Hallo Gmeinde,
Bin gerade beim umsteigen von Kabel auf eine Satanlage.
Habe sie mir auch schon zusammengestellt.
Meine Bitte wäre:
wie dick oder stark muss dass erdungskabel vom dach durch den ungenutzen schornstein zur
potentialschiene sein?
Wo und was würdet ihr besser machen?
Sieht auf den ersten Blick vollkommen in Ordnung aus. Technisat Komponenten sind zwar eventuell etwas teurer, aber von guter Qualität. Das Satkabel ist 4fach geschirmt und damit ebenfalls von gehobener Qualität. Den Schornstein kannst du verwenden, wenn dieser nicht mehr gebraucht wird. Ich meine mich aber zu erinnern, dass das mit dem Kaminkehrer abgesprochen sein muss. Mag mich da aber auch täuschen. Einen Potentialausgleich hast du auch vorgesehen. Üblicherweise erdet man aber die Antennenkabel am Mast mit. Das hat etwas mit der Vermeidung von Erdschleifen zu tun. Du müsstest also im Kamin einmal mit 16mm² von der Potentialausgleichsschiene nach oben zum Mast und mit 4mm² vom Mast wieder nach unten an den Erdungsblock. Ist zwar ein wenig bescheuert, aber so sind nunmal die Vorschriften.
Das einzige was mir auffällt, ist das die Strecken wohl teilw. bis an die 40m gehen. Das ist schon fast die Schmerzgrenze. Bei noch mehr wäre ein Multischalter anzuraten, da die Receiver das LNB fernspeisen müssen. Mit jedem Meter Kabel steigt nun der Gleichstromwiderstand und damit die Belastung für das Receiver Netzteil. Viele Herstellern sparen aber hier und dann ist es möglich dass du nur etwas empfängst, wenn 2 Receiver gleichzeitig laufen und sich die Belastung damit teilen. Was bei 40m auf jeden Fall Kritisch wird ist Sat Empfang am PC. Diese können meist nur 300mA von der PCI Schnittstelle weiterleiten und steigen damit noch früher aus, als die meisten Receiver. Du kannst es aber auf jeden Fall so versuchen, ein Multischalter wäre nach dem Erdungsblock ja gleich eingebaut, falls es Probleme gibt.
Das nächste was mir noch auffällt, du hast nirgendwo einen Twin Receiver mit eingebautem Videorekorder vorgesehen. Die brauchen, damit sie richtig funktionieren auch 2 Anschlüsse. Zumindest im Wohnzimmer sollte man also einen 2. Anschluss planen. Es genügt ein blindes Koaxkabel hier mit einzuziehen. Wenn man den 2. Anschluss dann braucht weil ein Twin Receiver kommt, kann man einfach das blinde Kabel aktivieren und anschließen. Nichts ist ärgerlicher als später mal ein Kabel zu wenig zu haben.
Hoffe das hilft Dir.
- polskafan
24.11.2009, 16:35
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3
weichspüler
Threadstarter
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Hallo und Danke für die Begutachtung.
Mit der Erdung meinte ich es hier irgendwo so gelesen zu haben.
Vom Mast mit 16 er ErdKabel runter zur PAS und die Satkabel an den Erdungblock und der Erdungsblock mit 4er Erdkabel an PAS.
Zum zweiten bin ich auch eigentlich auch Deiner meinung das es vielleicht doch besser wäre über einen Multischalter zu gehen.
Zum Dritten an den Kabeln kann ich leider nichts mehr verändern die sind da.
Also Die Satschüssel ist gesetzt =Technisat Grün
Multischalter ?
LNB oder LNB´s?
24.11.2009, 17:14
#
4
polskafan
Team SAT-Technik
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Beiträge: 555
Dipol hat zum Thema Erdschleifen und Erdung am Mast bei Installation des Multischalters im Keller hier mal was geschrieben. Ich kann als Laie was VDE Normen angeht kein Problem durch das Erden direkt an der PA Schiene erkennen. Keine Ahnung wo sich da eine Erschleife bilden soll. Vielleicht hat Dipol ja inzwischen diesen Fall mal mit einem Obmann der VDE/DKE diskutiert und es ist was rausgekommen. Gegen die eigentliche Norm scheint es jedenfalls zu sein.
LNB in Verbindung mit einem Multischalter wäre auf jeden Fall ein Quattro LNB. An einer Technisat Antenne natürlich eins von Technisat, wie sich das Quattro LNB von Technisat schimpft hab ich grad nicht zur Hand, solltest du aber rausfinden können. Standard LNB passen an TechniSat Antennen leider nur mit Adapter, was etwas besscheiden aussieht. Die Anzahl der LNB richtet sich danach ob du einen oder mehrere Satelliten empfangen möchtest. Da du 4 Kabel vom Dach in den Keller vorgesehen hast, bleibt nur ein Satellit. Für einen weiteren müsstest du nochmal 4 Kabel nachziehen.
Ein Technisat Multischalter wäre zum Beispiel der TechniSat TechniSwitch 5/8 G. Den kannst du entweder wie ein LNB über die Fernspeisung der Receiver betreiben, oder wenns knapp wird bzw. manche Receiver mucken machen ein Netzteil anschließen, welches dann die Speisung des LNB übernimmt. Der Schalter ist was die Stromaufnahme angeht schon sehr sparsam. Dieser hier ist ebenfalls sehr sparsam, da er wenn kein Receiver läuft in einen Stand-By Modus schaltet und die LNB Versorgung deaktiviert.
- polskafan
24.11.2009, 22:04
#
5
King W.
Team SAT-Technik
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Das mit dem Potentialausgleich läßt sich wohl erklären.
Meiner Meinung nach macht es schon Sinn, den Potentialausgleich auch dort anzuschließen, wo der Blitzschutz angeschlossen wird, also direkt am Mast. Im Normalbetrieb liegen Mast und PAS durch das 16 mm² Kabel auf gleichem Potential.
Was aber passiert, wenn tatsächlich mal der Blitz einschlägt? Er sucht sich den bequemsten Weg zur Erde - über das dicke 16 mm² Kabel. Die Stromstärke beträgt dabei durchschnittlich ca. 20.000 A, in seltenen Fällen sogar bis zu 300.000 A. Zwar hält das Kabel auch diesem gewaltigen Strom für die Dauer des Blitzes (meist nicht mehr als 5/1000 s) stand, aber eine einfache Rechnung, bei der eine Kabellänge von 15 m angenommen wird, ergibt folgendes:
1) die Querschnittsfläche des Drahtes rechnet sich zu
A=π*d²/4 = 3,14*256/4 = 201 mm²
2) Der spezifische Widerstand ρ von Kupfer ist 0.0178, daraus ergibt sich der Widerstand der Erdleitung
R=ρ*l/A = 0.0178*15/201 = 0,00133 Ω
3) Schlägt jetzt wirklich mal solch ein "Hammerblitz mit 300.000 A ein, so ergibt sich nach dem Ohm'schen Gesetz
U=R*I = 0,00133*300000 = 399 V
4) die im Augenblick des Einschlags als Wärme freiwerdende Leistung errechnet sich zu
P=U*I = 399*300000 = 119700000 W = 119,7 Megawatt!
Fazit:
Im schlimmsten, aber Gott sei Dank sehr seltenen Fall kann eine Spannung zwischen der Antenne und der PAS auftreten, die bis zu 400V beträgt - trotz dickem Erdkabel. Bei einem fehlerhaft an die PAS angeschlossenen Potentialausgleichs machen sich diese 400V direkt an der Antenne bemerkbar. Im ungünstigsten Fall hält irgendwo die Isolierung nicht stand und ein Teil des Blitzstroms sucht sich seinen Weg über das Antennenkabel. Was das bedeutet, kann man sich leicht selbst ausrechnen.
Die freiwerdende Leistung scheint im ersten Moment extrem hoch zu sein, sie entspricht in etwa 10% der Leistung von Block A des Biblis-Kraftwerks. Die errechnete Leistung ist aber nur ein sehr seltener Extremfall und tritt auch nur wenige Millisekunden lang auf. Nur deshalb ist es auch möglich, mit einem vergleichsweise dünnen Kabel als Blitzableiter auszukommen.
Das Kabel wird bei einem Blitzeinschlag aber sofort heiß, und darf deshalb nicht durch Räume verlegt werden, in denen brennbares oder explosives Material gelagert wird.
Das war jetzt mal etwas OFF-Topic, ich wollte mit dieser Beispielrechnung aber mal demonstrieren, daß ein vernünftiger Blitzschutz und ein Potentialausgleich kein überflüssiger Luxus ist!
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
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24.11.2009, 23:08
#
6
polskafan
Team SAT-Technik
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Beiträge: 555
Wäre es nach dieser Erklärung nicht sogar besser den Erdungsblock für die Koaxialkabel direkt auf die PA Schiene zu führen, anstatt ihn am Mast zu Erden? Sollte ein Blitz einschlagen, hab ich doch, wenn die Koaxialkabel am Mast geerdet sind, diese direkt mit den 400V verbunden und mir somit den Blitz direkt ins Haus auf alle Antennenleitungen geholt. Im Zweiten Fall müsste der Blitz erstmal auf die Antennenkabel überspringen und kann selbst wenn er das schafft, abgeschwächt wie er dann durch die Isolierung wäre, immernoch im Keller direkt abgeleitet werden.
Wenns wirklich nur darum geht Erdschleifen zu vermeiden, hab ich diese immernoch nicht gesehen.
So oder so steht außer Diskussion, dass es ohne Erdung und Potentialausgleich bei Blitzeinschlag noch viel schlimmer wäre.
- polskafan
24.11.2009, 23:32
#
7
King W.
Team SAT-Technik
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Auf den ersten Blick hast du Recht. Die Gefahr, daß es zu einem Überschlag kommt, ist aber dort, wo der Blitz direkt einschlägt, am größten. Und das ist nun mal die Antenne. Hinzu kommt, daß es bei einem Gewitter in der Regel auch stark regnet, so daß alles naß ist.
Die kurzfristige Überspannung macht ja nicht viel aus. Die Geräte selbst sind dadurch jedenfalls nicht gefährdet. Der Grund: sie verfügen über keinen eigenen Erdanschluß. Betrachte mal einen Receiver, einen Multischalter oder einen Fernseher. Dort wirst du nirgends einen Schuko-Stecker finden. Somit hängt praktisch die gesamte Elektronik "in der Luft".
Und wer bei einem Gewitter direkt über einem, wo jederzeit ein Blitz einschlagen könnte, am Antennenkabel herumspielt, dem ist ohnehin nicht zu helfen.
Jedenfalls sorgt der Anschluß des PA am Mast dafür, daß "oben" immer alles auf gleichem Potential liegt. Meiner Meinung nach ist das schon sinnvoll.
Übrigens: die 300.000 A sind wirklich extrem seltener "Worst Case". Die ganze Angelegenheit wird dadurch entschärft, daß die meisten Blitze ja nur mit ca. 20.000 A ankommen. Immer noch ein gewaltiger Strom, aber der Blitzableiter bügelt die Spannung auf 27V herunter. Dann ist es eigentlich egal, wo man den PA anschließt.
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26.11.2009, 17:51
#
8
weichspüler
Threadstarter
Registriert seit: 21.11.2009
Beiträge: 5
Hallo polskafan, King W. und Gmeinde habe es versucht
Eure Tipps in in dieser skizze umszusetzen.
Gruss
26.11.2009, 21:31
#
9
polskafan
Team SAT-Technik
Registriert seit: 18.03.2009
Beiträge: 555
Jo, so is perfekt, damit hast du lange Freude an der Anlage. Ich würd aber den Multischalter einfach am Erdungsblock mit anschließen. Der hat ja noch ne zweite Klemme um weiter zu fahren auf den nächsten Erdungsblock/Multischalter. Sparst du dir ein paar Meter Kabel dadurch.
- polskafan
26.11.2009, 23:54
#
10
King W.
Team SAT-Technik
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Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Alles klar, grünes Licht auch von mir.
Damit wirst du eine langlebige und perfekt funktionierende Anlage aufbauen.
27.11.2009, 08:31
#
11
FT-98
Registriert seit: 26.06.2009
Beiträge: 20
Hallo,
da habe ich doch gleich mal einige Fragen zu!
Meine Antenne hängt am Hausgiebel. Würde das dann mit der Erdung bei mir genau so aussehen?
Also: von der Potentialausgleichsschiene mit einem 16mm2 Kabel zum Antennenhalter, dort an eine Erdungsschelle (z.B. Erdungsschelle FMS7 - Zubehr - SEH Produkte Detail).
Und dann? eine zweite Schelle nehmen und das 4mm2 befestigen, oder bekomme ich das an der anderen Schelle mit fest?
Braucht man überhaupt ein Erdungsblock?
Kann ich auch von der Potentialausgleichsschiene direkt zum Multischalter gehen?
oder kann ich auch das Kabel (4mm2) was vom Antennenhalter zurückkommt direkt an den Multischalter anschließen?
Danke
Gruß Frank
27.11.2009, 14:46
#
12
polskafan
Team SAT-Technik
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Du kannst auch direkt auf den Multischalter gehen. In der Norm ist es vorgeschrieben nicht den Multischalter, sondern direkt alle Koaxialkabel zu erden. Das hat den Grund, dass der Potentialausgleich auch noch vorhanden sein soll, wenn jemand bei Arbeiten an der Anlage den Multischalter entfernt. Da bei Gewitter niemand an der Antennenlage den Multischalter ausbaun wird und vom LNB ohne weitere Stromversorgung auch kein Potential eingeschleppt werden kann, ist das ohnehin nur für die Receiverableitungen sinnvoll. Wenn man nur 2 Receiver im Haus hat, kann man da auch einfach die Stecker ziehen bevor man an der Anlage bastelt. Nach Norm wäre das allerdings nicht. Wenn die Versicherung im Schadensfall wirklich penibel wäre, sollte man also auf die Erdungsblöcke nicht verzichten, notwendig, wenn der Multischalter geerdet ist, sind sie meiner Meinung nach nicht.
- polskafan
27.11.2009, 16:58
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13
King W.
Team SAT-Technik
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Da signalisiere ich mal Zustimmung. Das Wechseln des Multischalters ist dermaßen selten, daß es in dem Fall wohl zumutbar ist, die Receiver vom Netz zu trennen. Die angegebene Erdungsschelle ist für den Potentialausgleich ideal, aber ob 2 Kabel, eins davon 16 mm² in die Klemme passen, müßtest du mal probieren. Ich selbst biege das Erdkabel meist zu einer Öse und befestige es mit einer der Halteschrauben und zwei dicken Unterlegscheiben an der Aufdachhalterung. Dann sitzt es bombenfest und gibt guten Kontakt.
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Nokia? Nein danke!
28.11.2009, 07:55
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14
weichspüler
Threadstarter
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Hallo polskafan, King W. und Gmeinde,
ganz grossen DANK.
Habe auch den letzten Rat von polskafan umgesetzt, sie Skizze.
GRUSS
28.11.2009, 09:10
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15
King W.
Team SAT-Technik
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Sieht doch schon mal sehr gut aus. Antenne und Multischalter vom Feinsten - was soll da noch schief gehen?
Kleine Anmerkung noch:
Du hast einzelne Antennensteckdosen eingezeichnet. Ich gehe mal davon aus, daß du die Anlage zukunftssicher gestalten möchtest. Da empfiehlt es sich, überall dort, wo mal ein Twin-Receiver stehen könnte, zwei Kabel zu verlegen und eine solche Antennensteckdose zu montieren. Genug Ausgänge am Multischalter hast du ja.
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29.11.2009, 21:18
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16
weichspüler
Threadstarter
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Beiträge: 5
hallo Double King W. ,
leider sind schon die Kabel verlegt und das nur einfach.
Ich bräuchte noch vier vernünftige Sat -Dosen die alten sind 08/15 Antennendosen.
Sollte man wirklich vergoldete F-Stecker nehmen?