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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Eine Kopfstation in dieser Größenordnung macht meiner Meinung nach wenig Sinn und hat eigentlich nur den Vorteil, daß in den einzelnen Wohnungen keine separaten Receiver erforderlich sind. Dem stehen ein paar Nachteile gegenüber: Es ist relativ teuer, die Programmauswahl ist auf die paar aufbereiteten Kanäle beschränkt, HD-Empfang ist nicht machbar und ein Sky/Premiere Abo fällt ebenfalls flach. 2012 wird eure gesamte Anlage unbrauchbar, da dann die analogen Programme abgeschaltet werden. Natürlich könnte man durch den Einbau neuer digitaler Kanalzüge in die Kopfstation den Empfang wiederherstellen, aber ich denke, das ist so nicht gewollt und ich möchte das auch nicht empfehlen, weil damit die grundsätzlichen Nachteile nicht beseitigt würden. Es gibt auch Kanalzüge, die DVB-S in QPSK (DVB-T) oder COFDM (DVB-C) umsetzen. Auf diese Weise könntet ihr ein kleines Kabelnetz aufbauen, und an den Antennendosen jeweils einen Kabelreceiver betreiben. Ich halte davon aber nicht allzuviel. Grund: Für jeden Transponder ist ein eigener Kanalzug erforderlich. Ihr habt dann zwar ein paar Programme mehr als jetzt, aber die Sache ist teuer und 2012 müßt ihr wieder kräftig basteln, wenn neue Programme auf die alten Analogtransponder aufgeschaltet werden. Ich denke, das wäre für euch ziemlich suboptimal. Im Prinzip habt ihr drei Möglichkeiten, jede mit speziellen Vor- und Nachteilen. 1. Ihr verteilt das SAT-Signal mit einem Multischalter. Vorteile: In jeder Wohnung steht das komplette Signal des Astra zur Verfügung und es kann mit einem beliebigen Receiver empfangen werden. HD-Empfang ist möglich, ein Sky-Abo ebenfalls. Kurz gesagt: Es gibt keinerlei Einschränkungen, was den Astra-Empfang betrifft. Die Anlage läßt sich relativ preisgünstig erstellen und bei Bedarf auch erweitern. Jeder Receiver ist geeignet, selbst alte Analogreceiver (natürlich nur bis 2012) Nachteile: Es ist eine Sternverkabelung erforderlich, d.h. jeder Receiver muß mit einem eigenen Kabel an den Multischalter angeschlossen werden. Die Verkabelung ist insoweit zu ändern, falls noch keine Sternverkabelung vorliegt. Ohne einen separaten Receiver ist kein Empfang möglich, es sei denn, es wird ein Fernseher mit integriertem DVB-S Empfang genutzt (teuer!). 2. Ihr entscheidet euch für eine herkömmliche "Einkabellösung". Vorteile: Die Art der bestehenden Verkabelung spielt keine Rolle, sie kann so bleiben, wie sie ist. Eventuell müssen nur die Antennensteckdosen und eventuelle Verteiler überprüft werden und getauscht, falls sie nicht SAT-tauglich sind. Es sind keine speziellen Receiver erforderlich, jeder Digitalreceiver ist geeignet. Nachteile: Jeder Receiver bekommt ein "Einheitsband", das von einem Einschleusverstärker , z.B. diesem hier aus dem gesamten Programmangebot des Astra ausgeschnitten und wieder neu zusammengesetzt wird. Astra sendet über 4 Bänder: Hochband/Tiefband und das Ganze in Horizontal und Vertikal. Falls mehrere Receiver über nur ein Kabel angeschlossen sind, ist keine bidirektionale Kommunikation zwischen Receiver und Schalter möglich, so daß der Receiver auch kein bestimmtes Band anfordern kann (denn das würde unter Umständen der Anforderung eines anderen Receivers widersprechen, der Empfang wäre gestört. Also bleibt nur das Einheitsband und die Beschränkung auf ¼ des Gesamtangebots des Astra. Zur Zeit ist es durch geschickte Programmierung des Einschleusverstärkers zwar möglich, über das Einheitsband alle wichtigen deutschen Programme zu liefern, aber jedesmal, wenn ein Frequenzwechsel stattfindet, seid ihr erst einmal "außen vor". Und spätestens 2012, wenn die freien Analogtransponder mit digitalen Programmen wieder neu belegt werden, ist das Chaos komplett. Auf gut Deutsch: Mit dem Einschleusverstärker habt ihr im Moment zwar auf einfache Weise nahezu alle relevanten deutschen Programme zur Verfügung, aber ihr handelt euch eine Dauerbaustelle ein - und zukunftssicher ist es - im Gegensatz zur Aussage in der Werbung - auch nicht. Deshalb sind diese Einkabellösungen hauptsächlich zur Versorgung großer Objekte (Hotels, Krankenhäuser etc.) gedacht, wo der Aufwand für das Umprogrammieren und Erweitern im Vergleich zu einer sternförmigen Neuverkabelung kaum ins Gewicht fällt. 3. Ihr installiert eine Unicable-Lösung (nicht zu verwechseln mit der herkömmlichen "Einkabellösung) Vorteile: Das gesamte Spektrum des Astra-Satelliten wird verteilt, Einschränkungen hinsichtlich der empfangbaren Programme gibt es nicht. Auch 2012 muß an der Anlage nichts geändert werden. Eine Änderung an der bestehenden Kabelstruktur ist nur dann erforderlich, wenn mehr als 8 Wohnungen an einem Kabel angeschlossen sind. Die gesamte Anlage kann relativ preisgünstig erstellt werden, zwar ist ein Unicable-Router teurer, als ein Multischalter, dafür fällt aber zusätzlicher Verkabelungsaufwand weg. Nachteil: Es sind spezielle, unicable-taugliche Receiver nach EN 50494 erforderlich. Eine wirklich gravierende Einschränkung bedeutet das aber nicht, da von verschiedenen Firmen (TechniSat, Kathrein, Smart, Vantage um nur einige zu nennen) passende Receiver in verschiedener Ausstattungs- und Preisklasse angeboten werden. Da ist für jeden was dabei. Das Unicable-System funktioniert vereinfacht gesagt so, daß ein "Router" das angeforderte Programm auf eine bestimmte Frequenz umsetzt, die der Receiver dann empfängt. Insgesamt stehen, je nach Typ des Routers, bis zu 8 verschiedene Frequenzen zur Verfügung, von denen jede einem Receiver fest zugeordnet ist. Der Receiver verbleibt, nach der Erstinstallation, immer auf dieser Frequenz. Deshalb sind an einem "Strang" auch immer nur maximal 8 Receiver möglich. Weiterhin fordert ein Unicable-System von den einzelnen Teilnehmern etwas Disziplin. Ein falsch konfigurierter Receiver kann den gesamten Strang lahmlegen! Falls die Gefahr besteht, daß jemand an der Einstellung herumspielt (das könnte eventuell bei vermieteten Ferienwohnungen so sein), so kann auf zwei Wegen für Abhilfe gesorgt werden: 1. Man sperrt das Einstellmenü per Kindersicherung 2. Es werden spezielle Antennendosen eingebaut (Kathrein ESU 33), die den Receiver bei falscher Einstellung sofort vom übrigen Strang trennen - das Spielkind sitzt im Dunkeln. ![]() Fazit: Bei einer Anlage in eurer Größenordnung ist meiner Meinung nach die Signalverteilung per Multischalter zu empfehlen, wenn die Verkabelung sternförmig ist, oder leicht geändert werden kann. Ist das nicht der Fall, so ist eine Unicable-Anlage nach EN 50494 dann gut geeignet, wenn die Verkabelung so beschaffen ist oder geändert werden kann, daß sich Stränge von nicht mehr als 8 Teilnehmern ergeben. Ist auch das nicht möglich, habt ihr keine andere Wahl: es bleibt nur noch die herkömmliche Einkabellösung. Soviel erst einmal grundsätzlich zu den gegebenen Möglichkeiten. Nun müßt ihr prüfen, wie das mit der Verkabelung aussieht und euch dann auf ein System einigen. Danach kann man konkret planen. Wann soll es denn losgehen? Allzu lange warten solltet ihr meiner Meinung nach nicht, damit zu Beginn der Saison alles erledigt ist. Schreib mal zurück, wie es weiter geht.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
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| Kommt darauf an. Ich halte einen Betrag von 4.500 nur dann für angemessen, wenn die Umrüstung aufgrund der baulichen Gegebenheiten mit außergewöhnlich viel Arbeit verbunden ist, oder ihr für die Empfänger richtig tief in die Tasche greifen wollt. Bei 12 Receivern sollte wohl schon etwas Mengenrabatt möglich sein. Selbst ein guter HD-Receiver wird bei der Stückzahl für 110 bis 115 zu bekommen sein. Rechnen wir mal ganz großzügig 1.500 für die Receiver und noch einmal 1.000 an Arbeitskosten. Dann blieben noch 2.000 für das Material. Ich weiß ja nicht, was erneuert werden muß, aber selbst wenn - bis auf die Kabelstränge - alles zu machen ist und Top-Qualität gewünscht wird (Kathrein oder Triax TDE Antenne, Alps LNB, Jultec Unicable-Router, Kathrein ESU 33 Antennendosen, Kabel von Spaun, Hirschmann oder FTE usw.) kommt man mit 2.000 ganz locker aus. Unicable und herkömmliche Einkabellösung tun sich übrigens nicht viel im Preis. Nur die Technologie ist eine andere. An eurer Stelle würde ich mit dem Umbau nicht allzu lange warten. Der Grund: Spätestens 2012 werden die Analogprogramme abgeschaltet. Bis dahin müssen etliche 10.000 Satellitenanlagen umgerüstet werden. Im Moment ist es noch relativ ruhig, aber ich rechne damit, daß spätestens im Herbst dieses Jahres die Nachfrage erheblich anziehen wird mit der Gefahr von Preissteigerungen und Lieferengpässen. Es ist wie mit dem Heizöl: Im Sommer warten viele Hausbesitzer darauf, daß das Heizöl möglichst noch einen Cent billiger wird und warten und warten ... Und irgendwann kommt der Herbst und die ersten kalten Tage, sodaß geheizt werden muß. Und dann wird das Heizöl garantiert nicht billiger. Wie gesagt, macht nicht den gleichen Fehler!
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