welche Satelliten anpeilen (Multifeed)?

Alt 30.12.2007, 20:09   # 1
Matze1976
 
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Hallo,

nach dem ich hier schon etwas mitgelesen habe und etwas schlauer geworden bin habe ich doch mal ein paar Fragen:

Folgender Hintergrund. Wir bauen ein Haus und möchten eine SAT Anlage montieren. Bei der Schüssel hatten wir an eine Kathrein CAS 90 mit zwei LNB's gedacht (sieht irgendwie schöner aus als z.B. die 2-LNB Lösung von Technisat). Bei den LNB's wollte ich 2 UAS484 nehmen (wann nimmt man eigentlich die UAS585 ??) und in den Keller einen Spaun SMS 91609 NF. Als Kabel würde ich 110 oder 120dB verlegen.

Gibt es noch ein paar Sachen, worauf ich achten sollte?

Welche Satelliten peilt man denn üblicherweise an, wenn man eine Multifeedanlage installiert?

Viele Grüße
Matthias
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Alt 31.12.2007, 16:46   # 2
King W.
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Hallo Matze,

erst einmal Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru:

Es kommt ganz darauf an, welche Programme du sehen möchtest. Neben Astra den Hotbird zu empfangen, ist technisch die einfachste Lösung. Die Satelliten sind nur 6° voneinander entfernt und fast auf gleicher Höhe. Die Verwendung zweier LNB's an einer Antenne ist damit ziemlich unproblematisch. Auf Hotbird sind viele Programme aus ganz Europa und darüber hinaus zu finden. Eine weitere Möglichkeit wäre Astra2 auf 28,5°. Dieser Satellit strahlt hauptsächlich englischsprachige Programme ab und ist deshalb zumindest für alle Anglophilen erste Wahl. Der Satellit ist in Richtung England ausgerichtet und in Deutschland ganz gut zu empfangen - allerdings nimmt die Senderstärke ab, je weiter östlich man ist. Als Grenze für einen Empfang mit vertretbarem Aufwand ist in etwa eine Linie München-Berlin zu sehen. Dort ist der Empfang mit einer 1m-Antenne gerade noch möglich. In den westlichen Landesteilen reicht hingegen schon eine 60 cm-Antenne.

Zu deiner Materialauswahl ist auch nicht viel zu sagen, die gewählten Komponenten sind schon in Ordnung.

Die von dir genannten LNB's unterscheiden sich dadurch, daß in den UAS 585 bereits ein Multischalter eingebaut ist. Zum Betrieb an einem externen Multischalter ist der 484 vorgesehen.

Bei Kathrein fällt auf, daß die Firma nicht besonders fortschrittlich ist. Die Antenne und die LNB's werden schon seit vielen Jahren unverändert gebaut. Die mechanische Qualität ist zwar ganz ausgezeichnet, eine Rauschzahl von 1,0 ist aber nicht mehr wirklich zeitgemäß. Andere renommierte Firmen wie Alps, Invacom oder MTI sind schon bei 0,3 - 0,2 und bieten damit eine viel bessere Schlechtwetterreserve.

Obgleich ich von der Kathrein-Antenne und den LNB`s nicht unbedingt abraten will, halte die TDE 88 von Triax/Hirschmann für mindestens genau so gut. Das Konzept ist der CAS 90 "nachempfunden", allerdings ist der Reflektor mit einer Materialstärke von 1,6 mm noch etwas stabiler, die gesamte Antenne ist mit einem Gewicht von über 10 kg auch schwerer als die CAS 90.

Ein weiterer Vorteil ist die Universalbefestigung, zumindest dann, wenn du dich für Astra2 als zweiten Satellit entscheidest. Kathrein und Triax/Hirschmann gehen für die Befestigung zweier LNB's verschiedene Wege.

Bei der Kathrein-Antenne wird eine Zusatzplatte ZAS 90 montiert, um die 9° Unterschied im Azimut zu erreichen. Der Nachteil dieser Lösung ist die fehlende Möglichkeit, den Höhenunterschied von ca. 2° einstellen zu können. Kathrein selbst empfiehlt diese Lösung auch nicht:
Zitat:
Zitat von Kathrein
Footprint der gewünschten Programme beachten. Wegen der Elevationsunterschiede wird CAS 120 mit Wippe empfohlen
Die CAS 120 ist aber ein Riesenteil mit einer Windlast jenseits von gut und böse. Da müßte schon ein Statiker sein OK geben, wenn du die Antenne montieren willst... Bei der CAS 90 hast du keine Möglichkeit, die ZAS 90 schräg zu montieren. Einzige Lösung: die gesamte Antenne um ca. 10° nach Osten geneigt anzubringen. Das sieht aber aus, wie gewollt und nicht gekonnt und wäre zumindest für mich allein schon von der Optik her unakzeptabel.

Bei Triax/Hirschmann erfolgt die Befestigung zweier LNB's mit Hilfe einer Schielhalterung. Diese besteht aus einer massiven Stahlstange, die vorn auf die Antenne geschraubt wird und innerhalb gewisser Grenzen geneigt werden kann. Damit ist die Montage zweier LNB's problemlos möglich, auch dann, wenn Astra und Astra2 empfangen werden sollen. Als LNB's eignen sich die Produkte von Invacom ganz hervorragend. Ich selbst habe ein solches LNB mittlerweile seit über 10 Jahren im Einsatz. Es funktioniert wie am ersten Tag.

Hoch abgeschirmtes Kabel einzusetzen, ist sicher nicht falsch. Es bietet unter praktisch allen Bedingungen einen störungsfreien Empfang und erlaubt auch große Kabellängen. Ohne besondere Maßnahmen sind Strecken von 50 m und mehr machbar, z.B. zur Versorgung einer Gartenlaube. Wieviel Kabel du brauchst, richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten, bei einer Anlage deiner Größenordnung ist 300m ein ganz brauchbarer Erfahrungswert. Dazu gehören dann natürlich auch vergoldete F-Stecker. Zwar besteht dafür keine unbedingte technische Notwendigkeit, aber sie sind glatter, lassen sich leichter aufdrehen und geben besser Kontakt. Bei moderatem Mehrpreis sollten sie bevorzugt werden. Dann benötigst du noch Antennendosen, 1-fach oder 2-fach, je nach Bedarf. Zum Anschluß der Receiver wird noch je ein oder bei Twin-Receivern zwei Anschlußkabel benötigt, herzustellen aus einem Stück Antennenkabel und zwei F-Steckern. Bitte, bei der Bestellung der Stecker berücksichtigen. Für eine voll ausgebaute Anlage mit 16 Anschlüssen sind 66 Stecker erforderlich. Mitgerechnet sind zwei Stecker für eine UKW-Antenne, die an den Multischalter angeschlossen werden kann und den Empfang der lokalen UKW-Sender an allen Anschlüssen ermöglicht. Eine passende UKW-Antenne ist bei SEH zu bekommen.

Zum Multischalter ist nicht viel zu sagen: Spaun gehört in diesem Bereich zu den besten Herstellern überhaupt, an deiner Entscheidung für diesen Hersteller gibt es nichts zu kritisieren.

Dann brauchst du noch das Befestigungsmaterial für die Antenne. Für die Dachmontage eignet sich ein Dachsparrenhalter in Verbindung mit einer Kunststoff-Dachpfanne und einer Dichtmanschette ganz hervorragend. Die Vorteile: er ragt nicht in den Innenraum und behindert somit auch einen eventuellen Ausbau des Dachgeschosses nicht. Es tritt auch keine unerwünschte Wärmebrücke auf. Noch ein kleiner Vorteil: Ein herkömmlicher Mast müßte als Sperrgut verschickt werden, was nicht unerhebliche Kosten verursacht. Bei dem Dachsparrenhalter ist das nicht der Fall.

Eine Wandmontage mit einem stabilen Wandhalter ist ebenfalls möglich. Diese Wandhalter gibt es mit verschiedenen Auslagen von 25 bis 60 cm. Die Auslage sollte einerseits möglichst klein sein, damit die Hebelwirkung an der Einspannstelle gering ist, andererseits aber groß genug, um die Antenne auf den gewünschten Satellit ausrichten zu können, ohne daß sie an die Hauswand anstößt.

Ein kleiner Tip noch zum Schluß: verlege bitte Leerrohre vom Multischalter zu den Antennensteckdosen. Auf diese Weise ist gewährleitet, daß mal ein Kabel bei Bedarf gewechselt oder neu gezogen werden kann. Ein zuviel verlegtes Leerrohr ist weit weniger ärgerlich, als eins, was man später mal braucht, aber nicht hat. Bitte dabei auch berücksichtigen, daß die meisten Twin-Receiver mittels USB und/oder Ethernet an den PC angeschlossen werden können. Das Anschlußkabel muß natürlich auch verlegt werden ...

Schreib mal zurück, ob du mit meinen Tips etwas anfangen kannst und wie es weiter geht, es interessiert mich.


P.S. Auf der Seite von SEH sind einige Teile noch nicht gelistet, z.B. der Spaun-Schalter, die Schielhalterung für die TDE 88 und die UKW-Antenne. Alle Teile sind aber lieferbar. Am besten telefonisch bestellen (02323/61887) und bei der Gelegenheit nicht vergessen, nach dem Rabatt zu fragen, den es für Netzwelt-Leser gibt.
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Alt 31.12.2007, 20:14   # 3
Matze1976
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Hallo King W.

danke für deine Antworten. Super ausführlich, da findet man nichts vergleichbares im Netz.

Du wirst lachen, aber die Hirschmann FESAT 88HiQ hatte ich auch schon im Auge (ist das die TDE88, oder wieder eine andere?) Sie sieht der Kathrein ziemlich ähnlich, der stabile Ausleger gefällt mir sehr gut, da kann man sauber die Kabel verlegen.

Die LNB's von Kathrein sind schön "schlank" so fällt die Multifeedanlage nicht auf und von der Qualität sollen die ja auch nicht so schlecht sein. Wenn ich natürlich mit einer Hirschmannschüssel und zwei Alps, Invacom oder MTI's etwas mehr rausholen kann habe ich damit auch kein Problem Deinen Worten würde ich entnehmen, dass Invacom die besten wären (trotz des niedrigen Preises??) Was hältst du von den CS 44 HiQ von Hirschmann, die haben auf dem Papier auch nur 0,2dB?

Den 9/16fach Multischalter habe ich gewählt, da ich keinen kleineren bei Spaun gefunden habe. Vielleicht ist das ganze auch etwas überdimmensioniert, ich hätte ins Wohnzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer je zwei Koaxkabel hingelegt und ins Schlafzimmer und in den Partykeller je eins. Somit würde mir auch ein 9/8-fach (mit einer weiteren Reserve auch ein 9/12 fach) reichen (vielleicht ziehe ich noch ein Kabel ins Bad) Leerrohre hatte ich nicht unbedingt vor, geht denn an dem Koaxkabel über die Jahre etwas kaputt? Dann müsste ich ja auch vom Dach bis in den Keller ein dickes Flexrohr legen, wo dann 9 Kabel reinpassen?

Für was brauche ich denn ein Netzwerkkabel an den Receivern? Um die aufgenommenen Filme auch an andere Stelle wieder abspielen zu können?

Was für Sender ich schauen will weiß ich im Moment leider auch noch nicht, im Moment habe ich einen Kabelanschluss. Wir wollten einfach für die Zunkunft gerüstet sein und daher 9 Kabel zur SAT Schüssel ziehen. Was Astra 2 angeht, naja die immaginäre Linie Berlin-München liegt leider etwas westlich von mir (Standort = Chemnitz), wenn ach nur knapp. Oder sollte ich lieber eine 110er Schüssel von Hirschmann nehmen?

Wenn du noch einen Tipp hättest, wo ich im Netz eine Übersicht finde, welche Satelliten man anpeilen kann und was für Sender ich dann bekomme?
Ist alles ganz schön verwirrend für einen "Kabelanschlussnützer". Es gibt ja schon alleine bei Astra drei Winkelangaben (28,2/23,5/19,2) und dann noch verschiedene Ergänzungen 2A/2B/2D/1D/3A/1E usw. wer soll denn da noch durchblicken?

Eine Frage noch zur Anbringung der Schüssel. Wir bauen zwei Etagen mit Flachdach mit Kies oben drauf. Würdest du die Schüssel lieber aufs Dach oder an die Südseit montieren? Ich wollte ungern durch die Betondecke aufs Dach raus, da ich Angst habe die Stellen nicht mehr dicht zu bekommen, da z.B. das Teil Standfuß, 80cm, 48mm, No. III, Dreibein - Antennenmontage - SEH Produkte Detail nach unten verschraubt werden muss.
Die Außenfassade scheint mir da einfacher.

Was für eine UKW Antenne würdest du verbauen? (Ringdipol, Kreuzdipol oder ganz was anderes?)

So, jetzt sind mir erst einmal die Fragen ausgegangen, ich hoffe du kannst mir wieder ein Stück weiterhelfen.

Viele Grüße
Matthias
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Alt 01.01.2008, 20:41   # 4
King W.
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Ja, die Hirschmann 88 HiQ ist mit der Triax TDE-Baureihe identisch. Der Unterschied besteht in der Beschriftung (steht halt nicht Hirschmann drauf, sondern Triax) - und im Preis. Hirschmann läßt sich seinen guten Namen mit ca. 30€ Mehrpreis bezahlen.

Ich denke mal, diese Ausgabe ist nicht nötig.

Das CS 44 HiQ wird, soviel ich weiß, auch nicht von Hirschmann selbst gefertigt, sondern von Alps. Das tut der Qualität aber keinen Abbruch, Alps ist ein Hersteller auf hohem Niveau und muß sich vor keinem anderen verstecken. Nach meiner Erfahrung bauen MTI, Alps und Invacom die besten LNB's und - natürlich auch unsere Premium-Hersteller Technisat und Kathrein. Wobei bei Kathrein die Prioritäten anders gesetzt sind: Die LNB's sind technisch nicht auf dem allerneuesten Stand, aber mechanisch extrem stabil und zuverlässig.

Mein persönlicher Favorit ist aber das Invacom, ganz einfach deshalb, weil ich selbst eins habe und es mittlerweile seit ca. 10 Jahren störungsfrei seinen Dienst verrichtet. Mit den MTI und Alps-LNB's habe ich aber auch noch nie Probleme gehabt. Bei MTI kommt noch hinzu, daß es, gemessen an der guten Qualität, extrem preisgünstig ist. Bei keinem der drei genannten Hersteller machst du etwas falsch - im Gegenteil. Wichtig ist aber, daß du Quattro-LNB's nimmst und nicht versehentlich Quattro-Switch.

Vom Dach zum Keller sind nicht unbedingt Leerrohre erforderlich. Die Kabel sind schon sehr langlebig und zumindest der innenliegende Teil wird wahrscheinlich nie kaputtgehen. Der außenliegende Teil wird natürlich durch Wind und Wetter im Laufe der Zeit angegriffen, da kannst du mit ca. 15 Jahren Haltbarkeit rechnen. Es ist dann aber auch kein großes Problem, nur die außenliegenden Kabelabschnitte zu erneuern und sie mittels F-Steckern und Kupplungen an die vorhandenen Kabel anzuschließen. Wenn es ordentlich gemacht wird, ist das auch nicht mit einer Beeinträchtigung des Empfangs verbunden.

Mit den Leerrohren meinte ich hauptsächlich die Verbindung zu den Receivern. Ein nicht genutztes Leerrohr ist weit weniger ärgerlich, als ein Anschluß, den man gut gebrauchen könnte, der aber nicht da ist. Wie ich aus vielen Zuschriften weiß, kommt es gar nicht so selten vor, daß mal irgendwann etwas umgeplant wird und auf einmal irgendwo ein Anschluß benötigt wird, an den vorher niemand gedacht hat. Wenn dann ein Leerrohr vorhanden ist, hat man leichtes Spiel...

Ein Kabel in der Wand geht allerdings nur äußerst selten kaputt, da gebe ich dir Recht, allein die Angst davor rechtfertigt die Leerrohre nicht.

Wenn du mit einem 8er Multischalter auskommst, ist der TechniSat Giga-Switch eine gute Alternative zum Spaun-Schalter. Spaun ist natürlich, wie gesagt, ein Spitzenhersteller, aber nicht der einzige. Die TechniSat Schalter stehen den Spaun-Produkten in nichts nach - im Gegenteil: in einigen technischen Details übertreffen sie die Spaun-Schalter sogar. So ist die Entkopplung zwischen den Ausgängen mit 35 dB noch besser als bei Spaun (30 dB) und die Dämpfung der terrestrischen Signale ist geringer. Zugegeben - das sind zwar nicht unbedingt kaufentscheidende Kriterien, die Spaun-Daten reichen vollkommen aus, aber immerhin. Interessant auch die Stromsparschaltung: Wenn kein Receiver eingeschaltet ist, wird die Stromversorgung zu den LNB's unterbrochen. Das spart, je nach Fernsehgewohnheit, 20-30€ im Jahr an Stromkosten, eventuell sogar noch mehr.

Bei Bedarf kann der Schalter später mit einem Kaskadebaustein problemlos um weitere 8 Anschlüsse erweitert werden.

Ein Netzwerk- oder USB-Kabel ist dann erforderlich, wenn du dir mal einen Festplattenreceiver zulegen möchtest, z.B. den Topfield Masterpiece. Ein USB-Kabel bietet dir bei diesem Receiver die Möglichkeit, mit dem PC auf die Festplatte zuzugreifen, um z.B. einen aufgenommenen Film zu übertragen, diesen anschließend weiter zu bearbeiten (Werbeblöcke rausschneiden) und auf DVD zu archivieren. Wenn du von diesen Möglichkeiten keinen Gebrauch machen willst, ist solch ein Kabel natürlich nicht erforderlich. Aber, wie sagt man so schön: Der Appetit kommt beim Essen.

Die verschiedenen Bezeichnungen für die Satelliten brauchen dich nicht zu stören, interessant sind nur die Positionen. Die Bezeichnungen rühren daher, daß z.B. "Astra 19,2°" kein einzelner Satellit ist, sondern eine ganze Satellitenflotte, bestehend aus (glaube ich) 6 Satelliten die in unmittelbarer Nähe zueinander positioniert sind und mit einer Antennenposition empfangen werden können. Für "normale" deutsche Fernsehzuschauer reicht Astra aus. Hotbird 13° bietet Programme aus ganz Europa und darüber hinaus und Astra2 28,2° in der Hauptsache englischsprachige Programme. Die Position 23,5° wird hauptsächlich für Datendienste genutzt und als Satellit zur Versorgung der Kabelkopfstationen. Die meisten Programme auf diesem Satellit sind verschlüsselt und normalerweise für den Direktempfang uninteressant.

Weiterhin empfangbar sind die Satelliten Sirius und Thor mit Programmen aus Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland sowie z.B. Hispasat mit spanischen und südamerikanischen Programmen und, weiter im Osten, Arabsat, Hellas-Sat und Türksat. Diese Satelliten sind hauptsächlich zur Versorgng der bei uns lebenden ausländischen Mitbürgern gedacht und für uns relativ uninteressant.

Bei zwei Satelliten entscheidet man sich in der Regel für Astra/Hotbird oder Astra/Astra2. Auf Satco Dx findet man, nach Satelliten sortiert, alle empfangbaren Programme.

Um nun ein Programm tatsächlich auch empfangen zu können, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Die Antenne muß auf den entsprechenden Satelliten ausgerichtet sein
  • Am Empfangsort muß eine ausreichende Signalstärke verfügbar sein *
  • Das Programm darf nicht verschlüsselt sein, oder es muß ein Receiver verfügbar sein, der das Programm entschlüsseln kann.

Zur Montage der Antenne kann ich von hier aus nicht allzu viel sagen. Wie dick ist denn die Betondecke? Viellecht mußt du ja gar nicht ganz durch. Wenn du den Standfuß mit 10x50 Fischer-Dübeln verschraubst, mußt du nur 65-70 mm tief bohren. Möglicherweise läßt sich am vorgesehenen Aufstellungsort der Beton ja etwas dicker machen, z.B. in Form eines kleinen Podestes von ca. 80x80x10cm. Als Befestigung würde ich diesen Standfuß bevorzugen, er ist noch stabiler als der Standfuß Nr. 3.

Selbstverständlich ist eine Montage an der Südwand auch möglich, aber wie sieht es mit der Wärmedämmung aus? Die Montageplatte erfordert einen stabilen Untergrund , z.B. aus Ziegeln oder Beton. Wenn von außen noch eine zusätzliche Wärmedämmung aufgebracht wird, hast du schlechte Karten.

Als UKW-Antenne ist ein Ringdipol m.E. am besten geeignet, er empfängt die lokalen UKW-Sender gleichmäßig aus allen Richtungen. Eine besondere Empfangsleistung für überregionale Programme ist nicht nötig, diese kannst du ja über den Satellit empfangen - in digitaler Qualität.


* Auf der SATCO-DX-Seite ist neben den einzelnen Transpondern ein Bild (Klick darauf vergrößert es) mit dem "Footprint" zu finden, zusammen mit "EIRP-Werten". Diese Werte sind maßgebend dafür, ob und ggf mit welchem Aufwand ein Empfang möglich ist. Die TDE 88 in Verbindung mit einem guten LNB empfängt Signale mit einer Stärke ab 44, die TDE 110 ab 41. Die TDE 88 reicht für Astra/Hotbird vollkommen aus, Astra/Astra2 ist ebenfalls möglich, jedoch mit einer etwas geringeren Schlechtwetterreserve. Wenn du Astra2 auch bei schlechtem Wetter empfangen möchtest, ist die 110er besser geeignet.
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Alt 02.01.2008, 10:19   # 5
Matze1976
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danke wieder für die ausführliche Antwort.

Wenn ich bei der Triax Schüssel ein paar Euro sparen kann und trotzdem die selbe Qualität bekomme nehme ich natürlich die (auch wenn sie bei Triax auf der deutschen Homepage nur über die Suchfunktion auffindbar ist).

Als LNB's würde ich dann die von dir empfohlenen Invacoms nehmen, da es scheinbar hier nichts besseres gibt. Mit dem Switch von Technisat kann ich auch sehr gut leben, von den technischen Daten macht er einen sehr guten Eindruck. Mit der Stromsparfunktion auch eine tolle Sache.

Mit der Montage ist das so eine Sache. Das Dach ist eine Betondecke mit einem Flachdachaufbau von Alwitra (Beton, Dachbahn geklebt, Dämmung, Dachbahn, Kies). Da gibt es zwar auch diverse Durchführungen, aber der Aufwand ist schon enorm. Die Wände hingegen sind aus Ytong Steinen ohne extra Dämmung, da wäre eine Montage einfacher und bei einer 85 cm Schüssel sicher auch von der Windlast vertretbar. Hat die 110 von Hirschmann 100cm Durchmesser oder 110? Leider ist die Angabe auf der Homepage von Hirschmann falsch Triax-Hirschmann*-*HiQ Serie

Das mit dem Netzwerk- bzw. USB Kabel vom Receiver gefällt mir nicht so gut, da kaufe ich mir lieber einen Receiver mit externem ATA Anschluss und hänge eine externe Festplatte dran, die kann ich dann dort hin tragen wo ich sie gerade brauche.

Was die Satelliten angeht werde ich nach jetziger Erkenntnis den Astra 19,2 und den Hotbird anpeilen, für den Astra 2 ist mein Standort leider etwas ungünstig. Da ich ja dann eh 9 Koaxkabel an der Schüssel habe könnte ich bei Bedarf ja immernoch einen anderen Satelliten anpeilen. Sind an der Schüssel bzw. deren Halterung irgendwelche Markierungen, damit ich die Satelliten auch auf's Grad genau finde oder muss ich mir da einen Fachmann ins Haus holen?

Viele Grüße
Matthias
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Alt 02.01.2008, 16:02   # 6
King W.
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Zitat:
Zitat von Matze1976
[...] auch wenn sie bei Triax auf der deutschen Homepage nur über die Suchfunktion auffindbar ist
Na logisch. Die verkaufen ja auch lieber die teureren mit Hirschmann-Aufschrift. Machen doch andere Firmen genau so. Oder glaubst du, z.B. Bahlsen reibt dir unter die Nase, daß sie auch die Kekse für Aldi herstellen? Die verkaufen doch viel lieber die teureren unter ihrem eigenen Namen ...

Astra/Hotbird ist schon OK und auch nicht besonders schwer zu finden. Ich denke mal, das geht auch ohne besonderen Fachmann. Wenn es irgendwelche Probleme gibt, schreib einfach.

Bei der Antenne kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen: Die meisten Hersteller messen einfach entlang der Krümmung des Reflektors, so erscheint die Antenne größer, als sie eigentlich ist. Das spielt aber keine entscheidende Rolle. Wichtig ist der Antennengewinn: er sollte bei einer guten 90er über 38 dB und bei einer 110 er über 40 dB liegen. Für einen guten und störungsfreien Empfang sind 36 dB ausreichend. mit einem Wert von 38,8 hat die TDE 88 mehr als genug Leistungsreserve.

Auf Ytong-Steinen ist eine Montage durchaus möglich, allerdings ist Ytong weicher als Ziegel oder Beton, da benötigst du Langdübel, z.B. Fischer SX 10x80 in Verbindung mit Schrauben 8x90 oder 8x100. Den Ausleger des Wandarmes bitte nur so lang wählen, wie nötig, um die Hebelwirkung möglichst gering zu halten. Allerdings muß auch der Schwenkbereich groß genug sein, damit die angepeilten Satelliten auch erreicht werden können.

Wieviel Auslage du brauchst, richtet sich danach, in welche Richtung deine "Südwand" genau zeigt. Ist es genau Süden, oder etwas westlich oder östlich? Süd-Südost wäre optimal, dann kommst du mit einem sehr kurzen Ausleger hin. Allgemein ist die Montage an einem stabilen Wandarm ziemlich problemlos.

Übrigens - wenn du die Teile bei SEH kaufen möchtest, erhältst du als Netzwelt-Leser noch etwas Rabatt (ca. 5%). Bitte, in das Feld Bemerkungen "Netzwelt" als Stichwort eintragen, oder bei telefonischer Bestellung danach fragen.
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Alt 02.01.2008, 19:02   # 7
Matze1976
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na da bin ich ja jetzt schon ein ganzes Stück weiter, auch wenn von meiner ursprünglich angedachten Anlage nur noch das Kabel übrig ist

Hatte heute einen Termin mit dem Elektriker, er zieht eh für Telefonleitung und Koax bzw. Netzwerkkabel Leerrohre. Von daher passt das super. Beim zukünftigen Nachbarn hat er die Satschüssel einfach aufs Dach gestellt, Platten auf den Standfuß und dann Kies drauf - er meint das hält auch bei Sturm

Dann brauch ich nur noch einen guten Tipp für einen SD Receiver mit Festplatte (und nach Möglichkeit einen externen SATA Anschluss) und einer Anzeige des Sendernamens und dann bin ich rundum informiert.

Viele Grüße
Matthias
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Alt 03.01.2008, 01:37   # 8
King W.
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Hallo Matthias,

ich weiß nicht so recht.

Diesen Ständer habe ich selbst schon mal eingesetzt, auf einem Garagendach in Verbindung mit einer recht schweren Gehwegplatte. Beim ersten schwereren Sturm war sie umgekippt. Ich habe dann noch einige Ziegelsteine draufgepackt, seitdem ist noch nichts wieder passiert. Wenn dein Haus nicht allzu exponiert liegt und du mit dem Gewicht nicht sparst, mag es gehen.

Bei den Receivern gibt es ziemlich viel Auswahl, aber ein Receiver mit externem SATA-Anschluß ist mir nicht bekannt. ich kann mich aber gern erkundigen. Recht gute Receiver liefert die Firma Topfield. Vielleicht wäre der TF-5000 Masterpiece etwas für dich? Neben einer einfachen Bedienung und überzeugender Bildqualität kann dieser Receiver dank seines schnellen Prozessors gleich zwei Sendungen gleichzeitig aufnehmen, während eine dritte angesehen werden kann. Natürlich sind auch die übrigen Funktionen, die man von einem guten Twin-Receiver erwarten kann, verfügbar. Bild-in-Bild, zeitversetztes Fernsehen, Entschlüsselungsmöglichkeit für Pay-TV - alles kein Problem. Ich denke mal, bei einer hochwertigen SAT-Anlage ist das ein adäquater Receiver, womit du sicher zufrieden sein wirst.
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Alt 07.01.2008, 20:06   # 9
Matze1976
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Hallo noch einmal,

habe gerade die "SAT + Kabel 01-2008" in der Hand.
Dort haben die geschrieben, dass die meisten aktuellen LNB's sehr schlecht verarbeitet sind und von der Qualität nicht an die hochwertigen Teile von vor ein paar Jahren ranreichen? In deren Bestenliste der LNB's mit eingebautem Multischalter ist der UAS 485 von Kathrein als Testsieger, einzigster Nachteil (neben dem höheren Preis) war ein hoher Stromverbrauch. Danach folgten Max Platinum Edition, Schwaiger, Triax CS44HiQ. Die liegen preislich zwischen 16 (Max) und 66 (Triax) Euro. Bei Max und Schwaiger SPS6944 gab es gar keine negativ Punkte, aber bei den folgenden z.B. auch dem Triax wurde ein schlechter bzw. hakeliger Wetterschutz bemängelt?

Bei den für mich in Frage kommenden LNB's für einen externen Swich haben sie nur Kathrein und Triax "getestet". Beim Triax aber mit dem Hinweis "verbesserungswürdiger Wetterschutz".

Was sagst du dazu? Taugen solche "Tests" etwas?

Bei den Multischaltern war Spaun SMS auf Platz 1 gefolgt von Kathrein EXR SL Lerenzen und Schwaiger. Technisat wurde nicht getestet.

Beim Receiver werde ich denke ich auf den HD-S2 von Technisat bauen.

Viele Grüße
Matthias
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Alt 07.01.2008, 21:40   # 10
grimreaper
 
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Mit der Aussage "ich brauch kein USB Kabel am Receiver" wäre ich etwas vorsichtig...

Irgendwoher muss der Receiver ja seine Senderliste bekommen. Sicher kann man die auch am Receiver mit der Fernbedienung aus den ca. 2000 empfangbaren Sendern zusammenstellen - jedesmal wenn man einen Sendersuchlauf gemacht hat - man kann es sich natürlich auch am PC einfacher machen (ich denke da wird es auch von Technisat was geben).
Wenn ein Laptop im Haus ist, mag das ja alles spontan gehen, ist das nicht der Fall, sollte zumindest ein Netzwerkkabel zum Receiver liegen.
Externe USB Festplatte ist sicher praktisch, bitte aber nochmal genau klären, ob der S2 auch 2 Festplatten mag, weil ohne (interne) Festplatte kein Timeshift, keine Timeraufnahme etc.
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Alt 07.01.2008, 23:53   # 11
King W.
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Bei Technisat ist schon eine ganz brauchbare Senderliste vorprogrammiert. Die Arbeit, sich seine persönliche Liste zusammenzustellen, hält sich deshalb in Grenzen. Und die Arbeit muß nur einmal gemacht werden.

Ein interessantes Feature der Technisat-Receiver ist die automatische Updatefunktion isipro, über die jedes aktuelle Technisat-Gerät verfügt. Bei einer Frequenzänderung, wie z.B. neulich bei SAT1 / Pro7 erscheint irgendwann beim Einschalten ein Hinweis auf dem Bildschirm, eine neue Senderliste sei verfügbar.

Nun hat man die Optionen, die alte Senderliste zu korrigieren (d.h. die alten Senderdaten zu löschen und die neuen auf dem gleichen Programmplatz einzuprogrammieren), die neuen Sender hinten anzuhängen, ohne die alten zu löschen und die Änderungen zu ignorieren. Wenn man nun "korrigieren" wählt, war es das auch schon.

Den Vorteil der eingebauten Festplatte hat grimreaper ja schon beschrieben. In der Regel wird darauf aufgenommen und die Daten bei Bedarf auf den PC übertragen (über USB oder RS232). Dort können sie dann weiter bearbeitet werden.

Der S2 von Technisat ist sicher ein sehr guter Receiver. An deiner Entscheidung für dieses Gerät gibt es nichts zu kritisieren.

Zu dem LNB-Test gibt es auch einiges zu sagen: Die Billig-LNB's funktionieren erstaunlich gut - wenn sie denn funktionieren. Natürlich wird der Importeur die LNB's vorher aussuchen und überprüfen, bevor er sie zum Testen an eine Fachzeitschrift gibt - er wäre jedenfalls schön blöde, wenn nicht. Und ein "hakeliger Wetterschutz" disqualifiziert eigentlich nur denjenigen, der das schreibt. Wenn der Wetterschutz wirklich etwas hakelt - ja, was solls? Dann braucht man eben 20 s anstatt 10, um ihn in Position zu ziehen. Hauptsache, der Wetterschutz funktioniert und das tut er ganz sicher bei guten LNB's.

Entscheidend für die Qualität ist erst einmal die Empfangsleistung und zum anderen die Dauerhaftigkeit. Wenn ein LNB gute Bilder liefert und nach 10 oder mehr Jahren immer noch tadellos funktioniert, ist es ein gutes LNB. So einfach ist das. Ich selbst habe die besten Erfahrungen gemacht mit den LNB's von Invacom, MTI und Alps. Natürlich heißt das nicht, daß die anderen LNB's "schlecht" sind, sondern nur, daß ich sie nicht gut genug kenne und keine Langzeiterfahrung damit habe.

Wahrscheinlich hat die Zeitschrift die Invacom-LNB's nicht getestet, dort ist der Wetterschutz noch komplizierter: Vor der Montage des F-Steckers muß eine stabile Kunststoffhülse über das Kabel geschoben werden. Nach der Montage wird diese Hülse mit dem LNB verschraubt. Das dauert garantiert 1 min pro Kabel. Dafür ist dann aber auch der F-Stecker 100%ig geschützt ...

Ich sehe jedenfalls keine Veranlassung, von meiner Empfehlung abzurücken.

Gleiches gilt für den Multischalter. Spaun ist eine Klasse für sich und zu Recht Testsieger geworden. Spaun ist aber nicht der einzige Hersteller, der wirklich gute Schalter baut. Auch mit den Schaltern von Technisat, Kathrein und Ankaro habe ich bislang noch nie Probleme gehabt.
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Alt 28.05.2012, 16:23 # --
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