bin auf das Forum aufmerksam geworden, da ich ein bisschen Nachhilfe in Sachen Satellitentechnik benötige.
Erstmal von Anfang an:
Ich lebe in einer großen Eigentümergemeinschaft von fast 100 Parteien. Bei einer Eigentümerversammlung ist uns ein Vorschlag unterbreitet worden, unseren bestehenden Kabelanschluss in eine Gemeinschafts-Satelliten-Empfangsanlage zu wandeln, da dies sich in etwa 3-4 Jahren bezahlt macht, gegenüber den anfallenden Kabelgebühren.
Uns ist von einem ortsansässigen Unternehmen eine Kabelkopfstation angeboten worden, wobei ich nach meiner Recherche im Netz, mir nicht sicher bin, ob dies eine optimale und zukunftsträchtige Lösung ist. Daher hoffe ich hier im Forum ein paar Antworten zu meinen Fragen zu bekommen.
Angeboten wird eine Kabelkopfstation der Firma Grundig, bestehend aus:
2x Grundig STC1200 Schrank und Steuerelektronik der Kopfstation
8x Twin Digital Cassette QPSK - QAM HDM 500 C
je Cassette ca 6-8 Programmplätze, ergibt über 100 digitale TV-
Kanäle - Empfang über DVB-C Receiver + ca. 70 digitale Radio-
programme
8x Twin Digital Cassette QPSK - PAL HDM 2370 P CI
je Cassette 2 Programmplätze, ergibt 16 analoge Kanäle - Empfang
über normalen Fernseher ohne Box
1x UKW Cassette HRM 325
fürs lokale terrestrische Radioprogramm
1x Twin Digital Cassette HDTV 610 CI TPS
stellt 2 HDTV Programme über DVB-C bereit
zusätzlich wird natürlich eine Satellitenspiegel 85cm mit einem 4fach LNB installiert (Fuba Quattro LNB DEK400/ LQE440)
Gesamtkosten inkl. Montage ca. 21.000 EUR
Genutzt wird die bisherige Verkabelung, wobei die Leitungen und Dosen bis in die Wohnungen, vor etwa einem halben Jahr auf den neusten technischen Stand gebracht wurden. Da mehrere Gebäude im Spiel sind, kenne ich die weitere Unterverteilung nicht, hoffe das trotzdem jemand durchblickt.
Meine Frage, sind solche Anlagen noch zukunftsorientiert, gerade in der jetzigen Zeit wo der Wechsel zu HDTV ansteht, die HDTV Cassette kostet etwas mehr als 1000 EUR und 2 Programme sind nicht gerade sehr viel.
Bei den digitalen Cassetten für etwa 100 Programme ist die Investition auf die Menge der Teilnehmer ja noch human, ein weiteren Ausbau in HDTV scheint mir aber recht teuer.
Ein Wechsel zur neuen Anlage sollte für alle Bewohner möglichst offen sein, da ältere Teilnehmer nicht unbedingt die neuen Techniken nutzen möchten, eine zusätzliche analoge Einspeisung wurde daher empfohlen. Im Zuge der zukünftigen Abschaltung der Analogen Programme ist, eine Anschaffung von Set-Top-Boxen auf kurz oder lang aber sicherlich notwendig und stellt eventuell das Konzept der Kabelkopfstation in Frage.
Welche Alternativen gibt es bei dieser Teilnehmergröße? Oder ist diese Lösung wirtschaftlich sinnvoll.
Danke Euch vorab
Martin
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12.08.2009, 15:07
#
2
King W.
Team SAT-Technik
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.847
Hallo Martin,
erst einmal Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru:
Sorry, daß es etwas länger gedauert hat, die Grundig-Teile waren mir nicht geläufig, da mußte ich selbst erst einmal recherchieren.
Die Idee, die Satellitensignale in DVB-C umzusetzen und dann über die bestehende Kabelstruktur zu verteilen, ist bei einem Objekt dieser Größenordnung nicht schlecht. Auf diese Weise wird es möglich, eine größere Anzahl von Programmen (wobei ich 100 für etwas übertrieben halte) ohne Änderung der Verkabelung zu nutzen.
Auch nicht übel, einige zusätzliche Programme analog einzuspeisen, um denjenigen, die mit wenigen Programmen zufrieden sind und keinen Receiver wollen, auch etwas zu bieten.
Der Anbieter weiß offensichtlich, was er tut.
Den Betrag von über 20.000 € halte ich aber für reichlich hoch. Was genau die Grundig-Komponenten kosten, weiß ich nicht, vom Hersteller FTE gibt es Umsetzer, die einen Satelliten-Transponder in einen DVB-C Kanal umsetzen. Twin-Casetten bietet dieser Hersteller nicht an, es wären also 16 Kassetten erforderlich, um die 8 Grundig QPSK - QAM HDM 500 C zu ersetzen.
Weiterhin bietet FTE Kassetten an, die einzelne Sender von (digitalen) Transpondern analog umsetzen (QPSK >--> PAL). Wie viele von diesen Kassetten gebraucht werden, hängt davon ab, wie viele analoge Programme eingespeist werden sollen.
In einem Punkt hast du Recht: Die Analogtage sind gezählt und der Zeitpunkt ist abzusehen, wo neue Fernseher nicht mehr über einen Analogtuner verfügen. Dann nutzen auch die umgesetzten Programme nichts mehr. Bei allem Verständnis für die ältere Generation (bin selbst auch nicht mehr der Jüngste): Irgendwann muß mal umgestellt werden, spätestens dann, wenn der Fernseher kaputt geht und es für Analogempfang keine Geräte mehr gibt...
Eine Kassette von FTE, gleich wie das Satellitensignal umgesetzt wird, kostet ca. 250€. Rechnet man noch Verstärker, Netzteile, Kabel und die Antenne samt Befestigung hinzu, bleibt man an Materialkosten immer noch sehr deutlich unter 10.000€. Die Montage gestaltet sich ebenfalls recht einfach: Antenne montieren, 4 Kabel in den Technikraum, dort die Geräte anschließen und das Ausgangssignal in die vorhandene Verkabelung einspeisen. Das war es auch schon. Wenn keine größeren Montagehindernisse vorliegen, sollte das in 1 - 2 Tagen erledigt sein.
Wo befinden sich denn eure Wohnungen (nächste größere Stadt genügt)? Wenn es irgendwo in NRW ist, könnte ich ja mal eine hier ansässige Firma fragen, was sich da machen läßt ...
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein