Umbau bestehende SAT-Anlage

Alt 26.10.2009, 18:37   # 1
firechris
 
Registriert seit: 26.10.2009
Beiträge: 8
Hallo zusammen!

wir sind bereits im besitz einer digitalen SAT-anlage mit vier teilnehmern. vom LNB gehen vier kabel weg. jeweils eins zu jeder dose. weil wir ein zimmer umbauen, müsste eine dose versetzt werden. diese dose würde ich dann in reihe an andere dose anschliessen. falls es möglich ist.
kann ich die dann einfach anschliessen oder würde es da zu problemen kommen?

danke schon mal im vorraus!
  Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2009, 18:55   # 2
polskafan
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 18.03.2009
Beiträge: 555
Das funktioniert beim bisherigen Aufbau wahrscheinlich nicht. Ist eine Sternverteilung aufgebaut, so schließt man diese üblicherweise an ein normales Universal LNB an. Diese sind so aufgebaut, dass jeweils nur der Teil des kompletten Spektrums von Astra umgesetzt wird, der gerade benötigt wird. Insgesamt ist Astra also in 4 Bänder aufgeteilt. Schließt du nun 2 Receiver an einen Anschluss des LNBs an und fordern beide Receiver unterschiedliche Bänder an, kommt es zu Empfangsproblemen, weil das LNB jeweils nur eines Umsetzen kann.

Nach Möglichkeit solltest du also wieder die Dose an ein eigenes Kabel anschließen. Alles andere würde größere Investitionen in die Anlage erfordern. Es gibt z.B. auch Unicable LNB mit denen mehrere Receiver pro Kabel angeschlossen werden können. Von Inverto beispielsweise ganz frisch ein neues mit 2 Legacy ausgängen. Hier würdest du dann die 2 Einzelstränge ungeändert wieder Anschließen können. Der 3. sogenannte Unicable ausgang, kann dann gleichzeitig mit 2 Unicable tauglichen Receivern betrieben werden. Hier wären aber das LNB + 2 Unicable Receiver + 2 Unicable Satdosen nötig. Grob geschätzt mindestens 150,-€.

Es wäre also deutlich einfacher einfach die Dose an das alte Kabel anzuschließen. Hierzu einfach etwas Satkabel, 2 F-Stecker (diese sind zum verlinkten Kabel passend, eventuell brauchst du für das, das in der Wand liegt kleinere) und eine F-Kupplung besorgen. Dort wo die Dose ist, baust du dann, einfach einen F-Stecker mit der Kupplung ein. Auf diese kommt dann das Kabelstück zur Verlängerung, ebenfals mit F-Stecker. Das andere Ende in die Dose, an neuer Position. Wie die Stecker montiert werden siehst du hier.

Wenn die Möglichkeit besteht kannst du natürlich auch das komplette Kabel bis zum LNB ersetzen. Solche Stoßstellen sind natürlich für das Signal immer ein wenig dämpfend. Außerdem wird die Schirmung dadurch schlechter, was vor allem beim Einsatz von DECT Telefonen Probleme auf einigen Frequenzen bereiten kann.

Hoffe die Antwort war hilfreich
Gruß polskafan
  Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2009, 19:05   # 3
King W.
Team SAT-Technik
 
Benutzerbild von King W.
 
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Danke, gute Antwort.
Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen.
Möglicherweise macht es Schwierigkeiten, die Kabel nach dem Verbinden in die Dose zu bekommen. Einfache Lösung: als Verbindung eine Durchgangsdose einsetzen.

Dann hast du an der neuen Stelle einwandfreien Empfang. Die grundsätzliche Problematik, wie sie polskafan beschrieben hat, bleibt aber bestehen. Die Durchgangsdose ist deshalb nur begrenzt nutzbar.
__________________
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
  Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2009, 12:23   # 4
firechris
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.10.2009
Beiträge: 8
erstmal vielen dank für die schnelle und fachmännische hilfe!

wenn ich das bestehende kabel verlängere muss ich es aber um zehn 90° bögen verlegen. versteckt hinter der sockelleiste.
verlier ich da arg viel an qualität?
  Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2009, 20:01   # 5
grimreaper
 
Benutzerbild von grimreaper
 
Registriert seit: 20.04.2007
Ort: Harz
Beiträge: 2.741
Du darfst nur den minimalen Biegeradius nicht unterschreiten, da sonst das Kabel kaputtgeht.

Beim Technisat 120dB Premiumkabel ist als Biegeradius 50mm angegeben, das 100dB Kabel hat nur 40mm, das extrem dicke Erdkabel 110mm.

Mit 50-60mm minimalem Biegeradius müsstest du also auch mit Kabeln anderer Hersteller auf der sicheren Seite sein.
  Mit Zitat antworten
Alt 28.10.2009, 16:18   # 6
firechris
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.10.2009
Beiträge: 8
unter dem begriff "biegeradius" kann ich mir jetz nichts vorstellen. hab auch im google nichts gefunden was mir weiter hilft. nur irgendwas mit 5-fachem aussendurchmesser.
hätte da wär eine einfache erklärung?
  Mit Zitat antworten
Alt 28.10.2009, 18:56   # 7
King W.
Team SAT-Technik
 
Benutzerbild von King W.
 
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Ein "Biegeradius" von z.B. 50mm bedeutet nichts anderes, als daß du das Kabel zu einem Kreis mit dem Radius 5cm bzw. Durchmesser 10cm biegen kannst, ohne daß es Schaden nimmt. Wenn du das Kabel stärker biegst, könnte es kaputt gehen. Allgemein haben dünnere Kabel auch einen kleineren Biegeradius, d.h. sie können besser "um die Ecke" verlegt werden.

Bei Verlegeproblemen hilft deshalb ein dünnes Kabel sehr. Allerdings beschränkt die höhere Kabeldämpfung dabei die Länge. Mehr als ca. 10m sollten es bei diesem Kabel nicht sein. Für das dünne Kabel sind diese F-Stecker zu verwenden.
__________________
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
  Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2009, 15:26   # 8
firechris
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.10.2009
Beiträge: 8
spitze! dann werd ich mir ein dünnes kabel beim fachmann holen und es verlegen. mit 10m könnt ich ganz gut hinkommen. dazu kommt halt noch die strecke bis zur schüssel.

vielen dank für die ganzen tips! selten ein so gutes und freundliches forum gesehn! wird auf jedemfall weiter empfohlen.
  Mit Zitat antworten

Alt 28.05.2012, 12:16 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 
   
Antwort
Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:16 Uhr.