SAT Anfänger stellt fragen

Alt 12.08.2008, 22:15   # 1
thowa
 
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Nabend,

ich möchte mir gerne eine Sat Anöage auf Dach setzen, aber weiß noch nicht so ganz was ich da nehmen soll.
Zur Zeit will ich erstmal nur einen Twin Receiver anschließen. Aber später kommen bestimmt noch in den Kinderzimmern Anschlüße hinzu. Daher dachte ich erstmal an eine Quad-LNB.

Ein Radio/Fernseh Mensch um die Ecke meinte eine Kathrein Schüssel und LNB. Er meinte auch ein Quad-LNB mit einem 8fach Multiswitch (würden nicht viel mehr als 4fach kosten aber mehr optionen für die Zukunft.)
Dann hat er noch was von neuen Bänder gesagt, die in naher Zukunft frei werden und für digital hinzukomen?!?

Ich habe auf der Kathrein Homepage nachgeschaut.
Dort gibt es viele verschiedene LNBs. mit 14/18V und 22kHz. Aber auch welche V-low, H-low, V-high, H-high (was auch immer damit gemeint ist).

Was meint Ihr, was brauche ich?
Welche LNB? Multiswitch ja, oder nein?

Vielen Dank, Thorsten
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Alt 13.08.2008, 04:34   # 2
King W.
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Hallo Thorsten,

erst einmal Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru:

Deine Fragen will ich gern beantworten.

Zunächst zur Antenne: Kathrein liefert schon gute Produkte - keine Frage. Leider wissen die das auch und sind entsprechend teuer. Hinzu kommt noch, daß die Firma ziemlich konservativ ist und bewährte Produkte lange Zeit unverändert baut. Dazu zählt auch z.B. das LNB UAS 485. Die mechanische Ausführung ist über jeden Zweifel erhaben, aber die technischen Daten, z.B. das Rauschmaß, sind einfach nicht mehr zeitgemäß, auch wenn es mittlerweile - im Gegensatz zu der alten Angabe auf der SEH-Seite - auf 0,8 dB gesenkt wurde.

Hier sind andere Firmen weiter. Hirschmann, auch nicht irgendwer, sondern ein alteingesessener deutscher Antennenhersteller, bietet auch ein Quad-LNB an, zu einem Drittel des Preises, mit einer höheren Verstärkung und geringeren Rauschzahlen (<0,2 dB).

Wenn es bei maximal 4 Anschlüssen bleibt, ist das Hirschmann-LNB in Verbindung mit einer exzellenten Antenne, z.B. dieser TDE 88 erste Wahl. Dazu noch das Premium-Kabel und vergoldete F-Stecker - und du hast eine Anlage, die sich wirklich sehen lassen kann und viele Jahre gut und störungsfrei funktionieren wird.

Für den Fall, daß es mehr als 4 - bis zu 8 - Anschlüsse werden sollen, gibt es in der Tat die Octo- oder Double-Quad LNB's.

Von unseren deutschen Premium-Herstellern, Kathrein Hirschmann und TechniSat werden solche LNB's allerdings nicht angeboten - aus gutem Grund. Solch ein LNB verbraucht logischerweise mehr Strom als ein Single, Twin oder Quad-LNB. Der eingebaute Multischalter will schließlich auch gefüttert werden. Das kann zu Problemen führen.

Dazu etwas Theorie, dann wird das klar und beantwortet auch deine Fragen nach den Bezeichnungen.

Etwas zur Übertragungstechnik: Ein herkömmliches Koax-Kabel kann Frequenzen bis ca. 2 GHz übertragen. Bei noch höheren Frequenzen wird die Kabeldämpfung auch bei gutem Kabel so groß, daß von dem eingespeisten Signal nicht mehr viel herauskommt. Gänzlich ungeeignet ist das Kabel jedenfalls für das vom Satelliten verwendete Frequenzband von 10.700 GHz bis ca. 12.750 GHz.

Bei der SAT-Technik muß nun, damit eine strikte Trennung zum normalen terrestrische Fernsehen gewährleistet ist, ein gewisser Mindestabstand zur höchsten UHF-Frequenz eingehalten werden. Der Frequenzbereich auf dem Kabel beginnt für SAT-Signale deshalb erst bei 950 MHz. Folglich enthält das LNB einen internen Oszillator, der mit einer bestimmten festen Frequenz arbeitet. Diese Frequenz wird mit dem Empfangssignal gemischt und nur die Differenz auf das Kabel gegeben. Die Signalqualität leidet durch diesen Mischvorgang nicht.

Die nötige Frequenz kann man leicht ausrechnen, man kennt ja die niedrigste SAT-Frequenz (10.700 GHz) und die Frequenz auf dem Kabel, die nicht unterschritten werden darf (950 MHz). Als Differenz ergibt sich 9.750 GHz. Vermutlich wird dir diese Zahl schon einmal begegnet sein.

Was ist aber bei der höchsten Frequenz? Hier ergibt die Rechnung 12.750 GHz - 9.750 GHz = 3 GHz. Also zu viel für ein Koax-Kabel, jedenfalls dann, wenn das Signal über längere Strecken übertragen werden soll. Was tun? Die Lösung ist einfach: Sobald Frequenzen über 11.700 GHz empfangen werden sollen, wird der Oszillator von 9.750 auf 10.600 GHz umgeschaltet. Das geschieht "auf Befehl" des Receivers, der einfach ein 22 KHz Signal an das LNB (oder den Multischalter) schickt. In diesem Zusammenhang spricht man vom Tiefband (Low), wenn die Empfangsfrequenz zwischen 10.700 und 11.700 GHz liegt und vom Hochband (High), wenn sie darüber ist.

Wie gesagt: Mit den 22 KHz wird das "Band" ausgewählt.

Um nun die Sender dichter packen zu können (solch ein Satellit ist teuer und daher ist man bestrebt, möglichst viele Sender darauf unterzubringen), ohne daß sie sich gegenseitig beeinflussen, werden die Signale horizontal polarisiert oder vertikal polarisiert abgestrahlt. Auch die Tatsache, ob gerade horizontal (H) oder vertikal (V) polarisierte Wellen empfangen werden sollen, muß das LNB (oder der Multischalter) "wissen". Die Information gibt es wiederum vom Receiver über die Betriebsspannung für das LNB. Dabei entsprechen 18V horizontal und 14V vertikal.

Nun werden, glaube ich jedenfalls, auch die Bezeichnungen klar: 14V/22KHz entspricht demnach V-High, 18V/0KHz wäre H-Low usw.

Das allein beantwortet aber noch nicht die Frage, warum die Premium-Hersteller keine OCTO's anbieten. Stelle dir bitte folgende Situation vor: Eine Antenne ist mit einem OCTO-LNB ausgestattet, welches im Vergleich zu anderen LNB-Typen relativ viel Strom verbraucht. Von den angeschlossenen Receivern sind alle, bis auf einen, ausgeschaltet, so daß dieser eine Receiver die Stromversorgung allein übernehmen muß. Normalerweise kein Problem - aber wenn ausgerechnet dieser eine Receiver an einer recht langen Leitung hängt, kann es sein, daß der Spannungsabfall auf dieser Leitung so groß wird, daß von den 18V nur noch weniger als 16V am LNB ankommen. Das LNB erkennt dann diese Spannung nicht mehr als Schaltspannung "Horizontal" und die entsprechenden Programme werden unzugänglich. Unglücklicherweise sind die meisten deutschen Programme bei H-High zu finden, die dann nicht mehr gesehen werden können.

Meist läßt sich dieser "Fehler" beheben, indem ein zweiter Receiver eingeschaltet wird, der den ersten bei der Stromversorgung des Octos unterstützt. Mit Energiesparen hat das dann aber nichts mehr zu tun.

Ehrlich gesagt - auf die Probleme kannst du getrost verzichten. Gut sind die Octos nur, wenn die Receiver mit nicht allzu langen Kabeln angeschlossen werden können und immer mehrere Receiver in Betrieb sind ...


Eine vernünftige Antenne habe ich dir schon empfohlen, an das angegebene Hirschmann-LNB kannst du erst einmal 4 Receiver (oder 2 TWIN-Receiver) anschließen.

Falls du später noch mehr Anschlüsse brauchst, installierst du einfach einen Multischalter, z.B. diesen hier. Du mußt beim Kauf des Multischalters darauf achten, daß er QUAD-tauglich ist. Normalerweise werden Multischalter mit Quattro-LNB's betrieben. Diese geben, unabhängig von den Schaltkriterien an ihren Anschlüssen, an jedem Ausgang ein bestimmtes Band ab. QUAD-taugliche Multischalter liefern an den LNB-Eingängen die passenden Schaltkriterien, um sich vom QUAD-LNB die richtigen Signale zu holen. Der angegebene Multischalter ist selbstverständlich QUAD-tauglich.

Ich hoffe, du kannst mit meinen - zugegeben ziemlich lang gewordenen - Ausführungen etwas anfangen. Schreib mal zurück.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
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Alt 13.08.2008, 06:51   # 3
thowa
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Moin moin,

erstmal vielen Dank für Deine schnellen und ausführlichen Antworten.

14/18V und 22kHz sind jetzt klar.
Verstehe ich es richtig, das der UAS484 nur "V-low, H-low, V-high, H-high" auf jeweils einem Ausgang rausgibt (also nicht schaltbar ist) und ich somit einen Multiswitch erfordert?

Frage zum Multiswitch: Ich verstehe das so, das der Mutliswitch auf einem seiner 4 Anschlüsse für den LNB 14V rausgibt, auf einem anderen 18V, auf dem nächsten 0Hz und dem letzten 22kHz? Damit würde er alle möglichen Bänder vom LNB erhalten.
Ein angeschlossener Receiver wird in Abhängigkeit des vom Receiver gesendeten Schaltsignals auf den jeweiligen LNB Ausgang geroutet?
Steht auf dem Multiswitch denn, welcher LNB-Anschluß denn mit z.B. V-low verbunden werden muß?

Wie steht es mit den Schüsseln von Hirschmann? "Mein" Radio/Fernsehmensch meinte, die Kathrein gewänne alle Tests und um Problemen bei der Befestigung der LNBs aus dem Weg zu gehen, sollte man den gleichen Hersteller wählen?

Ich brauche also eigentlich nur einen (schaltbaren) Quad LNB, wenn ich später mehr Receiver verwenden sollte, hänge ich einfach einen z.B. 8-Fach Multiswitch dazwischen, oder?



Wie sieht die Sache eigentlich aus, falls ich in Zukunft 2 anstatt einen Sateliten empfangen möchte. Ich habe gehört, Astra und Eutelsat (???) kann man z.B. empfangen indem man 2 LNB nebeneinander einbaut und somit beide etwas azentrisch durch die Schüssel schauen. (Ich denke dafür steht bei Kathrein "Multifeed-tauglich" neben der LNB Beschreibung?

Macht das Sinn? Bieten andere Hersteller so etwas auch? Gibt es dahingehend auch Mutliswitche? Wie werden die dann angesteuert?
Welche Anforderungen entstehen dadurch an den Receiver?



Ich sehe, wenn man einmal an der Oberfläche kratzt, tauchen weitere Fragen auf ))

Bis dahin, Thorsten
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Alt 13.08.2008, 09:50   # 4
King W.
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Zitat:
Zitat von thowa Beitrag anzeigen
Verstehe ich es richtig, das der UAS484 nur "V-low, H-low, V-high, H-high" auf jeweils einem Ausgang rausgibt (also nicht schaltbar ist) und ich somit einen Multiswitch erfordert?
Exakt.
Zitat:
Frage zum Multiswitch: Ich verstehe das so, das der Mutliswitch auf einem seiner 4 Anschlüsse für den LNB 14V rausgibt, auf einem anderen 18V, auf dem nächsten 0Hz und dem letzten 22kHz? Damit würde er alle möglichen Bänder vom LNB erhalten.
Fast richtig. 14 und 18V geben alle Multischalter raus, damit das LNB seine Betriebsspannung hat. Zusätzlich dazu die 22 KHz geben nur die QUAD-tauglichen Multischalter ab, um das Quad letztendlich so zu schalten, als sei es ein Quattro.
Zitat:
Ein angeschlossener Receiver wird in Abhängigkeit des vom Receiver gesendeten Schaltsignals auf den jeweiligen LNB Ausgang geroutet?
Steht auf dem Multiswitch denn, welcher LNB-Anschluß denn mit z.B. V-low verbunden werden muß?
Ja, genau das macht der Multischalter: er nimmt die Schaltsignale vom Receiver an und routet ihn zum richtigen LNB-Ausgang. Auf dem Multischalter steht schon drauf, mit welchem Ausgang des LNB ein bestimmter Eingang verbunden werden muß. Ich habe ja einen Multischalter verlinkt, klick mal zum Vergrößern auf das Bild, dann siehst du es. Meist ist es so, daß auf dem Multischalter steht, was er an einem bestimmten Anschluß abgibt, z.B. 14V/22KHz. Auf dem LNB ist meist wenig Platz, dort steht dann z.B. V/H für Vertikal/Hochband (oder H/V für Hochband/Vertikal). Die Beschriftung ist nicht genormt, da kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen. Aber wenn man die Zuordnung einmal weiß, ist es halb so schlimm. Ein QUAD ist nicht beschriftet, da ist ja alle Ausgänge gleichwertig. Den kannst du auch beliebig mit 4 Leitungen anschließen - der Multischalter weiß schon, was er damit machen muß.
Zitat:
Wie steht es mit den Schüsseln von Hirschmann? "Mein" Radio/Fernsehmensch meinte, die Kathrein gewänne alle Tests und um Problemen bei der Befestigung der LNBs aus dem Weg zu gehen, sollte man den gleichen Hersteller wählen?
Das war bis vor Kurzem wirklich so. Mittlerweile haben aber viele Hersteller gleichgezogen. Die TDE 88 von Triax ist der Kathrein CAS 90 "nachempfunden" und genau so stabil und langlebig. Die Montage unterscheidet sich bei beiden Antennen auch nur in Nuancen. Der Vorteil der Triax-Antenne ist die Universalhalterung für die LNB's. Du kannst jedes LNB mit einem 40mm Hals montieren und bist nicht auf ein Fabrikat angewiesen.

Die Halterung selbst ist aus massivem Aluminium gefertigt und mit einer Schwalbenschwanzführung befestigt. Die Stabilität steht der Kathrein in nichts nach. Wenn man nur die Antennen betrachtet, so sind sie sich ebenbürtig. Die Triax habe ich empfohlen, wegen der LNB-Halterung. Zwar lassen sich an der Kathrein auch Fremd-LNB's verwenden, aber dazu braucht man dann einen solchen Adapter. Für eine ältere Kathrein-Antenne, an der das LNB gewechselt werden soll ist das akzeptabel, aber bei einer Neuinstallation sieht das aus wie gewollt und nicht gekonnt. Wenn es denn Kathrein sein soll, dann aber bitte auch mit dem UAS 485. Alles andere ist Murks, da gebe ich dem Monteur vollkommen Recht.

Aber es gibt ja die Alternative.

Meiner Meinung nach ist das UAS 485 zweifellos ein sehr gutes LNB, aber zu teuer und technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Einen Fehler machst du aber bei beiden Antennen nicht. Sowohl die Kathrein als auch die Hirschmann wirst du aufhängen und dann für viele Jahre vergessen. Die werden einfach funktionieren - und gut. Im Prinzip ist es wie mit den Autos: Was ist besser - Mercedes oder BMW? Der Streit ist so alt, wie es Autos gibt und wird wohl nie entschieden. Mit beiden kommst du aber bequem von A nach B - und darauf kommt es letztlich an.
Zitat:
Ich brauche also eigentlich nur einen (schaltbaren) Quad LNB, wenn ich später mehr Receiver verwenden sollte, hänge ich einfach einen z.B. 8-Fach Multiswitch dazwischen, oder?
So ist es. Wie gesagt, es muß ein QUAD-tauglicher Schalter sein. Die besten Schalter bauen meiner Meinung nach Spaun, TechniSat und auch FTE. Spaun baut hauptsächlich Schalter und Kaskaden für größere Anlagen bis über 100 Teilnehmer. In dem Bereich kann Spaun niemand das Wasser reichen. Aber für ein einzelnes kleines Häuschen sind diese Teile ziemlich überdimensioniert. Gut für deinen Zweck geeignet wäre eigentlich auch TechniSat. Leider sind diese Schalter nicht QUAD-tauglich, sondern erfordern zwingend Quattro-LNB's. Bleibt von den "besseren" Herstellern nur noch FTE. Die sitzen in Barcelona, haben ein Entwicklungsbüro in Ober-Mörlen (Hessen), und mischen zur Zeit den Markt auf mit Produkten von guter Qualität zu moderaten Preisen.
Zitat:
Wie sieht die Sache eigentlich aus, falls ich in Zukunft 2 anstatt einen Sateliten empfangen möchte. Ich habe gehört, Astra und Eutelsat (???) kann man z.B. empfangen indem man 2 LNB nebeneinander einbaut und somit beide etwas azentrisch durch die Schüssel schauen. (Ich denke dafür steht bei Kathrein "Multifeed-tauglich" neben der LNB Beschreibung?
Kein Problem. Das funktioniert bei Kathrein, wie auch bei Hirschmann. Bei Kathrein brauchst du eine Adapterplatte ZAS 90, auf der beide LNB's befestigt werden, bei Hirschmann ist es dieser Feedhalter. Wiederum ein kleiner Vorteil für Triax: Der Feedhalter läßt sich auch, bedingt durch die Langlöcher, leicht schräg einbauen. Das ist dann von Vorteil, wenn sich die Satelliten nicht nur in der Gradzahl, sondern auch in der Höhe unterscheiden. So läßt sich z.B. mit der Triax ziemlich problemlos Astra 19° und Astra2 28° empfangen. Das wird oft gewünscht, denn Astra2 versorgt Großbritannien mit Programmen und ist auch hier ganz gut zu empfangen. Nur steht Astra2 um 2° tiefer als Astra. Also wird die Stange um 11° nach links (wenn man von hinten auf die Schüssel blickt) gedreht - und schon stimmt die Geometrie wieder. Kathrein ist hier im Nachteil. Die ZAS 90 kann nur waagerecht montiert werden und läßt sich höchstens mit roher Gewalt um 11° verbiegen.
Kathrein schreibt selbst dazu:
Zitat:
Zitat von Kathrein
Footprint der gewünschten Programme beachten. Wegen der Elevationsunterschiede wird CAS 120 mit Wippe empfohlen
Nur - die CAS 120 ist ein Riesen-Exemplar, kostet ohne LNB's weit über 300€ und erfordert in der Regel einen Statiker, der sein OK zum Aufbau geben muß. Also - vergessen.

Bei Astra/Hotbird gibt es dieses Problem allerdings nicht, die beiden Satelliten stehen etwa gleich hoch am Horizont.

Zitat:
Macht das Sinn? Bieten andere Hersteller so etwas auch? Gibt es dahingehend auch Mutliswitche? Wie werden die dann angesteuert?
Welche Anforderungen entstehen dadurch an den Receiver?
Ob es Sinn macht, mußt du selbst entscheiden. Für ausschließlich deutsche Programme reicht Astra. Hotbird hingegen bietet Programme aus ganz Europa und darüber hinaus. Wenn du daran interessiert bist, ist das eine Option. Astra2, mit der Triax-Antenne und der Multifeed-Halterung auch sehr gut zu empfangen, ist dann interessant, wenn du englische Programme haben willst.

Multifeed-Halterungen gibt es bei fast jedem Hersteller, wenn man mal von den ausgesprochenen Baumarkt-Billigangeboten absieht. Multischalter mit mehr als 4 SAT-Eingängen gibt es natürlich auch, z.B. diesen hier. Der kann den Receiver dann auf einen der 8 Eingänge routen. Somit hast du 2 Satelliten im Zugriff. Der Receiver muß dazu lediglich ein DiSEqC-Steuersignal abgeben können. DiSEqC 1.0 reicht schon. Mittlerweile ist das Standard. Mir ist auch kein Receiver mehr bekannt, der nicht DiSEqC-fähig ist. Bei einem solchen Multischalter wird am Receiver einfach die DiSEqC-Steuerung aktiviert und im Einstellmenü für jeden Satelliten die entsprechende DiSEqC-Steuerung gewählt. Normalerweise kommt Astra auf 1 und der andere Satellit auf 2.

Das Signal wird dann vom Receiver zusätzlich zu den 14/18V und den 22 KHz genutzt, um noch mehr Positionen auf dem Multischalter anfahren zu können.

DiSEqC steht übrigens als Abkürzung für Digital Satellit Equipment Control, also frei übersetzt "digitale Steuerung für Satellitenzubehör". Das DiSEqC-Protokoll wurde von Eutelsat entwickelt und hat sich auf breiter Front zur Steuerung hauptsächlich von Multischaltern und Drehmotoren durchgesetzt.

Wenn du also später erweitern willst und dabei auch einen zweiten Satelliten empfangen möchtest brauchst du nur noch ein zweites LNB (in deinem Fall sogar egal, ob Quattro oder QUAD), die passende Multifeed-Halterung und einen Multischalter mit 8 SAT-Eingängen.
Zitat:
Ich sehe, wenn man einmal an der Oberfläche kratzt, tauchen weitere Fragen auf ))
Das ist immer so. Nur her damit, ich antworte gern.
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