-Piraterie krimineller vorgeht als je zuvor und das selbst picklige Teenager bereits die gefährlichsten Viren, Würmer und Trojaner programmieren, die sowohl Privatanwender als auch Firmen Kosten durch Kauf diverser Schutzsoftware in Milliardenhöhe verursachen, davon hört man nur verhältnismäßig selten etwas aus dem gemeinen Volk.

Freundliche Grüße,
c-f-l
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Alt 31.10.2009, 18:31   # 6
N-Traxx
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Das kopiert, gecrackt und geklaut wird, daran hat sich bis heute nichts geändert.

Du hast einerseits Recht, wenn du sagt, dass das nicht richtig ist, Software zu klauen. Allerdings muss man hier auch betrachten, dass es Menschen gibt, die sich nun vieles nicht leisten können. Warum? Nicht alle sind daran schuld, dass sie kein Geld haben. Die Firmen und Konzerne treiben die Armut mit voran und somit sind sie aus meiner Sicht auch daran beteiligt, wenn sich das auf die Kriminalität auswirkt.
Sieht man sich die Lage mal in Deutschland an, dann stellt man fest, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Das ist eine Entwicklung, die auf Dauer dazu führt, dass sich der eine oder andere Arme eben auf eine illegale Art etwas eigen machen wird.

Ich sags einfach, wie es ist: Wenn die Konzerne weiterhin immer am Arbeiter sparen werden, dann brauchen sie sich nicht zu wundern, dass sich immer weniger Menschen etwas leisten können.

Bei Software, Videos und Musik sei anzumerken, dass der Kopierschutz den Preis, sowie die Systemanforderungen in die Höhe treibt. Diese Kosten trägt nicht der Softwarekonzern, denn diese finden sich im Produktpreis wieder, was den Preis wieder nach oben steigen lässt. Daraus folgt, dass sich wieder ein paar Leute weniger das Programm kaufen werden, weil es zu teuer ist.
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Alt 31.10.2009, 20:28   # 7
c-f-l
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Zitat:
Zitat von N-Traxx Beitrag anzeigen
Nicht alle sind daran schuld, dass sie kein Geld haben. Die Firmen und Konzerne treiben die Armut mit voran und somit sind sie aus meiner Sicht auch daran beteiligt, wenn sich das auf die Kriminalität auswirkt.
Sieht man sich die Lage mal in Deutschland an, dann stellt man fest, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Das ist eine Entwicklung, die auf Dauer dazu führt, dass sich der eine oder andere Arme eben auf eine illegale Art etwas eigen machen wird.
Hm, ich stimme Dir teilweise zu. Die Kluft zwischen arm und reich wächst - aber sie ist nichts wirklich neues.

Schon im Mittelalter gab es den "Pöbel" - und es gab den Adel. Allerdings war es damals so, das der Pöbel in der Regel ehrlich blieb. Kriminalität war verpönt und man begriff, das sie (die Kriminellen) in erster Linie das arme Volk schädigten.
Heutzutage - in einer Zeit, in der jeder nur an sich denkt - glauben die meisten eher, das Kriminalität eine Chance ist, die einem zum eigenen Vorteil gereicht. Wie sich das auf die Gemeinschaft auswirkt, interessiert kaum jemanden.

Nach dem zweiten Weltkrieg war es ähnlich wie im Mittelalter. Die Kluft zwischen arm und reich war unglaublich klein, denn alle mussten von vorne beginnen. Man arbeitete ohne Neid und Missgunst zusammen, was letztendlich (und was kaum einer weiß: durch gezielte Manipulation der Amerikaner) zum sogenannten Wirtschaftswunder führte.

Dieses Wirtschaftswunder konnten einige sehr gut für sich nutzen: sie wurden reich und reicher, und wie der Mensch eben so ist - gierig und gieriger.
Wir haben unsere Kluft also - im Prinzip - alle irgendwo mit zu verantworten.

"Das ist lange her", könnte man nun argumentieren. "Ich habe jedenfalls nicht daran mitgearbeitet."

Nicht?

Das ganze lässt sich leider nicht so einfach abwälzen. Wir Deutschen sind ein Volk, denen man alles wegnehmen darf - nur unsere Arbeit nicht.
Ein Deutscher ohne Arbeit ist hierzulande ein Mensch dritter Klasse, was prinzipiell eine mehr oder weniger gute Methode ist, die Leute dazu zu bewegen, sich ständig um eine Arbeit zu bemühen.

Hier liegt jedoch auch der Wurm begraben. Erst gestern habe ich es hier im Forum irgendwo gelesen: "Lieber eine schlecht bezahlte Arbeit als Hartz 4!".
Das ist sicherlich der beliebteste Ausspruch aller Zeiten für jeden Arbeitgeber.

Ich jedenfalls habe meine Prinzipien: bevor ich mit einer Arbeit schlechter lebe als ohne eine Arbeit, kündige ich lieber und suche mir daraufhin (idealerweise gleich im Anschluss) eine neue Arbeit.
Denn jede schlecht bezahlte Arbeit ist eine Bestätigung für den Arbeitgeber, das es funktioniert: man braucht den Menschen nicht viel bezahlen, denn sie haben viel zu viel Angst um ihren Status.

In Frankreich wäre eine solche Sklaverei moderner Art nicht oder kaum möglich. Die Leute dort gehen auf die Straße, wenn die "da oben" Mist bauen, und das ist gut so.
Hier jedoch hat man Angst, seinen guten Ruf zu verlieren, und das fördert die Mehrklassen-Gesellschaft mehr als alles andere.

Was hat das alles nun mit diesem Thema zu tun, oder sollte ich es gewagt haben offtopic zu schreiben?
Ich denke nicht. Im Gespräch war, das sich nicht jeder eine teure Software leisten kann, weil nicht jeder das nötige Kleingeld besitzt.
Dennoch arbeiten viele Menschen in Zeitarbeiter-Firmen (und bestätigen die Nachfrage nach derartigen Arbeitsstellen damit). Viele akzeptieren Löhne von unter 5,- Euro (und bestätigen die Nachfrage nach derartigen Löhnen damit), und viele akzeptieren es, sich gecrackte Software herunter zu laden (und bestätigen somit die Notwendigkeit des Kopierschutzes etc).

Es geht hier also um wesentlich mehr als nur um die Gier von irgendwelchen Software-Firmen. Es geht hier um Politik.
Es geht hier um ein "ungünstig" verlaufendes System, an dem wir alle nur dann etwas ändern könnten, wenn wir uns ändern.

Aber das halte ich - ehrlich gesagt - für ausgeschlossen in diesem Land.

Freundliche Grüße,
c-f-l


(Sorry für den langatmigen Beitrag. Bin sicher, es finden sich viele User, die eine gänzlich andere Meinung haben, aber soweit ich das verstanden habe, ist ein Forum zum diskutieren da.)
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Alt 01.11.2009, 19:31   # 8
N-Traxx
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In Deinem Beitrag steckt viel Wahrheit. Vor allem der Satz "Es geht hier um ein "ungünstig" verlaufendes System, an dem wir alle nur dann etwas ändern könnten, wenn wir uns ändern." gefällt mir ganz gut.
Hier liegt aber der Hund begraben, denn unser System erlaubt dem einfachen Folk kaum Eingriffe (Volksentscheide fehlen völlig).

Aus meiner Sicht wird den Konzernen viel zu viel Freiheit zugestanden. Aber wer regiert denn dieses Land? Die Konzerne regieren. So lange sich also das nicht ändert, ändert sich nichts. Wie du schon angemerkt hast, hat Dich der Glaube an Veränderungen bereits verlassen.

Um Auf Kopierschutzverfahren und Aktivierungstechniken zurückzukommen, finde ich, dass die Softwarekonzerne hier eben den falschen Weg gehen. Man sollte im Prinzip nicht alles absichern (bringt im Grunde eh nichts, den Cracks gibt es für Software teilweise schon vor deren Veröffentlichung), sondern versuchen, seine Produkte für bestimmte Bevölkerungsgruppen anzupassen und interessanter zu gestalten.

Der Denkfehler hier liegt meiner Meinung nach darin, dass die Konzerne annehmen, dass ein Verbraucher, der den Kopierschutz nicht knacken kann, das Produkt original kauft. Diese Annahme ist eben falsch, denn der Verbraucher crackt nicht, sondern er lädt sich den Crack nur herunter und dazu braucht man kein Fachwissen. Das schafft selbst ein Schulkind.
Diese ganzen Überpfüungsorgien empfinde ich als User im Prinzip unverschämt, denn im Grunde unterstellt man mir mit so einer Überprüfung, dass ich evtl. geklaut habe. Man lädt ein Tool auf mein System, welches Daten überträgt, die ich nicht kenne und bei denen ich der Übertragung nicht zugestimmt habe. Es wäre also endlich mal an der Zeit, dass MS auch mal paar Tatsachen offen legt, was da überhaupt übertragen wird.

Gruß, Sebastian.
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Alt 31.07.2014, 19:50 # --
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Alt 31.07.2014, 19:50 # --
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