Was, wenn der virtuelle Avatar mehr dem gewünschtem Typ entspricht, als man es im realen Leben verwirklichen konnte. Wenn ein Rollenspiel-Charakter aufgrund der gesammelten Fähigkeiten interessanter wird, als die eigene Fehlbarkeit. Wenn die Freunde im realen Leben abnehmen und virtuelle Bekanntschaften als Freunde bezeichnet werden.
Es scheint heutzutage aufgrund der Anonymität ein Leichtes zu sein, ein zweites Leben in einer virtuellen Realität zu beginnen, aus seinen Fehlern zu lernen und sich selbst so zu präsentieren, wie man gerne sein würde.
doch was ist, wenn dies in ein Extrem über geht ?
Schizophrenie ist für mich ohnehin ein sehr interessantes Thema. Es mag sein, dass dieses Interesse mit der Tragödie verwurzelt ist, dass sich vor einigen Jahren ein Klassenkamerad meiner Schwester selbst das Leben genommen hat. Er litt wohl definitiv an einer Schizophrenie, war bekennender Pen&Paper-Rollenspieler und machte kein grosses Geheimnis daraus, dass ihm sein künstlicher Charakter wichtiger war, als das eigene wirkliche Leben. In seinem Abschiedsbrief schrieb er, dass es für ihn im Leben nichts mehr zu wissen oder lernen geben würde. Die Ironie ist, dass er aufgrund seiner Art und Weise bei vielen sehr beliebt war und auch für sein Alter unheimlich reif erschien. Man könnte sagen, er war einer von den Guten
Er wurde nur 18 Jahre alt.
Ich weiss, dass wir hier im Spot schon einmal das Thema hatten, ob wir im realen Leben so sind, wie wir uns hier präsentieren. Und durch das letzte intensive Jahr hier im Forum kann ich mit Erleichterung sagen, dass der grösste Teil der User auch sehr authentisch rüber kommt.
Aber hin und wieder ist es unschwer zu erkennen, dass sich Leute besser geben als sie es im wirklichen Leben jemals sein werden, oder sich stärker, härter und abgebrühter präsentieren als sie es in Wirklichkeit sind, um sich im Schutz der Anonymität profilieren zu können.
Wenn ich in diesem Zusammenhang an die Killerspiel-Diskusion denke, ist der Gedanke nicht weit her geholt, dass Kommunikationsplattformen wie das Internet, oder Online-Rollenspiele bei einer geschädigten Persönlichkeit zu weiteren Störungen führen können. Und natürlich ist dies keine zwingende Konsequenz, oder Panikmache denn auch die Kehrseite muss bedacht werden, dass auch das Gegenteil der Fall sein kann und es die Persönlichkeit festigen kann, da man durch die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten eine gewisse Art der Selbstreflektion bekommt, die so niemals möglich wäre.
Was bei mir der Fall wäre
Ich hatte dieses Thema schon einmal in meinem privatem Forum, welches ich leider aus rechtlichen Gründen schliessen und löschen musste. (natürlich ohne ein Backup zu machen)
Da es aber auch nur unter Freunden war, denke ich schon, das dieses Thema sehr gut in ein Gamer-Forum passt...wesentlich besser sogar.
Ich möchte einfach nur mal wissen, wie die Meinungen zu diesem Thema aussehen. Ob ihr jemanden kennt, bei dem es vielleicht sogar schon kritisch ist. Ob ihr selbst schon eine Menge über euch selbst gelernt habt und dies im Alltag auch anwenden könnt. Oder ihr generell keine Gefahr darin seht, wie mit der eigenen virtuellen Persönlichkeit umgegangen wird. Wie sehen die älteren User es, wenn sie sehen wie die nächste Generation komplett in der Virtualität aufwächst ?
Haut in die Tasten... Ich bin gespannt.
Gruß
Euer Heady
__________________
08.12.2008, 18:51
#
2
angriff
Registriert seit: 20.02.2008
Beiträge: 1.329
Also
Ich bin der Meinung und werde sie immer vertreten
Zocken ist Hobby
Alles was am PC ist (ausser Arbeiten)
Ist Hobby
Wenn das Spiel ins wahre Leben eindringen sollte
Sofort aufhören
Das Darf nicht sein
Deswegen finde ich das immer Traurig wenn man davon hört wie Leute sich um 0 Uhr vor MM stellen nur um das WoW Erweiterungspack zu holen um auf LV80 hoch zu können...
Das ist nicht normal...
Aber das man dadurch in eine andere Welt gelangt in der man denkt
WOW Ich kann "Mit waffen umgehen" bleibt fantasie
Ich kann sehr wohl auch ohne PS3 auskommen
Ich werde nicht die Tage zählen nachdem sie weg ist..
natürlich mache ich mir auch einmal gedanken darüber wann sie nun wieder da ist, da es ein Hobby!! von mir ist !
Diese Meinung vertrete ich
ZOCKEN = HOBBY
REST = LEBEN
Aber eins Verleugne ich nie
Ego-Shooter machen auch Spaß
Das Team-Work ist einfach hervoragend
Man muss um die Ecke denken und lernt gleichzeitig fürs Leben
Wenn einer Sagt Ego-Shooter gehören verboten wegen der Gewalt , dann soll er Schach auch verbieten
Das ist das selbe Spielprinzip nur mit Figuren
08.12.2008, 19:28
#
3
Cartman
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Ort: Berlin-Pankow
Beiträge: 2.717
Also ich find das auch extrem schlimm. Wenn ich in Reportagen Leute sehe, die 18-20 Stunden am Tag WaW zocken, frag ich mich was bei denen im Leben falsch gelaufen ist. Spielen/Zocken oder Daddeln ist und sollte auch Hobby bleiben. Da hat "angriff" vollkommen lecht.
Wenn man sich mehr aus seinem Charakter oder seinem Highscore macht, als um sich selbst oder Andere, hat man dann falschen Weg eingeschlagen. Ich weiß nicht, ob diese Leute es merken, dass sie vollkommen abhängig sind. Viele haben auch einfach "Angst" vor der "Außenwelt" und suchen Schutz in der Anonymität des Internets. Dann beginnt der Teufelskreis. Freunde werden vernachlässigt, denn Online ist man der King. Man will natürlich immer besser werden und irgendwann wird der soziale Kontakt zum Unmfeld komplett abgebrochen.
ICh habe mir schon immer geschworen nie so zu enden. Ich denke aber auch, dass ich in solch einer Situation enden werde. Ich treffe jeden Tag meine Freunde in der Schule und wir unternehmen jedes Wochenende was. Ob Fußball spielen oder Party machen. Und beim Party machen, lernt man ja wieder neue Leute kennen
Klar, zockt der Eine weniger und der Andere mehr, aber zocken sollte nicht der Lebensinhalt sein. Und mit Freunden zocken macht doch gleich doppelt so viel Spaß
08.12.2008, 19:39
#
4
flagge
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Ort: Füssen - Bayern
Beiträge: 2.187
also was ich mal sagen muss ich finde wenn der unreake körper zu 100% dem realen entspricht was hat das dann für einen sinn da kann man ja gleich sein echtes leben leben - nicht falsch verstehen das virtuelle leben soll kein ersatz sein - warum sollte man denn rollespiele spielen wenn man sich nicht in eine andere welt versetzen will
wenn ich in ein realistisches leben will mach ich meine ps3 aus und geh nicht in home rein
ich denk mir manchmal wenn ich so wowler rumrennen seh und die dann nicht lachen sonder rofl sagen oder lol dann denk ich mir nur noch meinen teil bei
08.12.2008, 19:43
#
5
imported_Moejoe
Gesperrt
Registriert seit: 16.01.2008
Ort: Waldkraiburg
Beiträge: 1.000
Ist doch einfach,
Menschen die sich nicht in die Gesellschaft intergieren können wegen dem Aussehen, oder der Mentalität werden leider von dieser ausgestossen.
Sie werden zu Aussenseitern, suchen zuflucht in einer Welt wo sie nicht gesehen werden spielen Rollen, eine Rolle eines Schauspielers den sie sich aussuchen können im vergleich zum realen leben wo man es sich nicht aussuchen kann wer man ist.
Jedenfalls nicht so stark wie in der Virtualität, wenn man es hier verpatzt kein problem ab ins nächste Onlineportal kein Umzug kein Stress gar nichts!
Aber es ist nur ein Grund von vielen, bei einigen anderen kann es eben auch unteranderem sein dass zB ihr Umfeld einfach nicht so tickt wie sie selbst, und es schwer haben Freunde zu finden die so sind wie man selbst.
Auch wenn sie gut aussehen usw
Im Internet gibt es auch keine Hemmungen da man Unterbewusst weis, mir kann nichts passieren denn ich bin ja in wirklichkeit ALLEINE in meinem Zimmer!
So kann der User vieles ausprobieren ohne folgen daraus ziehen zu müssen. ( Schizophrenie?)
Oder gibt es zB leute die 4x mal die Woche ins Fitnesstudio gehen, ständig neueste Mode probieren, angesagt sein wollen unter den Leuten im umfeld.
Solarium, Gesichtsmasken usw benutzen wie in American Psycho ^^
Aber es nur tun um Aufmerksamkeit zu erregen.
Andere verbirngen ihre Zeit wiederum im Internet tagelang, nun denkt der eine über den anderen das er krank is ^^ dass beruht auf gegenseitigkeit.
Sogesehen ist jeder krank denn, jeder schritt den der mensch setzt im leben ist um geliebt zu werden achtet mal darauf
Letztendlich ist die wurzel liebe jeder will irgendwie geliebt und beliebt sein.
Und was tut man schon nicht alles dafür
Einige unbewusst einige auch bewusst.
08.12.2008, 22:14
#
6
Agent-Kiwi
Registriert seit: 05.12.2007
Beiträge: 3.321
Sehr interessantes und auch spannendes Thema. Da lass ich doch glatt wieder meine Tastatur brennen.
Digitale Schizophrenie ist für dieses Phänomen ein sehr schöner Begriff, man könnte aber auch einfach "internetsüchtig" sagen. Wenn man sich so umhört und umschaut, wie zum Beispiel in diversen Reportagen, dann ist das Ganze ziemlich erschreckend. Die Leute hängen doch nur noch im Internet ab, das muss nicht einmal in Richtung WoW und Co. gehen.
Was wären wir ohne ICQ, MSN und E-Mail Adresse? Es sind ganz alltägliche Dinge, die uns inzwischen völlig normal vorkommen. Ich sehe es eigentlich schon an mir selber. Als mein PC für ein paar Tage nicht funktionierte und ich logischerweise weder ICQ noch sonstwas zur Verfügung hatte, fühlte ich mich wie von der Außenwelt abgeschnitten. Man hat das Gefühl, dass alles an einem vorbei geht, ohne das man es mitbekommt. Da hatte ich auf einmal Angst von mir selber.
Aber um einmal genauer auf den Begriff der Schizophrenie einzugehen, so hat Moe einen guten Ansatz gebracht, nämlich die "User"-Gruppe des Ganzen. Meist sind es doch die, die in der Schule immer alleine sitzen, die aus der Klassengemeinschaft oder generell aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden und die eine Art Ersatz, praktisch das Gegenteil des realen Ichs schaffen wollen. Ich würde nicht einmal sagen, das es dabei um Liebe geht, sondern ich würde schlicht und einfach Anerkennung sagen. Anerkennung ist wohl eines der phsychischen Grundbedürfnisse des Menschen, wer will und braucht sie also nicht? Anerkennung ist ein wichtiger Bestandteil des sozialen Zusammenlebens, das ist glasklar. Wer hört nicht gerne Komplimente oder ähnliches? Menschen, die im gemeinschaftlichen Abseits stehen bekommen diese Form der Anerkennung nie oder nur sehr selten. Sowas kann phsychisch kaputt machen!
Dann kommen die Dinge wie WoW ins Spiel. "Hey, das war ein toller Angriff, den will ich auch" oder "man, das war echt klasse gekontert von dir". Man muss sich doch nur in die Situationen einer solchen Person reinversetzen. Klar, das dieser dann in dieser virtuellen Welt bleibt, in der er die beste Rüstung und die tollsten Waffen hat, anstatt Tag ein Tag aus mitzuerleben wie einen das reale Leben innerlich zerstört.
Ein trauriges und leider realistisches Beispiel ist die Geschichte von dem Jungen, von dem Heady erzählt hat. R.I.P.
Deshalb denke ich, ist das soziale >reale< Umfeld eines Menschen eine sehr, sehr wichtige Stütze, die 24 Stunden am Tag gepflegt werden sollte. Dazu gehört auch der Kontakt, womit wir wieder am Anfang wären. Das ist so wie die Frage mit dem Huhn oder dem Ei.
Des Rätsels Lösung ist einfach, das man nie den Bezug zur Realität verlieren darf und immer darauf achten muss, die Waage zu halten. Das gilt für simple Sachen wie chatten, als auch Dinge mit potentiell höherer Abrutschgefahr. Solange man dadrauf achtet, kann und muss alles im grünen Bereich bleiben.
Ich muss bei einem weiteren Punkt Headys Statement nochmal aufgreifen...und zwar das, dass hier jeder ziemlich authentisch rüberkommt. Da kann ich ihm nur zustimmen. Der Spot bietet eine ziemliche große Artenvielfalt, was natürlich positiv gemeint ist. Das ist in Internetforen nicht selbstverständlich, gerade wegen dieser digitalen Schizophrenie.
Lg, Kiwi
08.12.2008, 22:49
#
7
GhostFace
Registriert seit: 25.05.2008
Ort: Offenburg, BW
Beiträge: 1.944
Da muss ich Kiwi wirklich Recht geben. Es ging auch mir mal so, dass ich einige Tage kein Internet hatte und plötzlich war es so, als ob ein kleiner Teil fehlt. Jetzt nicht falsch verstehen, aber ich komme nachmittags von der Schule, esse zu Hause, prüfe dann die Mails und dann das Forum - aber als ich damals kein Internet hatte, fehlte dieser Teil einfach. Das Selbstverständliche war einfach weg.
Um zur Schizophrenie zurück zu kommen.
Man muss noch nicht einmal Sozial ausgestoßen sein. Man muss noch nicht einmal hässlich sein oder ähnliches. Es reichen ganz alltägliche wie schlechte Erfahrungen (speziell z.B. Noten, Liebe usw.). In der Onlinewelt spielt so etwas keine Rolle. Man verbringt da einfach Zeit darin, um sich abzureagieren. Doch innerlich verändert man sich, ohne dass man es vielleicht merkt. Und wenn man es merkt, dann meist zu spät.
Erst fängt man damit an, immer mehr Zeit damit zu verbringen, vernachlässigt Freunde (wenn man welche hatte) und freundet sich mit den Usern im Internet an, denn diese "sind ja viel netter", da für den Menschen auf der anderen Seite der Welt das soziale Umfeld recht egal ist - da zählt nur "digitale Stärke".
Während man schon alle Freunde im wirklichen Leben vergessen hat, werden auch alle anderen selbstverständlichen Dinge zur Qual - Hygiene z.B. Genauso wie die Sprache. Flagge hat es auch schon erwähnt, man hört jemand LoL sagen, da denkt man sich schon seinen Teil. So etwas finde ich in einem gewissen Sinne schon etwas krank.
Das wird zum Teufelskreis, da man umso mehr verachtet wird. Keiner will mehr mit diesem jenigen zutun haben und man muss sich noch mehr im Internet stärken. Was früher vielleicht nur einige wenige Stunden gedauert hat, wird nun zur Grundbeschäftigung.
Ob ich eine Gefahr drin sehe? Also ich sehe eine sehr große Gefahr darin, wenn man selbst darüber die Kontrolle verliert. Ich kenne viele Leute, die gerne und viel spielen, von denen ich aber absolut behaupten kann, dass sie normal sind. Aber auch umgekehrt, Leute zwischen erwachsen werden und Kind sein. Damit meine ich nicht 14-16 jährige, damit gehe ich eher auf das Alter der 18, 19 oder sogar 20 jährigen ein.
Liebe gab es für sie nie, Hobbys auch keine. Berufsbild ist ebenso unbekannt. Und so "verrotten" diese Menschen dann im Internet.
Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass manche Menschen sich umbringen würden, weil ihr Lvl. 80 WoW Account unwiderruflich gelöscht wurde und somit ihre "Lebensgrundlage" vernichtet sei.
Möglicherweise befinden wir hier uns schon etwas zu abseits des eigentlichen Themas, dennoch wollte ich das mal gesagt haben.
09.12.2008, 10:39
#
8
HeadWind
Moderator
Threadstarter
Registriert seit: 30.10.2007
Beiträge: 4.190
@GhostFace
Nein, nein das ist überhaupt nicht abseits des Themas, sondern einer der Kernpunkte. Denn das sind defintiv die negativen Seiten einer virtuellen Persönlichkeitsentwicklung.
Denn bei einer Schizophrenie ist es im Prinzip das Selbe.
Eine Persönlichkeit erschafft eine zweite, oftmals stärkere, die mit den Problemen fertig werden kann, von denen die Ursprüngliche selbst meint nicht damit fertig werden zu können. (In Fight Club mehr als treffend dargestellt)
@ AgentKiwi, MoeJoe, Flagge, Cartman, angriff
Euch ebenfalls ein Danke für eure Ausführungen.
Ich will an dieser Stelle aber auch die Kehrseite nochmals erwähnen. Denn die negativen Seiten sollten wirklich allen bekannt sein. Vor allem bei einer Spiel oder Internet-Sucht
Ich persönlich habe durch die Bekanntschaften im Internet, aber auch positive Entwicklungen an mir feststellen können. Allein die Tatsache in Foren über Themen zu diskutieren, die man im Bekanntenkreis eher selten anspricht und auf Smaltalk ausweicht.
Früher war es immer eine sehr gute Alternative, jemanden einen Brief zu schreiben, wenn man etwas klären wollte. Man hat einfach die Möglichkeit, genau über das nachzudenken, was man sagen möchte, es zu prüfen bevor man es raus lässt. Eben sich selbst zu reflektieren, was bei der Entwicklung der Persönlichkeit, welche nunmal das ganze Leben dauert von entschiedener Wichtigkeit ist.
Im Internet geht es mir dabei nicht anders. Auch hier habe ich die Möglichkeit mich selbst zu prüfen, bevor ich das sage, was ich sagen will.
Das hatte positive Auswirkungen auf meinen Umgang mit anderen Menschen, wenn ich ihnen gegenüber stehe.
Durch die ständige Reflektion und Selbstkontrolle bin ich immer mehr in der Lage gewesen, das Gesammtbild einer Situation zu erkennen und angemessen zu reagieren. Einfach schneller auf den Punkt zu kommen, da es so leichter fällt verschiedene Fassetten zu berücksichtigen.
Natürlich kommt es dabei immer auf die Grundpersönlichkeit an. Denn eine ständige Selbstkontrolle kann ebenfalls dazu führen, dass man erkennt wie leicht man andere manipulieren kann.
Aber gerade weil dieses Thema so umfangreich und tiefgreifend zugleich ist, finde ich es unheimlich spannend
__________________
09.12.2008, 11:19
#
9
RealMario_MayhemFan
Review-Redakteur
Registriert seit: 21.05.2008
Ort: Wien
Beiträge: 4.039
puh, spannendes thema.
da schießen mir sofort bilder der letzten doku in den kopf, in dem es genau darum ging: um die schon ein paar mal angesprochene abhängigkeiten von (online-)spielen. typen, bei denen das muster der rücklehne ihres plastiksessel schon regelrechte narben im rücken hinterlassen haben. beim spielen alles in griffnähe, nur fürs wc wird das spiel kurz unterbrochen.
ich auf der anderen seite wünschte mir, ich hätt mehr zeit zum zocken. ist für mich einfach ne art der stressbewältigung. morgens aufstehen, in die arbeit, abends ins training und dann snookern, dann heim und vielleicht noch 1,2 stunden zocken. rangliste? schmecks. interessiert mich steine.
das komische dran? würd ich ein fitnesscenter finden, dass länger als bis 22:00 offen hat, würd ich unter der wochen wahrscheinlich gar nicht zum zocken kommen. aber dann wünscht ich mir, der tag hat mehr stunden, weil ich nicht mehr zum zocken komm. schweres problem mit meinem zeitmanagement und der prioritätenliste, oder?
bei jüngeren hängt da glaub ich viel mit sozialen kontakten zusammen. ich will bestimmt nichts pauschalieren, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ein kind/jugendlicher im schulischen abseits eher und länger zockt als ein allseits beliebter klassenclown mit mehr oder weniger großen freundeskreis. das übermäßig viele und lange zocken wiederum erschwert die chancen auf die erweiterung des eigenen bekannten-/freundeskreises.
und online-buddies als freunde bezeichnen? hey, wenn ich mich gut mit jemandem verstehe und öfter zocke, ist das für mich ein online-"freund", ganz ehrlich. wie siehts in wirklichkeit aus? da trenne ich ganz klar virtuell von real. meine wirklichen freunde kann ich an ner hand abzählen. ich hab in real life um einiges mehr anforderungen an jemanden, den ich als "freund" tituliere. virtuell reichts, wenn ich länger mit ihm zocken kann. real würde das stellenprofil hier wohl den rahmen sprengen.
hm, vorteile? bis auf die schon erwähnte entspannung (nichts geht abends über ne gute online-session mit zigaretten und red bull vorm schlafengehen) keine. aber stressabbau sollte nicht unterschätzt werden. klar, ich bin ein heißsporn der - zugegebenermaßen - auch mal kindisch cholerisch seine wut über nen rundenverlust am pad auslässt. der machts übrigens nicht mehr lange. meine freundin lacht mich da immer wieder aus "is ja nur ein spiel" und sie hat absolut recht. aber so sehr ich mich aufrege, es ist und bleibt immer noch stressbewältigung. klar ärgere ich mich, aber das gehört für mich zur definition von entspannung, so grotesk es sich jetzt wahrscheinlich liest. und da mein pad der einzige ist, der meinen mini-frust abbekommt, ist für mich die welt in ordnung. denn ich bin auch und vor allem abseits der ps ein sehr entspannter mensch
Hmmm... Als ich von dem Selbstmord gelesen habe, dachte ich mir bloß: Oh Scheiße man. Echt krass.
Aber zum Als-Jemand-Ausgeben-Der-Man-Nicht-ist:
Ich kann es den, ich sag mal, weniger beliebten nicht übelnehmen, man möchte bestimmt nicht der schräge Vogel sein, der seine eigene Mutter für ein Game verkaufen würde... Aber das macht die Sache nicht richtiger!
Man muss etwas am eigenem Verhalten ändern, wenn es einem nicht gefällt, denn das Schlimmste, was sein kann, ist, im Second-Life so zu tun als wer man Derundder, und dann im richtigen Leben denken, "Hey man, ich bin doch schon cool! Das haben mir Agalon_87 und Mana-Ogre aus WoW gesagt!"
Wenn sie aber feststellen, dass das Leben nicht besser wird, frustriert sie das immer mehr. Also wieder rein in die Welt von WoW (oder anderen Games.)
Es ist eine Art Teufelskreis, aus dem man nur aus eigener Kraft wieder rauskommt.
Boa, soviel schreibe ich selten^^
09.12.2008, 16:36
#
11
GhostFace
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Ort: Offenburg, BW
Beiträge: 1.944
Naja, es ist nicht nur in der Hinsicht ein Teufelskreis. Hab mal gelesen, dass die Leute bei erhöhtem Gebrauch von Computerspielen (speziell Online Rollenspiele) mit der Zeit immer dümmer werden - in der Weise, dass sie sozial nicht mehr klar kommen. Aus Spielen sind sie gewohnt, dass "Mach ich A, passiert B" oder "Kombiniere ich T und U bekomme Waffe I" doch im echten Leben ist das nicht so. Es können Probleme auftreten, mit denen diese Menschen nicht fertig werden, da sie einfach keine Probleme in ihrer Welt kennen. So geben sie einfach schnell auf und ziehen sich in ihre Welt zurück, in der es keine Probleme gibt.
09.12.2008, 16:53
#
12
Pacersfan
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Zitat:
Zitat von HeadWind
Ich will an dieser Stelle aber auch die Kehrseite nochmals erwähnen. Denn die negativen Seiten sollten wirklich allen bekannt sein.
ja zuviel immer schlecht aber auch positiv gute seite internet.
zb ich kann mehr kontakt im internet weil ich nicht viel raus kommt.oft dann ablehnen leute wegen be_hinderung und weil kommunikation schwer mit mir, dann schwer freunde finden. internet oft einfacher auch das nicht- be_hinderte zugeht auf mensch mit behinderung.
ich bin oft internet auch ps3 aber auch andere hobbies macht noch aber eben viel zeit weil zuhause. aber kann gut unterschied machen real und virtual
gestern gut spruch gesehen: "what do you mean 'get a life!' ...I am a gamer I have LOTS of LIVES"
09.12.2008, 17:21
#
13
Eisregen
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Beiträge: 2.822
Cooles Thema !
Also, gerade bei Jugendlichen ist oft der Knackpunkt die Eltern ! Weil die meisten Eltern eine Internetabhängigkeit erst erkennen, wenn der Lebensinhalt des Kindes nurnoch im WWW statt findet. Aber dann ist es meistens schon zu spät, weil wenn man schon süchtig ist, muss man natürlich auch auf Entzug ! Ich meine mal gehört zu haben das es sogar Kliniken gibt wo genau solche Fälle behandelt werden...
Besonders Anfällig sind ja die Aussenseiter, die in der Schule gemobbt werden, schlechte Noten schreieben und auch generell " Verlierer " sind. Weil im Internet kann man sich bin Minuten ein komplettes 2. Leben erstellen, man kann cool sein, man hat Erfolgserlebnise, man bekommt neue Freunde, die dich auch cool finden, weil du bei CS mehrere Multikills gemacht hast... Davon will man natürlich mehr, und am Anfang sind es 2 - 3 Stunden pro Tag dann 4 - 5 und irgendwann findet ihre Freizeit nurnoch am Pc statt. Warum auch nicht ? - Im wirklichen Leben braucht sie niemand !
Das schlimme daran ist, ist das die meisten Abhängigen es nichtmal bemerken. Wie auch ? Sie sind so darin vertieft Level 60 in WoW zu kommen, das sie an sowas garnicht denken können... Das geht dann so weit das man nichtmal mehr mit dem Hund raus gehen kann, weil er sich ja noch das Update seines Spiels ziehen muss....
Aber die meisten Eltern interessiert das garnicht, sie sind ja eigentlich froh das sie das Kind nicht an der Backe haben...
09.12.2008, 18:51
#
14
Eisregen
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Headi, auch schön alle Beiträge durchgelesen ?
09.12.2008, 19:01
#
15
imported_Trigger
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I am a Gamer realife is just only a hobby
Ich find das voll arm das es schon so Wörter gibt wie REALIFE .
09.12.2008, 19:21
#
16
GhostFace
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Ja eben... Ganz abseits, aber das hat mal unsere Deutschlehrerin gesagt, die Herbert Grönemeyer - Fan ist. Allein das Wort "3. Welt" ist schlimm. Wir sind eine Welt und nicht 3 Welten (oder irgendwie so ging es).
Hier noch etwas, wie tief man sinken kann... Echt traurig...
silvester bin auch immer allein. aber kein wow spieler. da spielt ich lieber für mich ps3 immer
ps was macht der da? kann mal zusammenfassen? kommentare sagt die machen silvester am pc?
09.12.2008, 19:53
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19
Agent-Kiwi
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Beiträge: 3.321
Zitat:
Zitat von Pacersfan
ps was macht der da? kann mal zusammenfassen? kommentare sagt die machen silvester am pc?
Da will einer an Weihnachten und an Silvester WoW spielen anstatt mit Famillie oder Freunden zu feiern und mit irgendwelchem Gold Ingame Raketen kaufen.
Naja, wers braucht...
09.12.2008, 19:56
#
20
Pacersfan
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Ort: Brandenburg
Beiträge: 280
ja das dumm wenn man nicht muss allein sein dann lieber familie freunde etc anstatt pc