Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

Dieses Thema im Forum "SAT-Technik (alt)" wurde erstellt von klartv, 6. Jan. 2011.

  1. klartv

    klartv Neues Mitglied

    Hallo,

    ich bin gerade auf der Suche nach dem "idealen" Multischalter.

    Ich habe hier einen Spaun SMS 9962 NF + Kaskade und älteren SMS 9941 NF + Kaskaden. Die technischen Daten sind nicht so unterschiedlich, aber vom Aufbau her wäre ich der Meinung, dass die ältern 99x1 (und wohl auch 99x0) besser aufgebaut sind als die wesentlich dichter (mit nicht sauber getrennten Pfaden) aufgebauten aktuellen Modelle. Statt eines einzigen Microcontrollers pro Teilnhmer-Anschluss bei den aktuellen Modellen ist bei den älteren Modellen ein aufwändigerer (möglicherweise aber robusterer?) Schaltungsaufwand vorhanden, der den Stromverbrauch leider etwas erhöht. Vielleicht gibt es hier Meinungen (oder gar verwertbare Messwerte) zwischen alten und neuen Spaun Multischalter-Serien? [Frage 1]

    Da ich momentan drei Sats empfangen möchte stellen die 99er Spaun nur eine Notlösung dar (nur ausgewählte SAT-Ebenen). Das Zusammenschalten von zwei 99er Multischaltern mittels Optionsschalter funktioniert zwar, ist aber nicht elegant. Ich kann gar nicht verstehen, weshalb kein Hersteller Erweiterungs-Multischalter anbietet, mit denen direkt ein oder zwei weitere Sats (4 bzw. 8 Sat-Ebenen) hinzugefügt werden könnten. Rein technisch sollte dies relativ problemlos möglich sein (Anschluss an Teilnehmer-Ausgängen des ersten Multischalters). Ich kenne nur Lösungen bei denen jeder einzelne Teilnehmer-Ausgang umständlich über einzelne DiSEqC-Relais erweitert werden muss (mal von dem von der Idee her eigentlich nicht schlechten Preisner Satrix-System abgesehen, was aber letztlich zu teuer kommt). Oder habe ich etwas übersehen, was die Erweiterung mit Sats anbelangt? [Frage 2]

    Nun habe ich mir das Technisat GigaSystem 17/8 G angesehen, zusammen mit einer Techniswitch 5/8 Kaskade, die überraschenderweise sogar theoretisch direkt davor geschaltet werden kann (brauche etwa 14 Teilnehmer-Anschlüsse, bei einem Teil reicht mir die Grundversorgung von Astra 1).
    Was aber auf dem ersten Blick funktioneirt bringt einige Probleme mit sich. Die Terrestrik ist eigentlich gut (wichtig, da auch DVB-T eingespeist wird), leider funktioniert sie bei der Kaskade nur, wenn Spannung anliegt. Und hier liegt das große Problem. Zuerst dachte ich, es wäre eine gangbare Lösung, die Speisung der Kaskade durch die Teilnehemer-Receiver durchführen zu lassen - unter Beibehaltung der Standby-Schaltung des GigaSystems, was mir wichtig wäre. Doch bei näherer Betrachtung musste ich feststellen, dass auf einer Stammleitung der Kaskade die Spanungsversorgung des Receivers hin zum Basisgerät (GigaSystem) fließt - wirklich schlimmer aber diese Spannung auf die drei weiteren LNB-Anschlüsse gegeben wird!
    Man wäre also wirklich gezwungen, auf Standby zu verzichten und die Stromversorgung ständig eingeschaltet zu lassen. Nicht wirklich ideal. Und Tricksen ist kaum möglich (etwa mit DC-Trennglied).
    Vorbildlich wäre hier Spaun mit seinen 12 und 16 Satebenen-Geräten mit seperatem Standby je 4 Sat-Ebenen - aber halt auch teuer, vor allem wenn man schon Geräte hat...
    Was aber auffällt ist das unterschiedliche Konzept. Die Spaun-Geräte besitzen am Eingang der Sat-Stammleitungen eine Filter-Verstärkerstufe, Technisat hat dagegen durchgängige Sat-Stammleitungen (ohne Signalveränderungen). Die Verstärker (Filter?) sitzen an jedem Teilnehmer-Ausgang (womöglich verwendet Spaun dieses Konzept auch beim Unisystem?). Meine Frage [3] wäre: gibt es Erfahrungen/Meßwerte, welches Konzept besser ist (Verstärker im Stamm vs. beim Teilnehmer-Ausgang)? Den Daten zufolge wäre wohl beim Techinsat-Konzept zumindest die Teilnehmer-Entkopplung höher?

    Würde mich über Experten-Erfahrungen/Messwerte freuen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Jan. 2011
  2. Dipol

    Dipol Team SAT-Technik

    AW: Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

    Ich auch, aber der Markt verlangt niedrige Preise, weshalb Schalter mit Class A Schirmungsmaß und normgerechter Entkopplung immer seltener werden.

    Keiner von uns hat das Equipment um selbst zu messen. Auch nicht die Sat.-Zeitschriften, die selbst Multischalter mit absolut inakzeptablen Hersteller-Entkopplungsangaben zum Testsieger adeln. Uns liegen geradezu erschreckende Plotts vor, die aber noch von objektiven Instituten bestätigt werden müssen. Nur wenn sich z. B. die Stiftung Warentest diesem Thema annimmt, kann der Trend zu immer billigeren aber schlechteren Multischalterdaten gebrochen werden.
    Die Industrie produziert eben nur das, was in großen Stückzahlen nachgefragt wird.

    Auf die anderen Punkte gehe ich später ein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Jan. 2011
  3. klartv

    klartv Neues Mitglied

    AW: Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

    Apropos Schirmungsmaß. Zwischen alten und neuen Spaun fällt auch noch auf, dass bei den alten zusätzlich bei den oberen und unteren Abdeckungen Metallfolien (ähnliche Funktion wie zusätzliche Metallfolie bei Kabelabschirmungen?) vorhanden sind, wird jetzt auch eingespart. Aber gegenüber Technisats dünnen Blechkisten machen die Spaun-Geräte hinsichtlich der Abschirmung doch noch einen besseren Eindruck (wenn schon keine Guß-Gehäuse...).

    Abschirmungs-Messungen z.B. würde ja auch Speziallabors erfordern. Das meinte ich auch nicht sondern Signalqualitäts-Messungen mit richtigen Profi-Messgeräten (statt nur mit Sat-Receivern).

    :top:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. Jan. 2011
  4. Dipol

    Dipol Team SAT-Technik

    AW: Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

    Wie mir soeben von kompetenter Seite gesagt wurde, haben die Folien für die EMV keine elementare Bedeutung.
    Die Tests der Sat.-Zeitschriften beziehen sich ja fast immer nur auf BER oder C/N-Messungen. Qualität beinhaltet aber auch die EMV und gegenseitigen Störmöglichkeiten und da sieht es zunehmend immer düsterer aus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Jan. 2011
  5. Dipol

    Dipol Team SAT-Technik

    AW: Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

    Wenn das 22 kHz-Signal durchgeleitet wird, sind sogar exotische Kombinationen mit Drehanlagen möglich, siehe Liddl Sat-Board.
    Die Methode ist doch völlig normal, weshalb sie auch bei einem 13er oder 17er Multischalter intern zur Anwendung kommt und ein unidirektionaler DiSEqC-Standard genügt.
    Dabei ist aber zu beachten, dass die Durchgangsdämpfung der 5/8 Kaskade die Entkopplung zu den Ebenen der Sat.-Position B verschlechtert. Mit normgerechten Entkopplungenswerten kein Problem, mit einem Billigschalter mit 20 dB Entkopplung zwischen den Ebenen oder Port-to-Port (Testsieger bei zwei Sat.-Zeitschriften!) würde ich das ohne zusätzliche Dämpfungsglieder nicht versuchen.
    Die Terrestrik ist oder war lange Zeit auch bei renommierten Herstellern und selbst Basisverstärkern die Achillesferse mit teilweise grausamer Welligkeit und hoher Deemphase. Ein terrestrisch aktiver Multischalter braucht nun mal auf diesem Zweig dauerhaft Strom. Bei reiner Receiverspeisung geht der terr. Pegel bei den TechniSwitch zwangsläufig in den Keller, sowie der letzte Receiver abgeschaltet wird.
    So ist es!
    Dass man bei der Kombination verschiedener Multischalter die Kompatibilität der Dämpfungswerte beachten muss ist offenkundig. Dass es aber auch innerhalb der Typenreihen eines Herstellers Inkompatibilitäten bei Standby und Wakeup der einzelnen Baureihen gibt, ist weniger bekannt und kaum dokumentiert. Das gilt insbesondere bei Baureihen mit Basisgeräten und Nachverstärkern. So haben z.B. die Baureihen SBK-/SMK-Baureihen xxx0, xxx1, xxx2 von SPAUN völlig andere Konzepte der Spannungsversorgung, bei Unkenntnis kann der Matritzenersatz dazu führen, dass eine Matrix abraucht.

    Die Wahrheitsfindung bei den Angaben zu den Entkopplungswerten wird noch etwas dauern.
     
  6. klartv

    klartv Neues Mitglied

    AW: Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

    Intern? Nur, was das Schaltkriterium (DiSEqC-Befehle) betrifft. Es ist aber schon ein Unterschied, ob vorher mittels DiSEqC-Relais umgeschaltet wird (entweder mittels tatsächlichem Relais wie etwa Spaun SUR oder mittels Pin-Dioden) und danach z.B. zweimal je 8 Sat-Ebenen "eingekoppelt" werden - oder ob intern statt 4 oder 8 Satebenen einfach 12 oder 16 identische Sat-Ebenen vorhanden sind, d.h. kein Umschalter zusätzlich nötig ist.

    Steht ggf. aber bei Spaun dabei. Wobei es aber eh wenig Probleme gibt.

    Völlig nicht. Bei alten Geräten Versorgung der Kaskaden auf Stammleitung 0, also Terrestrik. Bei den aktuellen auf 2 (wohl aus dem guten Grund, dass bei räumlicher Trennung nicht unbedingt die Terrestrik-Leitung zur Stromversorgung nötig ist). Zusätzlich aber abwärtskompatibel auch genauso auf 0.
     
  7. Dipol

    Dipol Team SAT-Technik

    AW: Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

    Die sehr deutlichen Warnhinweise in einem älteren SPAUN-Seminarordner zum Einbau von DC-Gliedern haben ganz sicher ihren Grund. Ohne diese Seminarunterlage wäre mir vermutlich auch schon ein x0-Switch abgeraucht. Warnhinweise zu allen Baureihen, die für jedermann verfügbar sind, sind mir in vergleichbarer Detailliertheit unbekannt.

    Und so ist es auch erklärbar, dass weniger gut informierte Kollegen erst durch Schaden klug wurden.
     
  8. klartv

    klartv Neues Mitglied

    AW: Multischalter-Qualität: Spaun vs. GigaSystem

    Eigentlich ist schon das Notwendige in den jeweiligen Spaun-Manuals erwähnt. Man muss aber auch verstehen, worin die Problematik mit den Spannungen auf den Stammleitungen besteht. U.a. ist der laienhafte Begriff "DC-fest", der manchmal verwendet wird, nicht unbedingt förderlich. Dies mag wirklich für Laien gedacht sein, die nicht regelmäßig mit der Materie zu tun haben. Diejenigen, die beruflich damit zu tun haben, sollten hingegen hoffentlich wissen, was sie tun ;)

    Ganz klar ist mir die Funktionsweise aus den normalen Manuals auch nicht geworden. Ein Blick ins Innere war da für mich hilfreicher. Entsprechend bin ich jetzt glaube ich auch auf die für mich ideale Lösung gekommen. Werde wohl neben SMS 9962 NF + Kaskade doch den alten SMS 9941 NF plus Options-Schalter zusätzlich benutzen.
    Was mich hierbei (neben der mehreren nötigen Options-Schalter) gestört hat ist die ineffektive doppelte Stromversorgung. Wie ich jetzt ausprobiert habe werde ich den SMS 9941 NF derartig umbauen, dass er über die Terrestrik-Leitung des SMS 9962 NF ferngespeist werden kann und ein eigenes Netzteil dadurch unnötig wird. Mit zusätzlicher Standby-Optimierung komme ich so für zwei weitere Sats (inkl. zusätzlicher SMK 9941 Kaskade) wenn alles klappt lediglich auf 2 Watt mehr Stromverbrauch im Standby - das kann sich wohl sehen lassen. Im Betrieb (d.h. lediglich wenn ein Reciever den 3. oder 4. Sat auswählt) komme ich samt Speisung von zwei LNBs nur auf 0,5 A (zusätzliche) Last auf der 18V Stammleitung 0 des SMS 9962 NF (= 9 Watt mehr). Leider gibt Spaun nicht an, was der SMS 9962 NF zur Fernspeisung hergibt. Bei anderen Modellen ist dies aber genau der Wert, der als Maximum angegeben ist. Aber so kritisch ist der Wert offenbar eh nicht.

    Jetzt muss ich mir nur überlegen, ob es überhaupt neben Astra 1+2 und Hotbird noch einen vierten interessanten deutsch- oder englischsprachigen Sat gibt. Astra 3 scheint eher nicht interessant - und an einer CAS 90 wird es wohl auch ziemlich eng zwischen 23,5 und 19,2 Grad. Mit meinen vorhandenen LNBs (mit etwa 60mm Feedöffnung) geht da eh nichts - da dürfte wohl nicht bloß ein zusätzlicher Alps mit Raketenfeed nötig sein sondern gleich zwei, damit der Platz nebeneinander reichen würde (Dokumentation zur gebogenen CAS 90 Schiene ist mir bekannt).
     

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