| | # 2 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Einleitung Für fast alle in Deutschland lebenden ausländischen Mitbürger besteht die Möglichkeit, Fernsehprogramme ihres Heimatlandes zu empfangen. Daneben möchten die meisten Leute aber auch die deutschen Programme sehen. Da deutsche und ausländische (z.B. türkische) Programme auf verschiedenen {Satelliten} zu finden sind, ist es notwendig, die {Satellitenantenne} auf verschiedene Positionen ausrichten zu können. Eine solche Anlage aufzubauen, ist nicht ganz einfach und erfordert technisches Verständnis. Es ist aber durchaus, auch ohne detaillierte Fachkenntnisse, zu schaffen. In diesem Arbeitsbericht wird der Aufbau ausführlich beschrieben. Es soll für einen türkischen Mitbürger eine Satellitenanlage aufgebaut werden, die den Empfang aller <digitalen> deutschen und türkischen Programme ermöglicht. Sofern ein geeigneter Analogreceiver zur Verfügung steht, ist eine solche Digitalanlage auch zum Empfang der {analogen} Programme geeignet (umgekehrt aber nicht). Mittlerweile werden jedoch keine türkischen Sender mehr analog ausgestrahlt. Bei den deutschen Sendern gibt es die analoge Ausstrahlung zwar noch, aber alle Sender sind mittlerweile auch digital zu empfangen. Eine Notwendigkeit zum Empfang der analogen Fernsehkanäle besteht deshalb nicht mehr. Standort der Antenne ist Herne. Alle in dieser Beschreibung vorkommenden Angaben, speziell geographische Längen und Breiten, Azimut- und Elevationswinkel, Einstelldaten und Vorgehensweisen beziehen sich, wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, auf diesen Standort. Die Werte sind mit ausreichender Genauigkeit im Umkreis von ca. 50 km von Herne ebenfalls zu gebrauchen. Für andere Standorte ist eine Tabelle mit Beispiel vorhanden. Diese kann zum Einstellen der Anlage mit Hilfe des ASTRA als Referenzsatellit verwendet werden. Für den (seltenen) Fall, daß die Anlage mit Hilfe einer anderen Referenz ausgerichtet werden soll, gibt es eine Deutschlandkarte mit Längen- und Breitengraden und die nötigen Berechnungsformeln für Azimut und Elevation. Auch hierzu gibt es Beispiele. Zeichenerklärung: {A} : siehe "Fotos II" {1} : bitte bei "Tips und Tricks" nachlesen {Fachausdruck} : wird in einem späteren Post erklärt, alphabetisch sortiert
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 3 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Vorbereiten des Projektes Zuerst ist der Platz in Augenschein zu nehmen, wo die Antenne einmal stehen soll. Folgende Anforderungen müssen erfüllt sein: 1) Es muss freie Sicht in süd- bis südöstliche Richtung auf die Satelliten gegeben sein {A}. Die fraglichen Satelliten stehen zwischen 22 und 31 Grad über dem Horizont, eventuell vorhandene Hindernisse (Bäume, andere Häuser usw.) dürfen nicht in die Sichtlinie ragen. Ideal ist ein mäßig geneigtes Dach in Südrichtung für die Antenne und ein toter Kamin für das Kabel. 2) Es muss eine Möglichkeit gegeben sein, die Antenne sicher zu befestigen. In der Regel wird man einen Mast aufstellen oder, einfacher und moderner, eine Aufdachhalterung, woran die Antenne angebracht wird. Kamin- oder Wandhalterungen sind eventuell auch möglich. 3) Die baulichen Gegebenheiten müssen es zulassen, das Antennenkabel durchgehend von der Antenne bis zum {Satellitenreceiver} zu verlegen. 4) Der Hauseigentümer muss die Antenne dulden. {1} Als nächstes muss geklärt werden, was genau aufgebaut werden soll. Wieviel Anschlüsse werden gebraucht? Welche Satelliten sollen empfangen werden? Welche Programme sind gewünscht (freie oder auch verschlüsselte)? Kann man es in Kauf nehmen, dass z.B. bei einer Anlage mit zwei Anschlüssen ein Receiver den Satellit vorgibt, und der andere Receiver nur Programme von demselben Satellit empfangen kann? Wie sind die Vorstellungen in Hinsicht auf Qualität und Preis der Anlage? Werden einzelne Komponenten von einem bestimmten Hersteller gewünscht? Das Gespräch mit dem Kunden ergab folgendes Ergebnis: Der Kunde wünscht eine SAT-Anlage mit Stellmotor guter Qualität, aber noch bezahlbar. Es sollen die freien Programme der Satelliten Türksat (42° Ost), Astra (19,2° Ost) sowie des Eutelsat Satelliten Hotbird 13° Ost empfangen werden. Es soll zunächst nur ein Einzelreceiver betrieben werden, später soll dieser eventuell durch einen Twin-Receiver, mit dem man ein Programm sehen und ein anderes aufnehmen kann, ersetzt werden. Das 2. Kabel dafür soll direkt mit verlegt werden. Es wird akzeptiert, daß zu einer bestimmten Zeit nur ein Satellit empfangen werden kann, d.h. ein deutsches Programm sehen und gleichzeitig ein türkisches aufzeichnen, wäre nicht möglich. Die Antenne soll auf das Dach. Als Montagetermin war ursprünglich der 18. Januar 2007 vorgesehen, das stürmische Wetter machte die Arbeit jedoch unmöglich. Neuer Termin war der 16. Februar. Ein guter und preisgünstiger Händler hat sämtliches Material vorrätig und gewährt für Netzwelt-Leser auf den kompletten Baukasten sogar noch Rabatt und Frei-Haus-Lieferung. Mit dem Materialeinkauf sind die Vorbereitungen abgeschlossen.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 4 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Benötigtes Material Aus dem folgenden Material wird die Antennenanlage aufgebaut: Stückliste Material 1 Aufdachhalterung universal mit Abdeckkappe 4 Holzschrauben 8 x 60 oder 8x70 für Aufdachhalterung 10m Kabel, Kupfer isoliert, 16 mm² für Blitzableiter 1 Blei- oder (wahlweise ohne Aufpreis) Kunststoff-Dachpfanne (Frankfurter Pfanne) mit Durchführung für Mast 1 Kunststoff-Manschette als Abdichtung zwischen Mast und Bleipfanne 1 Antenne Gilbertini 85 cm, Alu pulverbeschichtet, mit Montagezubehör, Stahl feuerverzinkt 1 LNB MTI Blue-Line Universal 1 DiSEqC – Motor für Antennen bis 100 cm, mit Zubehör 20m Antennenkabel, Spitzenqualität, 4-fach abgeschirmt, über 110 dB Schirmungsmaß 4 F – Stecker, Spitzenqualität, vergoldet für Kabel mit 7mm Durchmesser 1 SAT – Receiver Fabrikat HUMAX, Modell F3 Fox CI 1 SCART – Kabel, Stecker vergoldet, zum Anschluß des Receivers an den Fernseher Der Komplettbausatz {B} kann unter der Bezeichnung N1-M bei SEH zum Preis von 325,00 € frei Haus bestellt werden. Wegen der möglichen Optionen und individuellen Anpassungsmöglichkeiten ist im Moment nur eine telefonische Bestellung dieses Bausatzes möglich. Eine Online-Bestellmöglichkeit wird in Kürze folgen. Optionen gegen Aufpreis: N1-H: Besonders hohe Empfindlichkeit. + 35€ Anstelle der 85 cm Antenne wird eine 100 cm Antenne geliefert und anstelle des Blue-Line LNB das High-Line Universal LNB mit einer besonders niedrigen Rauschzahl von nur 0,2 dB. Diese Option ist sinnvoll für den Empfang schwacher Satelliten oder Satelliten am Rand ihrer Ausleuchtzone. Für den Empfang der Astra- Türksat- und Eutelsat-Satelliten in Deutschland ist diese Option nicht notwendig. N1-T: Ausführung als TWIN-Empfangsanlage. + 32€ Anstelle des Single-LNB wird ein TWIN-LNB geliefert, ferner die doppelte Menge Antennenkabel und 2 weitere F-Stecker. Diese Option ist notwendig, wenn ein TWIN-Receiver (oder zwei Einzelreceiver) betrieben werden sollen. N1-TH: Beide Optionen zusammen. +65€ Auf- oder Minderpreise: 1m Antennenkabel, 4-fach geschirmt, >110 dB, € 0,70 1m Kupferkabel, 16 mm² für Blitzableiter € 2,50 1 Antennensteckdose einschließlich passendem Anschlußkabel € 10 1 Antennensteckdose TWIN mit 2 Anschlußkabeln (nur in Verbindung mit N1-T oder N1-TH) € 15 Weitere Änderungen des Bausatzes sind möglich, z.B. ein HD-TV Receiver, anstelle des angegebenen F3 Fox-CI oder ein Wandarm anstelle der Aufdachhalterung, der Dachpfanne und der Dichtungsmanschette. Der Preis ändert sich dadurch selbstverständlich, der Rabatt und die Frei-Haus Lieferung bleiben aber grundsätzlich bestehen. Einfach telefonisch erfragen. Je nach örtlichen Gegebenheiten wird noch Kleinmaterial benötigt, z.B. Kabelbinder, Isolierband, Kabelschellen. Diese Teile sind nicht im Bausatz enthalten, weil der genaue Bedarf nicht von vornherein feststellbar ist. Diese Teile können in jedem Baumarkt bezogen werden. Benötigte Personen, Werkzeug, Messgeräte und Hilfsmittel Folgendes wird benötigt: 2 Monteure - mindestens einer muß schwindelfrei sein 1 Gurt oder mindestens dickes Hanfseil (als Absturzsicherung) Je 1 Schraubenschlüssel 13 mm, 10 mm und 8 mm, Maul oder Ring 1 Messer oder Abisolierer, zum Abisolieren des Kabels 1 Seitenschneider zum Ablängen des Kabels 1 Schraubendreher für Kreuzschrauben, mittelgroß 1 Wasserwaage oder Lot, zum Ausrichten des Mastes 1* Knarre mit Nuß, 13mm für Holzschrauben 1 Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine, Stromkabel, ausreichend lang 1 Steinbohrer für den Bohrhammer, 8 mm, ausreichend lang 1 Holzbohrer oder HSS – Bohrer, ca. 5 mm, zum Vorbohren 1* Satellitenmessgerät z.B. SATLOOK digital, mit Anschlusskabel 1 {Frequenzliste} mit den Daten der Sender, die empfangenen werden sollen 1 Bindfaden z.B. Paket- oder Maurerschnur, flexibel, reißfest 1 Seil (oder 2 Seile) zum Heraufziehen der Antenne, je nach Gegebenheit 1 großer Nagel o.ä. als Gewicht 1 Stein, Hammer o.ä. als Gewicht 1 Säge, z.B. Eisen- oder Fuchsschwanz, sofern eine Kunststoffpfanne verwendet wird. *: wünschenswert, jedoch nicht absolut notwendig
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 5 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Vorbereiten der Arbeit Zunächst wird das Material und das Werkzeug aus dem Wagen geladen. Alle Gegenstände werden auf den Dachboden gebracht, bis auf den Receiver, das <SCART> – Kabel, die Frequenzliste, den Bindfaden, den großen Nagel und zwei F – Stecker . Diese Teile kommen in das Wohnzimmer. Falls vom Dachboden aus die Antenne nicht auf das Dach gelangen kann (Dachfenster zu klein, zum Beispiel), muß die Antenne im Freien zusammengebaut werden und die entsprechenden Teile werden natürlich nicht auf den Dachboden gebracht. Aufbau des Antennenmastes Zunächst ein Hinweis: Die Originalantenne, deren Aufbau in diesem Arbeitsbericht beschrieben wird, wurde herkömmlich, mit einem normalen Antennenmast aufgebaut. Der Grund: Ich hatte noch einen Mast vorrätig, den ich verbauen wollte. Dem Bausatz liegt jedoch anstelle eines Mastes eine moderne „Aufdachhalterung” bei. Diese Halterung hat gleich drei Vorteile:
Nun die eigentliche Montage: Mit Hilfe einer Leiter oder eines Stuhls klettert man durch eine Dachluke auf das Dach. Absolut wichtig: Bei allen Arbeiten dort muß man extrem vorsichtig sein, damit man nicht abstürzt. Wo immer möglich, sollte man sich durch einen Gurt oder mindestens durch ein dickes, nicht zu langes Hanfseil um den Bauch, das am anderen Ende sicher befestigt ist, schützen. Man verschafft sich einen Weg zum Aufstellungsort der Antenne. Dies erreicht man, indem man an geeigneter Stelle die Dachpfannen hochschiebt. So entsteht eine Art Treppe, auf der man sich vorsichtig bewegen und recht sicher stehen kann. An der vorgesehenen Stelle wird nun eine Dachpfanne entfernt und durch die Bleipfanne (bzw. Kunststoffpfanne) ersetzt. Dabei muss man eine Bleipfanne etwas zurechtbiegen, damit an dieser Stelle später kein Regenwasser eindringt. Bei einer Kunststoffpfanne muß vom Stutzen, durch den der Mast geführt wird, ein Stückchen abgesägt werden. Einfach so sägen, daß der Mast leicht hindurch geht und die Ränder des Loches bei aufgelegter Dachpfanne annähernd waagerecht sind. Hier braucht man aber nicht übermäßig genau zu sein, die eigentliche Abdichtung gegen Regenwasser erfolgt durch die Kunststoffmanschette. Die Mastdurchführung muss sich genau über der Kante eines Dachbalkens befinden, damit der Mast später gut am Dachbalken anliegt und angeschraubt werden kann, ohne dass er die Blei- bzw. Kunststoffpfanne verschiebt. Notfalls kann der Mast vom Dachbalken mit Hilfe eines kleinen Brettes aus Hartholz etwas Abstand bekommen, wenn es anders nicht paßt. {2} Dann zieht man die Kunststoffmanschette (vorher passend - aber keinesfalls zu groß - schneiden!) ca. 50cm weit über den Mast und steckt auch die Abdeckkappe auf. Natürlich kann man diese Arbeiten auch erledigen, wenn der Mast schon montiert ist, bequemer und sicherer ist es aber, wenn man es jetzt macht. Wenn sich die Manschette schwer aufziehen läßt, einfach ein paar Minuten in heißes Wasser legen. Dadurch wird die Manschette weich und läßt sich leichter verarbeiten. Der so vorbereitete Mast wird von oben durch die Mastdurchführung gesteckt, ohne dabei die Blei- bzw. Kunststoffpfanne zu verschieben. Während ein Monteur den Mast festhält, schraubt der andere ihn mit der Rohrschelle und den vier Holzschrauben an den Dachbalken. Dazu benutzt man zweckmäßigerweise eine Knarre mit 13-er Nuß. Zur Not geht es aber auch mit einem Schraubenschlüssel. Dabei darf man keine übermäßige Kraft anwenden, damit die Schrauben nicht abreißen. Man zieht sie noch nicht ganz fest. Mit Hilfe einer Wasserwaage oder eines Lotes wird der Mast jetzt genau senkrecht ausgerichtet und mit dem Mastfuß am Boden verschraubt. Je nach Bodenbeschaffenheit müssen hierzu unter Umständen Löcher gebohrt und Dübel verwendet werden. {3} Das senkrechte Ausrichten des Mastes muß – jedenfalls bei der Drehanlage – sehr sorgfältig geschehen, sonst hat man später Schwierigkeiten beim Einjustieren. Jetzt werden auch die Schrauben der Rohrschelle festgezogen. Man zieht dann noch die Kunststoffmanschette über die Mastdurchführung der Blei- bzw. Kunststoffpfanne und beendet damit die Montage des Mastes. Es ist sicher nicht falsch, zur Kontrolle jetzt kräftig am Mast zu rütteln, er muss absolut fest sitzen und darf sich dabei nicht bewegen.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 7 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Montage des Motors, der Antennenhalterung und Zusammenbau der Antenne Bei den Zubehörteilen für den Motor findet man eine Halterung, woran zunächst die beiden Stahlbügel zu befestigen sind. Man steckt sie einfach in die vorgesehenen Löcher und schraubt die Halteklammern an. Als nächstes verschraubt man den {DiSEqC} – Motor (der heißt wirklich so!) mit seiner Halterung. An der Seite des Motorgehäuses (oder der Halterung, je nach Ausführung) findet man eine Skala, auf der man den {Elevationswinkel} des Motors einstellt. Der richtige Wert ist der Breitengrad des Aufstellungsortes. Er schwankt zwischen 55° für Flensburg und 47° für Garmisch-Partenkirchen. Für Herne sind 52° richtig, für andere Städte entnimmt man den Wert einer Tabelle (weiter hinten zu finden). Dieser Wert wird nur einmal eingestellt und dann nicht mehr verändert, d.h. die Schrauben werden jetzt schon endgültig festgezogen. Achtung Fehlermöglichkeit: Bei dem im Bausatz enthaltenen Motor sind auf der Halterung zwei Skalen eingeprägt. Eine davon ist mit "LATITUDE" bezeichnet. Diese Skala ist richtig und muß zur Einstellung genommen werden. {D} Bevor man nun die gesamte Konstruktion am Mast anbringt, ist es noch erforderlich, die Aufnahme für die Antenne an der Drehachse des Motors anzuschrauben. Die Antenenaufnahme besteht aus einem U-förmigen Stahlblech, ebenfalls mit Haltebügeln und Halteklammern. Die Antennenaufnahme muss so an die Motorachse angeschraubt werden, daß beide Teile fluchten. Zu diesem Zweck findet man hinten auf der Achse eine Markierung 0 Grad. Wenn die Halteklammer symmetrisch zu der Markierung ist, so ist die Einstellung korrekt. Hier braucht man aber nicht übermäßig genau zu sein, gutes Augenmaß genügt. Auch an dieser Stelle werden die Schrauben richtig festgezogen, sie brauchen später nicht mehr gelöst werden. Die Baugruppe aus Motor und Antennenaufnahme ist nun fertig. Weil es einfacher geht, wenn man es jetzt macht, ist es zweckmäßig, den {Azimutwinkel} einzustellen, bevor man die Baugruppe montiert. Welcher Winkel hier eingestellt werden muss, ist von drei Größen abhängig. Erstens ist die Position des Satelliten zu berücksichtigen. Der ASTRA – Satellit, der am einfachsten zu finden und einzustellen ist, befindet sich auf 19,2° Ost über dem Äquator. Die eigene Position geht ebenfalls in den Winkel ein. Für das Ruhrgebiet gilt ein Wert von 7 – 8 Grad Ost. Nun könnte man einfach die Differenz berechnen und 12° einstellen. Dieser Wert wäre aber nur dann richtig, wenn der Aufstellungsort auf 90° nördlicher Breite, d.h. am Nordpol liegen würde. Je weiter südlich man ist, um so kürzer sind die Schenkel des fraglichen Winkels. All das findet man in einer etwas komplizierten mathematischen Formel wieder. Diese muss man aber nicht ausrechnen. Der Tabelle entnimmt man 15° Ost für das Ruhrgebiet und den ASTRA – Satellit. Man verbindet nun das {SATLOOK} – Messgerät mit dem Motor, schaltet die Motorsteuerung ein und dreht die Achse auf besagte 15° Ost. {E} Selbstverständlich geht das auch mit dem Receiver, sofern kein SATLOOK (oder ähnliches Meßgerät) vorhanden ist. Manche Motoren haben an der Unterseite Druckschalter, womit die Einstellung noch einfacher durchgeführt werden kann. Der Receiver dient in diesem Fall nur zur Stromversorgung. Wenn der Winkel richtig eingestellt ist, wird die Baugruppe an den Mast geschraubt, dabei werden die Schrauben aber nur soweit festgezogen, dass sich die gesamte Anordnung mit etwas Kraft noch drehen läßt. {F} Der Zusammenbau der Antenne ist der nächste Arbeitsschritt. Der Parabolspiegel wird zunächst mit der Antennenhalterung verschraubt. Dies ist ein größeres Stahlblechteil, welches von hinten gegen den Spiegel geschraubt wird. Vier (bzw. sechs bei der 100 cm Antenne) kleine Schrauben sind hierfür erforderlich. Am besten lässt sich die Montage von zwei Monteuren durchführen. Einer steckt die Schrauben von vorn durch den Parabolspiegel und die Halterung und hält sie mit dem Schraubendreher fest. Der andere schraubt die Muttern an. {G} Anschließend wird der Antennenarm an die Antennenhalterung angeschraubt. Bei dieser Antenne ist es möglich, die Kabel innerhalb des Arms zu führen. Davon sollte man auch Gebrauch machen, denn es sieht besser aus, die Kabel sind geschützt und sie flattern nicht herum, wenn es einmal stürmisch ist. Man schneidet von einer Rolle etwa 1,60 m Kabel ab und schiebt dieses Stück durch den Arm, so daß vorn etwa 25 cm herausragen. Bei einer TWIN-Anlage wird später noch ein Kabel in den Arm eingezogen. An das LNB-seitige Ende wird ein {F – Stecker} angebracht. Hier wird gezeigt, wie es geht. Jetzt wird der {LNB} montiert. Man klappt die beiden Teile der LNB – Halterung mit dem LNB darin zusammen. Nun werden die beiden Teile kräftig zusammengedrückt und in den Arm geschoben. Der LNB ist dabei genau senkrecht zu montieren. Die Kunstsoffnase der Halterung muß in die vorgesehene Stelle im Arm einrasten. Den F – Stecker schraubt man auf den Anschlußstutzen des LNB. Man sollte ihn so fest ziehen, wie es mit der Hand möglich ist. Werkzeug ist nicht zu gebrauchen. An das hinten aus der Antenne herauskommende Kabel schraubt man ebenfalls einen F – Stecker. Wenn man alles richtig gemacht hat, müßte nun das Kabel ca. 40 – 50 cm hinten aus dem Arm herausschauen. Die Antenne ist jetzt fertig und kann am Mast angebracht werden. {H}.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 8 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Montage der Antenne Zunächst aber muss die Antenne auf das Dach. Hier kann man keine allgemeingültige Aussage machen. Ideal ist ein in das Dach eingelassener Balkon. Von da aus kann man die Antenne leicht angeben. Zur Not muss die Antenne mit einem Seil auf das Dach gezogen werden. Dabei besteht immer die Gefahr, dass sie gegen die Hauswand knallt und verkratzt oder beschädigt wird. Mit einem zweiten Seil, das der Untenstehende langsam nachläßt, während der Monteur auf dem Dach zieht, wird diese Gefahr vermindert. {4} Jetzt wird die Antenne in die Antennenaufnahme eingehängt. Im Zubehör findet sich ein kleiner Blechstreifen, der einerseits als Zeiger für die Elevationsskala, andererseits als Verdrehsicherung fungiert. Die zwei langen Schrauben werden dort hindurchgesteckt und damit die Antenne montiert. Auf der anderen Seite werden Flügelmuttern angebracht, aber nur so fest gezogen, daß sich die Antenne noch nach oben oder unten drücken läßt. Für einen allein ist diese Arbeit recht schwierig. Obwohl die Antenne nicht besonders schwer ist, ist sie aufgrund ihrer Größe doch unhandlich. Hinzu kommt, daß sie mit einer Hand gehalten werden muß, während man mit der anderen Hand die Schrauben in die entsprechenden Löcher fummelt. Zudem muß man auch noch für sicheren Halt auf dem Dach sorgen. Wenn irgendwie möglich, sollte diese Arbeit von zwei Personen erledigt werden. Man richtet die Antenne jetzt grob nach Süd – Südost aus, wobei man sich am Stand der Sonne um 10.45 Uhr vormittags oder an anderen, bereits installierten, Antennen orientiert. Ist dies geschehen, wird der Elevationswinkel der Antenne (nicht zu verwechseln mit dem Elevationswinkel des Motors, der schon fest eingestellt ist und unverändert bleiben muß) eingestellt. Bei diesem Motor steht die Motorachse bei einem Elevationswinkel von 60° genau senkrecht, bei den eingestellten 52° ist sie um 8° nach hinten geneigt. Der ASTRA – Satellit hat eine Elevation von 30°. Hiervon sind die besagten 8° abzuziehen, so dass an der Antenne 22° einzustellen sind. An der Antennenhalterung ist eine Skala mit deren Hilfe man die Einstellung leicht vornimmt. Die Antenne steht jetzt nahezu senkrecht. {I} Der SATLOOK wird jetzt - über den Motor - an das LNB angeschlossen. Das Kabel vom LNB wird an den entsprechend gekennzeichneten Stutzen des Motors angeschraubt. Nicht vergessen, auf das Kabelstück eine Wetterschutzhülse, die dem Motor beiliegt, zu schieben. Der SATLOOK kommt an den anderen Stutzen (mit "REC" oder einem Receiversymbol gekennzeichnet). Man benutzt am besten das (bislang noch nicht verlegte) Verbindungskabel zum Receiver, sollte dann aber darauf achten, dass man sich aufgrund der Kabellänge nicht verheddert. Beim Montieren des motorseitigen F-Steckers bitte die zweite Wetterschutzhülse anbringen. Nun dreht man die Antenne mitsamt dem Motor nach rechts oder links, bis der SATLOOK ein Signal anzeigt. Ob man nun den richtigen Satelliten gefunden hat, sieht man, wenn man den SATLOOK auf Bild schaltet. Sieht man z.B. eins der deutschen Regionalprogramme, so ist man sicher auf dem ASTRA. Man schaltet wieder auf <Signal> und schraubt nun den Motor am Mast richtig fest. Dabei ist die Signalstärke ständig zu beobachten. Wenn der Motor fest angeschraubt ist, lässt sich die Antenne immer noch ein paar Millimeter nach rechts oder links drücken, denn die ganze Anordnung aus Motor, Halterung usw. hat immer ein geringes Spiel. Beim Drücken nach rechts oder links muss der Signalpegel jeweils kleiner werden, dann stimmt die seitliche Ausrichtung. Analog dazu wird anschließend die Höhenausrichtung vorgenommen. Man zieht dabei wechselseitig die beiden seitlichen Schrauben in der Antennenaufnahme fest, während man ständig auf das Signal achtet und die Antenne bei Bedarf ganz vorsichtig nach oben oder unten bewegt. Ist alles fertig, muss das Signal schwächer werden, gleichgültig in welche Richtung man die Antenne drückt. Wenn kein Meßgerät vorhanden ist, funktioniert das Ausrichten auch, aber nicht ganz so einfach. In diesem Fall verbindet man den Receiver über den Motor mit dem LNB und versucht ebenfalls, eins der Regionalprogramme (z.B. NDR oder WDR) zu empfangen. Allerdings kann jetzt die Antenne nicht kontinuierlich gedreht werden - ein Digitalreceiver würde so nichts finden. Immer nur ein kleines Stückchen drehen, einen Moment warten, weiterdrehen usw., bis ein Sender gefunden wurde. Die meisten Receiver verfügen über eine Signalstärkeanzeige. Diese aktivieren und die Schüssel so einstellen, daß die Signalstärke und -qualität möglichst hoch ist und abnimmt, gleichgültig, in welche Richtung man die Schüssel bewegt. Dann stimmt die Einstellung.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 10 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Anschließen des Receivers und Feineinstellung der Anlage Sofern nicht schon geschehen, wird jetzt der Receiver an das Fernsehgerät angeschlossen. Hierzu benutzt man das SCART – Kabel. Dieses Kabel erlaubt es, die Bild- und Tonsignale direkt ohne Umwege vom Receiver auf den Fernseher zu übertragen. Gegenüber der Verwendung eines Antennenkabels erhält man eine viel bessere Bildqualität. Deshalb hat sich diese Anschlußform durchgesetzt und es sind viele Receiver, so auch der hier verwendete, nicht mehr mit einem Antennenanschluß ausgestattet. Man steckt das Kabel in die TV – Buchse des Receivers und in die SCART – Buchse des Fernsehers (meist mit EURO – SCART oder AV bezeichnet). Wenn man nun den F – Stecker auf den Anschlußstutzen des Receivers schraubt und das Stromkabel anschließt, ist die Anlage bereits betriebsbereit. Man schaltet nun den Fernseher ein. Dieser wird jetzt kein Bild zeigen. Danach erst wird der Receiver eingeschaltet. Nach einem kurzen Bootvorgang merkt der Fernseher, daß über die SCART – Buchse ein Signal kommt und schaltet sich normalerweise entsprechend um (wenige Fernseher beherrschen das automatische Umschalten nicht. Dann muß per Fernbedienung umgeschaltet werden, je nach Gerät auf AV oder Programm 0). Auf dem Bildschirm sieht man eine blaue Fläche mit einer Meldung des Receivers. Ein paar Sekunden später erscheint das Programm des Programmplatzes 1 (normalerweise ARD). Wenn man nun mit der Fernbedienung das {Menü} aufruft, kann man sich die Signalstärke und –qualität anzeigen lassen. Dies sollte man auch tun. Ist alles OK, bekommt man für die Signalstärke einen Wert von ca. 45 – 50, für die Signalqualität einen Wert von 70 oder höher. Für einen einwandfreien Empfang ist eine Signalstärke von 25 und eine Signalqualität von 30 vollkommen ausreichend. Damit ist die grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Anlage schon einmal erreicht. Es fehlt aber noch die Feineinstellung, d.h. die Anlage muss so justiert werden, dass neben dem ASTRA auch die anderen Satelliten gut zu empfangen sind. Empfehlenswert ist es, zunächst einmal die {Grenzwerte} des Motors einzustellen, damit die Antenne nicht beim Bewegen gegen ein Hindernis fährt und eventuell beschädigt wird. Man drückt die Taste [Menu] und ruft "Installation" auf und anschließend "Antenneneinstellung". Mit [OK] bestätigen. Durch anschließendes Drücken der Optionstaste [OPT+] wird das Menü "motorisiertes System" geöffnet. Die weitere Vorgehensweise ist in der sehr ausführlichen und bebilderten Gebrauchsanweisung des Receivers beschrieben, so daß darauf verwiesen werden kann. Drei Punkte, die in der Anleitung etwas zu kurz kommen, sollen aber noch erwähnt werden:
Anschließend nicht vergessen, die Position zu speichern. Fertig. Ist das geschehen, können alle Transponderdaten eingegeben und ein Suchlauf gestartet werden. Mit den übrigen Satelliten verfährt man genauso. Jetzt ist die Anlage betriebsbereit. Wählt man nun ein bestimmtes Programm, so sucht sich die Anlage den Satellit selbstständig. Man muß dabei immer solange warten, bis der Motor den Satellit angefahren hat, ein schnelles "Zappen" zwischen Programmen auf verschiedenen Satelliten ist nicht möglich. Ein besonderer Vorteil der Motorsteuerung nach DiSEqC 1.2 besteht darin, daß die Positionen in der Motorelektronik gespeichert werden. Der Receiver meldet nur an den Motor, welcher Satellit angefahren werden soll. Die Meldung, die zuletzt kommt, ist gültig. Auch, wenn während der Motorbewegung umgeschaltet wird, "verschluckt" sich die Steuerung nicht. Es wird immer der gerade benötigte Satellit präzise angesteuert.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 11 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Ausmerzen von Fehlern Beim Vorgang der Feinjustierung können Fehler auftreten: {5} 1) Es könnte passieren, dass die Antenne bei ihrer Drehbewegung gegen ein Hindernis stößt, z.B. gegen das Dach oder gegen einen Kamin. Wenn man Glück hat, bleibt der Motor dann stehen, es kann aber auch passieren, dass Parabolspiegel oder Arm verbogen werden oder dass irgendein Teil der Befestigung abreißt. Dann ist ein Fehler bei der Grenzwerteinstellung gemacht worden. Ein Monteur sollte, wie beschrieben, die Antenne beobachten, während der andere die Grenzwerte einstellt. Im Notfall kann dann rechtzeitig eine Warnung erfolgen und der Vorgang abgebrochen werden. 2) Der Antennenmast steht vielleicht nicht exakt senkrecht. Die Antenne fährt dann nicht mehr genau die Satellitenbahn ab. Die Satellitensignale werden zunehmend schwächer empfangen, je weiter der fragliche Satellit vom Astra entfernt ist. Im (seltenen) Extremfall kann es z.B. sein, dass die Antenne den Türksat gar nicht mehr empfängt, obwohl die Richtung stimmt. Sie steht dann einfach zu hoch oder zu tief. 3) Einer der Winkel wurde falsch eingestellt. Der Fehler kann bei dem 52° - Winkel (die Elevation des Motors) oder dem 15° - Winkel (die seitliche Abweichung des Astra von der Südrichtung) aufgetreten sein. Der 22° - Winkel (der Höhenwinkel des Astra minus 8°) müsste hingegen stimmen, er ist ja bei der Montage eingemessen worden. Im ersten Fall, wenn ein zu empfangender Satellit außerhalb des Drehbereichs der Antenne liegt, muss man deren Standort wechseln, d.h. die Montage noch einmal an einem anderen Standort von vorn beginnen. Manchmal hilft es auch, die Antenne etwas höher am Mast anzubringen. Sie muss sich unbedingt innerhalb der Grenzwerte frei bewegen können - und alle zu empfangenden Satelliten sollten sich innerhalb dieser Grenzwerte ansteuern lassen. In den beiden anderen Fällen wird – nach nochmaliger Kontrolle der Winkel selbstverständlich – eine Feinjustierung der Antenne durchgeführt. Dazu steuert man zunächst die Position Astra an. Mit dem Motor dreht man die Antenne so lange nach links oder rechts, bis ein Empfangsmaximum erreicht wird. Nun löst man die beiden Schrauben an der Antennenaufnahme und bewegt die Antenne ein paar Millimeter nach oben oder unten, bis sich keine Verbesserung mehr erzielen lässt. Man zieht die Schrauben wieder fest. Danach läßt man den Motor auf Türksat (42°) drehen. Auch hier sucht man das Empfangsmaximum. Nun drückt man, ohne irgendwo Schrauben zu lösen, die Antenne nach unten oder nach oben, einfach indem man das natürliche Spiel der Anlage ausnutzt. Tritt nun eine Empfangsverbesserung ein, wenn der Spiegel nach unten (oben) gedrückt wird, löst man die vier Muttern, mit denen die gesamte Anordnung am Mast befestigt ist, dreht alles ein Paar Millimeter rechts bzw. im Uhrzeigersinn (links bzw. gegen den Uhrzeigersinn) herum und zieht die Muttern wieder fest. Jetzt muß man den Motor um die gleiche Strecke nach links (rechts) drehen lassen, damit der Türksat wieder fokussiert wird. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis sich der Empfang nicht mehr verbessern läßt. Dann lässt man den Motor noch einmal auf Astra drehen und überprüft, ob die Empfangsverhältnisse dort noch in Ordnung sind. Gegebenenfalls ist die gesamte Prozedur noch einmal zu wiederholen. Zum Schluß dreht man die Antenne wieder auf den Astra. Jetzt ist die Montage endgültig beendet. Das Werkzeug und alles, was nicht mehr gebraucht wird, kann wieder eingepackt werden.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 12 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Einstellen des Receivers und abschließende Arbeiten Hinweis: Einige Einstellungen, soweit sie die Motorsteuerung betreffen, wurden bereits durchgeführt. Auf diese Einstellungen wird hier nicht nochmals eingegangen. Für einen späteren reibungslosen Betrieb ist es von großer Bedeutung, daß die Systemeinstellungen sachgerecht durchgeführt werden. Wenn man will, kann man vorher noch die Menüsprache so einstellen, wie man es wünscht. Der Receiver verfügt über viele Sprachen, türkisch und arabisch sind auch dabei. In diesem Fall wird zunächst deutsch gewählt. Daneben gibt es noch eine Reihe von Einstellungen, die man je nach persönlichem Geschmack einstellen kann: Untertitelsprache, Dolby-Digital Wiedergabe usw. Der nächste wichtige Punkt ist A/V Kontrolle. Hier kann man angeben, wie die Bildsignale an den Fernseher über das SCART-Kabel übertragen werden sollen. Die meisten Fernseher liefern mit "RGB" das beste Bild. Diese Einstellung sollte deshalb bevorzugt werden. Für den Videorecorder ist der Menüpunkt VCR-Scart vorgesehen. Hier läßt man die Einstellung auf CVBS, es sei denn, es soll ein Super-VHS Recorder angeschlossen werden. Dafür wäre die Einstellung S-Video besser. Nun kann man die Uhr stellen: Man gibt einfach an, um wieviel die Zeit von der GMT abweicht. Einfach einen Sender einstellen, der über Videotext verfügt (im Prinzip jeder herkömmliche deutsche Sender), warten, bis der Receiver sich die Zeit geholt hat und den Wert dann so einstellen (im 30 min Raster), daß die angezeigte Zeit mit der tatsächlichen übereinstimmt. Wenn man so verfährt, braucht man die Abweichung von der GMT gar nicht zu kennen. Von nun an wird der Receiver immer die richtige Zeit anzeigen. Die Bildseitenverhältniseinstellung, die jetzt an der Reihe ist, hängt vom Fernseher ab. Zur Auswahl steht 4 : 3 für normale und 16 : 9 für Breitbildfernseher. In der Regel ist für das Format 4 : 3 und für das Bildformat Letterbox die richtige Wahl. Der neue Receiver verfügt über eine werksseitige Vorprogrammierung. Diese bezieht sich aber in der Regel nur auf die deutschen und einige westeuropäische Programme. Man kann nicht erwarten, dass z.B. auch alle türkischen Programme gespeichert sind. Dies muss auf jeden Fall noch gemacht werden. Zunächst ruft man den Menüpunkt Antenneneinstellungen auf und wählt dann die Antenne Nr. 1 Diese Nr. ist für den ASTRA vorgesehen, dies sollte auch nicht verändert werden, da sonst die gesamte Vorprogrammierung nicht mehr brauchbar ist und neu gemacht werden muss. Lediglich die Motorsteuerung muss aktiviert und die augenblickliche Position - wenn nicht schon geschehen - gespeichert werden, alle anderen Einstellungen bleiben so, wie sie sind. Wichtig ist noch, dass als LNB Typ universal eingestellt ist, da es sich bei dem montierten LNB um einen solchen handelt. Nun kontrolliert man, ob alle Programme des Astra einwandfrei empfangen werden können. Als nächstes ist der Türksat an der Reihe (Antenne Nr. 2). Wenn man eins der vorher gefundenen Programme anwählt, dreht die Antenne automatisch auf den richtigen Satellit. Das kann ein paar Sekunden dauern. Wie die einzelnen Sender eingestellt werden müssen, ist in der Gebrauchsanleitung recht gut beschrieben. Eine aktuelle Frequenzliste für den Türksat findet man hier. Angegeben sind die Frequenz, die Polarisation, die Symbolrate und die FEC (Forward Error Correction). Unbedingt nötig davon sind nur die Frequenz und die Symbolrate. Die beiden anderen Größen kann man auf "automatisch" stellen, wenn man die Werte nicht eingeben will. Allerdings dauert dann das Suchen länger. Zu der Tabelle noch ein kleiner Hinweis: In Deutschland ist mit vertretbarem Aufwand nur der "West Beam" gut zu empfangen. Der "East Beam" ist hauptsächlich zur Versorgung der Türkei vorgesehen. Weiter nördlich ist ein Empfang zwar auch noch möglich, spätestens in Albanien ist aber Schluß. Ein Versuch, einen der Sender des Ost-Beam zu empfangen, wird daher auf jeden Fall scheitern. Mit den übrigen zu empfangenden Satelliten verfährt man genau so, d.h. man vergibt eine neue Antennennummer und den entsprechenden Namen, stellt einen Transponder von diesem Satellit ein und läßt den Motor so lange drehen, bis man den Satellit gefunden hat. Dann die Position speichern und die übrigen Transponderdaten eingeben. Wenn gewünscht, kann man die Programme noch organisieren. Der Receiver erlaubt, unter dem Menüpunkt Programmorganisation, das Verschieben, Löschen und Umbenennen der Programme. Auch hier kann man sich nach der Gebrauchsanleitung richten, sie ist ohne weiteres verständlich. Sperren (Programme lassen sich nur nach Eingabe einer Geheimzahl betrachten dies soll als Kindersicherung dienen) ist auch möglich, funktioniert aber nur bei kleinen Kindern oder Kindern, die nicht mit einem PC umgehen können. Über die RS-232 Schnittstelle kann der Receiver an den PC angeschlossen werden und sowohl die Software ausgelesen, wie auch neue Software aufgespielt werden. Auch läßt sich - geeignete Software vorausgesetzt - die Senderliste bequem am PC bearbeiten und anschließend aufspielen. Das "interessante", aber leider gesperrte Programm könnte mit Hilfe des PC auf einem anderen Programmplatz neu programmiert werden. Bei insgesamt über 1000 belegten Programmplätzen bietet sich immer eine Möglichkeit, irgend etwas zu verstecken. Die sogenannte Kindersicherung ist deshalb mehr oder minder witzlos. Beim Sortieren beachtet man neben den persönlichen Wünschen folgendes: 1) Das Verschieben sollte so geschehen, dass alle Programme eines Satelliten hintereinander liegen, damit beim Durchschalten der Programme (zappen) nicht dauernd die Antenne gedreht werden muss. 2) Das erste und letzte Programm eines bestimmten Satelliten sollte horizontal polarisiert sein. Der Grund ist die Höhe der Spannung auf dem Antennenkabel. Wie weiter oben schon ausgeführt, bestimmt die Höhe der Spannung die Polarisation. Es sind 18V bei horizontal und nur 14V bei vertikal. Da der Motor über das Antennenkabel angeschlossen ist und während der Drehbewegung den Strom verbraucht, der sonst dem LNB zukommt, dreht er bei 18V schneller. Man braucht dann nicht so lange zu warten, bis die Antenne ihre neue Position erreicht hat, wenn man den Satellit wechselt. Interessant noch die Möglichkeiten, die der Receiver bietet. Bemerkenswert ist zum Beispiel das {EPG}, das der Benutzer sich auf den Bildschirm holen kann. Dabei wird vom eingestellten Sender und den beiden benachbart gespeicherten Sendern angezeigt, was gerade läuft, Anfangs- und Endzeit angegeben und der Programmablauf zeitbezogen grafisch dargestellt. Also so etwas, wie eine elektronische Programmzeitschrift. Der Timer ermöglicht es, daß sich der Receiver nach einer gewissen Zeit automatisch ausschaltet, das ist ein weiteres Highlight und für die vielen Leute (mich eingeschlossen!) interessant, die ihren Fernseher als Einschlafhilfe benutzen. Die Anlage hat, ehrlich gesagt, neben vielen Vorteilen, nämlich riesige Programmauswahl, hervorragende Bildqualität und vollautomatische Funktion auch einen kleinen Schwachpunkt: Der Motor dreht, da er mit dem für den LNB bestimmten Strom auskommen muss, ziemlich langsam, deutlich langsamer jedenfalls, als die alten Motoren. Dafür muß aber auch kein Extrakabel verlegt werden.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 14 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Fachausdrücke
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
| | # 15 |
| Team SAT-Technik Threadstarter Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.849
| Einstelltabelle für eine Drehanlage (Deutschland, für Satellit: Astra 19,2° Ost) Im Kapitel "Montage des Motors, der Antennenhalterung und Zusammenbau der Antenne" wird auf eine Einstelltabelle Bezug genommen. Diese Tabelle steht zum Download (Klick) im Excel-Format und hier direkt zum Nachlesen bereit. Beispiel: In Limburg/Lahn wird eine Drehanlage aufgestellt. Wie geht man vor?
Noch etwas Theorie für die besonders Wissensdurstigen unter uns: Der Azimut ist der Winkel, bezogen auf die Südrichtung, unter der ein bestimmter Satellit (hier: Astra) am Himmel zu finden ist. Die Elevation ist der zugehörige Höhenwinkel, d.h. der Winkel, den die Tangente an die Erde im Beobachtungspunkt mit der Verbindungslinie Beobachter <-> Satellit bildet. Bei einer feststehenden Anlage ist dieser Wert auf der Skala seitlich an der Schüssel einzustellen. Bei einer Drehanlage sieht die Sache anders aus: Die Motorachse muss, damit der Motor die Satellitenbahn abfahren kann, parallel zur Erdachse ausgerichtet werden. Auf gut Deutsch: am Äquator würde die Achse parallel zur Erdoberfläche verlaufen, an einem Pol (theoretisch, weil dort kein Empfang möglich ist) senkrecht dazu. Nun ist die Motorachse aber mit dem Stutzen gekoppelt, an dem die Antenne befestigt wird. Damit die Bedingung "parallel zur Erdachse" erfüllt ist, muss beim Zusammenbau an der Skala die geographische Breite "Latitude" (so ist die Skala auch bezeichnet) eingestellt werden. Dabei steht der Stutzen bei einer Einstellung von 60° genau senkrecht, bei unseren Breitengraden ist er mehr oder minder nach hinten geneigt. Logischerweise gilt jetzt die Elevationsskala an der Antenne nicht mehr, sondern die Schräglage des Stutzens muss mit berücksichtigt werden. Nun ist es - glücklicherweise - so, daß die Elevation zunimmt, je weiter man südlich ist. Gleichzeitig steht aber auch die Motorachse schräger - beide Effekte gleichen sich nahezu aus, Eine spezielle Spalte für die Elevation ist deshalb nicht nötig. Sie wird praktisch in ganz Deutschland auf 22° eingestellt. Der Elevationswinkel ist nicht gleich der geographischen Breite. Es besteht lediglich ein Zusammenhang über die geometrischen Gegebenheiten des Motors. Beispielsweise hat der Astra in Herne eine Elevation von 30°. Diese wäre bei einer feststehenden Antenne auch einzustellen. Bei einer Drehanlage muss jedoch auf der Latitude-Skala die geographische Breite eingestellt werden, also 52° für Herne. Nun ergibt sich folgende Rechnung: 60° - 52° = 8°. Um diesen Wert ist der Stutzen nach hinten geneigt. Das muss an der Antenne wieder ausgeglichen werden, also 30° - 8° - man rät es sicher schon - = 22°. Für Stuttgart z. B. (Elevation 33°, geogr. Breite 49°) ergibt sich: 60° - 49° = 11° - und 33° - 11° = 22°. So, ich hoffe, die Sache ist jetzt einigermaßen klar. Eine spezielle Elevations-Spalte erübrigt sich, jedenfalls im Zusammenhang mit einer Drehanlage.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |





















