Fragen zur Kanalaufbereitung allgemein (PRO & CONTRA)

Alt 16.10.2007, 19:19   # 1
SAT-newbie
 
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Zur Begrüssung, erst mal ein ganz besonders freundliches "Hallo" in die Runde!

Wie an meinem Nick zu erkennen ist, bin ich noch ein ziemlicher Neuling in Sachen SAT-Technik, allerdings hat mich dieses wirklich(!) ausgezeichnete Forum bei der Beantwortung einiger meiner Fragen bereits um wesentliche Schritte weitergebracht.

Bevor ich mein vielleicht etwas komplexeres SAT-Projekt für's Büro-/Eigenheim aber vernünftig planen kann, würde ich Euch gerne um eine Stellungnahme zu folgender funktionalen Spezifikation ersuchen, insbesondere aus der Sicht der Investitionssicherung, d.h. Ausbaufähigkeit für künftige Technologien:

PROJEKT: "Neuanschaffung einer qualitativ hochwertigen SAT-Anlage (inkl. aller erforderlichen Endgeräte) für ein dzt. noch im Umbau befindliches 2stöckiges Einfamilienhaus, inkl. Büro-/Kundenbereich im Erdgeschoss."

Einer besonderen Empfehlung von King W. folgend, möchte ich das erforderliche HW-Installationsmaterial dementsprechend auch komplett "aus einer Hand" beziehen (TechniSat und/oder Kathrein) und anschliessend von einem SAT-kundigen Betrieb meines Vertrauens in Regie installieren lassen.
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SOLL:

1* Empfang der dzt. maximalen Anzahl nationaler und internationaler (freier) digitaler Radio und TV-Programme (lt. FreiSAT-Programmlisten bei TechniSat), d.h. alles was momentan aus technischer Sicht und nötigenfalls auch mit dem Einsatz mehrerer LNB's möglich ist.

2* Einspeisung in einen hausinternen und zuvor entsprechend grosszügig verkabelten Technikraum, wo auch gleichzeitig die Telefon- und EDV-Anlage der Firma untergebracht sein werden.

Ich erwähne dies nur deshalb, weil somit auch die Verwendung von optisch vielleicht weniger "hübschen" 19''-Geräten (z.B. jene zur Kanalaufbereitung oder Verteiler) keinerlei Problem darstellt.

3* Im Privat-/Bürobereich sollen insgesamt max. 6 Stk. Grossbild-LCD oder Plasma TV-Geräte angeschlossen werden. An diesen Geräten sollten die über die Kanalaufbereitungsanlage zuvor in das hausinterne "Koax-Netz" eingespeisten AV-Signale ohne jeden weiteren Receiver (=> d.h. so wie etwa im Hotel), allerdings in der bestmöglichen(!) Qualität, rauschfrei zu empfangen sein!

Ich stelle mir vor, dass ich dann nur noch eine persönliche Auswahl der Sender am Tuner jedes einzelnen Endgeräts persönlich abspeichern muss. (idealerweise noch passwortgeschützt für das Kinderzimmer bzw. den Kundenbereich, aber das ist freilich ein ganz anderes Thema...)

4* Desweiteren sollen in die Kanalaufbereitung (bei Möglichkeit) ebenfalls auch noch folgende AV-Signale eingespeist werden können:

a) 1 externe Videoquelle (d.h. vom DVD-/HDD-Recorder oder TV-Out einer PC-Grafikkarte) z.B. für Info-VideoClips als Endlosschleife für den Empfangs- oder Pausenbereich für Mitarbeiter.

b) max. 4 Stk. In-/Outdoor Überwachungskameras (Grundstückseinfahrt, Toranlage und Eingangsbereich)

c) 1 Cryptoworks-tauglicher DVB-S-Receiver (für den Empfang von kostenpflichtigen Sendern, welche ebenfalls ins Hausnetz eingespeist werden sollen).
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Meine Frage ist nun,

- ob eine solche Konfiguration überhaupt in einem halbwegs leistbaren Rahmen zu realisieren ist und
- welche Geräte ich, insbesondere für die Kanalaufbereitung der SAT-Signale einerseits, sowie für die anderen zuvor erwähnten externen AV-Signale benötige.

Ich denke da an einen qualitativ hochwertigen HF-Modulator, den ich für die Umwandlung von "S-Video" (bzw. "Composite" für die Überwachungscameras) in ein Antennensignal einsetzen würde.

Keine Ahnung, ob das aber für ein AV-Signal aus dem DVD-/HDD-Recorder sinnvoll ist...

Vielleicht gibt es da ja auch andere Wege und Möglichkeiten?

An die Bildqualität der aufbereiteten Signals aus den Überwachungskameras stelle ich allerdings keine besonders hohen Ansprüche. Ich möchte nur möglichst bequem vom Fernseher aus sehen können, wer z.B. gerade am Haustor läutet oder sich bereits im Empfangsbereich befindet, etc...

Hinweis:

Eine Komplettlösung mittels Kanalaufbereitung wird von mir wegen der wesentlich einfacheren Bedienung an den TV-Endgeräten bevorzugt. Ausserdem sehe ich einen weiteren Vorteil in der kostengünstigen weil trivialen Koax-Verkabelung aus dem Technik-/Serverraum bis hin zu den TV-Endgeräten.

Ein weiterer Grund dafür ist auch die ausnahmslos geplante Wandmontage der Grossbild TV-Geräte: daher ist auch die Verwendung weiterer SAT-Receiver (inkl. unvermeidlichem Kabelwerk) aus ästhetischen Gründen im Privatbereich nicht angedacht!
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Alt 17.10.2007, 07:46   # 2
King W.
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Ein freundliches Hallo zurück und Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru:

So, bis hierher war es noch einfach ...

Nun zu deinen Fragen: Der größte Teil deiner Wünsche läßt sich schon mit vertretbarem Aufwand realisieren. Ein Problem sehe ich aber darin, daß du

1) möglichst viele Programme empfangen möchtest
2) ein bestmögliches Bild und
3) eine Kanalaufbereitung willst.

Die Forderungen widersprechen sich. Mit dem herkömmlichen, im Fernsehgerät eingebauten Tuner kannst du bestenfalls so ca. 40 Fernsehprogramme empfangen, eine Kanalaufbereitung dafür wäre sehr aufwendig und teuer und erlaubt doch nur eine kleine Auswahl an Programmen. Ich kann mir kaum vorstellen, daß du so etwas willst. Wenn du tatsächlich alle frei empfangbaren Programme verschiedener Satelliten sehen möchtest, ist eine Verteilung des SAT-Signals zwingend notwendig. Natürlich können bei einer solchen Verteilung die Kamerasignale und - bei Bedarf - auch das Signal eines Recorders mit eingespeist werden.

Die Kanalaufbereitungen setzen auch immer das Signal in ein herkömmliches Analogsignal um, damit es von jedem Fernseher empfangen werden kann. HD-TV ist damit "außen vor".

Andererseits kann ich deinen Wunsch nach möglichst wenig "Kabelsalat" auch durchaus nachvollziehen. Speziell um diesem Wunsch - den du ja nicht allein hast - nachzukommen, ist die Firma Technisat dazu übergegangen, ihre Fernsehgeräte mit einem Multifunktionstuner anzubieten.

Mit einem solchen Gerät hast du folgende Empfangsmöglichkeiten:

- Digitales Fernsehen und Radio über Satellit (DVB-S)
- Digitales Fernsehen und Radio über Kabel (DVB-C)
- Digitales Fernsehen und Radio über Antenne (DVB-T)
- Analoger TV- und Radio-Empfang über Kabel
- Analoger TV-Empfang über Antenne
- Analoger Radio-Empfang über Antenne (UKW / FM)
(Quelle: Technisat)

Die Technisat-Fernseher überzeugen außerdem in puncto Bildqualität und Design. Alles wird über eine Fernbedienung gesteuert, analoge, digitale und SAT-Programme sind miteinander mischbar. Man merkt es oft nicht einmal direkt, woher der Fernseher sein Signal gerade bezieht, und wenn, dann höchstens an der Signalqualität. Selbstverständlich eignen sich die Fernseher auch ohne Einschränkung zum Empfang des hochauflösenden HD-TV.

Beim Einsatz dieser Fernseher sind jedenfalls keine zusätzlichen Receiver erforderlich und auch die Kanalaufbereitung kann entfallen. Es ist lediglich eine gute SAT-Verteilung nötig und ein paar Modulatoren zum Einspeisen der Kamera-Signale, die dann von einer normalen Antennensteckdose wieder getrennt werden. Bei der Gelegenheit kann auch noch bei Bedarf das Signal einer UKW-Antenne mit eingespeist werden. An die Antennensteckdose kann dann eine Stereoanlage angeschlossen werden.

Mein damaliger Vorschlag, alle Komponenten aus einer Hand zu beziehen, ist in diesem speziellen Fall auch möglich - dann sollten es m.E. Technisat-Komponenten sein. Sowohl die Technisat-Schalter, wie auch die Antennen überzeugen durch gute Qualität und Langlebigkeit.

Wenn allerdings mehr als 4 Satelliten empfangen und verteilt werden sollen, halte ich die Schalter von Spaun für geeigneter. Spaun ist eine Firma, die sich ausschließlich auf SAT-Verteilung spezialisiert hat und Komponenten von außergewöhnlich guter Qualität liefert.

Diese Schalter harmonieren mit jeder Antenne und jedem LNB. Es spricht deshalb nichts dagegen, sich von allen Firmen die besten Komponenten auszusuchen, um daraus eine Anlage aufzubauen, die jeder Anforderung gewachsen ist.

Bevor ich nun "auf Gut Glück" eine Anlage zusammenstelle, hätte ich noch Fragen:
1) Wie viele Anschlüsse werden benötigt? Bitte, reichlich kalkulieren und überall, wo überhaupt mal ein Fernseher aufgestellt werden könnte, ein Kabel hinziehen, optimal wäre es, ein Leerrohr zu verlegen. Eventuell ist es erwünscht, doch einmal einen Receiver anzuschließen, z.B. ein Twin-Gerät, um ein Programm zu sehen und gleichzeitig ein anderes aufzunehmen. Dann sind zwei Anschlüsse nötig. Für jeden Anschluß ist zwingend ein eigenes Kabel zum Schalter erforderlich! "Durchschleifen" der Kabel geht nicht!

2) Alle überhaupt irgendwie empfangbaren Satelliten haben zu wollen, bedeutet einen enormen technischen Aufwand. Immerhin muß jeder Satellit mit 4 Anschlußleitungen an die Verteilung angeschlossen werden. Auf vielen Satelliten sind zudem ausschließlich fremdsprachliche Programme, oder verschlüsselte Programme vorhanden. Ich denke mal, hier sollte eine vernünftige Auswahl getroffen werden. (z.B. nach benötigten Sprachen)
Astra und Hotbird sind wohl selbstverständlich, dazu noch Astra2 (viele englische Programme und eventuell Hispasat (spanisch) oder Thor (nordeuropäische Sprachen), vielleicht auch Hellas-SAT (griechisch) oder Türksat.
Auf SATCO-DX gibt es ausführliche Informationen zu den einzelnen Satelliten und den zu empfangenden Programmen. Kleiner Tip: Neben den einzelnen Transpondern ist in der Regel ein kleines Bild mit einem "Footprint" (draufklicken vergrößert). Für einen einwandfreien Empfang ist ein "EIRP-Wert" von mindestens 45 erforderlich. Der Emfangsort sollte sich deshalb mindestens im 45er-Bereich befinden.
Bitte, einmal recherchieren, was sinnvollerweise empfangen werden soll.

3) Ist ein Funktelefon "Siemens Gigaset" im Einsatz oder bestehen sonst hohe elektromagnetische Belastungen? Wenn ja, empfiehlt sich der Einsatz von 4-fach geschirmtem Premium-Kabel.

Bitte, schreib mal zurück.
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Alt 17.10.2007, 10:21   # 3
SAT-newbie
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Hallo King W.!

Vielen Dank für diese prompte und ausführliche Antwort. Solche atemberaubenden "Response-Zeiten" würde ich mir bei meinen Mitarbeitern auch wünschen

Vorab in Kürze: Ich denke sogar, dass ich ohnedies die von Dir empfohlene "SAT-Verteilung" und nicht die Kanalaufbereitung gemeint habe.

Sorry, als absoluter Laie verwechselt man da schnell was...

In einem anderen Posting in diesem Forum hatte ich zu einem ähnlichen Thema etwas von erforderlichen "armdicken" Kabelbäumen gelesen und das hatte mich dann doch etwas abgeschreckt.

Sobald ich etwas mehr Zeit dazu habe, erkläre ich gerne die Details meiner Wunschkonfiguration noch etwas genauer, damit klar wird, welche Prioritäten auch aus baulicher Sicht zu berücksichtigen sind. Leerverrohrungen ähnlich dem Durchmesser von "Sanitär-Abflussrohren" sind in diesem Altbau (trotz massiver Umbaumassnahmen) in keinem Fall zu realisieren!

Vielen Dank noch für die Mühe und bis bald.

Stefan
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Alt 17.10.2007, 13:53   # 4
King W.
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Eine Kanalaufbereitung in größerem Ausmaß macht nur Sinn für große Objekte, z.B. Hotels, Altenheime usw., als Alternative zum Kabelfernsehen. Eine derartige Kanalaufbereitung für 6 Kanäle mit Netzteil und Gehäuse kostet ca. 2.500€, damit hättest du dann praktisch so etwas wie ein Kabelfernsehen mit 6 Programen. Für jeweils weitere 6 Programme ist die nächste "Kiste" fällig. Eine halbwegs akzeptable Programmauswahl erfordert da schnell Investitionen im 5-stelligen Bereich. So etwas lohnt wirklich nur bei großen Objekten.

Für die SAT-Verteilung müssen aber tatsächlich pro Satellit 4 Kabel von der Antenne zum Multischalter gezogen werden. Vielleicht läßt sich der Schalter ja unter dem Dach anbringen und die Verteilung kann von dort aus vorgenommen werden. Das Ganze hätte sogar noch den Vorteil kürzerer Kabelstrecken und damit auch geringerer Kabeldämpfung. Den "Kabelsalat" gäbe es dann nur für die kurzen Strecken unter dem Dach - und ab dort per Leerrohr weiter.

Jedenfalls wäre das die technisch sauberste Lösung. Als Multischalter könntest du dann z.B. den Technisat GigaSystem Schalter nehmen. Er hat 8 Ausgänge und läßt sich bei Bedarf mit Kaskadebausteinen um jeweils weitere 8 Ausgänge erweitern. Von dort aus geht es dann weiter mit normalem 7mm Antennenkabel, die "armdicken Kabelbäume" sind dann nicht nötig. Nachteilig ist natürlich die u.U. schlechtere Zugänglichkeit unter dem Dach. Aber ich denke mal, du willst eine hochqualitative Anlage, die, einmal aufgestellt, für 20 oder mehr Jahre ihren Dienst tut und keinerlei Wartung benötigt. Genau so etwas möchte ich dir nämlich empfehlen.

Wenn ich nun deine präzisen Vorstellungen kenne, bekommst du auch eine genau so präzise Antwort. Solch eine Verteilung ist problemlos machbar bei überschaubaren Kosten.

Dann hoffe ich mal, daß du bald die Zeit findest und mir schreibst.
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Alt 28.05.2012, 16:21 # --
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