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[Allgemein] Asura's Wrath

Dieses Thema im Forum "Reviews" wurde erstellt von RealMario_MayhemFan, 16. März 2012.

  1. RealMario_MayhemFan

    RealMario_MayhemFan Review-Redakteur

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    Entwickler: CyberConnect2
    Herausgeber: Capcom
    Genre: interaktiver Anime / Mix
    Erscheinungsdatum: 24. Februar 2012
    Sprache: Englisch mit deutschen Untertitel
    Anzahl Spieler: 1
    Auflösung: 720p, 1080i
    Preis: ca 50 Euro
    Altersfreigabe: USK 16


    Capcom feuert zur Zeit aus allen Rohren: Street Fighter IV samt Sequels und Patches nähert sich - zumindest in Sachen Entwicklung - seinem Ende, der eine oder andere Patch für Ultimate Marvel vs Capcom 3 wird früher oder später auch noch kommen, neue Ableger von Resident Evil stehen entweder direkt vor der Tür (RE: Operation Racoon City) oder sind noch mitten in der Entwicklung (RE6), und Street Fighter X Tekken stellt sich dem Vergleich aktueller Bemu-Titel.

    Trotzdem findet sich die Zeit für die Zusammenarbeit mit CyberConnect2 - ein Entwicklerstudio, dass durch die .hack-Serie bekannt geworden ist und sich unter anderem auch für Naruto: Ultimate Ninja verantwortlich zeichnet.

    Das Ergebnis der Zusammenarbeit von Capcom und CyberConnect2: Asura's Wrath, ein Loblieb auf blinden Zorn und Tribut auf den schlimmsten Choleriker seit Stan Lee sich Gedanken über die Kombination von Wissenschafter und Gammastrahlung gemacht hat.


    Story

    Asura ist einer der acht Halbgötter, die die Erde und den Himmel vor den todbringenden Gohma - den dunklen Geistern der Erde - beschützen. Zusammen, hauptsächlich aber Asura, besiegen sie Vlithra, die wohl größte Manifestation der Gohma. Trotz heftiger Verluste ist die Flotte der Halbgötter nach ihrer Rückkehr in Feierlaune, und Asura wird zum Kaiser Strada bestellt. Beim großen Imperator angekommen, bricht dieser tot zusammen und Asura wird als Mörder angeklagt.

    12000 Jahre später erwacht Asura in der Zwischenwelt Naraka (entspricht etwa dem Limbo in Inception), gefangen in einem Schwebezustand zwischen der Welt der Toten und der der Lebenden. Nach und nach kommen die Erinnerungen zurück - Erinnerungen an seine getötete Frau Durga, seine entführte Tochter Mithra und die sieben Gottheiten, die ihm beides nahmen. Angetrieben durch seine unbändige Wut zieht Asura in einen Rachefeldzug, der seinesgleichen sucht.

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    Gameplay

    Asura's Wrath ist kein Spiel im herkömmlichen Sinn - legt man als Ahnungsloser das Spiel ein, lässt man sich nach kurzer Installation von einem merkwürdigen langen Intro unterhalten, in dem erste QuickTime Events (QTEs) auftreten bevor man eine kurze Weltraumshooter-Sequenz spielt. Danach geht das Intro weiter. Und weiter. Und weiter. Als ungeduldiger Spieler fängt man an wahllos Knöpfe am Pad zu drücken und überspringt eine CGI-Szene nach der anderen - die Story kann man sich ja bei Bedarf später nochmal ansehen.

    Es dauert eine gewisse Zeit bis klar ist, dass man es hier nicht mit einem Action Adventure wie God of War, Bayonetta oder Darksiders zu tun hat, auch wenn es zwischen diesen Titeln und Asura's Wrath ganz klare Parallelen gibt: der Protagonist verliert seine Familie, wird nach Jahrhunderten oder gar nach Jahrtausenden wiedererweckt und sucht die Verräter die ihm ein Verbrechen anhängen wollen. Von der Handlung her lässt sich das gut mit Kratos, Bayonetta oder Krieg vergleichen, doch in Sachen Gameplay findet sich nur ein Titel, der annähernd in die Nähe kommt: Heavy Rain.

    Kein Film, kein Spiel, vielmehr ein Hybrid aus beidem, erzählt Asura's Wrath die Geschichte eines gefallenen Halbgottes und seiner Rache an seinen früheren Kampfgefährten im Animestil. Während den Kämpfen, die so oder in ähnlicher Form auch in der Serie Dragon Ball vorkommen, werden immer wieder QTEs angezeigt, und vereinzelt sind auch längere Stellen von ca. 5 bis maximal 10 Minuten spielbar.

    Man "spielt" also einen Anime, der eine bewährte Handlung aufgreift und erlebt eine Story, die optisch ein wenig von Tekken Blood Vengeance angehaucht ist, und dessen Kämpfe dermaßen überzogen dargestellt werden, dass es nicht weiter verwunderlich wäre im späteren Handlungsverlauf auf einen Super Saiyajin zu treffen:

    Zum Beispiel stellt Asura einen Gegner auf einem verlassenen Mond. Nach kurzer Argumentation entbrennt ein gnadenloser, aber ausgeglichener Kampf. In einem unachtsamen Moment holt Asura zu einem verheerenden Schlag aus und sein Gegner wird kilometerweit weggeschleudert, erst ein Berg stoppt seinen Flug (in DBZ wurden Kämpfer mit einem Schlag durch sechs Berge geschleudert, nur um im siebten steckenzubleiben). Nachdem er aus der selbst erschaffenen künstlichen Höhle ohne den kleinsten Kratzer wieder ans Tageslicht tritt, verhöhnt er Asura und zieht seine Waffe, ein sagenumwobenes Schwert aus der Scheide. Letztere schleudert mit einer Wucht weg, die einen anderen Berg in der Mitte spaltet. Durch den Gegenangriff wird Asura in die Luft Richtung Erde geschleudert, auf der beide Kontrahenten aufschlagen, den Boden durchbrechen, daraufhin die gesamte Erde durchqueren, auf der anderen Seite wieder herausschießen und schließlich auf einem anderen Planeten landen, auf dem beide in einem riesigen Krater detonieren.

    In einer anderen Szene wächst ein Gegner auf eine Größe an, die etwa eineinhalb mal dem Durchmesser der Erde entspricht, während Asura seine menschliche Größe beibehält. Er beweist hier, dass Größe nicht alles ist - selbst wenn die Fingerspitze des Kontrahenten etwa die Fläche eines kleinen Kontinents hat.


    Ablauf

    Die Story wird in insgesamt 18 Episoden erzählt, die ihrerseits wieder in 3 Abschnitte unterteilt ist.
    Am Anfang jeder Episode werden Opening Credits gezeigt, das Ende wird jeweils durch einen "to be continued" Schriftzug charakterisiert. Nach einer Bewertung auf Grund einer Statistik (mehr hierzu später) folgt eine Auflistung der durch die gespielte Episode freigespielten Bilder, Videos, Artworks und Trophies.
    Danach überbrückt eine Bilderserie mit Erzählerstimme die Lücke zwischen den Episoden, bevor ein Teaser der folgenden Folge gezeigt wird.

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    QTEs und Spielabschnitte

    Wenns es um das tatsächliche Knöpfe drücken geht, hält sich Asura's Wrath sehr zurück: einerseits werden QTEs abgefragt, andererseits gibt es ein paar kurze Stellen, in denen man Asura kontrolliert wie in jedem Action Adventure.

    Die QTEs im Spielablauf beinhalten alle Buttons des Controllers - linker oder rechter Stick in eine bestimmte Richtung halten, einen Halbkreis formen, die Haupttasten werden meistens in Verbindung mit bestimmten Bewegungen abgefragt - springt man z.B. von einem Objekt weg, fragt das System die X-Taste ab, für eine Konterbewegung die Dreieck-Taste. Auch die Schultertasten bleiben nicht verschont, auch wenn sie eher universal eingesetzt werden. Ein QTE läuft vergleichbar zu den QTEs im jüngsten Castlevania-Abenteuer (Lords of Shadows) ab: in der Mitte des Bildschirms erscheint ein kleiner Kreis mit dem Symbol der entsprechenden Taste, ein größerer Kreis mit demselben Mittelpunkt wird immer größer und je nachdem, wann man die Taste drückt, erscheint entweder die Meldung "Gut", "Ausgezeichnet" oder "Exzellent" als Bestätigung und dient nach der Episode als einer der Indikatoren für eine Bewertung die man schon aus der Devil May Cry-Serie kennt.

    Verschiedene kurze Spielabschnitte sorgen für den Feinschliff:
    Als Halbgott ist der Kampf im Weltall genauso gut wie der Kampf im Octagon, für diese "Weltraum-Shooter-Sequenzen" kann Asura Projektile in einem Intervall verschießen, dass alle Street Fighter Kämpfer neidisch rüberschielen lässt. Die Dreieck- und Rechtecktasten sind dabei die einzigen Buttons, die eine Aktion ausführen: mit Rechteck werden die Ziele anvisiert (gedrückt halten und das Zielkreuz über das Objekt bewegen), mit Dreieck werden mehrere Projektile gleichzeitig gezündet und schießen Richtung Ziel. Asura selbst lässt sich mit dem linken Stick bewegen, während der rechte zum Zielen benutzt wird. An manchen Stellen ist Asuras Position nicht änderbar, solche Stellen erinnern etwas an einen First/Third Person Shooter.

    Relativ oft sind Szenen enthalten, in denen man den Protagonisten - nicht immer Asura, im letzten Drittel steuert man Asuras Freund/Rivalen/Schwager Yasha, der selbst zu den verbleibenden sieben Gottheiten zählt, sich ähnlich steuert aber andere Animationen hat - wie in einem herkömmlichen Action Adventure steuert: der linke Stick steuert die Richtung der Figur, der rechte die Kamera, Sprung mit X, verschiedene Angriffe mit Rechteck, Dreieck und Kreis, außerdem noch eine Lock-On Mechanik mit der einzelne, sich hauptsächlich in der Luft befindliche Gegner fokussiert werden können, was die "Bodensteuerung" wieder in die "Luftsteuerung" verwandelt - man kann also wieder mit Dreieck und Rechteck Projektile verschießen.

    Eine etwas längere Szene in einer der letzten Episoden ist ein mit Yasha spielbarer "Railshooter" - um möglichst schnell von Punkt A nach Punkt B zu kommen, findet man sich in einem Schlauchlevel wieder, erledigt Gegner und weicht Hindernissen aus.
    Der Vollständigkeit halber muss auch erwähnt werden, dass in manchen Szenen sämtliche über Buttons mögliche Aktivitäten abgeschalten sind und man sich nur mit den linken Stick bewegen kann - diese Szenen dienen nur dazu, die Figur an eine bestimmte Stelle zu bringen, wo die nächste CGI-Sequenz ihren Einstiegspunkt hat.

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    Asura's Wut

    Wut ist ein wesentlicher Bestandteil des Gameplays: jeder Halbgott hat ein Mantra; eine Eigenschaft, die seine Kraft verstärkt. In Asuras Fall ist es Wut, andere Mantras der sieben Gottheiten sind Melancholie, Gier, Eitelkeit, Gewalt, Faulheit, Begierde und Stolz.

    Wann immer Asura in den Kampf zieht, gibt es zwei Leisten: eine für die (restliche) Energie des Gegners, eine für Wutanzeige von Asura. Bestimmte Aktionen lassen Asuras Wut stückweise ansteigen, bis sie einen bestimmten Wert erreicht hat und - per QTE - zu einem Angriff biblischen Ausmaßes führt - erst dieser Angriff richtet signifikanten Schaden an, alles davor kann als "zärtliches Vorspiel und Beschnuppern" des Gegners angesehen werden.

    Asura ist jedoch ein Choleriker der ganz besonderen Art: natürlich wird er wütender, je länger er kämpft und manchmal füllt sich seine Wutanzeige noch während er ruhig mit einem Gegner spricht. Doch selbst entspannt im Pool, mit Getränken serviert von leicht bekleideten Schönheiten, im Smalltalk mit seinem alten Meister über Gott und die Welt, steigt seine Wut mit jeder Aktivität - selbst wenn sich die Aktivitäten in dieser Szene auf "Trinken"(Trinken eines kleinen Bechers Wein), "Plätschern" und "Exen" (Leeren eines ganzen Kruges) beschränken. In dieser Szene wird "blinde Wut" komplett neu definiert.

    In anderen Szenen beeinflusst Asuras Wut vor allem seine optisches Auftreten - genauer, die Anzahl seiner Arme. Asura tritt seinen Feinden entweder mit 2 normalen und 4 riesigen überproportionierten Armen, die aus seinem Rücken wachsen gegenüber, dann wieder mit 6 "normal großen" Armen, mit 2 Armen oder komplett ohne Arme, nur mit einem Schwert zwischen den Zähnen.


    Bewertung

    Nach jeder Episode wird der Spieler mit einer Note aus dem Pool D, C, B, A und S bewertet, wobei D für die schlechteste und S für die beste steht. Ausschlaggebende Faktoren sind Zeit, Anzahl der verschiedenen Angriffsmöglichkeiten, die Trefferquote der QTEs (deswegen die unterschiedlichen Meldungen nach jedem QTE), Trefferanzahl der Schüsse oder wie oft man die Wutleiste vollkommen gefüllt hat.

    Die Bewertung ist nicht nur interessant für Trophyhunter, sondern auch um ein alternatives Ende zu sehen: nach Beendigung des letzten Kapitels wird man darauf hingewiesen, dass man eine alternative 18. Folge freischaltet, indem man entweder 5 Episoden mit einem S-Rang oder insgesamt 50 Episoden (mit beliebigen Rang) abschließt.


    Fazit

    Wohl einer der polarisierendsten Titel, die in letzter Zeit über den (virtuellen) Ladentisch ging: für die einen ein langweiliges Spiel, für die anderen ein aufregender und superb präsentiertes Stück Multimedia.

    Die optische Präsentation ist DAS argument für Asura's Wrath - die Handlung, die in sehr ähnlicher Form schon in unzähligen Filmen, Büchern, Comics, Hörspielen und sonstigen Medien benutzt wurde, dient auch hier nur dazu, den Rahmen für ein bildgewaltiges Spiel zu liefern, das vollgepackt ist mit optisch atemberaubenden WHOOOAAAA-Effekten.
    Die Voraussetzungen für den vollkommenen Genuss jedoch: die Optik muss einem gefallen und ein Spiel, das eigentlich eher ein Film ist, ist auch nicht jedermanns Sache. Der Wiederspielwert hält sich in Grenzen - kaum jemand wird sich die CGI-Sequenzen nochmals ansehen, wenn man seine Bewertung nach oben schrauben will und werden alle Sequenzen weggedrückt, bleibt vom "Spiel" nicht mehr viel übrig.
    Selbst als Anime-Fan wird man zwar für ca 6-8 Stunden (angeblich weniger als 2 Stunden, wenn man alle Sequenzen überspringt) sehr gut unterhalten, aber ob das den derzeitigen Preis von 50Euro rechtfertigt, sei dahingestellt - zum Vergleich: die erste Dragonball Z DVD Box mit 35 Episoden dauert ca 14 Stunden und kostet dasselbe.

    Natürlich hinkt dieser Vergleich - wie sehr, liegt im Auge des Gamers.


    Pro/Contra

    + gut umgesetzte Story
    + optischer Leckerbissen
    + alternatives Ende

    - zu wenig spielbare Szenen
    - Preis noch zu hoch
    - Logiklöcher



    Wertung

    Story/Atmosphäre: 6/6
    Die Story mag zwar alt sein, die Umsetzung jedoch könnte man sich nicht besser wünschen.

    Optik/Grafik: 6/6
    keine auffälligen Bildfehler, sehr viel Liebe im Detail für Charakterdesign

    Gameplay: 2/6
    quasi kaum vorhanden, schlecht oder nicht getroffene QTEs schlagen sich nur in Bewertung nieder

    Sound: 4/6

    immer passend zur Situation

    Langzeitmotivation: 1/6
    spätestens nach dem alternativen Ende landet das Game im Regal

    Gesamt: 17/30
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. Juli 2013
    4 Person(en) gefällt das.
  2. DarkLord30

    DarkLord30 Gesperrt

    AW: Asura's Wrath

    Danke für die Bewertung. Sollte eigentlich ein Geschenk für einen Freund werden. nun werde ich wohl doch noch mal warte, bis das Spiel ein wenig günstiger geworden ist.
    Im Grund denke ich aber - nach kurzem Anspielen - dass das Spiel sicher das Richtige für seine Zielgruppe bietet. Mehr gibt's von mir, wenn ich mir die Sache eingehender zu Gemüte geführt habe.



     

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