Hab aus lauter Verzweiflung vor einiger Zeit mal einen Einsteiger-Text für den GIMP geschrieben - möchte ihn euch nicht vorenthalten.
Hoffe jemand zieht da einen nutzen raus:
GIMP Ein grundsätzlicher Leitfaden
Umfangreiche Grafikprogramme müssen nicht unbedingt viel Geld kosten sein, dass zeigt das unter General Public License stehende, kostenlos verfügbare Grafikprogramm GIMP. Das ursprünglich von seinen Entwicklern für den Eigenbedarf und zunächst nur für Linux-Benutzeroberflächen konzipierte Werk, steht seit den ersten Versionen, dank einer aktiven Internet-Community, auch Nutzern anderer Betriebssysteme zur Verfügung.
Grundsätzliches und GIMP in deutscher Sprache
GIMP steht in unterschiedlichen Versionen zur Verfügung., unter anderem in Form des GIMPshop, der sich im Aufbau am kommerziellen Photoshop von Adobe orientiert. Dieser Beitrag bezieht sich jedoch auf die Standard-Version.
Das GIMP Programm steht in der auf Netzwelt.de beziehbaren Version auch in deutscher Sprache zur Verfügung. Trotzdem wird es bei einigen Nutzern in englischer Sprache ausgegeben. Zur Umstellung ist das Anlegen einer Umgebungsvariable notwendig.
Unter Windows XP wird dieser Menüpunkt über einen Rechtsklick auf den Arbeitsplatz, Auswahl des Punktes Eigenschaften und anschließendes Klicken auf den Reiter Erweitert gefunden. Bei Windows Vista und Windows 7 kann der Bereich Umgebungsvariablen schlicht über die Suchfunktion in der Systemsteuerung gefunden werden.
In diesem Unterpunkt angekommen wird eine neue Variable angelegt. Diese erhält den Namen LANG in Großbuchstaben sowie den Wert de. GIMP wird im Anschluss die notwendige Sprachdatei laden und in deutscher Sprache ausgegeben werden.
Als Einstieg: Der Bereich mit dem Bild
Die wichtigsten Arbeitsbereiche sind, zum einen der Bild-Bereich, der Reiter mit den Ebenen, Kanälen, Pfaden und der Rückgängig-Funktion sowie der Werkzeugkasten. Der Bild-Bereich zeigt das zu bearbeitende Bild an und ist der Bereich, in dem hauptsächlich gearbeitet wird. Der Zugriff auf die Bilddateien ist dabei auf mehreren Wegen möglich.
Zum einen über den Menüpunkt Datei. Hier hat der Nutzer die Möglichkeit entweder mit Neu eine weiße Fläche beliebiger Größe zu erstellen oder mit dem Unterpunkt Öffnen bestehende Bilddateien zu öffnen. Alternativ können Bilddateien, bei geöffnetem GIMP-Programm, auch schlicht in den Bild-Bereich hineingezogen werden oder Bilder im Zwischenspeicher über die Einfügen-Funktion eingefügt werden.
Der Werkzeugkasten ...
Der Werkzeugkasten enthält alle grundlegenden Bedienelemente, die GIMP zur Verfügung stellt. Die wichtigsten sind dabei die Auswahl-Werkzeuge im oberen Bereich des Werkzeugkastens. Mit diesen lassen sich Bereiche definieren mit und in denen, innerhalb eines Bildes, gearbeitet werden kann.
Auswahlwerkzeuge bilden die Grundlage der GIMP-Nutzung, da mit ihnen Arbeitsbereiche definiert werden können. Neben der Rechteckigen und Elliptischen beziehungsweise Kreisförmigen Auswahl-Funktion stehen hierbei eine Freie-Auswahl, eine Farbauswahl und der sogenannte Zauberstab zur Verfügung.
und die Auswahlwerkzeuge
Die Freie-Auswahl erlaubt dem Nutzer die Definition eines beliebigen Bereichs. Diese Funktion ist besonders dann hilfreich, wenn ein Objekt herausgestellt werden soll, das sich inmitten anderer Objekte befindet. Die Freie-Auswahl arbeitet Pixelgenau. Besonders kleine Bereiche können daher, bei hohem Zoom-Faktor, gut ausgewählt werden. Der Zoom-Faktor wird entweder über die Lupe im Werkzeugkasten oder über das Mausrad, bei gedrückt gehaltener STRG-Taste, verändert.
Der Zauberstab erlaubt die Auswahl einer zusammenhängenden Fläche, mit einheitlicher Farbe. Beispielsweise das blaue Netzwelt-Logo in der Hauptnavigation. Da die Farbverläufe allerdings mitunter nicht abrupt sind, sondern vielmehr fließend ineinander übergehen, entstehen, zwischen einem Objekt und dem Hintergrund, mitunter Schattierungen.
Ein einfacher Klick auf den blauen Pfeil berücksichtigt diese jedoch noch nicht. Stattdessen muss die Maustaste nach dem Klick auf den Pfeil festgehalten und der Mauscursor nach rechts bewegt werden. Dadurch werden weitere Farbvarianten, hellere und dunklere Töne der ausgewählten Farbe, in die Auswahl mit aufgenommen. Eine Cursorbewegung nach links schränkt wiederum die berücksichtigten Farbvarianten ein.
Die Farbauswahl funktioniert ähnlich, arbeitet jedoch auf der gesamten Bild-Ebene. Dadurch können beispielsweise alle Elemente einer Farbe gleichzeitig angewählt werden. Im Falle der Netzwelt-Hauptnavigation könnten so beispielsweise alle Buchstaben gleichzeitig angewählt werden, statt sie einzeln per Zauberstab auswählen zu müssen.
Auch in diesem Fall ist eine Zunahme von helleren und dunkleren Farbtönen, in die Auswahl, durch klicken der linken Maustaste und Bewegung des Mauscursors nach rechts möglich. Die Bewegung nach links schränkt die berücksichtigten Farbvarianten ein.
Die Auswahl im Anschluss verändern und ein Beispiel
Ausgewählte Bereiche können ergänzt oder verkleinert werden. Hierzu wird das gewünschte Auswahlwerkzeug angewählt. Bei gedrückt gehaltener STRG-Taste können Bereiche aus der Auswahl wieder herausgenommen, bei gedrückt gehaltener Shift-Taste neue Bereiche der Auswahl hinzugefügt werden. Alternativ können diese auch über den Auswahl-Modus im Werkzeugkasten direkt angewählt werden.
Ein Beispiel: Das Bild einer Kerze soll ausgewählt werden. Zunächst wird der Kerzenkörper, mittels einer rechteckigen Auswahl-Funktion, definiert. Anschließend wird, im Werkzeugkasten, zur Kreisförmigen Auswahl-Funktion gewechselt. Daraufhin wird die Shift-Taste betätigt und gedrückt gehalten um letztlich den Bereich der Kerzenflamme zusätzlich auszuwählen. Im Anschluss sind beide Bereiche definiert und bilden zusammen eine neue Auswahl in Form der Beispielhaften Kerze.
Ebenen definieren und nutzen
Die Auswahl kann im Anschluss als Ebene definiert werden. Die einfachste Möglichkeit dies zu erreichen ist, die Auswahl durch Betätigung der Tastenkombination Strg+X auszuschneiden und anschließend direkt mit der Tastenkombination Strg+V wieder einzufügen. Ein Blick in den Reiter mit den Ebenen zeigt im Anschluss zwei Variablen, aus denen sich das Bild zusammensetzt: Den Hintergrund, in Form des zu bearbeitenden Bildes, ganz unten sowie einen Bereich der als Schwebende Auswahl definiert ist.
Über einen Rechtsklick auf diesen Bereich kann die Schwebende Ebene, über den Menüpunkt Neue Ebene, in eine zu bearbeitende Ebene umgewandelt werden. Ebenen bieten den Vorteil, dass sie beliebig verschoben, bearbeitet und mit weiteren Auswahl-Funktionen definiert werden können. Zusätzlich können sie, mit einem Klick auf das Augen-Symbol im Ebenen-Reiter ausgeblendet werden. Außerdem lassen sich Ebenen mit anderen Ebenen über den Bereich, der zunächst weiß rechts neben dem Augen-Symbol zu finden ist, verketten.
Die Verkettung verschiedener Ebenen gewährleistet die Einhaltung ihrer Distanz zueinander, sodass bei einer Verschiebung einer der beiden Ebenen die andere sich ebenfalls, im gleichen Verhältnis, verschiebt. Auf diese Weise können beliebig viele Ebenen miteinander verkettet werden. Die Verkettung wird anschließend, durch einen erneuten Klick auf das Ketten-Symbol wieder gelöst.
Ein Rechtsklick auf eine gewünschte Ebene, im Ebenen-Reiter, gibt den Blick auf verschiedene Funktionen frei. Die Funktion Nach unten vereinen, vereint die aktive Ebene mit dem Hintergrund, beziehungsweise, gegebenenfalls mit der nächstfolgenden Ebene. Bei mehreren aktiven Ebenen, von denen es theoretisch unendlich viele geben kann, können diese nach Belieben bei gedrückter linker Maustaste vertikal verschoben werden.
Nach einem Linksklick auf eine Ebene kann diese umbenannt werden, ein anschließender Druck auf Enter speichert die Eingabe. Auf diese Weise bleibt auch bei vielen offenen Ebenen die Übersichtlichkeit gewahrt.
Der Nutzen von Auswahl und Ebenen
Auswahl-Bereiche und Ebenen können bearbeitet werden ohne dabei umstehende Flächen zu verändern. Hierfür stehen diverse Mal-Werkzeuge, wie der Pinsel oder der Stift im Werkzeugkasten ebenso zur Verfügung, wie diverse Möglichkeiten der Farbveränderungen, die in der Navigation oberhalb des Bild-Bereichs unter dem Menüpunkt Farben zu finden sind.
Ähnlich wie die Farbveränderungen funktionieren die sogenannten Filter. Diese werden gewissermaßen über das Bild gelegt und verändern so den Eindruck, den der Nutzer von diesem Bild erhält. Die Filter bieten verschiedenste Effekte und haben mitunter einen drastischen Einfluss auf die Optik des Bildes. Über die Rückgängig-Funktion oder schlicht mit der Tastenkombination STRG+Z können diese jedoch, wie übrigens alle anderen Einstellungen und Veränderungen auch, jederzeit wieder rückgängig gemacht werden.
Im Anschluss an die Grundlagen
Das Grafikprogramm GIMP bietet interessante Möglichkeiten Bilder zu verändern und diese den eigenen Wünschen anzupassen. Nutzer, die bereit sind sich auf das Programm einzulassen, werden bereits nach kurzer Zeit erste Erfolge erleben und erkennen, welche Möglichkeiten die Software bietet.
Dabei ist im Grunde, mit einem erfolgreichen Einstieg, bereits der schwierigste Teil geschafft. Der Rest erschließt sich häufig durch Ausprobieren. Sollten dennoch Fragen bestehen, können diese gerne hier notiert werden.
Es findet sich sicher jemand mit einem Lösungsvorschlag