Teuer und schlecht, so kann man das Kabelfernsehen schon charakterisieren. Vor allen Dingen teuer: 4684,38 habt ihr in der Zeit bezahlt, ich habe es mal nachgerechnet. (Euro= 2DM, der Einfachheit halber, sonst wäre es noch mehr geworden)
Eine gute Anlage mit 16 Anschlüssen hättet ihr 1993 ganz locker für 4000 DM realisieren können, einschließlich einfacher Receiver. Die hätte auch heute noch tadellos funktioniert, wäre aber technisch veraltet gewesen. Jetzt wäre ein neuer Multischalter und ein neues LNB fällig gewesen, um die Anlage digitaltauglich zu machen. Bei der Gelegenheit hättet ihr wohl noch die Kabel von der Schüssel zur Antenne erneuert - und das war's auch schon. Alles in Allem ca. 200 bis 250 Investition. Voraussetzung natürlich: Ihr hättet seinerzeit während der Sanierung die Kabel sternförmig verlegt.
Wenn ihr euch damals für eine vernünftige Antenne entschieden hättet, z.B. die Kathrein CAS 90, wäre hier keine neue Investition angefallen: Wirklich gute Antennen (Kathrein, Hirschmann, TechniSat, Gibertini oder Triax zum Beispiel) halten jedenfalls bedeutend länger als 15 Jahre.
Das eingesparte Geld (ihr hättet bis jetzt mehr als 2000 übrig) wäre euch jetzt zustatten gekommen und hätte gereicht, für jeden einen guten HD-Receiver zu kaufen.
Mal ein anderes Beispiel: Ich habe mal, das muß auch so ungefähr Anfang der 90er Jahre gewesen sein, ein Mehrfamilienhaus installiert (24 Anschlüsse, 2 Satelliten: Astra und Türksat). Es war auch ein Altbau, ohne Leerrohre zwar, aber mit jeder Menge toter Kamine.

Dort haben wir die Kabel verlegt. In den Wohnungen wurde dann per Bosch-Hammer und Bohrkrone jeweils ein Loch für eine Schalterdose gebohrt, das Kabel herausgeholt und die Schalterdose eingegipst. Mit der Antennendose haben wir das Loch dann wieder zugemacht - hat wunderbar funktioniert. Die gesamte Installation war mit ein paar Leuten an einem Wochenende erledigt.
Gebraucht haben wir ca. 1,2 km Kabel, zwei Antennen, zwei LNB's einen Multischalter + Kaskade, 30m 16er Kupferkabel für den Blitzschutz und noch jede Menge Kleinkram.
Mit seinen Mietern hat sich der Hauseigentümer dahingehend geeinigt, die Hälfte der Kabelkosten (also 8 DM seinerzeit) als "Antennengeld" zu nehmen. Das hat ihm 192 DM monatlich eingebracht, von dem Geld hat er die Antennenanlage finanziert. In weniger als 3 Jahren war sie amortisiert. Die Mieter waren auch zufrieden, sie hatten nur noch die Hälfte an Kosten und wesentlich mehr Programme. Von dem ersparten Geld haben sie sich die Receiver gekauft.
Mittlerweile nimmt der Vermieter 4 Antennengeld. Das sind 1152 jährlich, davon fährt er jeden Sommer für 4 Wochen in die Türkei in Urlaub.
Der einzige Gekniffene ist Unitymedia, die müssen auf ihre Kabelgebühr verzichten.

Aber das ist den Beteiligten herzlich egal.
Jedenfalls besser, und höher verzinslich als mit einer Antenne, kann ein Hauseigentümer sein Geld kaum anlegen. Klingt komisch, ist aber so.