Verlogene Umweltpolitik

Alt 18.03.2007, 09:27   # 1
Bessel
Gastposter
 
Verlogene Umweltpolitik – Deutsche, macht Urlaub in Deutschland!

Die zur Zeit hysterische Debatte um Klimaveränderung und künftigen Umweltschutz ist und bleibt ein r e i z e n d e s Thema!

Politiker aller Parteien steigern sich von Woche zu Woche mit ihren Forderungen und Vorschlägen zur Umweltpolitik. Sie mutieren plötzlich zu Moralaposteln. Sie fordern die Deutschen auf, sie mögen Opfer bringen. Sie sollen doch bitteschön auf Fernflüge verzichten und gefälligst in Deutschland ihren Urlaub verbringen, Standby-Geräte abschaffen, Glühbirnen gegen Sparbirnen austauschen und nur noch japanische Hybridautos kaufen.
Für den Klimaschutz? Jein, überwiegend für ihr Parteiprogramm.
Keine Partei möchte nach Kyrill und anderen wetterbedingten Katastrophen, Chancen und Zeit verpassen, sich zu profilieren. Sie überholen sich gegenseitig: grün, grüner am grünsten.

Hysterie ist ausgebrochen, nachdem der Zeiger bereits auf fünf nach zwölf steht.

Jahrzehntelang haben dieselben Politiker gepennt und debattiert. Unter dem Druck verantwortungsloser Lobbyisten wurden Jahr für Jahr lediglich Absichtserklärungen abgegeben. Die Politik muss gegen jede Art von durchschaubarem Lobbyismus schärfere Krallen zeigen.

Jetzt sind wieder durchsichtige, populistische Sprüche angesagt. Landtagswahlen stehen an. Von Gabriel über Söder, Tiefensee, Schnappauf und Künast – alle haben plötzlich das Ei des Kolumbus verschluckt. Zynischer und verlogener geht es nicht mehr!

Ich frage mich schon seit Jahren, warum unsere Kfz-Steuer nach Hubraum bemessen wird und der Treibstoff der Jets steuerbefreit ist. Warum bauen unsere Autohersteller nicht schon lange umweltfreundlichere Autos in Serie? Die Zeit haben sie verschlafen. Die Japaner – hellwach, sind ihnen bereits auf diesem Sektor um Umsatzlängen voraus.

Es liegen doch bei unseren angeblich weltbesten Autobauern längst umweltfreundliche, technische Lösungen in der Schublade. Offensichtlich muss in Deutschland noch viel mehr reguliert werden oder Ohrfeigen aus Brüssel beziehen.
Der Bürger kennt seine Verantwortung zum Energiesparen. Er weiß auch um die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Er wird z. B. sein nächstes Auto mit Sicherheit unter Umweltgesichtspunkten kaufen.
Ohne eine konsequente w e l t w e i t e Umweltpolitik, steht er allerdings allein im (sauren) Regen.
Ohne die größten Dreckschleudern, die das Kioto-Ptotokoll immer noch nich unterschrieben haben, werden auch die noch fehlenden dreißig Entwicklungsländer nicht folgen.

Bevor hier in Deutschland einige Politiker hemmungslos losplärren, mögen sie mit gutem Beispiel vorangehen. Sollen sie doch zuerst einmal auf PS - starke Dienstwagen mit Chauf-feuren verzichten und am schönen Main mit dem Fahrrad ihren Urlaub verbringen ( Forderung Künast).

Des Deutschen liebstes Reiseland ist bereits Deutschland! Wer hätte das gedacht? Klar, Deutschland ist ein herrliches Reiseland. Wir besitzen fast alle Landschaftsformen – vom Mittel- bis Hochgebirge, Seen, Flüsse, Heide, herrliche Strände, eine gepflegte Gastronomie, erstklassige Hotels und gemütliche Pensionen. Für jeden Urlaubsgeschmack dürfte etwas dabei sein.
Die Geschmäcker sind gottlob verschieden, sonst würden wir uns ja alle irgendwo auf Sylt oder auf der Zugspitze knubbeln.
Überall in Deutschland ist es schön – besonders, wenn das Wetter mitspielt. Und hier haben wir leider ein Problem.
Wenn wir eine Fernreise planen, sollten wir uns von populistischen Umweltpolitikern kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Ein stabiles sommerliches Urlaubswetter ist bedauerlicherweise erst nach zwei Stunden Flugzeit am wahrscheinlichsten.
 
Alt 18.03.2007, 13:40   # 2
joelo
 
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Beiträge: 21
Zitat:
Zitat von Bessel Beitrag anzeigen
Verlogene Umweltpolitik – Deutsche, macht Urlaub in Deutschland!

Ein stabiles sommerliches Urlaubswetter ist bedauerlicherweise erst nach zwei Stunden Flugzeit am wahrscheinlichsten.
Wieso? Der Sonne wegen? Auch das ist nur eine subjektive Wahrnehmung.
Nicht nur Umweltpolitik ist verlogen - Politik im Ganzen war, ist und bleibt verlogen.
 
Alt 19.03.2007, 06:35   # 3
King W.
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 9.175
Zitat:
Zitat von Bessel Beitrag anzeigen
[...] Glühbirnen gegen Sparbirnen austauschen [...]
Richtig. Ich übersetze mal aus dem Politikerdeutsch in normales Deutsch: "Der Strom wird teurer".

Es gab mal (bis 1993) eine Bagatellsteuer, die sogenannte "Leuchtmittelsteuer". Bezeichnenderweise war sie auf Energiesparlampen höher, als auf normalen Glühlampen.

Soviel zum Thema Sparbirnen und zur Glaubwürdigkeit unserer Politiker.
Zitat:
[...] und nur noch japanische Hybridautos kaufen. [...]
Stimmt nicht. Einer dieser Politiker (wer, weiß ich nicht mehr, die sind ja alle so austauschbar) hat mal gesagt: "Es heißt Kyoto- und nicht Toyota-Protokoll". Und damit hat er, wahrscheinlich unbeabsichtigt, die Katze aus dem Sack gelassen.

Ich übersetze mal wieder: "Kauft weiter deutsche Autos, auch wenn sie nicht so sparsam sind - aber der Sprit wird teurer".

Aber ich weiß, was ich zu tun habe - als nächstes ein sparsames Hybrid-Auto kaufen. Wer weiter eine versoffene Gurke fahren will, soll es doch tun.

Zitat:
Sie überholen sich gegenseitig: grün, grüner am grünsten.
Verbalonanie, mehr nicht.
Zitat:
[...] Die Politik muss gegen jede Art von durchschaubarem Lobbyismus schärfere Krallen zeigen. [...]
Wie denn, wenn die Lobbyisten so schön mit den Geldscheinen wedeln?

Zitat:
[...] Jetzt sind wieder durchsichtige, populistische Sprüche angesagt. Landtagswahlen stehen an. Von Gabriel über Söder, Tiefensee, Schnappauf und Künast – alle haben plötzlich das Ei des Kolumbus verschluckt. Zynischer und verlogener geht es nicht mehr! [...]
Und deshalb wage ich mal eine Prognose: Wahlbeteiligung < 60%. Wer hält dagegen? Und genau so sicher rätseln die Damen und Herren Politiker mal wieder, woran das denn wohl liegen mag - und gehen zur Tagesordnung über.

Zitat:
[...] Ich frage mich schon seit Jahren, warum unsere Kfz-Steuer nach Hubraum bemessen wird und der Treibstoff der Jets steuerbefreit ist. [...]
Ganz einfach - die Jets mit ihrer riesigen Reichweite tanken einfach dort, wo es am billigsten ist. Sobald es hier in Deutschland teurer wird, tankt kein Jet mehr hier.

Mit der Hubraumbesteuerung hast du aber recht: Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann ein normaldenkender Mensch nicht verstehen.

Zitat:
[...] Warum bauen unsere Autohersteller nicht schon lange umweltfreundlichere Autos in Serie? Die Zeit haben sie verschlafen. Die Japaner – hellwach, sind ihnen bereits auf diesem Sektor um Umsatzlängen voraus. [...]
Abermals richtig. Und was machen unsere Hersteller? In Deutschland werden sie noch lange verkaufen können, aber wenn der Exportmarkt wegbricht? Dann wird wieder "saniert" und Arbeitsplätze fallen weg. Alles, wie gehabt.

Sorry, wenn ich jetzt mal deutsch rede: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. :hmm:

Zitat:
[...] Es liegen doch bei unseren angeblich weltbesten Autobauern längst umweltfreundliche, technische Lösungen in der Schublade. Offensichtlich muss in Deutschland noch viel mehr reguliert werden oder Ohrfeigen aus Brüssel beziehen. [...]
Die Ohrfeigen werden nichts nützen. Es wird weitergewurstelt, wie bisher, solange, bis es nicht mehr geht. Und dann überlassen wir das Feld den Japanern. Sie haben es uns ja bereits vorexerziert: Wo ist denn unsere einst weltberühmte Fotoindustrie geblieben? Wo sind sie denn hin, die Voigtländers, Edixas, Zeiss-Ikons, Exaktas und wie sie alle hießen? Heute geben die Minoltas, Canons, Pentax' und Olympus' den Ton an. Na gut, eine Firma haben sie noch übriggelassen - Leica. Und wo ist unsere Motorradindustrie geblieben? Wo sind Horex, NSU, DKW usw.? Honda, Kawasaki, Yamaha, Suzuki und was-weiß-ich tummelt sich auf unseren Straßen. Na gut, eine Firma haben sie auch hier noch übriggelassen - BMW.

Und wenn wir nicht aufpassen, wird es unserer Autoindustrie genau so ergehen. Ich bin mal gespannt, welche deutsche Firma diesesmal übrig bleibt.

Zitat:
[...] Der Bürger kennt seine Verantwortung zum Energiesparen. Er weiß auch um die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Er wird z. B. sein nächstes Auto mit Sicherheit unter Umweltgesichtspunkten kaufen. [...]
Hoffentlich.

Zitat:
[...] Überall in Deutschland ist es schön – besonders, wenn das Wetter mitspielt. Und hier haben wir leider ein Problem.
In Zukunft wohl nicht mehr. Wenn die Erderwärmung so weiter geht, werden wir noch zum bevorzugten Urlaubsland. Weiter im Süden wird es vor Hitze niemand mehr aushalten. So hat das CO2 in der Luft vielleicht doch noch seine guten Seiten. Wer weiß?

Danke für deinen Beitrag - du sprichst mir aus der Seele. Aber kein Wunder, du kommst ja auch aus Herne!
__________________
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
 
Alt 14.04.2007, 03:15   # 4
igimuc
Gastposter
 
Es ist 20 nach 3… nicht fünf vor zwölf, oder fünf nach zwölf.

Verlogen ist nichts mehr:
Der Sachstandsbericht (AR4) des IPCC (2007) über Klimaänderungen – ist… Realität.

http://www.bmu.de/klimaschutz/downloads/doc/38650.php

Von Hysterie kann keine Rede sein, eher von Panik. Das ist nicht weiter verwunderlich, in Anbetracht von – weltweit - schmelzenden Gletschern und dem Abtauen des ewigen Eises unserer Welt. Die Folgen vom Versuch die Menschheit unter das Joch einer weltweiten gigantischen Fabrik zu zwängen, um sich biblische Profite zu sichern: Globalisierung – die Welt als Fabrik.

Entwicklungsländer… bzw. die dritte Welt… gibt es nicht mehr. Indien hat Bollywood und China führt Hunde jetzt an den Baum, nicht mehr in den Kochtopf. In Afrika trägt man keinen Lendenshort mehr, höchstens eine Kalaschnikow, um die anerzogenen westlichen Standards, im Bruderkampf, zu klären. Armut, ja, die gibt es noch, aber keine dritte Welt mehr.

Die Welt hat sich verändert. Aus ihr ist eine gigantische und weltumspannende Fabrik gemacht worden. 6,6 Milliarden Menschen gehen in ihr arbeiten, leben sogar in ihr und verbringen selbst ihren Urlaub dort. Es spielt keine Rolle wo wir zum Urlaub hin sollen. Die Fabrik Erde ist überall.

Sie läuft 24 Stunden am Tag, ist logistisch vernetzt, produziert weltweit und liefert überall hin.

Die Gigafabrik Erde läßt 24 Stunden das Eis dieser Welt schmelzen. Viel zu schnell, um durch Umweltpolitik und viel zu späte Bemühungen in Sachen Klimaschutz gestoppt zu werden. Sie wächst schneller, als wir die Natur davor schützen können – wächst eigendynamisch - global.

Die Grenzen des Wachstums:
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

Im Zuge der Globalisierung wurde unsere westliche Gesellschaftsform weltweit etabliert. Das Problem des Klimawandels ist längst keine Angelegenheit mehr von technischen Erneuerungen. Es ist ein weltumspannendes gesellschaftliches Problem. Denn… unsere Gesellschaftsform ist auf die profitable Gigafabrik Erde ausgerichtet – ist unser Lebensinhalt. Das mag mit drei Milliarden Menschen - im Wohlstand - funktionieren. Aber nicht mit 6,6 Milliarden Menschen, Tendenz steigend. (Wir haben eine Überbevölkerung – immer noch – auch wenn nicht mehr erwähnt)

Globalisierung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Globalisierung

Alles fachsimpeln und diskutieren nützt nichts mehr. Die Wirtschaft hat sich von den einstigen politischen Fesseln lösen können und vollzieht den Prozeß der Globalisierung im Wirtschaftsdiktat. Die Politik ist zum Betriebsrat für die Gigafabrik Erde degradiert worden und kann sich um die Belange der Arbeitnehmerschaft kümmern, das Miteinander auf der Welt regeln und der Wirtschaft hinterher laufen. Regieren… tut jetzt das Geld auf der Welt – Börse, Aktien und Index.

Die Welt hat sich verändert. Selbst wenn wir es schaffen die Klimaveränderungen in den Griff zu bekommen, was eher unwahrscheinlich ist, werden die Kinder von Heute und deren Kinder von Morgen… in einer global industrialisierten, von Angebot und Nachfrage diktierten Welt leben müssen. Sie werden im Hort groß werden, weil Mama und Papa in die Gigafabrik müssen… irgendwo auf der Welt. Und… ihre Kinder werden das auch müssen. Kein schöner Gedanke…

Am Rande:
Der Sachstandsbericht (AR4) des IPCC (2007) über Klimaänderungen – ist nicht nur ein Attest im Versagen von Klimaschutz und Umweltpolitik. Wer sich von der Diskussion um Klimaschutz lösen kann, der wird feststellen, daß die Tragweite wesentlich weiter ausufert. Er bescheinigt darüber hinaus ein gesellschaftliches, politisches und soziales Versagen unserer Gesellschaftsform.

Wie wollen Sie jetzt mit einem Hartzempfänger umgehen? Wollen Sie ihn weiter Schmarotzer und fauler Sack nennen, oder etwa Klimaschützer? Weil er sich mit 345€ erheblich weniger an der jetzt herrschenden Situation beteiligt hat und beteiligen wird?

Wie wollen Sie mit einem Reichen umgehen, oder mit sich selbst, die erheblich mehr konsumieren können? Wollen Sie dazu weiterhin „Gesellschaftstauglich“ sagen, oder Klimakiller?

Dieser Bericht ist mehr als nur eine wissenschaftliche Feststellung zum Klimawandel.

Wir haben mehr zu diskutieren, als Hybrid-Autos, CO², Kohlekraftwerke, Urlaub und Umweltpolitik. Diskutieren wir das nicht… ist 2100 Schluß mit der uns gewohnten Zivilisation.

Da man sich hier gerne mit fremden Federn schmückt – Zitat - frei nach Albert Einstein:
„Der nächste Weltkrieg wird wieder mit Keulen ausgetragen“
 

Alt 29.05.2012, 00:27 # --
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