Problemlösung Sat + Kabelinternet einspeisen


Alt 02.12.2009, 23:23   # 1
luce
 
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Hallo miteinander,
hoffe, dass euch mein erster Post nicht zu so viel Kopfschmerzen wie bei mir verursacht, denn in Sachen Hochfrequenztechnik hab ich leider nur wenig Ahnung.
In unserem Haus besteht eine Sternverkabelung, in jede Wohnung führt jeweils nur ein doppeltgeschirmtes Koaxialkabel. Viele Parteien nutzen nur Kabelfernsehen, wenige Parteien nutzen über ihre Leitung Kabelfernsehen + Kabelinternet.
Im Hause gibt es auch eine Satellitenanlage (Astra + Hotbird) für bis zu 8 Parteien. In den Multiswitch wird auch das Kabelfernsehen über den terestrischen Eingang eingespeist.
Nun wollen zwei Parteien im Hause, die das Kabelinternet nutzen auch zusätzlich das Satellitenfernsehen empfangen.
Gibt es für dieses Problem, das einspeisen von beiden Signalen Satelitenfernsehen und Kabelinternet in ein Koaxialkabel eine technisch problemlose Lösung ? Was ist technisch an dieser Stelle möglich (ohne zusätzliche Koaxkabel zu verlegen) ?
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Alt 02.12.2009, 23:27   # 2
polskafan
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Das geht. Mit einem seperaten rückkanalfähigen BK Verstärker und einem passiven Multischalter.

Obs inzwischen aber Kabeldosen mit Modem und Satanschluss gibt weiß ich nicht. Sollte wohl was in Entwicklung gewesen sein. Notfalls die Zuleitung mit einer Einschleuseweiche (die schleust genauso gut auch aus ) wieder auftrennen und auf 2 seperate Dosen führen.

Ob die Kabelanbieter das gerne sehen hängt von deinem Installateur ab. Ist soweit ich weiß noch nicht überall erlaubt, aber da müsste sich Dipol mal zu Wort melden.

- polskafan

-----Doppelpost zusammengeführt am 2.12.2009 um 22:50:48-----

Wie ich sehe hat er das im Digital Fernsehen Forum sogar schon, die Dosen sind wohl inzwischen ethältlich. Ich verlinke einfach mal den Beitrag.
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Alt 03.12.2009, 22:00   # 3
luce
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Hallo polskafan, erstmal vielen Dank für die fixe Info!
Wie würde denn das konkret funktionieren mit deinem Vorschlag?
Den seperaten rückkanalfähigen BK Verstärker als ev. Verstärkungsglied für das Kabelinternetsignal um es an das Satellitensignal anzupassen? Was soll der passive Multischalter bezwecken, da die Satellitenanlage samt Multiswitch (Technisat) ja schon besteht?
Der Link zum Beitrag von dipol und der erwähnten 4pol. Multimediadose passt genau, hab aber im Netz und beim Hersteller keine weitere Info technischer Art oder Bezugsmöglichkeit gefunden.
Der Thread in dem der Post von dipol ist, behandelt genau mein Problem. Ist die Lösung so wie sie dargeboten wird, denn für alle Fälle geeignet?
Wie du siehst Fragen über Fragen...

Grüsse

Luce
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Alt 03.12.2009, 22:12   # 4
polskafan
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Ich glaub technisch astrein ist die Lösung nicht. Der Rückkanalfähige BK Verstärker ist deshalb nötig, weil die eingebauten aktiven in Sat Multischaltern nur den Vorwärtsweg verstärken. Deshalb muss der terrestrische Pfad im Multischalter passiv geschaltet werden und das ganze mit einem externen Verstärker entsprechend ausgeglichen.

Kabelinternet funktioniert aber nur in einem relativ engen Pegelfenster, ich meine irgendwo 60-77dBµV. Außerdem ist die Teilnehmerentkopplung zu beachten. Deshalb würde ich auch wie in dem anderen Thread dazu tendieren von alleingängen Abzuraten und einen Fachbetrieb mit den passenden Messgeräten zu konsultieren. Man muss ja auch noch den Potentialausgleich und Erdschleifen (Stichwort: galv. Trennglied) beachten. Ich hatte Dipol hier schonmal gefragt wie man sowas am Besten realisiert und einen passenden Installeteur findet.

Kabelmodem im Keller oder ein seperates Kabel dafür wäre natürlich einfacher.

- polskafan
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Alt 06.12.2009, 02:01   # 5
luce
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Danke für die Antwort.

Werde mal wegen der Angelegenheit Fachfirmen in meiner Nähe anrufen, hab aber das Gefühl, dass ich da lage suchen muss, bis ich jemand kompetentes finde (der örtliche hat schon abgewinkt).

Hat aber keiner hier Erfahrung darüber, wie das Problem konkret gelöst wurde?
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Alt 06.12.2009, 04:12   # 6
polskafan
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Ich könnte Dir den groben Aufbau skizzieren, leider ist aber ohne Messgerät nicht einzuschätzen welche Bauteile genau verwendet werden müssen und wie diese eingestellt werden, damit die Pegel überall stimmen. Da es auch gefährlich sein kann und man über den Rückweg, da dieser ja aus deiner Wohnung heraus in das komplette TV Netz verstärkt wird, auch Probleme im Kabel Netz verursachen kann, wofür du womöglich dann für die Störungsbeseitigung aufkommen musst, möchte ich das aber nicht tun, nicht, dass ich dir dann damit mehr schade als helfe.

Ist es nicht so, dass die Installation des Kabelmodems normalerweise von einem von der Kabelgesellschaft beauftragten Techniker durchgeführt wird? Ruf doch einfach mal dort an und weise auf bei der Bestellung explizit auf deine Situation hin. Es wäre wohl der einfachste weg, einfach über den Regionalen Koordinator ein Unternehmen genannt zu bekommen, welches dafür zertifitiert und qualifiziert ist. Das das nicht jeder Techniker kann ist klar, das geht weit über eine normale Installation mit Satschüssel oder einfach nur eine Dose anklemmen hinaus. Dabei muss zunächst mal der Ausgangspegel bestimmt werden, und damit und mit dem Multischalter, der Kabel und Dosen Dämpfung ein passender Verstärker gewählt, welcher dann auch noch richtig eingestellt werden muss. Außerdem muss auf Teilnehmerentkopplung und die passenden Frequenzfilter in den Dosen geachtet werden. Selbst dann muss auch noch um Vorschriftskonform zu sein die galvanische Trennung und der potential Ausgleich hergestellt werden. Ersteres um Masseschleifen zu verhindern (das brummt sonst so schön, sobald man seinen TV an die Dose anschließt) und zweiteres, damit sich innerhalb der Anlage keine Potentiale verschleppen und auch von draußen keins in die Anlage eingespeist wird.

Davon abgesehen dass es wohl gar nicht so einfach ist an die oben genannten passenden Dosen zu kommen, als Privatmann, wie du schon selbst festgestellt hast.

Es ist also wirklich echt schwierig so eine Installation durchzuführen, vor allem für den Laien. Ein zusätzliches Kabel um die Anlage zu umgehen ist nicht möglich? Wenn ich mir überlege was alleine Dosen, ein passender passiver Multischalter, ein Verstärker und die Fachgerechte Installation kosten, würde ich fast einfach ein neues Kabel ziehen. Das ist meist sogar bei den Kabelgesellschaften vom HÜP zur ersten Kabeldose, wo das Modem gesetzt werden soll kostenlos. Wenn zwei Parteien gerne Kabelinternet möchten, springt vielleicht sogar noch ein kostenloser Verstärker mit raus. Galvanische Trennung und potential Ausgleich werden dabei auch angeschlossen.

- polskafan
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Alt 06.12.2009, 22:38   # 7
luce
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Das ist ja gerade die Misere, dass die beiden Parteien schon Kabelfernsehen + Kabelinternet haben, aber jetzt noch zusätzlich Satfernsehen haben wollen. Wäre der Fall andersherum gelaufen, hätte KabelBW ein zweites Kabel in jede Wohnung ziehen müssen und der Käse wäre gegessen.
Habe deren Kundendienst angerufen und als Resultat bekommen, dass es technisch nicht machbar wäre und ein zweites Kabel gezogen werden muss.
Werde natürlich noch andere fragen ob das stimmen kann und dann wieder berichten.

Grüsse Luce
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Alt 07.12.2009, 00:07   # 8
polskafan
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Also das hier dürfte auf jeden Fall gehen und ich halte es für HF technisch unbedenklich, wenn du nich gerade China Komponenten verbaust (Combiner würde ich z.B. von DELTA nehmen):

attachment

Notfalls zwischen dem 2. Combiner und der Sat Dose noch einen Rückwegsperrfilter und zwischen dem 1. Combiner zum HÜP (bzw. das nächste Bauteil davor) noch einen DC Blocker. Das sollten die Combiner aber auch leisten, den terrestrischen Pfad vor DC zu schützen und keine Einkopplungen im Rückweg durch den Satpfad zu erlauben. Aber bevor der Messwagen bei dir anrollt und du für eine Entstörung Aufkommen musst, lieber auf Nummer sicher gehen.

Damit hast du zwar nicht überall am Multischalter Kabelinternet anliegen, aber 2 Wohnungen kannst du notfalls damit ausstatten. Eventuell kannst du dich ja nochmal mit Dipol in Verbindung setzen ob so eine Lösung denkbar ist. Umgesetzt hab ich das nämlich nocht nicht, sehe aber auch nichts was dagegen spricht. Was entstehen kann sind Erdschleifen, solange jedoch Multischalter/Sat Anlage und Potentialausgleich der Kabelanlage auf dem gleichen Masseanschluss liegen, sollte das nicht auftreten. Ansonsten hättest du ein hässliches brummen in den TV Geräten, das wäre nicht so schön.

- polskafan
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Alt 08.12.2009, 00:10   # 9
luce
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Hallo polskafan,
habe heute bei DELTA angerufen und den Techniker gefragt, ob man die Einspeiseweiche die sie anbieten für den Zweck auch so einsetzen kann (so wie du es auch gezeichnet hast). Er hat sich intern erkundigt und gesagt, dass man es so machen kann, aber um Probs zu vermeiden, dann die Pegel anpassen muss. Das Satsignal soll mindestens 10dB tiefer eingestellt sein als das Kabelsignal, ist es zu hoch eingestellt, würde das den Rauschpegel erhöhen, und sich negativ auswirken (Bitfehlerrate erhöht sich auf dem entspechendem Übertragungsband).
Man muss halt ausprobieren und bei Problemen dann fachmännisch korrigieren. Also mit Risiko verbunden und deshalb nichts für den Laien, wenn es nicht problemlos klappt.
Die neue 4 pol. Multimediadose (Sat + Kabelinternet) soll im Januar auf den Markt kommen und erhältlich sein, hat aber dann, wie die Einspeiseweiche auch, noch keine Zertifizierung der Kabelbetreiber. DELTA will im nächsten halben Jahr noch weitere Produkte auf den Markt bringen, um eine einwandfreie technische Lösung des "Einkabelproblems" in Zukunft anbieten zu können.
Danke nochmals für deine ausserordenlich engagierte Unterstützung in der Sache, ich habe einiges dazu gelernt. Muss jetzt mal für mich überlegen wie ich die Sache konkret angehe.

Liebe Grüsse Luce
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Alt 08.12.2009, 01:18   # 10
polskafan
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Das ist natürlich korrekt, wenn die Pegel stark unterschiedlich sind, gibts Probleme. Auch wenn ich denke, dass das Schutzband zwischen 862-950Mhz eigentlich ausreichend groß dimensioniert ist. Das Kabelsignal ist normalerweise bei der Installation auch an den Normpegel (ich meine irgendwas zwischen 62dBµV und 74dBµV, sollte man aber nochmal genau in Erfahrung bringen) angepasst worden und ein Satelliten Signal sollte 77dBµV nicht überschreiten, da ansonsten viele Receiver übersteuert werden. Standardkomponenten verstärken deshalb auch nicht über diesen Pegel hinaus. Die Chance ist also ziemlich gering, dass es zu Störungen kommt, DELTA wird sich damit aber mit Sicherheit besser auskennen.

Du kannst ja um Sicher zu gehen dass alles passt, nach dem Multischalter ein regelbares Dämpfungsglied einbauen. Das drehst erstmal komplett auf maximale Dämpfung. An die Satdose schließt du dann einen Receiver an und drehst dann das Glied zurück bis der Empfang gerade noch vorhanden ist. Das sollte die SNR normalerweise nicht verringern. Das siehst du dann ja an der Qualitätsanzeige des Receivers, maximal so weit aufdrehen, bis diese wieder den Maximalwert erreicht hat. Hat keine Auswirkungen auf die Systemgüte, des Satpfades, du schützt damit aber den Kabelpfad vor Übersprechen.

Danke nochmal für die Rückmeldung, war sehr interessant.

*EDIT* Hab gerade für Kabel BW die Werte -3 bis +6 dBmV gefunden. Wenn ich mich recht erinnere sind das 57dBµV bis 66dBµV könnte also doch knapp werden.

- polskafan
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