Geschäftsmodell Providerrechnung

Alt 10.04.2009, 18:13   # 1
mha
 
Registriert seit: 10.04.2009
Beiträge: 3
Liebe Netzler,

ich habe eine Frage, ob die Betrügerindustrie das perfekte Geschäftsmodell gefunden hat. Wenn ja, steige ich vielleicht ein.

In einer Abofalle getarnt als Gewinnspiel (z.B. Klingeltonabo dahinter) muß die Handynummer eingegeben werden. Um das Gewinnspiel abzuschließen versendet der ******** eine PIN an die Handynummer, die auf der Seite des Gewinnspiels wieder eingegeben wird. Die Falle ist zugeschnappt.

Jetzt kommts. Normalerweise bekommt das Opfer Rechnungen, Drohungen usw. Hartnäckiges Ignorieren hilft dann. Wenn doch einmal ein gerichtlicher Mahnbescheid kommen sollte widerspricht man halt und gut ist. In oben beschriebenem Fall wird die Forderung aber gar nicht an das Opfer gerichtet, sondern an den Handyprovider, der brav zahlt und die Forderung auf die Rechnung des Opfers packt und sich somit zum Handlanger des Betrügers macht. Das Geld ist damit aber schon in der Tasche des Betrügers.

Ist das jetzt das perfekte Geschäftsmodell oder kann der zu gutmütige Provider zur Rechenschaft gezogen werden? Wie schafft das Opfer es erstens das Geld zurückzubekommen und zweitens die Forderung direkt vom ******** zu kommen. Nur so kann das Opfer ja in eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem ******** gehen.

Wie seht ihr das?

Frohe Ostern

MHA
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Alt 10.04.2009, 18:21   # 2
arthus
 
Benutzerbild von arthus
 
Registriert seit: 20.02.2007
Beiträge: 1.180
Zitat:
Zitat von mha Beitrag anzeigen
oder kann der zu gutmütige Provider zur Rechenschaft gezogen werden?
Gutmütige Provider? eher auf beiden Augen blinde, man verdient ja schließlich mit...

Apropos Geschäftsmodell: Was dabei erbeutet werden kann, ist harmlos, es gibt bereits weitaus lukrativere Modelle:
heise online - 10.04.09 - c't magazin.tv: Das Handy mit der Albtraumgarantie

YouTube - Akte 09 - Deutschlands höchste Handyrechnung (03.02.2009)
__________________
"Das kann doch nicht sein, dass der Bürger, der sich gesetzmäßig verhält,
sich wie ein Idiot vorkommen muss." (Roman Herzog)
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Alt 13.04.2009, 10:08   # 3
mha
Threadstarter
 
Registriert seit: 10.04.2009
Beiträge: 3
Weiß jemand etwas über die rechtlichen Grundlagen auf denen die ****** die Provider zu Inkassounternehmen machen?


* aus rechtlichen Gründen geändert
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Alt 13.04.2009, 11:09   # 4
arthus
 
Benutzerbild von arthus
 
Registriert seit: 20.02.2007
Beiträge: 1.180
Es ist eher das Fehlen rechtlicher Grundlagen, das alle Beteiligten ausnutzen.

Die BNetzA hält sich in den wenigen Fällen, selbst wenn es rechtliche Grundlagen gibt
( z.B 0900 Rufnummernmißbrauch) "vornehm" zurück und greift wenn überhaupt, erst viel zu spät ein.
__________________
"Das kann doch nicht sein, dass der Bürger, der sich gesetzmäßig verhält,
sich wie ein Idiot vorkommen muss." (Roman Herzog)
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Alt 13.04.2009, 11:27   # 5
immorb
Gastposter
 
Zitat:
Zitat von mha Beitrag anzeigen
Weiß jemand etwas über die rechtlichen Grundlagen auf denen die B******* die Provider zu Inkassounternehmen machen?
Als erstes solltest du dir einen anderen Ton angewöhnen.
******** ist der der wegen Betrug verurteilt wurde!
Alles andere fällt unter Beleidigung.

Wer sagt dir das das z.B. ein Provider Inkasso betreibt?Ich glaube das kein Unternehmen eine Erlaubnis zum Inkasso hat.
Mobilfunkanbieter,Telefonanbieter,Provider usw. betreiben höchstens Forderungseinzug für Dritte.

Wenn ich eine Rechnung erhalte,auf der z.B. Mehrwertdienste stehen,die ich nicht bewusst genutzt habe,zahle ich "nur" die unstrittigen Posten von meinem Netzanbieter.
Dann muss der ursprüngliche Forderungsinhaber die Forderung betreiben.
Er muss dann eventuell ein Inkassounternehmen einschalten.

Der Mobilfunkanbieter/Netzbetreiber trägt die Beweislast bei strittigen Rechnungsbeträgen.
LG Augsburg Urteil vom 24.04.2007 3 O 678/06

Der Vertrag zwischen Netzanbieter und Mehrwertanbieter nennt man Factoringvereinbarung,was mit Inkasso so nichts zu tun hat.

m.f.G
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Alt 13.04.2009, 13:57   # 6
mha
Threadstarter
 
Registriert seit: 10.04.2009
Beiträge: 3
Hallo immorb,

danke für Deine Antwort. In meinem Post habe ich ja weder Provider, noch "Mehrwerdienste"anbieter genannt. Und ich unterstelle nicht allgemein betrügerisches Verhalten. Wenn aber z.B. Gewinnspiele in eine gut getarnte Abofalle führen, nenne ich das betrügerische Absicht. Aber Du hast recht, in dubio pro reo. Und meine Frage war ja eine allgemeine.

Bei postpaid Angeboten ist Deine Vorgehensweise sicher die richtige. Wie würdest Du aber bei prepaid vorgehen? In diesem Falle zieht der Provider ohne Rückfrage den Betrag ein und reicht ihn weiter. Habe ich flapsig als Inkasso bezeichnet. Nach dem Begriff Factoring habe ich gesucht, danke.

Und auch bestem Dank für das AZ.

Viele Grüße

MHA
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Alt 13.04.2009, 15:09   # 7
immorb
Gastposter
 
Zitat:
Zitat von mha Beitrag anzeigen

Wie würdest Du aber bei prepaid vorgehen? In diesem Falle zieht der Provider ohne Rückfrage den Betrag ein und reicht ihn weiter.
Bei Prepaid gilt das Gleiche wie beim PC,man muss die Brain.exe installieren und auch anwenden.
Prepaid bedeutet keinesfalls Kostenkontrolle.
Für Prepaid gilt,sehr genau die AGB lesen,denn sehr leicht wird Praid zur Kostenfalle.Beispiel man wird im Ausland angerufen. Hier können auch ohne Guthaben Kosten entstehen,da einige Anbieter solche Gespräche getrennt abrechnen.
Lese dir z.B. die AGB von Simply durch. Wird dein Telefon geklaut kann das ganz schnell €70.- kosten.z.B. Pfand für SIM-Karte,denn dies "bleibt" Eigentum von Simply.

Zur eigentlichen Frage,das Telefon nur zum Telefonieren benutzen,alles unnötige deaktivieren.
Nummern von Mehrwertdienste sperren.
Sollte man doch ein ABO abgeschlossen haben,Vertrag anfechten, Geld zurückfordern.
Auch bei z.B. Premium-SMS gilt,der Anbieter muss einen Vertragsabschluss nachweisen.
Das Absenden von einem Code-Wort ist keine Vertragsbestätigung.
Muss ich also nicht zahlen, siehe auch>> Amtsgericht Hamburg-Wandsbek (Az.: 713 AC 256 / 05)

m.f.G.
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Alt 28.05.2012, 17:53 # --
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