13V- / 18 V-Schaltschwelle bei Multischaltern verschieden?

Alt 13.01.2008, 00:23   # 1
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Guten Tag allerseits!

Eine analoge Sat-Anlage wurde von mir auf Digitalempfang umgerüstet, d. h. analoges LNB und Multischalter gegen digitaltaugliche Komponenten (Quattro-LNB 0,2 dB von Palcom, 5 auf 8 Multischalter von Palcom) ausgetauscht. Angeschlossen sind 4 Wohnungen mit 6 Receivern (5 analog, 1 digital) in sternförmiger Verteilung. Die beiden unbelegten Ausgänge des Multischalters sind nicht mit Abschlusswiderständen versehen.
Nun zu der aufgetretenen Schwierigkeit:
Ein Teilnehmer kann seit Inbetriebnahme der neuen Komponenten mit seinem im Fernseher integrierten Analogreceiver keine Programme mehr empfangen, die horizontal polarisiert sind (genauer: einige Programme, z. B. ARD sind unter starkem Bildrauschen schwach erkennbar und verschwinden vollständig, wenn manuell die 18 V-Versorgung im Bedien-Menü auf 13 V umgestellt wird). Ein Test mit einem analogen und einem digitalen Receiver an der gleichen Anschlussdose ergaben keine Empfangsprobleme, all Programme auf beiden Polarisationsebenen waren vorhanden. Der im Fernseher integrierte Receiver liefert - am F-Stecker zum Multischalter gemessen - 13,66 V für die vertikale und 18,43 V für die horizontale Ebene (gemessen mit einem Digitalmultimeter ohne Verbindung zum Multischalter, d. h. nicht "unter Last"). Ein anderer Analogreceiver im Stockwert darunter liefert im Vergleich dazu 13,58 V und 18,97 V.
Ein Vertauschen der Ausgänge des Multischalters bringt keine Veränderung des Problems.
Ist es denkbar, dass der Palcom-Multischalter nicht bei 18 V, sondern z. B. erst bei 18,5 V umschaltet und dadurch die horizontalen Programme an diesem einen Receiver mit nicht ausreichend hoher „18-V-Spannung“ nicht korrekt dargestellt werden? Gibt es eine Möglichkeit, die 18 V-Spannung anzuheben - eine Art Aufwärtswandler für die Versorgungsgleichspannung oder einen 22-kHz auf 18-V-Umsetzer (der Receiver könnte ein 22-kHz-Signal liefern) mit eingebauter 22-kHz-Sperre, damit der Multischalter nicht ungewollt ins High-Band umschaltet)?

Hat jemand Erfahrung mit ähnlichen Problemen und kann mir einen Tipp geben (der Ersatz des im Fernseher integrierten Receivers soll auf Grund des Bedienkomforts des Kombigeräts vermieden werden)?

Eine Präzisierung zur Leitungsführung vom Multiswitch zum Teilnehmer, die aber meines Erachtens für das oben geschilderte Problem zweitrangig sein sollte, da es beim bisherigen analogen Multischalter keine Probleme gab und die getesteten sonstigen Analog- bzw. Digitalreceiver beide Polarisationsebenen problemlos umschalten konnten:
Die Stichleitung (Leitungslänge ca. 12 m) zu genanntem Teilnehmer führt über eine Abzweigdose, die noch aus terrestrischen Fernsehempfangszeiten stammt. Dort wird die Leitung auf zwei Abgänge verteilt, einer führt zur Sat-Anschlussdose, an die der Receiver angeschlossen ist, der andere auf eine herkömmliche Antennen-Anschlussdose, an die kein Endgerät angeschlossen ist. Der Verteiler stammt aus Zeiten des analogen terrestrischen Empfangs. Bei Einzug einer sat-tauglichen Koaxial-Leitung wurden vorhandene frequenzabhängige Bauteile entfernt, d. h. Innenleiter und Schirm der beiden Abgänge sind jeweils unmittelbar miteinander verbunden. Allerdings ist diese Abzweigdose nach Renovierarbeiten nur noch sehr aufwendig erreichbar.
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Alt 13.01.2008, 14:08   # 2
King W.
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Über Schwierigkeiten mit Palcom Geräten ist hier im Forum schon häufiger berichtet worden. Ich würde bei der Fehlersuche dort anfangen. Probiere bitte zunächst einmal alle anderen Ausgänge des Multischalters durch, vielleicht klappt es ja an einem anderen Ausgang. Das ist zwar nicht der wahrscheinlichste Fehler, aber das ist am einfachsten zu testen. Als nächstes würde ich probeweise den Anschluß Horizontal/Tiefband vom LNB direkt mit der Leitung zum Fernseher verbinden.

Spätestens jetzt sollte Empfang gegeben sein. Wenn ja, macht der Multischalter Probleme: Entweder belastet er die 18V des integrierten Receivers zu stark oder er schaltet aus irgend einem Grund nicht sauber. Es kann auch sein, daß der Innenwiderstand dieses Receivers zu hoch ist. Wenn du die Möglichkeit hast, miß mal die Spannung unter Belastung mit einem 75 Ohm-Widerstand. Die 18V müßten dann immer noch anstehen. Wenn ja, gibt es definitiv ein Problem mit dem Schalter, wenn nein, liegt der Fehler entweder beim integrierten Receiver, der dann nicht genug Strom liefern kann, oder bei der Zuleitung, vermutlich bei der Abzweigdose. Das kannst du feststellen, wenn du die Ausgangsspannung direkt am Receiver unter Belastung mißt.

Einen Wandler 22 kHz auf 18V gibt es nicht, zumindest ist mir ein solcher Wandler nicht bekannt.

Ich denke mal, wenn du den Palcom-Schalter durch einen guten Markenschalter ersetzt, sind die Probleme weg. Dieser Schalter ist auch nicht allzuviel teurer und funktioniert tadellos.

Schreib mal zurück, wie es weiter geht, es interessiert mich.
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Alt 13.01.2008, 17:57   # 3
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King W.,

ganz herzlichen Dank für die Antwort und die Tipps an sich und die schnelle Rückmeldung - sogar am Sonntag - insbesondere!!

Die verschiedenen Ausgänge des Palcom-Multischalters habe ich bereits durchprobiert, leider ohne Erfolg.
Mein hiesiger Händler sagte auf Rückfrage, dass die Palcom-Multischalter schon in großen Stückzahlen von ihm verkauft worden seien - bisher habe ihm niemand von einem derartigen Problem berichtet.
Ich werde morgen probeweise den Horizontal/Tiefband-Anschluss des LNBs direkt mit dem Receiver verbinden.
Eine Frage zur Messung der Gleichspannung unter Last: Im Handel gibt es "normale" und DC-entkoppelte Abschlusswiderstände, wenn letztere die Richtigen sind, dürfte ich die Gleichspannung doch gar nicht mit einem 75 Ohm-Widerstand belasten, da die Impedanz von 75 Ohm als Wechselstromwiderstand doch auf die Signalfrequenz, nicht aber auf die DC-Versorgungsspannung bezogen ist - oder ist mir hier ein Denkfehler unterlaufen?
Ich werde mir aus einem Stück Sat-Kabel und zwei F-Steckern einen Adapter basteln, bei dem ich den Innenleiter freilege, um die DC-Spannung bei bestehender Verbindung zwischen Receiver und Multischalter messen zu können. Durch Vergleich der Messung am Receiver-Ausgang und am Multischalter-Eingang wird dann ja auch der Spannungsfall auf der Anschlussleitung deutlich. Die beschriebene Abzweigdose hatte vor Jahren bei Einzug des Sat-Kabels durch Bildstörungen auf Grund schlechter Kontaktierung und/oder Schirmung auf sich aufmerksam gemacht. Ich bin davon ausgegangen, dass das HF-Signal viel kritischer als die DC-Spannung auf etwaige Überganswiderstände usw. reagiert, aber wer weiß...

Sollte ein Austausch des Multischalters sich als nötig erweisen: Gibt es noch empfehlenswerte Alternativen zu dem genannten FTE-Multischalter? Dort habe ich eine Angabe von 35 W Leistungsaufnahme gefunden. Wenn diese ständig aufgenommen wird, wäre dies etwas viel. Beim Palcom-Multischalter messe ich mit einem Wirkleistungsmessgerät bei Versorgung des Quattro-LNB ca. 5 Watt. Generell sind aber nur selten bei Anbietern Angaben zur Leistungsaufnahme zu finden. Vermutlich "verbraten" einige sinnlos Energie in schlechten Netzteilen oder ungünstig ausgelegten Verstärkern usw.

Zunächst aber nochmals herzlichen Dank und ... ich werde berichten!
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Alt 13.01.2008, 19:38   # 4
King W.
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Das mit dem Wechselstromwiderstand stimmt zwar, es ist aber ein Zufall: Manche LNB's mit hohem Stromverbrauch (z.B. Kathrein) kannst du durch enen 75 - 100 Ohm Widerstand simulieren. 75 Ohm wäre der "worst case", wenn das LNB sich über 200 mA bei 18V reinzieht. Das sollte der Receiver aber liefern können. Die 75 Ohm waren hierauf bezogen. Aber bitte zügig messen, der Widerstand wird recht schnell heiß.

Das mit den 35 Watt ist relativ: Der FTE-Schalter versorgt über sein Netzteil das LNB. 35 Watt sind auch hier als "worst case" anzusehen, nämlich dann, wenn das LNB viel Strom verbraucht. Im Gegenzug werden aber die Receiver entlastet und verbrauchen entsprechend weniger Strom. Die Eingänge des FTE sind hochohmig und werten praktisch nur die Spannung aus (und natürlich auch die 22 kHz und die DiSEqC-Signale). Von einer schlechten Konstruktion kann da m.E. nicht die Rede sein. Es ist halt ein anderes Konzept. Durch den hochohmigen Eingang machen sich lange und schlechte Kabel und Übergangswiderstände weit weniger bemerkbar. Bei dem Palcom-Schalter sind die 5W vermutlich Eigenverbrauch, zusätzlich müssen die Receiver den Betriebsstrom für das LNB liefern.

Übrigens ist Palcom der einzige, mir bekannte Hersteller, der ein 0,1 dB LNB anbietet. Irgendwie kommen mir da Zweifel, ob dieser Wert wirklich echt ist. Andere renommierte Hersteller, z.B. Alps, Invacom und MTI schaffen das nicht, geschweige denn Kathrein mit zwar mageren, aber ehrlichen 1,0 dB? Sorry das ist für mich kaum zu glauben.

Auch wenn dein Händler meint, noch nie Probleme mit Palcom gehabt zu haben - etliche Beiträge hier im Forum sprechen eine andere Sprache.

Ich bin nun wirklich gespannt, was sich ergibt.
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Alt 07.01.2009, 21:23   # 5
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Hallo King W.,
fast ein Jahr ist vergangen, seit du mir wertvolle Tipps zu den H/V-Umschaltproblemen der von mir von Analog- auf Digitalempfang umgerüsteten Sat-Anlage gegeben hast.
Meine versprochene Antwort ist seinerzeit ausgeblieben - nach langer Zeit kam mir dieses Versäumnis nun ins Gedächtnis.
Folgendes hat sich ergeben:
Eine direkt vom Dachboden durch das Treppenhaus und die Wohnung verlegte Koax-Leitung verursachte keine Probleme bei der H/V-Umschaltung. Daraufhin wurde die Verbindungsstelle in der im Leitungsweg liegenden UP-Dose erneuert - damit war das Problem gelöst. Offensichtlich haben hier ein Receiver mit etwas knapp bemessener Schaltspannung und eine nicht optimale Verbindungsstelle in der Sat-Leitung das Umschaltproblem ausgelöst.

Nochmals herzlichen Dank für die rasche Unterstützung vor fast einem Jahr...!
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Alt 28.05.2012, 16:24 # --
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