Umstellung von analogen auf digitalen SAT-Empfang für 38 WE


Alt 05.06.2009, 22:18   # 1
Sven_29
 
Registriert seit: 02.06.2009
Beiträge: 2
Hallo,

ich habe folgendes Problem, der Hausmeister bzw. die Hausverwaltung hat mich um Unterstützung beim Umbau der momentan analogen Sat-Anlage auf Digitalempfang gebeten. (Kümmere mich als Mieter momentan um die vorhandene Technik). Die Wohnanlage besteht aus 6 Häusern mit 6 - 8 WE in 2 Reihen. Auf dem mittleren Haus ist eine SAT-Anlage und diverse terrestrische Antennen montiert. Auf den Dachboden dieses Hauses steht eine analoge Signalaufbereitung, welche 24 Programme umsetzt und ein Verstärker welches das Signal der Aufbereitung plus die Signale der terrestrische Antennen über ein vorhandenes Kabel in den Keller des gleichen Hauses überträgt. Von dort aus wird das Kabel in über Abzweiger in die andere 5 Häuser verteilt (teils über normales Kabel durch die Tiefgarage, teilweise über Erdkabel). In jedem Haus ist ein Verstärker welches das Signal verstärkt über Verteiler in die einzelnen Wohneinheiten befördert. Jede Wohnung hat ein separates Kabel vom Verstärker / Verteiler im Keller, aber es sind Jahre alt und alle Kabel sind doppelt geschirmt. Der Umbau soll möglichst ohne großartige Kabelverlegearbeiten erfolgen, ein Nachziehen von Kabeln ist nicht möglich, da keine Leerrohre wurden. Meine Idee wäre der Einsatz eines programmierbaren Einkabelsystems (z. Bsp. Polytron TSM1000) und umsetzen der benötigten deutschen Digitaltransponder in den Sat-ZF-Bereich. Des weiteren sollen die vorhanden terrestrischen Antennen wieder mit eingebunden werden, und ein Empfang von DVB-T sichergestellt werden (leider nur öffentlich-rechtliche Sender da im Bereich Halle/Salle). Des Weiteren müssten bei dem Umbau natürlich alle Verstärker und Verteiler/ Abzweiger getauscht werden, die vorhanden sind nicht SAT-ZF geeignet. Auch müssten sicherlich alle Dosen getauscht werden. Digitalreceiver sind bei vielen Mietparteien vorhanden, welche alle ihre eigne Schüssel am Balkon haben. Dieser Schüsselwald soll verschwinden und durch den Umbau ersetzt werden. Meine Frage ist nun wer schon solche Umbauten erfolgreich gemeistert hat, ob es vielleicht noch ganz andere Lösungsansätze gibt und wer schon Erfahrungen mit Komponenten von Polytron gesammelt hat, oder mir andere Hersteller von programmierbaren Einkabellösungen nennen kann. Des weiteren bin ich auf der Suche nach einem Tool zur
Pegelberechnung der gesamten Anlage.

Schönes Wochenende und Viele Grüße

Sven
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Alt 02.11.2009, 22:20   # 2
StPete
 
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Hi Sven,

ich stehe vor einem ähnlichen Problem wie Du. Leider sehe ich keine Antwort auf Deine Fragestellung. Da Du schon im Juni angefragt hast Du möglicherweise das Problem schon lösen können.
Falls ja, wäre ich für kurze Beschreibung sehr dankbar.

Gruß, StPete
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Alt 03.11.2009, 01:45   # 3
King W.
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Hallo und Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru:

Ich war im Juni leider für einige Zeit krank und nicht im Forum präsent, die Anfrage ist leider genau in dieser Zeit gekommen. Ich konnte deshalb nicht antworten. Eine Anlage für 32 Teilnehmer zu konzipieren ist aber kein Hexenwerk, wenn bei Sven noch Bedarf besteht, will ich das gern machen.

@ StPete: Schildere doch mal dein Problem, also den Ist-Zustand möglichst genau und auch, was gemacht werden soll. Ich denke, wir werden eine Lösung finden.
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Albert Einstein


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Alt 03.11.2009, 11:56   # 4
StPete
 
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Hallo King W.,

ich habe ein ähnliches Vorhaben wie Sven, wahrscheinlich sogar etwas komplizierter, weil umfangreicher und im Ausland. Zudem bin ich ziemlicher Laie auf dem Gebiet!

Ich wohne in Moskau/Russland mit in einer Wohnanlage ca. 120 Wohnungen unterschiedlicher Größe in vierstöckigen Gebäuden mit Flachdach.
Bisher empfangen wir hier des Astra 19.2 E (alle deutschen "Haupt-"Programme) mit einer Anlage, welche Anfang der 90-er Jahre eingerichtet wurde. Dabei hängen an einem Sat-Spiegel mit 2,40 m Durchmesser in einer Zentrale ca. 60 Receiver (fest auf ein Programm eingestellt), die Tag und Nacht laufen und die einzelnen Sendersignale über eine Signalaufbereitung in ein bestehendes Kabelnetz in der Wohnanlage einspeisen.
Das Problem ist, dass in den Wohnungen (hier sind keine weiteren Receiver im Einsatz, direkter Eingang über Antennenanschluss des Fernsehers) nur ein gualitativ schlechtes Bild zu empfangen ist, kein Radio und dass keine Möglichkeit besteht die Technik neuer Sat-Receiver zu nutzen. Ein HD-TV-Gerät, welches inzwischen in den meisten Haushalten Standad ist, ist somit für den A....!

In der Frage von Sven habe ich nun gelesen, dass es eine sog. Einkabelsystem - Lösung (Polytron TSM 1000) gibt. Vielleicht könnte das auch eine Lösung für uns sein. Allerdings haben auch wir das Problem, dass in Kabelschächten kein Platz für neue Leitungen ist und ich weiß nicht, ob das Signal über die bestehende Leitung (altes TV-Kabel) an die Sat-Receiver in den Wohnungen übertragen werden kann.
Oder wäre hier die bessere Lösung mehrere separate Anlagen für jeweils 8-10 Wohnungen direkt am Haus (mit Switch oder ähnlichem und Außenverkabelung vom Dach in die Wohnung) zu installieren.

Da ich vorher in Ankara (was, wenn ich den Astra 19.2 Footprint sehe sogar etwas ungünstiger liegt als Moskau) gelebt habe und dort eine eigene Sat-Anlage installiert hatte, gehe ich davon aus, dass ein fast durchgehend glasklarer Empfang wie dort auch hier schon mit einem neuen Sat-Spiegel mit einem Durchmesser von 140 cm und einem sehr guten Quattro-LNB möglich sein muss. Falls das die bessere Lösung wäre, welche Teile braucht man um das Eignal in 8-10 Wohnungen (für dort 1-2 TV-Geräte (möglw. mit Twinreceiver) zu bringen?

Ich hoffe, ich habe als Laie mich einigermaßen verständlich machen können und wäre Dir dankbar, wenn Du mir hier etwas auf die Sprünge helfen könntest.

Grüße in den Pott!
Peter
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Alt 03.11.2009, 15:38   # 5
King W.
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Hallo Peter,

Für große Wohnanlagen gibt es in der Tat Einkabelsysteme, nicht nur von Polytron, sondern z.B. auch von FTE. Diese funktionieren folgendermaßen: Von allen zu empfangenden Satellitenbändern wird eins sozusagen als Basisband ausgewählt. Falls hauptsächlich deutsche Programme gefragt sind, ist das Hochband/Horizontal vom Astra.

Anschließend werden aus diesem Band weniger wichtige Frequenzbereiche herausgefiltert und durch Transponder von anderen Bändern oder sogar anderen Satelliten ersetzt. Das auf diese Weise zusammengesetzte neue Band wird über das bestehende Kabelnetz verteilt. Dabei müssen lediglich die Komponenten (Verteiler, Verstärker usw.) für Frequenzen bis 2,4 GHz tauglich sein. Das so zusammengesetzte Signal wird zunächst hoch verstärkt und dann auf das Kabelnetz gegeben. Zum Empfang ist jeder SAT-Receiver geeignet. Einzige kleine Einschränkung: Der Receiver darf keine Betriebsspannung für das LNB abgeben. Wenn sich diese nicht abschalten läßt, muß der Receiver über einen DC-Blocker angeschlossen werden.

Selbstverständlich können auch HD-Receiver, Twin-Receiver usw. genutzt werden, kurz, alles, was der Markt zu bieten hat.

Eine solche Einkabellösung eignet sich für Anlagen bis ca. 500 Teilnehmer.

Die Vorteile: Die bestehende Kabelstruktur kann, ggf. nach ein paar kleinen Änderungen, beibehalten werden. Für große und sehr große Anlagen ist dies mit Abstand die preisgünstigste Art, die SAT-Signale zu verteilen.

Dem stehen ein paar Nachteile gegenüber: Die Receiver können nicht mehr individuell wählen, was gesehen werden soll, sondern bekommen alle das Einheitsband. Bei geschicktem Aufbau sind aber zumindest alle deutschen Programme empfangbar. Auf einem Band ist für ca. 30 Transponder Platz, jeder Transponder kann, je nach Datenrate und Bildqualität, ca. 5 - 10 Programme übertragen. Das reicht für mindestens 150 Programme. Aber, wie gesagt, es steht insgesamt nur ca. 1/4 der Kapazität eines kompletten Satelliten zur Verfügung. Als weiterer Nachteil ist die mangelnde Flexibilität zu nennen. Bei einem Transponderwechsel oder Neubelegung muß die Anlage umprogrammiert, oder sogar ergänzt werden. Solch eine Ergänzung schlägt pro Modul mit ca. 300€ zu Buche, das ist aber bei 140 Teilnehmern wohl zu verschmerzen.

Ich denke, so ab ca. 50 Wohneinheiten ist das ideal.

Für wenige Wohnungen, du schreibst so ca. 8 - 10, gibt es andere Möglichkeiten. Was nun konkret gemacht werden kann, hängt davon ab, wie die Verkabelung aussieht und ob sie geändert werden kann. Ideal wäre eine Sternverteilung, d.h. zu jeder Wohnung gehen, von einem zentralen Punkt aus, so viele Leitungen, wie Receiver angeschlossen werden sollen. Dann nimmt man einfach einen großen Multischalter, z.B. diesen hier und schließt die Antenne und die Teilnehmerleitungen daran an - fertig. Bei 10 Wohnungen mit je 2 Anschlüssen hat dieser Schalter sogar noch einiges an Reserve. Bei gutem Kabel können die einzelnen Längen durchaus 40 - 50m betragen.

Ist eine solche Verkabelung nicht gegeben und auch nicht mit vertretbarem Aufwand herzustellen, bleibt noch die Möglichkeit, eine Unicable-Anlage aufzubauen. Das Herz einer solche Anlage ist ein Router, der nur einen Ausgang hat. Dort kann dann ein Teilnehmerkabel (mit maximal 8 Dosen) angeschlossen werden. An dieses Kabel können bis zu 8 Receiver (wobei Twin-Receiver doppelt zählen) angeschlossen und unabhängig voneinander betrieben werden. Reichen diese 8 Anschlüsse nicht, kann der Router mit einer oder 2 Kaskade(n) ergänzt werden, für je weitere 8 Anschlüsse.

Die Vorteile: Die bestehende Verkabelung kann in der Regel so bleiben, lediglich die Antennensteckdosen sind gegen unicable-taugliche Dosen zu tauschen. In die jeweils letzte Dose eines Strangs kommt ein Abschlußwiderstand. Die Receiver können, obwohl sie am gleichen Kabel hängen, unabhängig voneinander betrieben werden.

Die Nachteile: Es ist etwas teurer, als eine Verteilung per Multischalter, die Receiver müssen unicable-tauglich sein, wobei ein einziger falscher Receiver den gesamten Strang lahmlegen kann. Eine solche Anlage erfordert von den einzelnen Teilnehmern etwas Disziplin. Die vorgegebenen Kanäle und Empfangsfrequenzen dürfen nicht eigenmächtig geändert werden.

Werden diese Punkte eingehalten, funktioniert solch ein Unicable-System tadellos.

Soviel zu den technischen Möglichkeiten. Zum Empfang kann ich nicht viel sagen, es wurde hier im Forum aber schon berichtet, daß der Astra-Empfang in Moskau mit einer 1,40m Antenne durchaus möglich ist. Natürlich sollte ein sehr leistungsfähiges LNB verwendet werden. Hier bietet sich in erster Linie das Hirschmann Quattro oder eventuell das Invacom Quattro an. Damit sollte es keine Probleme geben.

Schreib mal zurück, wie es weiter geht, es interessiert mich.


P.S. SEH liefert selbstverständlich auch nach Rußland und erledigt auch die Versandformalitäten. Wenn du willst, kannst du bis auf die Antenne alles dort beziehen. Eine Antenne dieser Größenordnung kann nicht mehr normal per DHL verschickt werden und der Versand per Spedition ist einfach zu teuer. Am besten, eine entsprechend große Antenne vor Ort erwerben.
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Alt 03.11.2009, 16:28   # 6
StPete
 
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Hallo King W.,

zunächst vielen, vielen Dank für die schnelle Hilfe. Ich denke das Einkabelsystem dürfte die Top-Lösung für unsere Zwecke sein.

Da ich wie erwähnt ein ziemlicher Laie auf dem Gebiet bin möchte ich noch einmal nachfragen hinsichtlich des Umfangs der notwendigen Geräte.

So wie ich das verstehe brauchen wir für jeden zu empfangenden Satelliten (Astra und evtl Hotbird) einen Sat-Spiegel (Astra 140 cm, Hotbird 100cm), jeweils ein sehr gutes Quattro LNB,
ein Einkabelsystem (FTE oder Polytron), einen Verteiler und einen Verstärker (welche Geräte sind empfehlenswert).
Wie viel würde das Alles kosten (ganz grobe Vorstellung) sofern das bestehende Kabelnetz benutzt werden kann (welche Voraussetzungen braucht es hierfür)?

Anschließend benötigt jeder einen Receiver seiner Wahl den er am Anschluss in seiner Wohnung betreibt. Frage dazu: Wie findet man raus, dass der Receiver keine Betriesspannung an das LNB abgibt und was passiert, wenn doch jemand mal einen Receiver anschließt, der Spannung abgibt?

Da derzeit in jeder Wohnung lediglich ein TV-Anschluss liegt – kann man dort das Signal noch splitten für Twin-Receiver oder/und einen weiteren Receiver oder müsste man neue Leitungen von der Zentrale dazulegen (was wiederrum problematisch sein soll)?

Die Lieferung nach Russland denke ich, dass wir bis zur WM im Sommer sicherlich locker über die Bühne kriegen würden. Für die Installation sollten wir uns dann aber wolh einen Fachmann einfliegen lassen.
Bei der Anzahl von Leuten, auf die wir das umlegen, dürfte sich das sicher lohnen. Moskau ist auch als Stadt nicht uninteressant....
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Alt 03.11.2009, 18:07   # 7
King W.
Team SAT-Technik
 
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Zitat:
[...] Für die Installation sollten wir uns dann aber wohl einen Fachmann einfliegen lassen. [...]
Moskau ist auch als Stadt nicht uninteressant....
Das hört sich ja gar nicht schlecht an, ein Kurzurlaub in Moskau. Warum eigentlich nicht?

Die übrigen Fragen werde ich auch gleich beantworten, ich muß aber jetzt mal für 2-3 Stunden weg (Antenne reparieren).
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Alt 16.11.2009, 21:37   # 8
StPete
 
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Das hört sich ja gar nicht schlecht an, ein Kurzurlaub in Moskau. Warum eigentlich nicht?

Die übrigen Fragen werde ich auch gleich beantworten, ich muß aber jetzt mal für 2-3 Stunden weg (Antenne reparieren).
Hallo King W.

Wieder zurück von der Reparatur? Ich wärte Dir für die versprochene Antwort sehr dankbar. Ich brauche das morgen für eine Besprechung.

Beste Grüße, StPete
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