Noch´n Gedicht

Alt 04.06.2008, 16:44   # 1
Hans Der Driver
 
Benutzerbild von Hans Der Driver
 
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Ort: dort, wo Berlin schön ist
Beiträge: 1.287
Such für eine Festivität lustige, aber "seriöse" Gedichte, hab hier und anderswo schon einiges nette gefunden - habt Ihr noch Ideen. Es dürfen auch copyrightfreie Eigenschöpfungen sein- nun man los!

Schon mal eines was ich ganz passabel finde:

Der Posthilfsschaffner Säbelbein lädt für Berlin Pakete ein.
Der Hilfspackmeister Livius schaut treulich, wie er soll und muss,
ob auch Hilsschaffner Säbelbein lädt für Berlin Pakete ein.

Da naht sich auch Herr Stifelband, der seines Zeichens Praktikant.
Der schauet starr und unverwandt, ob Hilfspackmeister Livius
nachsehe, wie er soll und muss, ob auch Hilfsschaffner Säbelbein
lädt wirklich die Pakete ein.

Darauf kommt wie von ungefähr des Postamts Obersekretär.
Er kontrolliert, ob Stifelband tatsächlich nachprüft unverwandt
ob Hilfspackmeister Livius recht nachschaut, wie er soll und muss,
ob auch Hilfsschaffner Säbelbein lädt für Berlin Pakete ein.

Zuletzt tritt aus dem Bahnhofstor der Postdirektor selbst hervor.
Sein Adlerblick, er blitzt daher: ob auch der Obersekretär
sich überzeugt, dasss Stifelband, nachschaue starr und unverwandt
wie Hilfspackmeister Livius sich überzeugt, so wie er muss,
dass Hilfspostschaffner Säbelbein lädt sämtliche Pakete ein.

Das Zeichen kommt, fort fährt der Zug.
Doch leider war nicht Zeit genug, dass Hilfspostschaffner Säbelbein
lud sämtliche Pakete ein.
Es blieb, oh böses Missgeschick, der Ladung Hälfte noch zurück.

Der Postdirektor Lobesam enteilt viel schneller als er kam.
Der treue Obersekretär klabastert spornstreichs hinterher.
Worauf der junge Praktikant im Wartesaale 1 verschwand.
Und Livius kippt, ganz ohne Zorn, in 4. Klasse einen Korn.

Auf dem Bahnsteig steht jetzt ganz allein der Posthilfsschaffner Säbelbein.
Und spricht: "so geht es allemal, weil Mangel ist am Personal".


Kennt jemand den "Dichter"?
__________________
Übrigens ist es nicht schlimm, wenn dir nichts einfällt, aber eine Schande ist es, wenn du das dann auch noch aufschreibst.Joachim Panten 1947-2007
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Alt 05.06.2008, 09:15   # 2
sn00py603
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Hallo Hans, wie wärs mit Heinz Erhardt:

Er würgte eine Klapperschlang,
bis ihre Klapper schlapper klang.

-

Eine Frau im Wohnheim weint,
weil sie nicht in Weinheim wohnt.

-

War Ich denn wo´s Bier zu trinken gab,
stell Ich unterwegs die Frage mir,
Wenn ich beim Bier geschäkert hab,
bin ich dann wohl ein Shakespeare?

-

Der Kabeljau

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt ein Kabeljau,
da kömmt ein Hai von ungefähr,
ich glaub von links, ich weiß nicht mehr,
und frisst den Fisch mit Haut und Haar,
es ist traurig aber wahr,

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt kein Kabeljau

-

Die Made

Hinter eiens Baumes Rinde wohnt die Made mit dem Kinde,
sie ist Witwe, denn der Gatte
den sie hatte,
fiel vom Blatte
dienze so auf diese Weise,
einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made,
liebes Kind ich sehe grade
drüben gibt es frischen Kohl
den ich hol
so leb denn wohl
Halt noch eins, denk was geschah,
denk an Papa

Also sprach die Made und entwich
Made junior aber schlich
hinterdrein und das war schlecht,
denn schon kam ein bunter Specht
und fraß die arme fade Made
ohne Gnade, schade

Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde

-

So, das wärs erstmal
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Alt 05.06.2008, 09:46   # 3
schnippewippe
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Welcher Berliner kennt es nicht

"Zickenschulzes Hochzeit" müsst ihr mal den Link auf der Seite dazu anklicken.

Kinderchens, seid nicht dumm,
Lauft nicht lange ledig rum.
Heiraten ist manchmal schön,
Ich hab's neulich erst geseh'n.

Zickenschulze aus Bernau
Nahm sich schon die vierte Frau.
Und so hab'n wir dann die Nacht
Auch der Hochzeit mitgemacht.

Ach, wie war es da gemütlich,
Haben wir uns wohlgefühlt,
Gegessen und getrunken
Und auch verrückt gespielt.

Geknutscht mit kleinen Mädchen,
Getanzt mit schönen Frau'n,
Und zwischendurch da hab'n sich
Auch mal ein paar gehau'n.

Schulzens Tante Lieselott
Fiel'n die Zähne ins Kompott,
Und ihr Mann aß seinen Fisch
Halb im Dusel unterm Tisch.

Und ich hab mir unentdeckt
Zwölf Zigarren eingesteckt.
Gerne hätt ich ja noch mehr,
Bloß die Kiste, die war leer.

Schulzens Schwiegermutter steppte mit Herrn Bock,
Und verlor dabei ihr'n wollnen Unterrock.
Und der Großvater hat wie verrückt gejapst
Und dabei ist ihm die Hosennaht geplatzt.

Bei der Hochzeitstafel dann
Fing der Feez erst richtig an.
Denn der Klempnermeister Rau,
Der war schon gehörig blau.

Dauernd schrie er hoppsassa -
Spiel'n sie mal "Valenzia"!
Olle, komm, du kannst was lern',
Ich tanz jetzt mit dir modern.

Da wollt er rechts rum tanzen,
Da hat es nicht geklappt.
Da wollt er's links probieren,
Da hat er Pech gehabt.

Ein Blech mit Pflaumenkuchen,
Schön delikat und frisch,
Blieb ihm am Gehrock hängen
Und fiel dabei vom Tisch.

In demselben Augenblick
Rutscht der Klempner dann zurück
Übern Pflaumenkuchen aus
Und macht Marmelade draus.

Haut er dann im Angstgefühl,
Weil er sich wo halten will,
Einem Kellner, der da stand,
Einen vollen Milchtopf aus der Hand.

Und die ganze Milch -
Es war direkt zum Schreien -
Floß der Klempnersfrau
In'n Busenausschnitt rein.

Und ich fand das gar nicht mal verkehrt,
Denn die Milch, die wußte, wo sie hingehört.
Nach dem Pflaumenkuchenfall
Gab's ein anderen Krawall:

Zicken-Schulze schrie vor Schreck,
Kinder, meine Frau ist weg!
Und dann suchten alle Mann,
Und im Garten war sie dann,

Wo sie heimlich ungeniert,
Mit dem Schwager rumpoussiert!
Voller Wut nahm Zicken-Schulze eine Latte von dem Zaun
Und hat damit den Schwager und auch die Frau verhau'n.

Und alle Hochzeitsgäste,
Die nahmen nun Partei
Und binnen zwei Minuten,
Da gabs die schönste Keilerei.

Als ich nun sah, wie alles knufft,
Denk ich: Hier ist dicke Luft!
Und ich schlängelt mich wie'n Aal
Seitlich-rückwärts in den Saal,

Vorsichtshalber an die Wand,
Wo das volle Bierfaß stand.
Und ich dachte, haut euch man,
Ich fang hier zu picheln an.

Doch bald herrschte wieder Einigkeit im Saal.
Und nun freu'n sich alle schon aufs nächste Mal.
Wenn sich Zicken-Schulze wieder scheiden läßt,
Kinderchen's, denn gibt's nochmal so'n schönes Fest.
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Alt 10.06.2008, 09:04   # 4
sn00py603
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Noch mal der Heinz:

Zellen

Das Leben kommt auf alle Fälle
aus einer Zelle,
doch endet´s auch bei Strolchen
manchmal in einer solchen
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Alt 10.06.2008, 11:45   # 5
sn00py603
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Noch´n Heinz:

Zähne

Die alten Zähne waren schlecht,
man begann sie raus zu reißen,

die neuen kamen gerade Recht,
um mit ihnen ins Gras zu beißen.
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Alt 24.07.2008, 18:59   # 6
sarazena
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Ein Eugen (Roth)

Nicht immer sind bequeme Stühle
ein Ruheplatz für die Gefühle.
Wir säßen lieber in den Nesseln,
als auf den wohlbekannten Sesseln,
vor denen,sauber und vernickelt,
der Zahnarzt seine Kunst entwickelt.

Er lächelt ganz empörend herzlos
und sagt, es sei fast beinah schmerzlos.
Doch leider, unterhalb der Plombe,
stößt er auf eine Katakombe,
die, wie er mit dem Häkchen spürt,
in unbekannte Tiefen führt.
Behaglich schnurrend mit dem Rädchen,
dringt er vor bis zum Nervenfädchen.

Jetzt zeige, Mensch, den Seelenadel!
Der Zahnarzt prüft die feine Nadel,
mit der er alsbald dir beweist,
dass du voll Schmerz im Inneren seist.
Du aber hast ihm zu beweisen,
dass du im Äußeren bist fest wie Eisen.
Nachdem ihr dieses euch bewiesen,
geht er heran, den Zahn zu schließen.

Hat er sein Werk mit Gold bekrönt,
sind mit der Welt wir neu versöhnt
und zeigen, noch im Aug die Träne,
ihr furchtlos wiederum die Zähne,
die wir (ein Prahlhans, wers verschweigt)
dem Zahnarzt zitternd nur gezeigt.
__________________
.
Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen,
werdet ihr sie brauchen um zu weinen!

2304 angela danke.......3maus1
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Alt 31.07.2008, 16:29   # 7
sn00py603
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Die Nase

Wenn gleich die Nas, ob spitz, ob platt
zwei Flügel, Nasenflügel hat,

so hält sie doch nicht viel vom Fliegen,
das Laufen scheint ihr mehr zu liegen.
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Alt 01.08.2008, 09:06   # 8
schnippewippe
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Das Gedicht könnt ihr hier im Link lesen.

Ein neuer Tag ist immer wie ein neues Blatt
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Alt 23.08.2008, 12:20   # 9
sarazena
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Johann Wolfgang von Goethe:

Der linke Kerlkönig
(117. Buchholz'sche Fassung)

Wer wankt da des Nachts durch den Keller und flucht?
Es ist der Kurt Beck, der dort unten was sucht -
denn was er am tiefsten schon immer begehrte,
das waren zutiefst seine Umfragewerte.
Den Genossen Trend hält er zwanghaft im Arm,
doch dem fährt ein Gegenwind g'rad aus dem Darm.

"Mein Trend, mein Trend, du trauriger Wicht!
Was bläst mir dein Wind so streng ins Gesicht?
Jetzt heißt es vorwärts! Jetzt heißt es avanti!"

"Ach, wie ist's um Gemüt mir so schwer ypsilanti.
Mal bin ganz pro, mal bin ich ganz anti."

" Ich bin hundert pro, und zwar pro-grammatisch.
Insofern ist alles unpro-blematisch."

"Doch sieh nur, im sauersten Sauerlande,
da lauert schon Münte mit dem Dolch im Gewande."

"Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind.
Man macht nur im Blätterwald mächtigen Wind."

"Und hör doch, o Beck, im linkesten Eck,
da höhnt dich der Oskar, der Sozi-Schreck.
Im fernen Saarland, so hör ich ihn tönen,
will er sich selber zum Kerlkönig krönen."

"Mein Trend, mein Trend. Hab keine Bange.
Die Partei, die kennt diesen Oskar schon lange.
Sie hatte einst mit ihm heftigen Sex.
Dann ließ er sich scheiden. Und jetzt haßt sie den Ex."

"Du feiner Trend, komm geh mit mir.
Manch linke Dinger dreh ich mit dir.
Auch wenn es hinterher etlichen stinkt,
denn so manchen habe ich schon gelinkt."

"Hör doch, mein Beck, wie der Oskar schmust."

"Mach es wie ich, indem so tust,
als ob du ganz sicher in dir ruhst.
Spiel ich den Buddha, glaubt die Partei,
daß sie mit mir schon längst im Nirwana sei."

"Mein Beck, mein Beck bist du ganz gewiß,
daß bei dir alles in Buddha is'?"

"Was rufst du nach Beck, vergiß den ganz schnell.
Ich, La Fontaine, bin dein Hoffnungsquell.
Ein Jungbrunnen, der dich sinnlich umspült
und in dir die wildeste Wollust aufwühlt.
Beim Beck wird doch keine Leidenschaft wach.
Zwar der Geist ist Willy, doch die Libido schwach."

"Mein Beck! Mein Beck! Und hörest du nicht
was Oskar mir für Wonnen verspricht."

"Mein Trend, der raspelt nur Süßholz gar schön.
Mit dem bösen Onkel darfst du nie gehn.
Er verspricht dir Bonbons aus vollen Taschen,
und will dich nur populistisch vernaschen."

"Ich liebe Dich. Mich reizt deine Stimmgewalt.
Und gib's zu, auch du hast dich in mich verknallt."

"Mein Beck, mein Beck, jetzt faßt er mich an.
Der Oskar will an meinen Stimmzettel ran."

Den armen Beck grauset's. Und einsam er rennt.
Er hält in den Armen den ächzenden Trend.
Ein solches Grausen kannt' er noch kein's.
Erreicht mit Not das sichere Mainz.
Und dort bleibt er wohl ohne Wiederkehr.
Tscha, Mainz ist die Rache! So spricht der Herr!

Jetzt fragen Sie sicher: Wo bleibt denn der Trend?
Nun, der rennt noch weiter. Und rennt und rennt...


(Aus dem "WochenSchauer" von Martin Buchholz:
http://www.martin-buchholz.de)
__________________
.
Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen,
werdet ihr sie brauchen um zu weinen!

2304 angela danke.......3maus1
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Alt 20.10.2008, 13:18   # 10
sn00py603
Gastposter
 
Auf´m Felsen sitzt nen Mädel,
blonde Haare uff´m Schädel,

unten fährt nen Kahn vorbei,
Mann drauf, Augen, Nase, Mund sind offen,
Kahn kippt um und Mann ersoffen,
Überschrift: die Loreley
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Alt 20.10.2008, 17:30   # 11
JohannaNRW
 
Registriert seit: 02.09.2008
Beiträge: 45
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit
warum auch nicht es hat ja Zeit.

Unbekannter Dichter
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Alt 03.01.2009, 12:10   # 12
schnippewippe
Gastposter
 

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33515756jb5


Matthias Claudius (1740-1815)

Ein Lied hinterm Ofen zu singen

Der Winter ist ein rechter Mann,
Kernfest und auf die Dauer;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an,
Und scheut nicht süß noch sauer.

War je ein Mann gesund wie er?
Er krankt und kränkelt nimmer,
Er trotzt der Kälte wie ein Bär
und schläft im kalten Zimmer.

Er zieht sein Hemd im freien an
und lässt´s vorher nicht wärmen
und spottet über Fluss im Zahn
und Grimmen in Gedärmen.

Aus Blumen und aus Vogelsang
weiß er sich nichts zu machen,
Hasst warmen Drang und warmen Klang
und alle warmen Sachen.

Doch wenn die Füchse bellen sehr,
wenn´s Holz im Ofen knittert,
und um den Ofen Knecht und Herr
die Hände reibt und zittert;

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht
und Teich und Zehen krachen:
Das klingt ihm gut, das hasst er nicht,
dann will er tot sich lachen.-

Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
Beim Nordpol an dem Strande;
Doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.

Da ist er denn bald dort, bald hier;
gut Regiment zu führen;
und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren.

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imagesgq0
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Alt 04.01.2009, 15:35   # 13
Rammi
 
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Ort: in Sachsen
Beiträge: 3.245
Autor unbekannt

Ottogravieh

Die schuhle feezt unheimlig ein,
mann hadt sofile Fecher,
iem eynem würt Mann schtärger ßein,
davier iem antren schwecher.

Ein Gleines beischbil: Di schamie
ißt Eine mayner stergen
sowie füsig unt Bulogy
nepst Matte,schbord und wergen.

Daß Vach Muhsieg gefällt mier ser!
wir sinken imer wider
imm Kohr sophie alß Einzellner
auß follem hallse Lider.

Di doitsche schbrache,dieser Hitt,
vählt mihr kain bissjen schwärer,
inn Austrugg bin Isch vaforitt,
sackt unßer Klassenleerer.

Ischreipe munder,träu und prav
genauso wi ischbreche.
Isch bin nu mahl kayn Ottograf,
Isch haapne Rechtschreibschweche.

Eß ißt nich wichtisch,wie Mann
baim lehrnen unt schtudieren.
Daß wichtischste,daß ißt unt pleipt,
Mann kan dehn Tegst kapiehren.
__________________
Ich leide nicht an Realitätsverlust - Ich genieße ihn!!!!


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Alt 29.04.2009, 23:17   # 14
schnippewippe
Gastposter
 
fisch...fisch 1

Wer mäuschenstill am Bache sitzt,
kann hören, wie ein Fischlein flitzt.

Wer mäuschenstill im Grase liegt,
kann hören, wie ein Falter fliegt.

Wer mäuschenstill im Bette lauscht,
kann hören, wie der Regen rauscht.

Wer mäuschenstill im Walde steht,
kann hören, wie ein Rehlein geht.

Wer mäuschenstill ist und nicht stört,
kann hören, was man sonst nicht hört.

Alfred Könner

fisch...fisch 1
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Alt 07.05.2009, 10:32   # 15
schnippewippe
Gastposter
 
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Droste-Hülshoff, Annette von (1797-184
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Alt 07.05.2009, 10:41   # 16
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Gedicht
Frühlingsbrausen

von Emanuel Geibel



Nun knospt in Sonnenschein
Das erste Grün der Halde;
Nun lasset ganz allein
Dahin mich gehn im Walde!

Ich will am frühen Duft
Der Veilchen mich berauschen,
Dem Brausen in der Luft,
Dem heil'gen, will ich lauschen.

O Laut, in welchem sich
Zuerst der Lenz enthüllet,
Und der wie keiner mich
Mit süßen Schauern füllet!

Mir ist's, als schlief' in dir
Der Einklang aller Stimmen,
Die später durchs Revier
Des Mais gesondert schwimmen;

Als sprächst du aus gesamt
Die tausend Schöpfungstriebe,
Damit die Welt durchflammt
Der Ratschluß ew'ger Liebe.

Du mahnest wundersam
Mich an das Sausen wieder,
Drin einst zu Pfingsten kam
Der Geist des Herrn hernieder.

Verstummend muß ich dir
Mein Haupt in Andacht beugen:
O komm, zu ruhn in mir
Und heil'ge Kraft zu zeugen!
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Alt 08.05.2009, 08:31   # 17
netplayer
 
Registriert seit: 25.03.2009
Beiträge: 39
Mittelpunkt

von Annegret Kronendberg

Solange du lebst,

sollte die Liebe

dein Mittelpunkt sein,

weil sie dich am Ende

ins Licht führt.
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Alt 03.07.2009, 10:43   # 18
schnippewippe
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rabyorizagermangoetheli
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Alt 05.07.2009, 06:22   # 19
schnippewippe
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s1klgedichteloewenzahng
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Alt 03.09.2009, 21:11   # 20
sarazena
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Ort: zwischen den Donks
Beiträge: 8.769
Himmelsbordell

Ein Mensch erringt den höchsten Sieg:
er kämpft und stirbt in einem Krieg.
Weil man den Krieg dann heilig hieß,
darf er hinein ins Paradies.
Das ist ein ganz besonderer Ort:
glutäugig sind die Frauen dort;
es strömen Bäche, fließt der Wein,
ein Duft durchzieht den grünen Hain.
Man tauscht den ganzen Erdenfrust
für eine Ewigkeit an Lust.
Dort kriegt man für die Knabenliebe,
nicht wie auf Erden Peitschenhiebe,
und das Entjungfern macht viel Spaß,
wo denn im Leben kann man das!
Mit Allahs Segen und viel Freude
zerreißt man viele Jungfernhäute.
Ist dann der Pimmel schlaff und schmächtig,
hilft Allah schon, er ist ja mächtig.
Bald ist die Erdenpein vergessen,
beim Saufen, Huren und beim Fressen.
Die Frommen, die ins Jenseits drängen,
und freudig in die Luft sich sprengen,
sind zahlreich und sie werden mehr,
wo nimmt man nur die Huris her!
Schenkt man der neuen Kunde Glauben,
gibt es statt Jungfraun nur noch Trauben

Helmut Zott
__________________
.
Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen,
werdet ihr sie brauchen um zu weinen!

2304 angela danke.......3maus1
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Alt 29.05.2012, 00:38 # --
News Flash
 
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