folgende Frage treibt mich um (und ich kenne mich mit Satellitenanlagen überhaupt nicht aus): Ich bin beteiligt an einer Baugemeinschaft, in der wir ein sechsstöckiges Haus mit insgesamt 23 Einheiten (fast alles Wohnungen) bauen. Jetzt steht die Entscheidung an, welche Fernsehtechnik gewählt werden soll - Kabel und Sat sind die Hauptkonkurrenten, auch DVB-T ist noch im Rennen.
Unsere Kriterien sind u.a. Empfangs- und Bedienqualität, Anschaffungskosten und laufende Kosten, Verfügbarkeit von Sendern, Vermeidung der Abhängkeit von einem Monopolisten, Zukunftstauglichkeit, ... Die einzelnen Mitglieder der Baugemeinschaft haben natürlich unterschiedliche Prioritäten, und wir versuchen jetzt, genug Informationen für eine Systementscheidung zusammenzutragen.
Was wäre aus Eurer Sicht wichtig für die Auslegung einer Satellitenanlage für einen Neubau dieser Größenordnung ? Es wird sicherlich möglich sein, die Anlage auf dem Dach aufzustellen (Walmdach mit ganz kleiner Neigung). Kann man eine Hausnummer angeben, was eine brauchbare Anlage ungefähr kosten würde, auch unter Einbeziehung der Verkabelung ?
Bin für jeden Tipp dankbar.
Viele Grüße, Ulrike
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25.07.2009, 20:19
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2
King W.
Team SAT-Technik
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Hallo Ulrike. Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru:
die Tarife der einzelnen Kabelanbieter habe ich nicht im Kopf, zumal du nicht schreibst, wo das Haus steht, und damit welcher Kabelanbieter in Frage käme.
Der Vorteil des Kabels ist schnell abgehakt: Ihr bekommt direkt das Fernsehsignal bis an den Ort des Geschehens, sprich die einzelnen Wohnungen geliefert.
Mit den Nachteilen geht es nicht ganz so schnell. Da sind einmal die monatlichen laufenden Kosten, die sich recht schnell summieren: Bei Unitymedia sind das für einen digitalen Kabelanschluß 10,54€ pro Monat für jeden Teilnehmer. Macht über 2.900€ pro Jahr für das gesamte Objekt. Der Anschluß ist auch nicht umsonst. Unitymedia nimmt einen Mindestpreis von 99€ und berechnet ansonsten nach Aufwand. In den 99€ sind z.B. keinerlei Tiefbauarbeiten enthalten. Mit durch unitymedia zu erstellenden Tiefbauarbeiten geht es ab 399€ los. (Quelle: Preisliste unitymedia)
Die Abhängigkeit von einem Monopolanbieter, wie du es treffend beschreibst, ist der nächste Nachteil. Hier ist auch eine politische Einflußnahme möglich - und sie wurde auch schon mal ausgeübt. Da war mal ein sehr kritischer Bericht über die Bundeswehr zu sehen - allerdings nicht für die Kabelkunden in Bayern. Da war dann auf dem fraglichen Programm (ich glaube ARD war's, kann mich aber nicht mehr genau erinnern, weil es schon zu lange her ist) eine "Störung" für die Dauer dieser Sendung. Das allein wäre für mich schon ein massiver Grund, nicht auf Kabel zu setzen.
Für den Empfang der digitalen Kabelprogramme ist ein Receiver erforderlich oder ein Fernseher, mit eingebautem Kabelreceiver. Die Kabelreceiver sind in der Regel etwas teurer, als die SAT-Receiver und die Auswahl ist nicht so groß. Alle digitalen Kabelprogramme sind verschlüsselt, es sind also Receiver mit der entsprechenden Entschlüsselungstechnik und einer dazugehörigen Smart-Card erforderlich. Damit ist der Kabelanbieter in der Lage, alle Programme, auch die über Satellit frei empfangbaren, zu sperren, z.B. bei Zahlungsverzug.
Bei der Satellitenanlage kann man als Nachteil die höheren Investitionskosten sehen. Für jeden Anschluß ist eine eigene Kabelverbindung zu einem "Multischalter" erforderlich. Das Kabel einfach von Dose zu Dose weiter ziehen, funktioniert normalerweise bei SAT-Anlagen nicht. Wenn man mit 2 Anschlüssen pro Wohnung rechnet, wären das 46 Stück. Realistischer sind aber 3 - 4 Anschlüsse. Die Kosten hängen auch davon ab, welche Satelliten empfangen werden sollen. Wenn nur deutsche Familien in dem Haus wohnen, genügt Astra. Ausländische Familien wollen in der Regel aber auch gern Sender aus ihrer Heimat empfangen. Da kann es durchaus Sinn machen, noch einen (oder mehrere) weitere(n) Satellit(en) zu empfangen.
Allerdings relativieren sich die Kosten auch direkt wieder: Gegenüber Kabelfernsehen rechnet man mit einer Amortisationszeit von 3 - 4 Jahren, wenn eine qualitativ hochwertige Anlage installiert wird.
Die Vorteile sind aber auch nicht zu verachten: Ihr und nicht der Kabelanbieter bestimmt, was gesehen wird. Laufende Kosten entstehen so gut wie gar nicht, sieht man mal vom Stromverbrauch der einzelnen Bauteile ab. Das aber sind "Peanuts", verglichen mit den Kabelkosten und für den einzelnen kaum spürbar.
Die viel größere Bandbreite bedingt einmal eine größere Programmvielfalt und auch eine bessere Bildqualität als bei allen anderen Systemen. Besonders bei großen LCD- oder Plasma-Fernsehern fällt eine unzureichende Bildqualität sofort auf. HD-Fernsehen in einer Qualität, die den Namen auch verdient, ist nur über SAT möglich.
Über DVB-T brauchen wir gar nicht reden: Das ist vom Programmangebot oder der Bildqualität her für eine stationäre Versorgung indiskutabel. Der von der Werbung gern verwendete Begriff "Überallfernsehen" macht ja auch deutlich, wofür DVB-T in erster Linie gedacht ist: Für das Gartenhäuschen, den Wohnwagen oder um unterwegs mal die Tagesschau sehen zu können. Einen Neubau mit DVB-T zu versorgen, macht hingegen keinen Sinn.
Wenn du mich fragst: Auf euer Haus gehört eine vernünftige Sat-Antenne und daran angeschlossen eine gute Verteilung der Signale. Das ist die einzige Möglichkeit, um eine große Programmvielfalt in hervorragender Bildqualität zu einem auf Dauer unschlagbar günstigen Kurs genießen zu können.
Schreib mal zurück, wie die genauen Anforderungen sind, dann kann ich gern eine passende Anlage für euch zusammenstellen und auch etwas zum Preis sagen. Wenn ich darüber hinaus noch weiß, wo euer Haus steht (nächste größere Stadt genügt), kann ich auch gern die Einstelldaten für die Antenne ausrechnen.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
Nokia? Nein danke!
25.07.2009, 21:51
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3
sat_newbie
Threadstarter
Registriert seit: 25.07.2009
Beiträge: 3
King W.,
danke für Deine ausführliche Antwort.
Das Haus steht in Berlin. Kabel Deutschland würde angeblich die volle Verkabelung bis in die Wohnungen übernehmen, 5 Jahre Vertragsbindung, danach gehört's uns, mtl. Kosten etwa wie Unitymedia.
Sat wäre mir eigentlich sympathischer. Ich gehe davon aus, dass manche Parteien zufrieden wären, wenn es nur zwei Anschlüsse gäbe, viele aber auch vier möchten. Mit ca. 90 Anschlüssen wären wir wohl auf der sicheren Seite, evtl. wäre man auch bereit, nur mit 46 Anschlüssen zu leben (?). Muss man auch innerhalb einer Wohnung alle Kabel direkt vom Multischalter anschließen, oder kann man vielleicht auch je zwei hintereinander schalten?
In dem Haus werden auch Personen aus dem Kroatien wohnen, ebenfalls aus Asien, und in Berlin muss man immer auch mit türkischen Mietern rechnen. Ein bisschen Internationalität wäre also nicht schlecht. Ansonsten werden aber auch niedrige Kosten hoch bewertet.
Noch ein paar Punkte zur Zukunftstauglichkeit: Heute hat mir jemand erzählt, dass ab 2010 HDTV eingeführt werde, was auch auf dem Satelliten verschlüsselt sei, womit der Vorteil gegenüber dem Kabel eigentlich hinfällig werde. Weiter wurde noch behauptet, dass Satellitentechnik anfälliger für künftige Technikänderungen sei, da immer gleich Änderungen an der Anlage nötig würden. Schließlich gab es noch die Aussage, dass die Zukunft (aber noch nicht die Gegenwart) im Internetfernsehen liege. Hast Du dazu Kommentare ?
Schon mal herzlichen Dank für dieses nützliche Forum,
Viele Grüße, Ulrike
28.07.2009, 13:25
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4
sat_newbie
Threadstarter
Registriert seit: 25.07.2009
Beiträge: 3
Hmmh, ist dieser Nachtrag untergegangen, oder reichen die Angaben nicht aus, um noch etwas mehr zur empfohlenen Auslegung der Anlage zu sagen ? Zum jetzigen Zeitpunkt würden mich vor allem die Kosten interessieren, die mit einer sinnvoll ausgelegten Anlage kommen.
Alle Ratschläge werden gern genommen, natürlich auch aber nicht nur von King W. ...
Gruß, Ulrike
29.07.2009, 07:43
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5
King W.
Team SAT-Technik
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Hallo Ulrike,
ich habe dich nicht vergessen, bin aber zur Zeit ziemlich im Streß und habe wenig Zeit. Du bekommst auf jeden Fall Antwort, ich bitte aber noch um etwas Geduld.
W.
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